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Wir sind Dithmarschen

Version vom 23. November 2017, 11:49 Uhr von Roland (Diskussion | Beiträge)

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Das Bier, das es nicht geben darf..


Logo des Vereins "Wir sind Dithmarschen e.V."

Inhaltsverzeichnis

Gründungsgeschichte

Kurz nachdem das Kieler Kabinett im Herbst 2006 den Weg zu einer Kreisgebietsreform eingeschlagen hatte, formierte sich in Dithmarschen eine riesige Protestbewegung. In der Dithmarscher Landeszeitung sind hunderte von Leserbriefen erschienen, in denen die Dithmarscher ihre Gründe gegen einen möglichen Großkreis „Südwestholstein“ zum Ausdruck brachten.

In dieser heißen Phase initiierte Oliver Kumbartzky die Erstellung einer Homepage, um das Medium Internet für die Diskussion zu nutzen - und um einfach ein für jeden zugängliches Forum zu schaffen. Die Seite [1] ging am 21. Oktober 2006 online und binnen weniger Tage verzeichnete die Homepage viele Tausend Besucher. Auch zahlreiche „Buten-Dithmarscher“ beteiligten sich und waren fassungslos, dass die aktuelle Landesregierung womöglich den ältesten Landkreis Deutschlands abschaffen will.


Reaktionen und Bewegung

Kundgebung auf dem Heider Marktplatz am 4.11.2006 - Foto: Michael Behrendt

Ganz Dithmarschen „zeigte Flagge“, und das Thema Kreisreform bestimmte den politischen Alltag. Es kam aus dieser Bewegung heraus zu einer Kundgebung auf dem Heider Marktplatz, an der mehr als 1.800 Menschen teilnahmen. Die Demonstration war zugleich der Start der „Volksinitiative gegen die Zusammenlegung von Kreisen ohne deren Zustimmung“, die innerhalb von nur sechs Wochen mehr als 32.000 Unterschriften sammelte. Und auch außerhalb Dithmarschens formiert sich der Protest gegen eine von oben aufgezwungene Kreisreform.

Vereinsgründung

Parallel zur Volksinitiative (deren Anliegen im September 2007 vom Landtag mehrheitlich abgelehnt wurde) ist am 16. Dezember 2006 in Heide ein Verein gegründet worden. Der Verein „Wir sind Dithmarschen e.V.“ hat das Ziel, die Bemühungen zum Erhalt des Kreises Dithmarschen als eigenständige Gebietskörperschaft zu bündeln und zu koordinieren.


Der Mitgliedsbeitrag wurde bewusst sehr gering gehalten, damit möglichst viele Menschen dem Verein beitreten – 5 Euro Jahresbeitrag haben eher symbolischen Charakter und sollen die Kosten für verschiedene Marketingaktionen decken. Das zweimal jährlich erscheinende Mitgliedermagazin „Der Dithmarscher“ wird von Sponsoren finanziert.

Der Verein soll ohne parteipolitische Hintergründe den Kreis Dithmarschen repräsentieren, er soll im Ringen um den Erhalt Dithmarschens eine laute Stimme der Bürgerinnen und Bürger sein. Der Verein hat mittlerweile rund 400 Mitglieder (darunter viele Gemeinden und Institutionen).

Presse Echo

DIE ZEIT

Rebellion im Norden

Empört kämpfen in Schleswig-Holstein die Dithmarscher gegen die Abschaffung ihres Landkreises.

Von André Paul

Heide Seit der Gründung von Schleswig-Holstein vor über 60 Jahren waren die Dithmarscher der Landesregierung in Kiel nie unangenehm aufgefallen. In dem Landstrich entlang der Nordseeküste herrschten politisch stabile Verhältnisse. Die CDU besaß meist die absolute Mehrheit in den lokalen Parlamenten, Extremisten gab es kaum, ebenso wenig schwere Kriminalität. Wenn sich die Einwohner überhaupt gegen irgendetwas auflehnten, dann gegen die regelmäßigen Sturmfluten. Doch seit einiger Zeit schwappt ein Tsunami der Wut durch Dithmarschen. Die Menschen kämpfen gegen die geplante Abschaffung ihres gleichnamigen Landkreises durch die Landesregierung in Kiel. Mögen in anderen Gegenden Deutschlands die Bürger weniger Verwaltung fordern und an ihre Kreiszugehörigkeit bestenfalls beim Blick auf das Kfz-Kennzeichen erinnert werden – zwischen Lunden und Brunsbüttel will man unbedingt am eigenen Landrat und am eigenen Kreistag festhalten. Denn Dithmarschen ist der älteste Kreis Deutschlands, begrenzt von Eider, Elbe und Nordsee existiert er als politisches Gebilde schon seit dem frühen Mittelalter. Am Nord-Ostsee-Kanal tobt ein entschlossener Lokalpatriotismus. In jedem zweiten Vorgarten der adretten Klinkerhäuschen weht die weiß-rote Kreisfahne mit dem bewaffneten Bauern zu Pferde. Kein Kiosk, der sie nicht im Angebot hätte, ergänzt durch Aufkleber, die entschieden »Nein zur Kreisreform« verkünden. Es dürfte sehr schwer werden, einen Ortsansässigen zu finden, der laut wider die Eigenständigkeit spräche. Längst hat der Protest auch die örtlichen Mandatsträger erfasst. Der CDU-Kreisvorsitzende Timm Hollmann spricht von »weit über 100 Austritten, mehr als bei der Spendenaffäre von Kohl«, bei den Sozialdemokraten verabschiedete sich mit Eddelak gleich ein kompletter Ortsverband inklusive des Bürgermeisters aus der Partei. Der einst für den Küstenschutz zuständige Walter von Seht prophezeit den etablierten Parteien bei der nächsten Wahl einen »unglaublichen Einbruch«. Landespolitiker gelten mittlerweile bei öffentlichen Veranstaltungen als »unerwünscht«. Als sich der SPD-Landtagsabgeordnete Detlef Buder beim Neujahrsempfang seiner Genossen in Lunden am Buffet bedienen wollte, bemerkte eine Anwesende spitz, man habe ihn doch gar nicht eingeladen. Selbst Ministerpräsident Carstensen, früher beinahe liebevoll »Peter Harry« gerufen und in seinen bundespolitischen Zeiten stets mit einem stabilen Direktmandat und fleißiger Wahlkampfhilfe versehen, musste sich bei einem Auftritt in Meldorf auspfeifen lassen. Wie konnte die Situation so weit eskalieren?

»Wir werden siegen«, glauben viele. Wie damals gegen Dänemark

Eigentlich wollte die seit zwei Jahren regierende schwarz-rote Koalition in Kiel nur die Verwaltung reformieren. Aufgaben dezentralisieren, Kompetenzen bündeln, Kosten senken, Personal abbauen. Möglicherweise würde dies, so stand es im Gesetzesentwurf, »eine Neugliederung der Kreisstrukturen« nötig machen. Die Idee war gut. Jetzt hätte es nur noch eines sensiblen Politikers bedurft, der das den Bürgern mit verständlichen Worten erklärte, ihre Bedenken und Ängste ernst nähme und bereit wäre, Kompromisse einzugehen. Doch das Kabinett entschied, mit der Umsetzung den Innenminister Ralf Stegner zu betrauen. Dithmarschen, verkündete alsbald der ehrgeizige Sozialdemokrat, werde mit dem Kreis Steinburg zusammengelegt. Die bisherige Verwaltung sei unverhältnismäßig teuer und nicht effektiv genug. Bis zum Jahr 2010, mit dem Ablauf der Legislaturperiode, werde der Fusionsprozess abgeschlossen sein. Ende der Diskussion. Dass die deutsche Mittelstandsvereinigung die Behörde in Heide gerade zu einer der bundesweit wirtschaftsfreundlichsten und effektivsten Kreisverwaltungen kürte, änderte nicht des Innenministers Sicht der Dinge. Sollten einige in ihren Kreisgrenzen verhaftete Nostalgiker ihn tatsächlich aufhalten können? Man tut den Dithmarschern kein Unrecht, wenn man ihnen eine gewisse Sturheit zuspricht. Das mag mit der rauen Natur zu tun haben. Vielleicht bestärkte sie in ihrer Renitenz auch ein Blick in die Geschichtsbücher. Schon einmal, am 17. Februar 1500, verteidigten sie ihre Unabhängigkeit gegenüber einem scheinbar übermächtigen Feind. Der dänische König versuchte mit 10.000 Söldnern, die kleine Bauernrepublik zu unterwerfen – und scheiterte. Die Schlacht bei Hemmingstedt kennt in Dithmarschen jedes Schulkind, sie ist ein lokaler Mythos, in ihrer Bedeutung vielleicht vergleichbar der griechischen Erinnerung an den Sieg bei Marathon. An diesen Triumph wollen die Dithmarscher nun anknüpfen. Innerhalb weniger Monate sammelten der Student Oliver Kumbartzky und seine Mitstreiter in Dithmarschen 30.000 Unterschriften und erzwangen, dass der Landtag die Kreise vor der Verabschiedung von Fusionsgesetzen anhören muss. Angesichts dieses Widerstandes, einer allmählich auch auf andere Kreise übergreifenden Austrittswelle aus den Parteien und stabiler Ablehnung der Kreisreform bei sämtlichen Umfragen rücken die Kabinettskollegen vom Innenminister ab. Als er in der vergangenen Woche seine ersten Berechnungen vorstellte, teilte ein Sprecher anschließend mit, man habe Stegners Ausführungen »zur Kenntnis genommen«. Kaum einer traut dem Innenminister aus Kiel Unbefangenheit zu Unterstützung sieht anders aus, und auch der Landesrechnungshof will keine konkreten Beträge kommentieren, die Stegners angekündigtes Einsparpotenzial bei der Kreisreform stützen würden. Doch inzwischen ist der Innenminister ohnehin kaum mehr Herr des Verfahrens. Das Kabinett beauftragte nämlich vor Kurzem fünf externe Gutachter damit, die Wirtschaftlichkeit künftiger Verwaltungen zu berechnen. »Das Innenministerium«, so rechtfertigt CDU-Fraktionschef Johann Wadephul dieses administrative Outsourcing, »gilt vielen Bürgern und Kommunalpolitikern nicht mehr als objektiv.« Hat der Innenminister seinen Kampf also verloren? »Wir befürchten, dass er durch taktische Manöver die Erörterung in den Sommer verschleppt und die Aktion einschläft«, erläutert Kumbartzky. Um auf Nummer sicher zu gehen, will er seine Unterschriftenlisten auch in den benachbarten Landkreisen auslegen. »Beim bisherigen Tempo haben wir schnell 100.000 Unterschriften zusammen. Und dann erzwingen wir eine Volksabstimmung gegen die Kreisreform.«

DIE ZEIT, 26.04.2007 Nr. 18

Engagement für Dithmarschen

Neben dem unermüdlichen Einsatz für den Kreis Dithmarschen widmet sich der Verein auf breiter Basis der Kultur Dithmarschens. U.a. ein „Dithmarschen-Tag“ in Zusammenarbeit mit dem Verein für Dithmarscher Landeskunde .

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