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Weddingstedt

Version vom 2. Juli 2019, 20:29 Uhr von Roland (Diskussion | Beiträge)

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Weddingstedt ist eine Gemeinde im Kreis Dithmarschen.

Inhaltsverzeichnis

Basisdaten

  • Höhe: 10 m ü. NHN
  • Fläche: 17,79 km²
  • Wie viele Einwohner hat Weddingstedt?
Weddingstedt hat 2.303 Einwohner. (Stand: 31. Dezember 2018)

Einwohnerstand am 31. Dezember:

Jahr Einwohner
2000 2.357
2001 2.349
2002 2.363
2003 2.298
2004 2.331
2005 2.325
2006 2.336
2007 2.319
2008 2.303
2009 2.291
2010 2.264
2011 2.295
2012 2.280
2013 2.291
2014 2.279
2015 2.289
2016 2.326
2017 2.326
2018 2.303
  • Postleitzahl (PLZ): 25795
  • Vorwahl: 0481
  • Kfz-Kennzeichen: HEI, MED
  • Bürgermeister: Dirk Haalck (FWW)

Statistik: Zensus 2011 für die Gemeinde Weddingstedt

  • Gemeindeschlüssel: 01051122
  • Regionalschlüssel: 010515172122

Hebesätze der Realsteuern 2017 unter Berücksichtigung der Änderungen vom 1. Halbjahr 2018

  • Grundsteuer A: 330
  • Grundsteuer B: 330
  • Gewerbesteuer: 370
  • Breitengrad: 54,239275° N
  • Längengrad: 9,088863° O
  • wahre Ortszeit: UTC+0:36:21

Wappen

Wappen von Weddingstedt
  • Wappengenehmigung/ -annahme: 10.06.1986
  • Flaggengenehmigung/ -annahme: 23.11.1989
  • Entwurfsautoren:
* Becker, Dirk, Linden
  • Wappenfiguren:
* Andreaskreuz
* Waage

Wappenbeschreibung

Geteilt von Rot und Silber. Oben ein durchgehendes silbernes Andreaskreuz, unten eine blaue Waage.

Historische Begründung

Weddingstedt zählt zu den vier ältesten Kirchspielen Dithmarschens, die als Keimzellen der späteren Gerichtsund Verwaltungszentren des Landes anzusehen sind. Neben Funden aus vor- und frühgeschichtlicher Zeit stellt die Kirche, auch wenn sie erst im Jahre 1140 erstmals genannt wird, ein herausragendes Zeugnis früher Besiedlung dar. Die Kirche ist dem heiligen Andreas geweiht. Das Andreaskreuz symbolisiert die Bedeutung der Kirche für den Weddingstedter Raum, von dem aus die Erschließung der westlich vorgelagerten Marsch mitgetragen wurde. Gegen Ende des Mittelalters entwickelte sich Dithmarschen zu einer "föderativen Republik der Kirchspiele", die das öffentliche Leben des Landes in Politik, Verwaltung, Rechtspflege usw. bestimmten. Zu diesen in Verwaltung und Rechtssprechung weitgehend autonomen Körperschaften zählte auch das Kirchspiel Weddingstedt, dessen führender Beamter, der "Schlüter", die Dithmarscher Landesversammlungen im benachbarten Landesvorort Heide eröffnete. Die Waage symbolisiert die Bedeutung Weddingstedts als Ort der Gerichtsbarkeit und, davon ungeschieden, der öffentlichen Verwaltung vom Mittelalter bis in das 19. Jh. Die Farben entsprechen denen des Landes.

Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein

Wetter

Aktuell

Wetterarchiv

Unwetterwarnung


Geografie

Wo liegt Weddingstedt?

Weddingstedt liegt im Norden von Dithmarschen, einige Kilometer nördlich der Kreisstadt Heide. Das Dorf befindet sich im hügeligen Geestgebiet und am Rande des flachen Marschlandes.

Ortsteile

  • Borgholz,
  • Waldstedt,
  • Weddinghusen und
  • Weddingstedt.

Nachbargemeinden


Angemessene Miete in Weddingstedt

Da die Gemeinde Weddingstedt zum Amt Kirchspielslandgemeinde Heider Umland gehört beträgt die angemessene Miete (Kaltmiete inkl. Betriebskosten ohne Heizkosten) für

1 Person 310.50 €
2 Personen 355,80 €
3 Personen 411,75 €
4 Personen 468,35 €
5 Personen 489,25 €
jede weitere Person 51,50 €

Stand: 2019

Quelle


Politik

Von den 13 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die SPD seit der Kommunalwahl 2013 fünf Sitze, die Wählergemeinschaft FWW (Freie Wähler Weddingstedt) und die Wählergemeinschaft KWV (Kommunale Wählervereinigung) haben je vier Sitze.


Ergebnisse der Kommunalwahl am 6. Mai 2018

  • SPD 23,5% (3 Sitze)
  • FWW 49,2% (6 Sitze)
  • KWV 27,3% (4 Sitze)

Landtagswahlen

Die Ergebnisse der Landtagswahlen in Weddingstedt ab 2005 befinden sich außerhalb dieser Seite. Es werden alle Erststimmen und Zweitstimmen aufgelistet.


Vereine und Organisationen


Geschichte

  • Ursprünglich war Dithmarschen ein einziger Kirchspiel, um 1070 kamen dann drei weitere Kirchspiele dazu: Weddingstedt, Tellingstedt und Süderhastedt.
  • Die in Feldsteinmauerwerk errichtete St.-Andreas-Kirche stammt weitgehend aus dem 12. Jahrhundert.
  • 1559 brannte die Kirche während der "Letzten Fehde" ab. Dabei wurden nicht nur die Kirchenschätze vernichtet, sondern auch die Dithmarscher Landeschronik, die sich im Kirchturm befand.
  • 1616 wurde der hölzerne Glockenturm an der Kirche errichtet.
  • 1660 wurden brandenburgische Truppen während des nordischen Krieges in Weddingstedt stationiert, worunter der Ort sehr gelitten hatte.
  • 1678 wurde die Weddingstedter Mühle in alten Dokumenten bereits erwähnt.
  • 1845 wurde während einer Volkszählung festgestellt, dass es in Weddingstedt 547 Einwohner gab (im Kirchspiel waren es 1.885); in die Schule gingen 100 Schüler. Nachfolgendes Gewerbe hatte sich damals angesiedelt:
* 3 Krüger,
* 1 Grützmacher,
* 2 Grobschmiede,
* 1 Schlosser,
* 1 Radmacher,
* 1 Tischler,
* 2 Zimmerleute und mehrere andere Handwerker,
* 1 Windmühle.
Eingepfarrt waren damals nachfolgende Orts- und Bauerschaften:
* Basenwurth,
* Borgholt,
* Concordia,
* Heidekrug,
* Nordfeld,
* Ostrohe,
* Praggerbusch,
* Rüsdorf,
* Sophienhof,
* Spangrund,
* Stelle,
* Weddinghusen,
* Weddingstedt,
* Wesseln,
* Wildpfahl,
* Wittenwurth.
  • 1845 wurde während einer Volkszählung festgestellt, dass es 98 Einwohner in Borgholz gab, in die Schule gingen 40 Kinder.
  • 1845 wurde während einer Volkszählung festgestellt, dass es 83 Einwohner in Weddinghusen gab, die Kinder gingen in Borgholz zur Schule,
  • 1879 - 1880 wurde die heutige Windmühle, die als Hochzeitsmühle dient, aus Abbruchmaterial der "alten" Mühle errichtet.
  • 02.11.1927: Gründung des TSV Weddingstedt e. V.
  • Am 01.04.1934 wurde die Kirchspielslandgemeinde Weddingstedt aufgelöst. Alle ihre Dorfschaften, Dorfgemeinden und Bauerschaften wurden zu selbständigen Gemeinden/Landgemeinden, so auch ihr Hauptort Weddingstedt.
  • Am 01.01.1969 erfolgte die Eingliederung der bis dahin selbstständigen Gemeinden Borgholz und Weddinghusen in die Gemeinde Weddingstedt.
  • Die Gemeinde war bis zur Fusion mit dem Amt Kirchspielslandgemeinde Heide-Land zum 01.01.2008 Verwaltungssitz des Amtes Kirchspielslandgemeinde Weddingstedt.

Persönlichkeiten

  • Haalck, Hans, auch Hans Diedrich Haalck (* 07.10.1894 in Weddingstedt; † 05.04.1969 in Potsdam) war ein deutscher Geophysiker. Er gilt als einer der Pioniere der angewandten Geophysik in Deutschland.
  • Heesch, Emil (* 5.01.1869 in Hochwöhrden), Pastor in Weddingstedt
  • Johnsen, Karl Chr. (* 3.01.1850 in Weddingstedt), Pastor in Herzhorn
  • Ludenius, Georgius (* 14.6.1633; + 13.4.1699), Probst und Pastor zu Weddingstedt
  • Thiedemann, Fritz (* 03.03.1918 in Weddinghusen bei Heide; † 08.01.2000 ebenda) war ein deutscher Springreiter, Landwirt und Unternehmer.
  • Voigt, Hans Friedr. (* 17.09.1835 in Weddingstedt), Pastor in Husum
  • With, Carl Theod. (* 22.05.1812 in Hennstedt), Kirchspielvogt in Weddingstedt

Wirtschaft und Infrastruktur

Nachfolgendes Gewerbe hat sich in Weddingstedt angesiedelt:

Weddingstedt hat eine gute Infrastruktur und es gibt eine Grundschule und eine Kindertagesstätte; die weiterführenden Schulen befinden sich in Heide.

Die Gesundheitsversorgung ist durch eine allgemeinärztliche Praxis, Heilpraktiker und einem Krankengymnast gesichert.

Immobilien

Aufteilung der Kaufverträge pro Jahr

Jahr Anzahl Umsatz in 1.000 €
1997 51 2.222
1998 46 3.388
1999 40 3.869
2000 38 3.099
2001 24 2.156
2002 24 2.170
2003 51 3.248
2004 23 1.436
2005 49 2.535
2006 32 1.376
2007 31 2.022
2008 15 919
2009 31 1.829
2010 26 3.096
2011 35 4.563
2012 34 3.479
2013 33 2.307
2014 31 3.318
2015 39 2.482
2016 35 2.996
2017 38 4.296
2018 34 3.246

Quelle: Grundstücksmarktbericht 2018


Sehenswürdigkeiten

  • Aus der "Liste der Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein" (Stand 2015):
* Bundesstr. 9, Windmühle "Aurora"
* Friedhofstraße, Kirche St. Andreas mit Ausstattung
* Friedhofstraße, Kirchhof
* Friedhofstraße, Glockenturm
* Friedhofstraße, Grabmale bis 1870
* Friedhofstraße, Feldsteinwall

Mühle Aurora

Bereits im Jahr 1678 wurde eine Windmühle in Weddingstedt erwähnt, allerdings stand sie an einem anderen Ort als die heutige Windmühle.

Die Windmühle Aurora ist ein zweistöckiger Galerieholländer wurde in der Zeit von 1879 - 1880 aus dem Abbruchmaterial der "alten" Mühle erbaut. Bei der "alten" Windmühle handelte es sich um einen Erdholländer (Unterbau war ein künstlich aufgeschütteter Erdhügel) mit Reeteindeckung. Sie wurde 1832 gegenüber der Schule an der Ostroher Strasse errichtet. Damals befand sich in der Mühle auch noch eine Schankwirtschaft.

Die Korn-Windmühle "Aurora" wurde 1975 still gelegt und 1986 unter Denkmalschutz gestellt. 1987 erfolgte dann auf Betreiben der damaligen Gemeindevertretung neben der Eintragung in das Denkmalbuch als "Kulturdenkmal von besonderer geschichtlicher und städtebaulicher Bedeutung" auch die Aufnahme in das "Dorferneuerungsprogramm Weddingstedt", so dass die Mühle 1989 in ihrem "alten Glanze" erstrahlen konnte.

Heute wird die Windmühle "Aurora" gerne auch als Hochzeitsmühle genutzt.

St. Andreas-Kirche

In Weddingstedt bildete sich um 1070 ein eigener Kirchspiel und damit gehörte es zu den Ur-Kirchspielen in Dithmarschen.

Die aus dem 12. Jahrhundert stammende Kirche ist nach dem heiligen Andreas, einem der ersten Jünger Jesu benannt, nach diesem ist auch das Andreas-Kreuz benannt.

Die Kirche brannte 1559, während der "Letzten Fehde" ab und dabei wurden sowohl die Kirchenschätze als auch die Dithmarscher Landeschronik ein Raub der Flammen.

Bis 1599 wurde dann auf den Fundamenten der alten Kirche die neue Kirche erbaut, hierzu wurden teilweise auch die alten Mauerteile wieder verwendet. Der übrige Bauschutt vom Brand liegt auch heute noch nördlich und südlich der Kirche unter einer dünnen Erddecke.

1616 wurde der hölzerne Glockenturm errichtet. In diesem befindet sich unter anderem die älteste Glocke Dithmarschens, die aus dem 13. Jahrundert stammt.

Laut Neocorus soll der alte Rundturmstumpf in der Regentenzeit als Gefängnis genutzt worden sein, um Staatsgefangene bis zur Lösegeldzahlung dort gefangen zu halten.

Zusammen mit dem Pastor, der die sogenannte „Zuchthausgebühr“ für jede Trauung erhielt, wurde an der Stirnseite der Kirche in Weddingstedt ein Gefängnis für Landstreicher o. ä. Verwendung angebaut. Das Wort „Zuchthausgebühr“ war abgeleitet von züchtigen, bestrafen.

1942 wurde die zweite Glocke des Glockenturms eingezogen, weil sie zu Kriegszwecken eingeschmolzen werden sollte, hierzu kam es jedoch nicht, so dass sich die Glocke seit 1947 wieder an ihrem angestammten Platz befindet.

Seit 2008 erfolgten umfangreiche Sanierungsarbeiten im Außen- und Innenbereich der traditionsreichen Kirche, die 2010 zum Abschluss gebracht wurden. Am 3.Oktober wurde die Kirche wieder eröffnet.


Polizeiliche Lagemeldungen


Weblinks


Karten


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