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Frühgeschichte

Version vom 11. Juni 2009, 21:32 Uhr von Jens Rusch (Diskussion | Beiträge)

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Dithmarscher Frühgeschichte

Dithmarschen grenzt an Nordsee und Elbe. Die Eider trennt es von Nordfriesland und Stapelholm. An Holstein grenzt es seit Anfang des 20. Jahrhunderts längs des Nordostseekanals. Das Land besteht aus dem flachwelligen Hügelland (Geest) der vorletzten Eiszeit und höchstens 2500-jährigem Meeresschwemmland (Marsch). Als es nach der letzten Eiszeit wieder zu einem weltweiten Meeresspiegel-Anstieg kam, füllte sich die vorher weitgehend leergelaufene Nordsee wieder auf, so dass sie vor ca. 7000 Jahren etwa den heutigen Geestrand erreichte, vorhandene Geländestufen zu einer Steilküste umformte (Klev) und bis in die Zeit um 1000 v. Chr. ein umfangreiches Strandwallsystem mit Dünen aufbaute, die heute auf dem Trockenen liegen (Donns, Lundener Düne). Durch die Strandwälle wurde weiter östlich liegende Niederungsgebiete dem Einfluss des Meeres entzogen und entwickelten sich zu umfangreichen Niederungsmooren mit eingestreuten Hochmooren, von denen nur wenige halbwegs intakte Reste zeugen. Näheres zu Geest und Moor bei Links.

Steinzeiten

Von der Geest sind einzelne Fundstellen der Alt- und Mittelsteinzeit (Jägersteinzeit) bekannt geworden. Mit der Zeit der ersten Bauern (Bauernsteinzeit, Neolithikum) steigt die Anzahl der Funde, z. B. geschliffener oder für den Schliff bestimmter Beilklingen aus Feuerstein (Flint). Sichtbare Zeugnisse der ersten Bauern sind die Großsteingräber. Sie sind aus Findlingsblöcken errichtete Grabkammern (3300-2800 v. Chr.) in Rund- oder Langhügeln. Es gibt die älteren Dolmen mit einem bis drei Decksteinen ohne Gang oder mit Gang zu einer Schmalseite (Albersdorf-Brutkamp und -Kurpark, Dellbrück). Ganggräber hatten einen steinernen Zugang zu einer Langseite (Schalkholz: nun im Park Österweise nahe dem Heider Wasserturm; Bunsoh, Linden-Pahlkrug). Zahlreiche Fundstellen der Bauernsteinzeit sind vor allem aus der Nähe der damaligen Nordsee-Steilküste bekannt, wo dort gefundene Feuersteinknollen fachmännisch für einen größeren Bedarf zu Beilen, Meißeln, Dolchen, Sicheln und Klingen verarbeitet wurden.

Bronzezeit

Die Bronzezeit unterscheidet sich in der Lebensweise unwesentlich von der Bauernsteinzeit. Viele Geräte wurden jetzt aus Bronze gegossen - bei der Verarbeitung der Rohmaterialien Kupfer und Zinn war man auf Importe von fernher sowie auf die Kunst der Metallgewinnung und -verarbeitung angewiesen. Sichtbare Zeugnisse in der Landschaft sind die großen Grabhügel der Geest, von denen noch einige -zig ansehnliche Exemplare - allerdings selten unbeschädigt - erhalten sind.

Während der Bronzezeit ging man zur Brandbestattung mit Urnen für die Totenasche über. In der Eisenzeit wurde man zunehmend unabhängiger von Fernimporten, da man begrenzte Mengen auch aus einheimischem Sumpfeisenerz gewinnen konnte. In der Zeit um Christi Geburt kommt es zu einer Besiedlung des neu entstandenen unbedeichten Marschlandes; Siedlungsplattformen und -hügel der damaligen Zeit bilden oft den Kern von heute noch bestehenden Wohnhügeln (Wurten). Grabungen dort brachten gute Aufschlüsse über Siedlungsweise und Hausformen.

Völkerwanderung

Ungünstige Entwicklungen des Meeresspiegels erzwangen in der Völkerungwanderungszeit die Aufgabe der Marschbesiedlung, allerdings kommt es auch auf der Geest zu einer Siedlungsleere. Seit dem 7. Jahrh. (Frühgeschichte) kommt es zu Neubesiedlung und Landesausbau. Damals war Dithmarschen einer der drei nordelbischen Sachsengaue neben Holstein und Stormarn. Als Landesschutz gegen Wikinger und Slawen entstanden große Ringwallburgen, im Süden Dithmarschens die Bökelnburg bei Burg und im Norden die Stellerburg.

Besiedelung

Seit dem Ende des 7. Jahrhundert erfolgte eine erneute Besiedlung des immer noch unbedeichten Marschlandes. Viele große Dorfwurten der Nordermarsch haben ihre Ursprünge in dieser Zeit (z. B. Wesselburen, Wellinghusen), während andere ein bis zwei Jahrhunderte später angelegt wurden oder, wie in Süderdithmarschen, eisenzeitliche Siedlungshügel als Kern erneuten Wurtenausbaus dienten. Erst im 12. Jahrhundert ist der erste geschlossene Seedeich fertiggestellt, womit eine dauerhafte Entwässerung der Marsch durch das Zusammenspiel von Deichen, Durchlassklappen (Sielen) und Grabensystemen gewährleistet war. Quelle: Verein für Dithmarscher Landeskunde

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