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Bündnis Naturschutz

Version vom 27. Januar 2009, 18:14 Uhr von Jens Rusch (Diskussion | Beiträge)

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Inhaltsverzeichnis

Ein Bündnis für den Naturschutz in Dithmarschen

Als die Europäische Union 1992 einstimmig beschloss, ein Netz von Schutzgebieten zur Umsetzung des gemeinschaftlichen Naturschutzes zu schaffen, ahnte man wohl auch in Dithmarschen noch nicht, welche Auswirkungen dieser Beschluss für die einzelnen Regionen Europas nach sich zog. Mit der Unterschrift unter diesen Vertrag hatten sich die Mitgliedsstaaten verpflichtet, durch das Schutzgebietssystem Natura 2000 natürliche Lebensräume sowie gefährdete wildlebende Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Als EU-Vogelschutz- und Fauna-Flora-Habitat (FFH) Gebiete sind diese geschützten Flächen inzwischen in ganz Deutschland und damit auch in Dithmarschen – wenn auch manchmal unter Schwierigkeiten – ausgewiesen. (Vgl. Denker 2005)

Erhaltungsziele

In einem zweiten Schritt geht es nun darum, auf der Grundlage der im Schleswig-Holsteinischen Amtsblatt veröffentlichten „Erhaltungsziele“ für jedes einzelne FFH- oder Vogelschutzgebiet in einem Fachplan festzulegen, wie diese Ziele am besten erreicht werden können.

In unserem Kreis liegt der fachliche Schwerpunkt des Naturschutzes im Schutz des Wattenmeeres und angrenzender Küsten, der naturnahen Wälder und der Moore in den Niederungen der Eider-Treene-Sorge (ETS) - Region, der Mieleniederung, der Windberger Niederung sowie des Offenbüttler Moores. Hinzu kommen als Einzelsituationen das Weiße Moor, die Klev- und Donnlandschaft, der Kudensee und das Gieselautal.

Etwa die Hälfte dieser Gebiete ist als Nationalpark oder als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Ein großer Teil der binnenlands liegenden Flächen befindet sich im Eigentum der Stiftung Naturschutz. Trotz dieser grundsätzlich günstigen Schutzvoraussetzungen wurde im Kreis Dithmarschen von verschiedener Seite die Absicht bekundet, im Zuge der Natura 2000-Entwicklung die Naturschutzbemühungen vor Ort zu unterstützen und ein Lokales Bündnis Naturschutz zu gründen.

Defizite

Große Defizite wurden sowohl von den privaten Eigentümern aus den Gebieten und angrenzender Flächen als auch von den Kommunen, den Wasser- und Bodenverbänden sowie anderen Verbänden und Vereinen in der Information und Kommunikation über die Naturschutzziele und – planungen und die Durchführung von Maßnahmen gesehen. Dies galt vorrangig in Gebieten mit einer großen Anzahl privater Eigentümer wie dem Riesewohld oder dem Wald bei Welmbüttel, wurde aber auch für Gebiete mit überwiegend öffentlichem Eigentum geäußert. Allgemein bestand der Wunsch, analog zu den erfolgreichen Runden Tischen der landeseigenen Naturschutzstation in der ETS-Region vergleichbare Einrichtungen auch im übrigen Kreisgebiet zu etablieren. Es bestand einhellig die Auffassung, dass der Naturschutz auch in der Erreichung seiner Natura 2000-Ziele deutlich erfolgreicher sein könnte, wenn das Kommunikationsdefizit abgebaut werden könnte. Zusätzlich zum Kommunikationsdefizit sah man einen Bedarf nach einer effizienten Abstimmung und mehr Transparenz des Vorgehens in Gebieten mit hohem Pflegebedarf wie in den ausgedehnten Niederungen etwa bei Windbergen, Fiel oder am Kudensee.

Lokales Bündnis

Aus verschiedenen Gesprächsrunden von 2006 - 07 war als Fazit festzuhalten, dass man in Dithmarschen grundsätzlich bereit ist, den Naturschutz auf lokaler Ebene nicht nur zu begleiten, sondern auch aktiv mit zu gestalten. Die Bildung eines „ Lokalen Bündnisses“ gemäß der Richtlinie des Landes vom 25.01.2007 wurde als geeigneter Weg angesehen, diese Ziele umzusetzen. Die Arbeit des Bündnisses sollte sich dabei gestaltend in die regionalen Prozesse der „AktivRegionen“ und der Umsetzung der EU - Wasserrahmenrichtlinie sowie ggf. weiterer regionaler Entwicklungsinitiativen einbringen.

Ausgangssituation

Ausgangssituation Für das Natura 2000-Gebiet Untereider zwischen Tönning und Lexfähre gab es bereits eine sogen.“ Freiwillige Vereinbarung“ zwischen dem Land, vertreten durch die Naturschutzstation ETS, dem Deich- und Hauptsielverband (DHSV) Dithmarschen und dem Eiderverband, deren Umsetzung funktioniert. Das neue Bündnis Naturschutz wird über dem DHSV bei der Entwicklung des Gebietes vertreten sein, wird aber nicht die Federführung übernehmen.


Die vorausgegangenen Gespräche mit Kommunen, dem LANU sowie Wasser- und Bodenverbänden ergaben, dass sich im Dithmarscher Teil der ETS-Region Strukturen, wie etwa die „Runden Tische“ in Dellstedt , Delve oder Dörpling u. a. zur Umsetzung von Natura 2000 gebildet und bewährt haben, die aus der Sicht der örtlichen Akteure in der Zusammenarbeit mit der ETS-GmbH und unter Leitung der Naturschutzstation fortgesetzt werden sollten. Vertreter des Bündnisses Naturschutz in Dithmarschen sind bereits Mitglieder dieser Runden Tische.

Diese gewachsenen Strukturen gab es im übrigen Kreisgebiet noch nicht. Ein Lokales Bündnis wird daher im gesamten Kreis Dithmarschen agieren, bis auf die genannten Einzelbereiche im Norden, die Teil der ETS-Region sind.

Aus diesem Teilgebiet werden lediglich die gemeldeten Waldgebiete bei Welmbüttel, bei Hollingstedt und westlich Wrohm dem Bereich des Lokalen Bündnisses zugeschlagen, da sie trotz der Lage im ETS-Gebiet von dort noch keine Bearbeitung erfahren haben und als Waldgebiete thematisch dem Aufgabenbereich des Bündnisses besser entsprechen. Weiterhin fallen nicht in die Gebietskulisse des Bündnisses der Nationalpark, der zu miltärischen Zwecken genutze Südteil des Speicherkooges und das FFH-Gebiet an der Elbe vor Brunsbüttel.

Quelle: Walter Denker / Artikel in der Zeitschrift Dithmarschen


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