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Rolf Gehrds 1905 - 1931

Rolf Gehrds

An einem Dienstag vor den Osterfeiertagen 1931, am 4.April nahm sich der Sohn des Justizsekretär und Heimatforschers Hugo Gehrds, Rolf Gehrds, das Leben. Am darauf folgenden Samstag den 8.April 1931 wird der erst 25 Jahre junge Mann in Eddelak zu Grabe getragen. Nach mündlichen Überlieferungen hat sich Rolf Gehrds mit einem Gewehr in einer Senke des Geesthanges südlich des Gutes Friedrichshof erschossen. Ein Gedenkstein erinnert an das Geschehen , leicht zu finden, auf dem Weg Richtung Kuden bei der ersten Verzweigung rechts halten. An jener Stelle sollen sich laut Zeitzeugen Rolf Gehrds mit seinen Freunden 1930 ewige Freundschaft gelobt haben. Noch im Todesjahr 1931 wurde nach hier her, ein etwa 1,20 m hoher und ebenso breiter, nach oben spitz verlaufender Findling,verbracht. Wohl in dessen Auftrage des Vaters. Denn auf dem Stein lesen folgende Inschrift. Unter drei Pfeilen steht Symbol der Freundschaft Dem Gelöbnis der Jugendfreunde gewidmet H. Gehrds Eddelak 1931 links im Stein Hanna, Sir und Bräsig Bräsig steht für Rolf Gehrds (Zeitzeuge)

Am Samstag den 8 April 1931, also dem Ostersamstag, und vier Tage nach „dem Selbstmord“ wurde die Leiche im Familiengrab der Familie Gehrds in Eddelak beigesetzt.(E. Nr. 23 östliche Reihe, nördliches Grab)Dieses Grab war im Herbst 2003 völlig zugewachsen und ungepflegt, obwohl es auch die letzte Ruhestätte von Hugo Gehrds, dem Vater ist, nachdem in Eddelak sogar eine Straße benannt wurde." In Annerkennung um dessen Leistung um die Gemeinde".

Aus einem Foto vom Grabstein aus dem Jahr 1931 erfahren wir die Grabinschrift Hier ruht in Gott unser herzensguter einziger Sohn cand. jur. Rolf Gehrds * 12.9.1905 † 4.4.1931 Der letzte Spross seines Stammes in der Heimat erdrückt von der Härte der Zeit in der Blüte seines Lebens Die Namen der später hier beigesetzten befanden sich im Herbst 2003 auf einer (losen) Gedenkplatte die im Gebüsch auf dem Grab verstreut lagen.

Der Vater Peter Hugo Gehrds 1874 bis 1960 Justizsekretär in Eddelak bis 1938 davor und danach ein eifriger emsiger Heimat- und Familienforscher. Von Hugo Gehrds überliefert sind zahlreiche Aufsätze die auch in der Brunsbüttelkooger Zeitung und anderen Lokalblättern veröffentlicht wurden.

Der Friedrichshof

Eine bedeutende Arbeit von Hugo Gehrds befasst sich mit der Aufarbeitung der Geschichte des Friedrichshofs.Welcher eines der wenigen adligen Güter in Süderdithmarschen war. (um 1930 Jahren bei Boyens in "Blätter der Heimatgestaltung gedruckt")

Justizsekretär

Hugo Gehrds hat als Justizsekretär und Heimatforschers viele Stammbäume für Familien in den 20er und 30er Jahren erstellt. Von ihm wird in der Chronik der Gemeinde Eddelak aus 1994, berichtet, das er sich nach dem Freitod seines einzigen Kindes „… sich seine Fürsorge und sein ganzer Stolz nun seinem Neffen galt, der später als junger Leutnant unter Rommel diente und 1942 im Felde blieb… “ Ein Foto in der Chronik zeigt das Gehrds sich dem Idol seiner Zeit Gustav Frenssen auch in Haltung und Outfit sehr zum Vorbild näherte. Über die Mutter Emilie Christina Wittfoth 1878 bis 1952 ist wenig bekannt, sie er scheint wie Anna Walter bei Frenssen, als stiller und duldsame Hintergrund in der Familie.

Fundort des Selbstmörders

Sie liegt unterhalb eines alten Weges zwischen Friedrichshof und Kuden in einer kleinen Mulde. Oberhalb der Mulde im Geesthang wurden in den 20er Jahren germanische Kultstätten gefunden.

Rolf Gehrds war bei seinem „Freitod“ 25 Jahre alt, er studierte Jus in Marburg. Seine Matrikelverzeichnis und andern Unterlagen über die Verbindung (Hanno) der er dort angehörte sind nicht auffindbar. Polizeiprotokolle aus Eddelak sind nicht mehr vorhanden. Rolf war dem Vater bei der Aufarbeitung der Dokument behilflich daher sind auch handschriftliche Aufzeichnungen von ihm überliefert. Rolf hatte eine ruhige gut leserliche Handschrift. Das einzige vorhandene Foto von Rolf und die Handschrift lassen nicht darauf schließen, daß der junge Mann „dem Druck der Zeit nicht standgehalten“ hätte.

Gedenkstein

Der Gedenkstein im Geesthang wurde um 1999 zufällig entdeckt im verwilderten Zustand. In diesem Bereich gibt es keine derartig großen Findlinge. Der oben spitz zulaufende Stein ist zum Hang hin so gestellt, das ein zweiter Stein vor diesem wie ein Betschemel anmutet und der Vergleich mit dem Opferstein Isaaks aus dem Alten Testament, sich aufdrängt. Warum (woher) wußte der Vater die Nicnamen der Freunde? Wußte er auch welchen Inhalt diese Freundschaft hatte? Wahrscheinlich. Wer finanzierte die Gedächtnisstätte.

Die Symbole

Aus einem Zeitdokument:...Das Mißtrauensvotum, dem sich auch die DVP und die KPD anschlossen, scheiterte am 16. November 1931 knapp - ausschlaggebend waren die Gegenstimmen der SPD. Als Antwort auf die "Harzburger Front" gründeten SPD, ADGB, AfA-Bund, Reichsbanner und Arbeitersportorganisationen am 16. Dezember 1931 die "Eiserne Front". Unter dem Fahnensymbol der drei Pfeile - als Gegensymbol zum Hakenkreuz - veranstaltete die "Eiserne Front" politischeUmzüge und Kundgebungen; sie trat äußerlich militant auf, um Stärke zu demonstrieren und Gegner von Übergriffen abzuschrecken.Dieser Ausschnitt aus einem Zeitdokument könnte als Hinweis auf die Pfeile auf dem Stein aber auch auf eine Zerrüttung zwischen Vater und Sohn hinweisen. Schließlich war einen Bewegung wie die SPD weder dem Vater noch vielen Eddelakern und vor allem den Auftraggebern von Hugo Gehrds angenehm. Wurde der Sohn deshalb nach Eddelak beordert eine Woche vor Ostern. Die Reisekosten Marburg - Eddelak werden das Familienbudget über Gebühr belastet haben.

Der Spitzname Hanna auf dem Stein

Es gibt auf dem Eddelaker Friedhof nur noch zwei weitere,in Form und Ausführung, gleich große Grabsteine. Auf dem einen findet sich eine Eintragung über den frühen Tod im Herbst 1931, einer Tochter der hier bestatteten Familie. Aus dieser Familie sind bekannte Nazigrößen hervorgegangen die überregionale Bedeutung genoßen. Woher verfügte der Justizsekretär Hugo Gehrds über die Mittel für einen derartig pompösen Grabstein?

Was geschah wirklich am 4. April 1931 am Geesthang zu Friedrichshof? Warum mußte Hugo Gehrds sterben? Mußte Hugo seinen Sohn opfern , weil er „nicht mit wull“ und Freunde des Vaters diesen unter Druck setzen, seinen Sohn wieder „in die Reihe“ zu bringen. Wenn nicht, wäre es besser.....? Und - man würde sich schon um alles andere kümmern? Der Findling als Alibi, der Grabstein als Trost. „Wie mook dat schon“. Hugo lebte von der Gunst der Einflussreichen in seiner Gemeinde, er war von Jugend an gehbehindert, lebte im Rollstuhl. Er sah sich gern als Freund von Gustav Frenssen und Bartels, lies sich aus in deren Posen ablichten. Er war steht’s der Gedemütigte, auch was seine intensiven genauen Forschungen anbelangte stand er für Eddelak und Umgebung stets in der zweiten Reihe, hinter dem Schullehrer Wilhelm Johnsen 1891-1984 aus Averlak, der sich seiner (Basisarbeiten) stets bediente.

Links

Die eiserne Front
Die drei Pfele
www.tradition-mit-zukunft.de
Hasso Studentenverbindung Uni Marburg


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