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Wöhrdener Park mit Gedenkstätte

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Der Wöhrdener Park ist ein Bauernhof-Gelände aus der Urzeit der Wurtbesiedlung.
Hofgebäude Vester um 1910
Neben dem Anwesen Hafenstr. 15 ist es das zweite in dieser Größe. Bei der Meentgenossenschaft „Große Bauerschuld“ Wöhrden wird es in der Meenthaber-Liste mit der Nr. 1 und 51 aufgeführt. Das Grundstück Nr. 1 muss in der Vergangenheit abgetrennt und verkauft worden sein. Es ist in etwa identisch mit dem Grundstück der Leichenhalle. Erste nachweisbare Eigentümer des Parkgeländes sind: Frau Kirchspielvögtin Blohme, Jahresangabe fehlt, 1743 folgt Landesgevollmächtigter Claus Witt, dann ohne Jahresangabe Jacob Johann Schröther, 1786 Landesgevollmächtigter Johann Martens, danach Peter Schröder und Melchior Schröder beide ohne Datum, 1853 Jacob Hinrich Wolter, 1856 Johann Matthias Henschen, schließlich 1894 Wilhelm Vester.

Der Hofbesitzer Detlef Rolfs (1873-1957) aus Nannemannshusen, Gemeinde Norderwöhrden, träumt wohl schon seit längerem von einem Kriegerdenkmal auf der Dorf-Wurt Wöhrden, für gefallene und vermisste Soldaten des I. Weltkriegs der Gemeinden Wöhrden, Norderwöhrden und Friedrichsgabekoog.




Inhaltsverzeichnis

Planung eines Kriegerdenkmals

Das Hofgebäude von Bauer Wilhelm Vester befindet sich in einem desolaten Zustand.
DetlefRolfs.jpg
Vester ist scheinbar wegen Geldmangel nicht in der Lage diesen Umstand zu ändern. Hier sieht Bauer Rolfs eine Chance seinen Plan zu verwirklichen. Er lädt im Juli 1926 die Einwohner von Wöhrden, Norderwöhrden und Friedrichsgabekoog nach Wöhrden ein und stellt ihnen seinen Plan vor. Ob Detlef Rolfs die Vester`sche Hofstelle bereits gekauft hat oder erst später erwirbt, tut nichts zur Sache. Es geht nun alles sehr schnell. Schon im September werden Entwürfe von Karl Schmidt, Wöhrden, zur Gestaltung des Denkmalplatzes und des Ehrenmals bei Kaufmann Möller zur Einsichtnahme öffentlich ausgelegt.

Am 10. Dezember 1926 stiftet Detlef Rolfs der Gemeinde Wöhrden die Hofstelle, mit der Auflage, dass auf diesem Gelände kein anderes Gebäude errichtet werden darf. Die Vertretung nimmt die Schenkung dankend an.

Bau der Anlage

Im Januar 1927 bietet Rolfs das Bauernhofgebäude zum Abbruch an.
Von Rolfs verpflichtete Arbeitskolonne zur Erledigung der Erdarbeiten 1928-29
Er erzielt für den Abriss 810 Reichsmark. Danach werden der gedachte Platz für das Kriegerdenkmal eingeebnet und die übrigen, umfangreichen Erdarbeiten vorgenommen. Nachdem der Bau des Sandstein-Ehrenmals mit den darin eingemeißelten Namen der gefallenen und vermissten Wöhrdener, Norderwöhrden und Friedrichgabekooger Soldaten des I. Weltkriegs fertig ist, wird die imposante Granit-Steintreppe als Aufgang zum Denkmal angelegt. Danach beginnt die umfangreiche Busch- und Baumanpflanzung. Als Letztes werden die großen Rasenflächen mit Gras angesät. Im Mai 1930 findet in Anwesenheit der Obrigkeit der drei Gemeinden und unter großer Beteiligung der
Einweihung Kriegerdenkmal 1930
Einwohnerschaft die feierliche Einweihung des ansehnlichen Kriegerdenkmals statt.

Am 3. Oktober vermacht D. Rolfs der Gemeinde Wöhrden eine in Tetenbüttel, Eiderstedt, gelegene, 2,7859 ha große Weide. Deren Pachterlös soll künftig die Unterhaltung und Pflege der Anlage und des Ehrenmals sichern.

Um der Gefallenen und Vermissten des II. Weltkrieges zu gedenken lassen die zuvor genannten Gemeinden 1953 in das Ehrenmal über die Beschriftungen schwarze Natursteinplatten einsetzen. Auf diesen Platten sind jetzt die Namen der betroffenen Soldaten beider Weltkriege nachzulesen.



Kriegerdenkmal 1930




Nachfolgend einige Maße zur Anlage:



Größe des Areals = ca. 1 ha - Ehrenmalplatz mit Lindenbaumumrandung = 30 x 30 m - Grundfläche Ehrenmal = 5,80 m x 3,80 m - Höhe Ehrenmal bis Oberkante Kreuz = 5,30 m.



Nach der Eingemeindung Ketelsbüttel, in die Gemeinde Wöhrden, 1974, erhalten 1979 auch jene Soldaten am Ehrenmal mit einer Gedenkplatte ihren Platz .

Inschrift des Denkmals

   DIE HEIMATGEMEINDEN
  GEDENKEN IN EHRFURCHT
   IHRER TAPFEREN SÖHNE
       1914 - 1918
       1939 - 1945
      KEINER KENNT
   GRÖSSERE LIEBE DENN
   DASS ER SEIN LEBEN
 LÄSST FÜR SEINE FREUNDE

Gefallene und Vermisste I. Weltkrieg

Gemeinde Wöhrden; Name, Vorname, Todesdatum:

Atzeroth Hans 19.08.1918 - Bastian Hinrich 02.12.1917 - Bibow Otto 10.04.1916 - Bleichert Karl 20.04.1918 - Bols August 25.09.1915 - Bols Hermann 02.05.1915 - Büttner Heinrich 30.04.1916 - Claussen Gustav 23.07.1918 - Damman Friedrich 16.06.1915 - Dethlefs Friedrich 24.10.1915 - Dethlefs Reimer 04.10.1917 - Dethlefs Willi vermisst - Erps Heinrich 04.11.1918 - Frahm Otto 15.07.1917 - Gudewer Johann 01.09.1917 - Hartz Wilhelm vermisst - Hell Johann 04.11.1916 - Hell Wilhem 24.07.1917 - Henschen Heinrich 27.07.1916 - Hess Gustav 02.04.1915 - Heyde v. d. Ernst 12.10.1915 - Heyde v. d. Willi 18.09.1914 - Hinz Georg vermisst - Hinz Jacob 16.06.1916 - Jasper Hermann 11.07.1918 - Jessen Ernst 14.10.1918 - Karstens Heinrich 25.10.1918 - Mahnsen Johann 30.10.1917 - Matthießen Karl 10.08.1915 - Matthießen Peter 29.07.1915 - Matthießen Peter 02.09.1915 - Meyborg Arnold vermisst - Meyborg Wilhelm 17.10.1918 - Meyer Amandus 29.04.1918 - Plähn Johannes 19.07.1918 - Reimers Hermann 02.05.1918 - Reimers Otto 06.06.1918 - Reinhardt Heinrich 01.04.1915 - Sager Walter 30.06.1917 - Schnepel Emil 15.10.1915 - Schnepel Hans 08.03.1915 - Scholz Ernst 27.03.1918 - Scholz Hermann 09.02.1915 - Scholz Karl 20.03.1918 - Schulz Emil vermisst - Schulz Ludolf 06.05.1917 - Schulz Willi 29.10.1918 - Schütt Johann 27.01.1915 - Staben Otto 10.04.1918 - Wegers Hermann 19.05.1916 - Wegers Johann 18.12.1914 - Wieck Richard vermisst - Wiekhorst Ludwig 14.08.1914 - Wohlgemut Heinrich 30.03.1916

Insgesamt 54 Gefallene und Vermisste


Gemeinde Norderwöhrden:

Börger Wilhelm 16.11.1916 - Claussen Gustav 14.10.1916 - Damm Reimer vermisst - Dethlefs Adolf 25.05.1915 - Dethlefs Dethlef 29.11.1914 - Dethlefs Otto 18.05.1918 - Hamann Heinrich 12.03.1917 - Hansen Rudolf 28.07.1918 - Kahlke Matthias vermisst - Kröger Friedrich 13.05.1915 - Melzen Wilhelm vermisst - Meyborg Erich 23.10.1918 - Meyn Wilhelm 02.03.1915 - Paulsen Boje 12.03.1916 - Paulsen Wilhelm 18.05.1915 - Peters Peter 26.09.1915 - Ratje Heinrich 04.08.1915 - Reimers Gustav 21.10.1918 - Reimers Heinrich 21.10.1918 - Stahl Ernst 15.09.1918 - Stahl Otto 07.06.1917 - Thode Heinrich vermisst - Winkelmann Wilhelm 21.03.1915 - Wittern Ernst 19.07.1917 - Wittern Nikolaus 12.01.1915 - Wulf Adolf 11.09.1918.

Insgesamt 26 Gefallene und Vermisste


Ehemalige Gemeinde Ketelsbüttel:

Bubel Herman keine Angaben - Bubel Willi keine Angaben - Egge Emil keine Angaben - Gravert Willi keine Angaben - Nagel Max keine Angaben - Nagel Rudolf keine Angaben - Ott Adolf keine Angaben - Schönfeldt Augus keine Angaben - Stammer Johann W. keine Angaben - Witt Emil keine Angaben - Witt Gustav keine Angaben.

Insgesamt 11 Gefallene und Vermisste


Gemeinde Friedrichsgabekoog:

Wöbke Otto 19.07.1917

Insgesamt 1 Gefallener

Gefallene und Vermisste II. Weltkrieg

Denkmal 2012, mit Ketelsbütteler Gedenkplatte, unten, Mitte













Gemeinde Wöhrden; Gefallenen und Vermisste, Name, Vorname, Todesdatum

Albrecht Erich 15.06.1941 - Bachnick Paul 01.03.1943 - Bahr Heinrich 13.04.1944 - Baier Gerhard 13.04.1944 - Ballandat Bernhard 03.09.1944 - Bastian Otto 24.05.1945 - Baumgarten Albert vermisst - Beeck Johann 23.07.1941 - Beenk Hans W. 03.07.1944 - Bleyer Max 22.01.1944 - Böckmann Heinrich vermisst - Bohl Bernhard vermisst - Bollmann Erich 13.10.1945 - Borkowski Hans-Martin vermisst - Claußen Ernst 06.04.1943 - Claußen Hans R. 15.10.1943 - Colditz Ernst 14.07.1943 - Erps Friedrich vermisst - Erps Hermann 13.01.1948 - Erps Nikolaus 12.01.1944 - Erps Otto vermisst - Erps Walter 30.07.1944 - Erps Willi 27.12.1944 - Färber Franz 15.12.1940 - Fechner August vermisst - Fehrmann Paul 13.01.1947 - Frank Heinz 29.11.1942 - Frommholz Emil 08.08.1943 - Frommholz Ernst vermisst - Groß Paul vermisst - Groß Siegfried 09.08.1944 - Gudewer Hans 15.09.1941 - Hansen Karl-August 29.02.1944 - Hansen Willi 30.05.1945 - Harder Erns vermisst - Hauberg Robert 05.05.1941 - Heuck Klaus-Werner 19.03.1942 - Holling Detlef 05.08.1944 - Jasper Hans 25.06.1941 - Kotowski Benno 05.07.1943 - Kruse Hans 18.09.1944 - Kruse Otto 14.02.1946 - Kruse Wilhelm 23.11.1942 - Kröger Ernst vermisst - Kühn Artur vermisst - Kühn Richard 31.03.1945 - Kühn Walter vermisst - Landsmann Richard 23.03.1942 - Latussek Eduard vermisst - Lehnert Johann 11.10.1944 - Lietz Bruno vermisst - Meister Klaus vermisst - Meyn Hugo 17.02.1942 - Mohr Gustav 10.01.1943 - Mohr Reimer 03.09.1942 - Möller Otto vermisst - Nedel Günter 03.01.1943 - Nickstadt Johann 06.05.1945 - Ölerking Hans vermisst - Ölerking Kurt vermisst - Penk Karl 24.03.1945 - Peters Hans 31.10.1945 - Peters Johann vermisst - Peters Werner 01.04.1945 - Piotrowski Kurt 30.10.1944 - Ploog Hermann vermisst - Pohlmann Wilhelm 10.02.1944 - Quasthoff Kurt vermisst - Rehder Ernst vermisst - Rieder Jakob vermisst - Rückheim Wilhelm 15.02.1945 - Schattschneider Edmund 18.02.1943 - Schielke Hubert 28.02.1944 - Schimanski Edmund 18.01.1944 - Schnieber Horst vermisst - Schröder Otto 22.01.1945 - Schulz Alfred 01.01.1945 - Schulz Karl 09.01.1945 - Schwarz Ernst 01.01.1943 - Schwarz Werner 03.03.1945 - Schwenke Karl 21.02.1943 - Schwienke August 02.02.1942 - Seeck Otto vermisst - Siemen Max vermisst - Siemßen Eduard 09.02.1945 - Siercks Ernst vermisst - Sievers Johann 02.11.1945 - Steinhöfel Otto vermisst - Thoms Erwin 19.05.1942 - Thoms Werner 06.07.1941 - Uter Kurt vermisst - Voigt Wilhelm 06.01.1945 - Vornheim Wilhelm vermisst - Wachsmuth Wilhelm vermisst - Warncke Herbert 09.09.1942 - Wesch Franz vermisst - Wiese Friedrich 16.03.1945 - Witthohn Hans 24.01.1945 - Zadow August vermisst - Zadow Günter 03.07.1942 - Zaika Fritz 25.04.1945 - Zillmer Willi 22.08.1942 - Zöllner Hans vermisst - Zureter Siegfried 07.04.1945

Insgesamt 104 Gefallene und Vermisste


Gemeinde Norderwöhrden:

Albers Peter 20.04.1945 - Albers Rudolf 26.02.1943 - Bließner Otto 19.11.1944 - Blumenthal Ernst 25.01.1944 - Böcker Hermann 05.02.1042 - Börger Friedrich 28.07.1947 - Börger Wilhelm 25.01.1945 - Denker Werner vermisst - Drews Wilhelm vermisst - Ebert Erich 17.12.1942 - Ebert Hans vermisst - Ebert Kurt 20.08.1944 - Ebert Otto 27.04.1942 - Ebert Werner 10.02.1945 - Eckholt Hermann 23.08.1942 - Edmann Werner vermisst - Eggers S. 31.01.1942 - Fehlberg Willi 21.10.1944 - Hamann Carl-Adolf vermisst - Hansen Adolf 17.08.1942 - Hansen Heinrich 18.04.1945 - Huesmann Georg 05.03.1944 - Jochims Hans 04.07.1943 - Junge Ernst vermisst - Kannow Martin vermisst - Klinckhamer H. 26.02.1942 - Kurschat Ewald 05.03.1942 - Martens Boje vermisst - Melzer Georg vermisst - Nühse Hermann vermisst - Peters Ferdinand 18.07.1944 - Peters Werner 29.09.1942 - Petersen Klaudius 11.08.1941 - Podschadel Hermann vermisst - Pohl Friedrich vermisst - Redmann Richard vermisst - Rehder Hans 01.06.1942 - Schoof Otto 18.10.1941 - Springer Gustav vermisst - Thalau Fritz 03.07.1948 - Thalau Paul 25.05.1937 - Thalau Rudi 03.08.1943 - Thalau Theo 12.01.1945 - Wisch Heinrich vermisst - Wisch Wilhelm 22.03.1943 - Wittkau Willi 25.08.1944 - Wottke Albert 21.09.1941 - Wottke Walter vermisst - Zimmermann Andreas vermisst

Insgesamt 49 Gefallene und Vermisste


Ehemalige Gemeinde Ketelsbüttel

Ahlers Peter Herm. 04.02.1942 - Bubel Ernst 26.12.1942 - Hemm von Emil 12.06.1940 - Hinck Fritz 21.04.1945 - Hinck Günter Febr. 1945 - Hinck Sönke 16.12.1944 - Möller Peter 26.08.1944 - Paulsen Boje 08.01.1943 - Schnackenberg H. P. 04.03.1943 - Schröder Walter 11.01.1945 - Siercks Willi 12.08.1943

Insgesamt 11 Gefallene


Gemeinde Friedrichsgabekoog

Blender Klaus 26.11.1942 - Hess Hans 03.07.1943 - Kluck Franz 22.07.1941 - Kremin Gerhard 16.11.1945 - Kremin Günter 26.09.1943 - Kubillus Herbert 23.11.1942

Insgesamt 6 Gefallene

Schleswig-Holsteinische Erhebung 1848-50 - Kurzfassung

Dänemark möchte das Herzogtum Schleswig annektieren. Dies hat die Erhebung Schleswig-Holsteins zur Folge. Am 24. März 1848 gründen die Dänen in Kiel eine vorläufige Regierung und fallen am 29. März ins Herzogtum Schleswig ein, besiegen Schleswig-Holstein und besetzen am 11. April den Landesteil Schleswig. Sie werden jedoch vom deutschen Bund entsandte Truppen am 23. April bei Översee geschlagen. Die Dänen müssen sich schlussendlich nach Jütland zurückziehen. Preußen schließt am 10. Juli 1849 einen Waffenstillstand, daraufhin am 02. Juli 1850 Frieden. Die Schleswig-Holsteiner führen nun mit General Willisen allein den Krieg fort. Es endet kläglich. Am 11. Januar 1851 müssen sie sich dem Willen des Deutschen Bundes unterwerfen. Holstein wird von österreichischen und deutschen Truppen besetzt und die Herzogtümer wieder Dänemark überlassen.

Deutsch-Französischer Krieg 1870-71 - Kurzfassung

Am 19. Juli 1870 erklärt Frankreich Preußen den Krieg. Die süddeutschen Staaten schließen sich Preußen an. Drei deutsche Armeen marschieren von der Pfalz aus in Frankreich ein. Die Entscheidungsschlacht des Krieges wird am Morgen des 1. September 1870 bei Sedan eröffnet.

Der Friede von Frankfurt am Main, der am 10. Mai 1871 unterzeichnet wird, beendet den Krieg zwischen Frankreich und Deutschland formell.

1878 erstes Kriegerdenkmal in Wöhrden errichtet

An den Feldzügen 1848-50 und 1870-71 beteiligt sich auch Dithmarschen. Wie viele wehrhafte Männer aus Wöhrden einbezogen sind ist nicht bekannt. Der Kampfgossen-Verein Wöhrden ermittelt nur elf tote und vermisste Soldaten jener Feldzüge, die aus dem Kirchspiel Wöhrden stammen. 1878 lässt der Verein gemeinsam mit Wöhrdener Bürger auf dem Kirchplatz ein Kriegerdenkmal errichten. Die Stele ist mit einem gusseisernen Zaun eingefasst. Um ungebetene Gäste vom Ehrenmal fernzuhalten, ist der Zaun oben mit pfeilartigen Spitzen versehen. Eine Umrandung mit größeren Bäumen soll den Denkmalplatz entsprechend verschönern.

Im Park befindet sich bereits seit 1930 ein ansehnliches Ehrenmal gleicher Bedeutung. 1968 beschließt die Gemeindevertretung Wöhrden das Denkmal neben der Kirche zu entfernen und im Park neu aufzustellen.

Das Foto unten links wurde 1907 aufgenommen. Es zeigt das Kriegerdenkmal. Im Hintergrund ist die neue Dorfschule Wöhrden von 1875 zu erkennen.


Kriegerdenkmal 1878, südöstlich auf dem Kirchplatz
vorne Kriegerdenkmal 1878, seit 1968 im Park













Inschrift 1
Inschrift 2

Inschriften der Stele:

Den Söhnen dieser Gemeinde die in den Feldzügen d. Jahre 1848-50 u.1870-71 den Heldentod für`s Vaterland gestorben. Zur bleibenden Andenken errichtet vom Kampfgenossen-Verein und von Einwohnern der Gemeinde Wöhrden d. 22. März 1878. - In der Fremde ruhen eure Gebeine, euer Andenken wird bewahrt in den Herzen eurer dankbren Brüder durch alle Jahrhunderte.

Tote der Feldzüge 1848-50 und 1870-71

Aufzählung nach Name, Vorname (Anfangsbuchstaben), Todesdatum & Ort, Einheit, Bemerkung

Althöver C. J. 27. Aug. 1870 zu Verneville 85. Reg verw. D. 18. Aug. bei Gravelotte - Baars P.W. 7. Aug. 1850 zu Rensburg (Lab. Erp.) 1. Bet. 2. Comp. gest. – Bruhn I. I. F. 6. Febr. 1871 zu Genrose G. Schütz. Bat. 2. Comp verw. d. 18. Aug. 1870 - Femiern J. H. 15. Aug. 1850 zu Rendsburg ? gest. - Haalk J. 6. Juli 1849 vor Friedericia 1. Bat. 3. Comp gef. – Hehs H. J. 13. Juni 1871 zu Epinal 85. Reg gest. - Horsten von U. F. 15. Sept. 1850 zu Pinneberg 1. Bat. 1. Comp. gest. - Knutzen F. 6. Juli 1849 vor Fiedericia 1. Bat. 3. Comp. gef. - Martens H. C. 6. Juli 1849 vor Friedericia 1. Bat. 4. Comp. gef. – Schreck F. H. 11. Jan. 1871 bei le Mans 85. Reg. gef. - Winkelmann W. 30. Aug. 1870 b. Beaumont 86. Lus. Reg. verw. u. verm.


Insgesamt 11 Soldaten

Anmerkung: Für die Vollständigkeit der Namensaufzählung der gefallenen und vermissten Soldaten kann keine Gewähr übernommen werden.

Erste Ausnahme vom Stiftungsgedanken

Die Gemeinden Norderwöhrden und Friedrichsgabekoog verfügen ebenso wie Wöhrden nicht über eine vorschriftsmäßige Leichenhalle. Die Gemeinde Wöhrden mietet 1950 vorläufig von Thomas Hansen in der Breiten Straße einen kleinen Nebenraum an. Der Raum ist zu klein, nicht vorschriftsmäßig, eben ein Notbehelf. Wöhrden wird mehrfach vom Landratsamt zum Bau einer Leichenhalle aufgefordert. Am 16. Januar 1962 muss die Gemeindevertretung nach Gesprächen mit dem Kirchenvorstand feststellen, dass der Bau einer angestrebten Friedhofskapelle mit Leichenhalle auf Friedhof nicht finanzierbar ist. Bis eine geeignete Fläche gefunden wird gehen acht Jahre ins Land. Südöstlich im Park, dort wo einst in der Meenthaber-Liste das Grundstück Nummer 1 ausgewiesen war, bauen die Gemeinden Wöhrden, Norderwöhrden und Friedrichsgabekoog 1970 gemeinsam eine den Vorschriften entsprechende Leichenhalle. Durch Grünanpflanzungen um das Gebäude herum erreicht man eine harmonische Einbindung in die Parkanlage. – Es soll der erste Schritt sein zur Fremdnutzung der zweckgebundenen Anlage.

Wegfall der Stiftungsvoraussetzung

Der Park hatte ursprünglich wohl eher ungewollt eine Zweiteilung erhalten, eine Hälfte ist Gedenkstätte, die andere freier, wenn man so will, ungenutzter Bereich. Immer wieder ersuchen Wöhrdener Bürger die Gemeindevertretung dort musikalische oder andere Veranstaltungen zu genehmigen, da diese Fläche sich hervorragend dazu eignen würde. Dem widerspricht jedoch das Vermächtnis des Stifters Detlef Rolfs. Ein Nachkomme will keine Lockerung hinnehmen und wird es mit allen Mitteln verhindern, gibt er der Wöhrdener Gemeindevertretung sehr deutlich zur Kenntnis.

Der Pachterlös der gestifteten Weide in Tetenbüttel deckt seit geraumer Zeit nicht den Unterhalt der Anlage. Jahr für Jahr muss die Gemeinde Wöhrden den Fehlbetrag durch einen größeren Posten Haushaltsmittel ausgleichen.

Eine staatliche Anerkennung einer rechtsfähigen Stiftung durch die Stiftungsbehörde des Landes ist der Gemeinde nicht bekannt. Es gibt keine Satzung mit Namen, Sitz, Zweck und Vermögen der Stiftung, ebenso wenig über die Bildung eines Vorstandes der Stiftung. Die Gemeindevertretung lässt aufgrund der Sachlage klären, ob die Stiftung unter dieser Bedingung zweckgebunden und verbindlich ist. – Das Ergebnis ist eindeutig: Wegfall der Stiftungsvoraussetzung.

Neugestaltung der Anlage

Im Rahmen der Dorferneuerung wird der Wöhrdener Park, ausgenommen Ehrenplatz und Natursteinaufgang, in großen Bereichen gärtnerisch neu gestaltet. Unter anderem wird ein Rondell und ein Durchgangsweg eingeebnet und mit Gras angesät, sodass eine durchgehende Rasenfläche entsteht. Es folgt 1991 das Anlegen verschiedener Blumenrabatten. Durch diese Neu- und Umgestaltungen hat der Park erheblich an Ausstrahlung gewonnen. In schöner Umgebung von Büschen, Bäumen und Blumen lädt der Park jetzt geradewegs ein zu Veranstaltungen jeglicher Art.

Verantaltungen

Eine kleine Auswahl mag belegen, dass die Entscheidung, den Park nicht nur als Gedenkstätte, sondern auch für Veranstaltungen unterschiedlichster Art zu nutzen, goldrichtig ist.

Zur ersten Großveranstaltung der Gemeinde Wöhrden bietet sich Wöhrdens Postleitzahl 25797 am 25.7.97 als „Postleitzahl-Fest“ an. Die örtlichen Vereine und Verbände bereichern das Fest mit einem vielfältigen Angebot. Für jeden Besucher ist etwas dabei. Ganz Wöhrden ist auf den Beinen.

Nachmittags nimmt das Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Wöhrden auf der Bühne Platz. Es ist sein erstes Konzert in großer Besetzung. Unter der Leitung von Dierk Vornheim möchte man demonstrieren was aus der Neuausrichtung der Blaskapelle für ein wunderbarer Klangkörper entstanden ist. Leider muss das Konzert schon nach einer kurzen Zeitspanne wegen einem heftigen Regenschauer abrupt abgebrochen werden. Einige empfindliche Instrumente haben dennoch Schaden genommen. Um dem abzuhelfen wird am 1. Juni 1999 nördlich der großen Rasenfläche ein Musikpavillon errichtet.

Der Park entwickelt sich zusehends zu einem Ort vielfältigster Darbietungen. Eine herausragende Großveranstaltung gelingt der Gemeinde Wöhrden am 5. und 6. August 2000 mit dem Theaterstück „Wulf Isebrand – Ein Dithmarscher kämpft für die Freiheit“. Karl-Heinz Groth hatte dieses Stück in Anlehnung an die Schlacht bei Hemmingstedt, vor 500 Jahren, am 17. Februar 1500, extra für Wöhrden geschrieben. Von Wöhrdener für Wöhrdener und sehr vielen Gästen aus Nah und Fern gibt es eine Aufführung, die seinesgleichen sucht. Über Bühnenbild, mittelalterlich gekleidete Laiendarsteller, entsprechend hergerichtete Pferde und Reiter bis zur Beschallung und Beleuchtung des Parkgeländes, Regisseurin Susanne Amrein-Vornheim hatte ihre Aufgaben hervorragend bewältigt. Zuschauer und Presse sind voll des Lobes von der Darbietung und vom wunderschönen Park, als Kulisse.

Jazz- und Rockkonzerte; Kindertag der Gemeinde Wöhrden; Grillfest der freiwilligen Feuerwehr Wöhrden, mit Konzert der Blaskapelle und anschließender Disko haben sich zu jährlichen Veranstaltungen entwickelt.

Besondere Ereignisse sind: Am 31. Mai 2001, 13. Mai 2004 und 11. Mai 2006 legen im Wöhrdener Park Wehrpflichtige ihr Gelöbnis und Zeitsoldaten ihren Eid ab.

Die Journalistin Wiebke Reißig schreibt dazu am 14. Mai 2004 in der Dithmarscher Landeszeitung: „Wöhrden – Vogelgezwitscher, Trommelwirbel und Marschmusik, mächtige grüne Bäume und die altehrwürdige Kirche im Hintergrund. Imposanter Aufmarsch von fast 450 Soldaten gestern Nachmittag im Wöhrdener Park.

275 Rekruten des III. Luftwaffenausbildungsregiments I aus Heide und 108 des Spezialkompaniebataillons I aus Husum haben dort ihr feierliches Gelöbnis (Wehrpflichtige) oder ihren Eid (Zeitsoldaten) abgelegt.“

Zahlreiche Angehörige aus Nah und Fern und sehr viele Einwohner und Gäste aus dem Umland erleben in einer Kulisse, die für diese Zeremonie wie geschaffen erscheint, ein ergreifendes Ereignis.

Volkstrauertag 2012 - Feierstunde am Ehrenmal

Am Volkstrauertag,18. November 2012,ist wie in den Jahren zuvor, nach dem Gottesdienst eine Feierstunde am
Gedenkstunde am Ehrenmal
Ehrenmal vorgesehen. Stets beteiligen sich die örtlichen Vereine und Verbände mit ihren Fahnenabordnungen. Begleitet von der Feuerwehrkapelle Wöhrden geht es die Kirchenstraße hinunter zum Parkeingang den Weg hinauf zum Ehrenmal. Bürgermeister Peter Schoof (Wöhrden) und Bürgermeister Kay Uwe Evers (Norderwöhrden), sowie Pastorin Hendrikje Timmermann und Kirchenvorstandsmitglied Günter Claußen
Fahnenabordnungen und Trauergäste
legen zum Gedenken am Ehrenmal einen Kranz nieder.
Feuerwehr mit Fahnenabordnung und Musikkapelle

In seiner Ansprache erinnert Peter Witthohn, Vorsitzender der Kyffhäuser-Kameradschaft Wöhrden, an die beiden großen Weltkriege der Vergangenheit, in diesem Zusammenhang an: Soldaten im Kriegseinsatz, Völkermord, Gefangenschaft, Verschleppung, Bombenterror, Zwangsarbeit, Flucht und Vertreibung, - zig Millionen Menschen werden in den Tod gerissen. Nicht zu vergessen sind die abertausenden Erwachsenen und Kinder, die wegen ihrer Hautfarbe, Rasse oder Zugehörigkeit zu einer anderen Religion unter unmenschlichen Bedingungen ihr Leben lassen müssen.


Sind für den I. Weltkrieg 92. Gefallene und Vermisste im Ehrenmal verewigt, müssen für den II. Weltkrieg die Namen von 170 Opfer eingemeißelt werden. Es gibt kaum eine Familie die nicht von Leid betroffen ist. Im Gedenken an die vielen Opfer soll diese gemeinsame Feierstunde auch ein Ort des Trostes sein. Gleichwohl ist die Feierstunde am Ehrenmal als Mahnung unerlässlich.
Gedenkplatte


Es ist dem Bauern Detlef Rolfs zu verdanken, dass es heute diesen ansehnlichen Park einschließlich des eindrucksvollen Kriegerdenkmals von 1930 gibt. Innerhalb Dithmarschens dürfte das kleine Wöhrden hiermit eine bemerkenswerte Grünanlage besitzen.



Text/Fotos: Horst Ploog


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