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Volksschule Brunsbüttel Süd

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Diese und die anderen Seiten erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Jeder Leser, der Fotos, Bilder oder Informationen dazu beitragen kann, sei hiermit herzlich gebeten, mir diese zukommen zu lassen.

Uwe Möller, Tel. 04852 2189, mail: Gabuwe@t-online.de

An dieser Stelle herzlichen Dank
an Ute Hansen vom Stadtarchiv für Zeitungsartikel, Werbung, Akten und Daten aus dem Gewerberegister


an Uwe Borchers, Armin Sendel, Arne Maaß, Franz Heiselmeier, Günter Remmers, Gerd Fries, Willi Hansen, Heinz Lewerenz, Christel Stührmann, Familie Gleimius, der Brunsbütteler Zeitung und dem WSA-NOK für Daten, Unterlagen, Fotos, Zeitungsartikel und sonstige Unterstützung.

Textquellen:
Stadtarchiv, Brunsbüttelkooger- und Brunsbütteler Zeitung
(Daten und Fotos Festgestraße aus „Chronik und Schicksal der Schule Süd“ von Rektor a.D. Willi Hansen)


Volksschule Süd-1962

Inhaltsverzeichnis

Schule Festgestraße 11

Artikel von 1971
Aus der Chronik des Bürgervereins Brunsbüttelkoog Süd 1897

Einer der Hauptinitiatoren der Schule Süd war wohl der Hofbesitzer, Abgeordnete des preußischen Landtags und Gründer des Bürgervereins Brunsbüttelkoog Süd, Johannes Peters (1855 – 1922). Ausschlaggebend für seinen Protest und Aufruf zum Schulstreik 1896 war der nicht ungefährliche, weite Schulweg für die Kinder. Sie mußten entweder die damals noch handbetriebene Fähre über den Kanal oder den Weg über die neue Schleuse (heutige Alte Schleuse, die heutigen Neuen Schleusen entstanden erst 1908 – 1914 – Bau der Neuen Schleuse Brunsbüttel) benutzen, um ihre Schule in der Schulstraße (zu Fuß) aufzusuchen. Beide Wege waren eine Zumutung, es gab noch keine befestigten Straßen und Wege. Im Jahre 1897 handelte es sich um 65 schulpflichtige Kinder.

Die Gemeindevertretung des Brunsbüttel-Eddelaker-Kooges war sich dann auch zusammen mit den Schulträgern einig, daß es wohl für die Schüler der Südseite unzumutbar sei, weiterhin die Schule auf der Nordseite aufzusuchen (der Pastor, Mitglied der Schulträgerschaft, hatte zu der Zeit noch ein gewichtiges „Wörtchen“ mitzureden).
Die Brunsbütteler Land- und Ziegeleigenossenschaft (früher Festge) bot sich an, das Schulgebäude zu erstellen, wenn die Gemeinde es danach übernimmt. Den Bauplatz gab die Gesellschaft unentgeltlich her.
So konnte dann im Januar 1898 das 2-klassige Schulgebäude in der Festgestraße 11 bezogen werden. Am 1. April des gleichen Jahres erfolgte die endgültige Trennung der Schulgemeinde Brunsbüttelkoogs von der Brunsbüttelhafens. Die Schulgrenze wurde der Kanal, die Schulgrenze mit der Schulgemeinde Ostermoor wurde neu festgelegt.
Die Räumlichkeiten erwiesen sich schnell als zu klein. So wurde ca. 1900 ein „Ausweich-Klassenraum“ in der Fährstraße 15 (später Kaufmann Widderich) und ein weiterer auf der Nordseite in der Koogstraße 69 (später Schneiderei Kann) eingerichtet.

Der Einfluß der Kirche auf die Schulen zeigte sich auch im Unterrichtsstoff. Es wurden 6 Stunden Religionsunterricht in der Woche festgelegt, davon 4 Stunden biblische Geschichte und 2 Stunden Unterweisung im Katechismus (Katechisieren).

Weiterhin steigende Schülerzahlen führten dann 1904 zu einem Erweiterungsanbau auf 6 Klassen und somit auch zur Aufgabe der Räumlichkeiten in der Fähr- und Koogstraße.

1922 wurde in der Festgestraße 11 eine Jugendherberge mit 18 Betten auf dem Boden eingerichtet. Wegen Mangel an jugendlichen Wanderern wurde es 1936 aber wieder geschlossen (Jugendherbergen_in_Brunsbüttelkoog).

Fotos und Artikel Schule Festgestraße 11

Bücherei in der Schule

Quelle:Chronik und Schicksal der Schule Süd“ von Rektor a.D. Willi Hansen

Postkarte Schule Süd

1896, also zwei Jahre vor der Gründung der Schule Festgestraße 11, wurde der Bürgerverein Brunsbüttelkoog Süd gegründet. In den ersten Jahren des Vereinsbestehens gründete man eine kleine „Handbücherei“, um interessierten, lesehungrigen Mitgliedern die Möglichkeit des Ausleihens zu bieten. Eine öffentliche Bücherei gab es zu der Zeit nicht. Der Verein kaufte Bücher auf Empfehlung der Mitglieder und von Privat kamen Bücherspenden dazu, so daß in kürzester Zeit der Bestand auf 100 Bücher wuchs. Der Bücherverleih fand in den Mitgliederversammlungen statt, so daß diese herbeigesehnt wurden.
1903 waren die Bürgervereine Brunsbüttelkoog-Süd und Ostermoor bereit, ihre Büchereien zusammenzufassen. Einen geeigneten Raum fand man im Gebäude des Hausmeisters der Schule Festgestraße. So entstand die „Volksbücherei Brunsbüttelkoog-Ostermoor“, später umbenannt in „Volksbücherei Brunsbüttelkoog“. Man kann es wohl als Geburtsstunde der Stadtbücherei bezeichnen. Die Buchausgabe erfolgte jetzt zweimal die Woche.
Auch die Gemeinde Brunsbüttelkoog „ließ sich jetzt nicht lumpen“ und nahm in ihrem Haushaltsetat eine kleine Summe zur Bücherbeschaffung auf. Der erste ehrenamtliche Büroleiter der Bücherei war bis 1924 der Hauptlehrer Hermann von Rhein.
Mittlerweile wurde sie der Landesbüchereistelle Rendsburg unterstellt.
Die Bücherei in der Schule Festgestraße wurde dann im Jahre 1954 geschlossen.
Am 2. August 1958 wurde dann die Stadtbücherei im 1. Stock des Feuerwehrgerätehauses in der Fritz-Reuter-Straße eröffnet. Um die Bewohner der Südseite nicht zu benachteiligen, wurden etwa 800 Bände in einem dafür vorgesehenen Raum der neuen Volkschule Jahnstraße ausgelagert.
Die Stadtbücherei im neuen Schulzentrum wurde am 14. April 1978 eröffnet, zog aber nochmals um und wurde an seiner jetzigen Stelle am 18. Januar 1982 eingeweiht.

Telefonverzeichnis 1955

Die Gebäudenutzung Festgestraße 11 in der Übersicht

  • Volksschule-2-klassig – (1898 – 1904)
  • Volksschule-6-klassig – (1904 – 1951)
  • Jugendherberge – (1922 – 1936)
  • Boje-Mittelschule – (1952? – 1956)
  • Sonderschule – (1958 – 1984)
  • Berufsschule – (ab 1990 - ? )

Alte Klassenfotos Schule Festgestraße

Schule Jahnstraße

Schulbezirke Brunsbüttelkoog und Ostermoor 1936+1951
Schulbau Südseite 1949
Rektor Willi Hansen

In der Nachkriegszeit stieg die Bevölkerung des Ortes durch Flüchtlingszuwanderung aus dem Osten Deutschlands sehr stark an. Wegen Platzmangels wurden 1949 in einer Steinbaracke in der Annastraße, in der sich während des Krieges das Marinezeugamt befand, 2 Klassenräume provisorisch hergerichtet.
Es mußte eine größere Schule her. 1949 wurde schließlich mit dem Bau eines Volksschulgebäudes in der B-Straße (1950 Jahnstraße genannt) begonnen. Im ersten Bauabschnitt sollte das eigentliche Schulgebäude entstehen, im nächsten Haushaltsjahr eine Turnhalle und im weiteren dann ein Wohngebäude für den Rektor und den Hausmeister. Es kam dann doch anders, die Turnhalle wurde erst 1971 gebaut (siehe Turnhalle Süd).
Am 05.04.1951 wurde das Schulgebäude eingeweiht.

1952 errichtete man auf dem Boden der neu errichteten, 12-klassigen Volksschule wieder eine Jugendherberge, die 1956 allerdings schon wieder geschlossen wurde. (Jugendherbergen_in_Brunsbüttelkoog).

Die freigewordenen Räumlichkeiten in der Festgestraße 11 wurden nach dem Umzug der Volksschüler bis 1956 wegen Platzmangels von der Boje-Mittelschule genutzt.
Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, daß der Schulweg von der Nordseite zur Festgestraße mit den damaligen Dampffähren „Odin“, „Heimdall“ und „Primus“ (Primus hatte 2 Schornsteine), vor allem im Winter, mitunter recht abenteuerlich war. Nicht nur einmal ist es passiert, daß die Dampffähren mit Schlepperhilfe den vereisten Kanal durchkreuzen mußten, um dann mit einem Anlauf in die treibeisbesetzte Fährbucht „gedrängt“ zu werden. Es klappte auch nicht immer beim ersten „Anlauf“.
In den dampfbeheizten Kajüten konnte man noch schnell unvollständige Hausaufgaben beenden oder Vokabeln lernen.
Siehe auch Die Fähren in Brunsbüttel, Die Fähranlagen Brunsbüttel

Im April 1957 wurde im Westteil des Schulgebäudes eine Hilfsschulklasse (Sonderschule) eingerichtet. Im März 1958 mußte dort bereits eine zweite Sonderschulklasse abgezweigt werden, so daß der Platz im neuen Schulgebäude schon wieder zu eng wurde. Aus diesem Grund wurde das Schulgebäude Festgestraße 11 wieder „aktiviert“ und die Sonderschule zog dort hinein.
Auf Vorschlag des Bürgervorstehers und Rektors der Boje-Mittelschule, Kuno Richardt, erhielt diese 1960 den Namen „Pestalozzi-Schule“. Diese war dort noch bis 1984 ansässig.
Anfang der 1990er-Jahre errichtete die Kreisberufsschule Meldorf dort eine Außenstelle für Auszubildende der chemischen Industrie.

Zeitungsartikel Volksschule Jahnstraße

Fotos Schule Jahnstraße

Turnhalle Süd

Turnhalle für Schule Süd 1956

Der Schulsport konnte in früheren Jahren aufgrund fehlender Räumlichkeiten nur bedingt gefördert werden. Auf dem Schulhof der Schule Festgestraße 11 wurden Turngeräte, wie z.B. Klettergerüste und Barren, fest verankert. Bei ungünstiger Witterung fiel natürlich diese Sportmöglichkeit aus.
Der Sportverein VfB erlaubte später der Schule Süd, den vom Verein zu Turnzwecken gemieteten Saal des „Dithmarscher Hofes“ mit den vorhandenen Turngeräten wie Reck, Barren, Bock, Matten usw., mitzunutzen.
Nach Eröffnung der neuen Schule in der Jahnstraße wurde im dortigen Kellerraum eine Möglichkeit zum Turnen eingerichtet.

Als 1913 das Kraftwerk auf der Schleuseninsel gebaut wurde, war die Maschinenstation Alte Zentrale überflüssig geworden.
Das zugehörige Kesselhaus wurde dann 1956 - auf Betreiben des damaligen Bürgermeisters Henry Schwardt (Die Bürgermeister Brunsbüttels) und mit Genehmigung des Wasserbauamtes Brunsbüttelkoog - umgebaut in eine Turnhalle für die Schule Süd und den VfB-Brunsbüttelkoog.
Alte_Zentrale_und_Schleusenkraftwerke#Umbau_und_Abri.C3.9F


Artikel Turnhalle Alte Zentrale


Im März 1971 wurde die neue Turnhalle in der Jahnstraße eingeweiht und im November des gleichen Jahres die Turnhalle Alte Zentrale abgerissen.
Alte_Zentrale_und_Schleusenkraftwerke#Umbau_und_Abri.C3.9F

Artikel Turnhalle Jahnstraße

Das Aus der Schule Süd

Im Jahr 2009 mußte die Schule Süd, die seit Bestehen des Bildungszentrums, 1975/76, nur noch Grundschule war, ihre Pforten schließen. Die Schüler, 2009 noch 38, mußten danach wieder, wie vor über 100 Jahren, mit der Fähre ihren Schulweg zur „Boy-Lornsen-Schule“ in der Schulstraße auf der Nordseite Brunsbüttels antreten.

Ein Teil der ehemaligen Volks- und späteren Grundschule Süd in der Jahnstraße 3 wird heute (2021) von der Pauluskirche als Kindertagesstätte benutzt
(https://www.brunsbuettel.de/Familie_Bildung/Kindertagesst%C3%A4tten_in_Brunsb%C3%BCttel/Ev_Kindertagesst%C3%A4tte_Paulus_S%C3%BCd/)
Weiterhin ist das Stadtarchiv dort untergebracht (Stadtarchiv Brunsbüttel und in einem weiteren Teil des Hauses der Kinder- und Jugendtreff Süd
(https://www.brunsbuettel.de/Familie_Bildung/Kinder_Jugend/S%C3%BCdseitentreff/).

Schulleiter und Lehrer der Schule Süd

Vogelschießen

Textquelle: 222 Jahre Schule Brunsbüttel

Der Brauch des Vogelschießens geht auf einen germanischen Mythos zurück. Auf der alljährlichen, altgermanischen Frühlingsfeier schoss man auf einen an der Stange befestigten Vogel, den unheiligen Höllenvogel. Indem man ihn erlegte, so der Glaube, verbannte man das Böse aus der Welt, um den Menschen zum Frühlingsanfang das Licht, das Gute, zu bescheren.
Im Mittelalter formierten sich die Bürger der noch jungen Städte in Bruderschaften oder Gilden, um dort das Schießen zu üben und sich gegenseitig zu helfen. Anfangs stand gewiss der militärische Zweck im Vordergrund, schließlich wollte der Umgang mit der Armbrust geübt sein. Doch schon bald traten die gesellschaftlichen Elemente in den Vordergrund. Seit dem 16. Jahrhundert gab es auf dem Land regelrechte Schützenfeste, bei denen auch neben dem Schuß auf den Vogel („Papagoy“ genannt) oder eine Scheibe auch andere Spiele, z.B. auch für Frauen, veranstaltet wurden. Dazu gehörten auch die Umzüge mit Fahnen schwenkenden Fähnrichen, Standreden und Königstanz.

Die Königskette aus Brunsbüttel von 1585 (heute im Dithmarscher Museum) ziert ein silberner Vogel, neben einem dicken Vogel auf der Stange.
Da die meisten Feste im 19. Jahrhundert mit Schießen und Spielen verbunden waren, ist es naheliegend, die Schulfeste ab 1870 nach diesem Vorbild zu gestalten. Und so wuchs der Wunsch, einmal im Jahr so ein Schulfest zu gestalten.
Während in vielen Orten das Kinderfest abgeschafft wurde, pflegt man in Brunsbüttel, nach einer Elternumfrage, den Brauch des Kindervogelschießens..

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