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Volksschule Brunsbüttel Nord

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Diese und die anderen Seiten erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Jeder Leser, der Fotos, Bilder oder Informationen dazu beitragen kann, sei hiermit herzlich gebeten, mir diese zukommen zu lassen.

Uwe Möller, Tel. 04852 2189, mail: Gabuwe@t-online.de

An dieser Stelle herzlichen Dank
an Ute Hansen vom Stadtarchiv für Zeitungsartikel, Werbung, Akten und Daten aus dem Gewerberegister


an Uwe Borchers, Dieter Ausborm, Holger Reckewitz, Frank Mootz, Heinz Lewerenz, Antje Tigchelaar, Hilda Ludewig, Ursula Biel, Fiedel Friedrichsen, Bernd Schmidt, Uwe Brümmerstedt, Uwe Wittern, Helga Jungklaus, Günter Remmers, Franz Heiselmeier, Peter Möller, Peter Umland, Karin Süfke, Peter Marten, Familie Gleimius, der Brunsbütteler Zeitung, der Grundschule Brunsbüttel-Nord und dem WSA-NOK für Daten, Unterlagen, Fotos, Zeitungsartikel und sonstige Unterstützung.

Textquellen:
Chronikbroschüre „222 Jahre Schule Brunsbüttel“ der Volksschule Brunsbüttel-Nord,
Stadtarchiv, Brunsbüttelkooger- und Brunsbütteler Zeitung,
“Kurze Geschichte der Volksschule Brunsbüttelkoog“ – Zeitungsartikel des ehemaligen Rektors der Volksschule Brunsbüttel, John Jacobsen, aus dem Jahre 1956, zusammengestellt nach der Schulchronik

Inhaltsverzeichnis

Die Geschichte der Volksschule

Plan um 1900

Nachdem der neue Koog 1762 geschlossen war (siehe Brunsbüttelkoog), ließ eine Besiedelung nicht lange auf sich warten. Da auf dem Ostermoor schon seit dem Ende des 16.- und in Brunsbüttel (Ort) seit Beginn des 17. Jahrhunderts eine Schule existierte, mußten die ersten schulpflichtigen Kinder den weiten, oft beschwerlichen Weg, zur einen oder anderen Schule wählen (siehe Schule Ostermoor).
Die Bevölkerung des Brunsbüttel-Eddelaker-Kooges nahm rasch zu, so daß der Ruf nach einer eigenen Schule in Brunsbüttelhafen laut wurde. Eine Eingabe an den dänischen König (Schleswig-Holstein war bis 1864 dänisch) brachte dann den erhofften Erfolg.

Die Antwort des Königs auf die schriftliche Eingabe lautete:

Christian der Siebente etc etc
Bei dem von Euch in Eurem Bericht am 25. April d.Js. angeführten Umständen genehmigen Wir die, wegen Verlegung der alten und Anlegung einer neuen Schule in dem Brunsbütteler neuen Koog und besonders wegen der nöthig gefundenen Einrichtung des neuen Schuldistricts, wie auch, wegen der zum Bau des neuen Schulhauses und zum künftigen Unterhalt des Schulmeisters aufzubringenden Kosten von Euch geschehenen Vorschläge in Allem und befehlen auch allergnädigst, darnach das Behufige zu verfügen.
Gegeben Glückstadt, den 12. Aug. 1782
Unterschriften

Die in dem königlichen Schreiben genannte Verlegung der alten Schule bezog sich wahrscheinlich auf Ostermoor, da hier im gleichen Jahr ein Schulhaus abgebrochen und an anderer Stelle wieder aufgebaut wurde (Schule Ostermoor).

Protokollbuch ab 1782
Protokollbuch ab ca. 1893

Im Jahr 1782 kaufte die Gemeinde dann von dem Bauern Geert Wümpelmann ein Gebäude für 1500 Mark. Es wurde als Schule hergerichtet und am 5. November des gleichen Jahres in Betrieb genommen. 1818 wurde die Einrichtung einer zweiten, getrennten Klasse bestimmt.
Die „Schulinspectoren“ verlangten 1840 den Bau eines neuen Schulhauses, dies wurde aber von der „Schulkommüne“ entschieden abgelehnt. Erst 1857 sah man die Notwendigkeit eines Neubaus ein und das neue Schulhaus wurde 1859 an der gleichen Stelle (Schulstraße 2) gebaut.
Weiterhin heißt es in der Schulchronik u.a.:
daß die Schule am 15. Juni 1887 in Gemeinschaft mit den übrigen Schulen des Kirchspiels eine Lusttour mit dem Dampfer „Brunsbüttel“ nach Hamburg machte, um dort den Zoologischen Garten, die Binnenalster und den Hafen zu besichtigen,
daß am 9. März 1888 unser Heldenkaiser, Wilhelm I., der Siegreiche, verstorben ist und
daß am 15. Juni 1888, nach 99-tägiger Regierung, Kaiser Friedrich III, der Held von Wörth, verstarb und das Zepter an seinen Sohn, den jetzigen Kaiser und Enkel Wilhelms I., übergeben hatte,
daß die Ernteferien in diesem Jahr auf 25. August bis 26. September festgelegt wurden, da die Ernte verregnet war,
daß infolge des Kanalbaus die Schülerzahl beider Klassen stark anstieg und die bisherige Präparandenstelle in eine zweite, feste, Lehrerstelle umgewandelt wurde.

Am 27. Januar wurde, wie üblich, der Geburtstag des Kaisers gefeiert („Hurra, Hurra, Hurra“).
Im November 1890 stieg die Schülerzahl auf 150, so daß 12 Schülern der Elementarklasse nicht mehr der nötige Platz angewiesen werden konnte. Vom Schulkollegium wurde die Einrichtung einer provisorischen Mittelklasse beschlossen. Eine Lehrkraft wurde zusätzlich eingestellt und ein Schullokal für 32 Schüler angemietet.
Am 11. September 1891 genehmigte die Königliche Regierung eine dritte, feste Lehrerstelle, nachdem die Schülerzahl auf 188 angestiegen war.

Von dem Landmann H. Johannsen wurde 1891 ein dem Schulhaus gegenüberliegendes Grundstück (Schulstraße 1) für den Bau einer neuen Schule für 5191 Mark gekauft. Der Brunsbüttelhafener Bauunternehmer Otto Witt erhielt den Zuschlag für 19 992,74 Mark und am 3. November 1891 war feierliche Grundsteinlegung.
Die Einweihung fand am 1. September 1892 statt.

Der Hochdonner Lehrer, Gustav Braasch, wurde nach einer Abstimmung als zusätzlicher Lehrer eingestellt. Der Bevölkerungsanstieg durch den Kanalbau (1894 stieg die Schülerzahl auf 260) erforderte die Einstellung eines vierten Lehrers.
Ein weiterer, interessanter Eintrag in der Schulchronik weist auf die erste Durchfahrt durch die Elbschleuse hin (Eröffnung_der_Elbschleusen_1894).
Die Trennung durch den Kanal sorgte für schwierige Schulverhältnisse auf der Südseite (siehe Volksschule Brunsbüttel Süd).
Ebenfalls aus der Schulchronik:
1895 - Weil unser Ort aufblüht und immer stärkere Vergrößerung zu erwarten ist, hat die Königliche Regierung einen Stadtplan, berechnet für 100 000 (!) Einwohner ausarbeiten lassen. Jetzt sind hier ca. 1500. Ob hier nach 100 Jahren eine so große Stadt sein wird?

Der Kaiser hatte die Eröffnung des Kanals in Brunsbüttel auf den 20. Juni festgesetzt (siehe Die_Eröffnung_des_Kaiser-Wilhelm-Kanals).
Am 20. April 1896 wurden die Oberklassen der Volksschule nach Geschlechtern getrennt.
Im Januar 1899 fand in der fünfklassigen Schule die erste amtliche Lehrerkonferenz statt. Zu Ostern 1900 wurde eine sechste Klasse eingerichtet. Jetzt fand in allen Klassen die Geschlechtertrennung statt. In diesem Jahr wurde die Anstellung eines Schuldieners (heute Hausmeister) beschlossen.
Ende November 1901 traten die Masern erschreckend stark auf, so daß die Schulräume in den Weihnachtsferien desinfiziert wurden.
1902 traten 77 Rekruten ein (damalige Bezeichnung für die später „Osterküken“ oder auch „ABC-Schützen“ genannten Schulneulinge).
Die ersten weiblichen Lehrkräfte traten im Jahr 1903 auf.
1904 trat Keuchhusten und Lungenentzündung sehr stark auf. In 14 Tagen starben 20 Kinder, so daß die hiesigen Schulklassen vom 13. bis 31. Mai durch den Kreisarzt geschlossen wurden.

Luftaufnahme 1970er

Mit dem 1. April 1908 wurde die Schulgemeinde Brunsbüttelhafen aufgelöst und an die politische Gemeinde Brunsbüttelkoog überstellt (1907 wurde aus dem Brunsbüttel-Eddelaker-Koog die Gemeinde Brunsbüttelkoog).
Mit Beginn des Schuljahres 1910 wurde im Schulbezirk die 10. Klasse eingerichtet, 5 Mädchen und 5 Knabenklassen. Die Anzahl der Wochenstunden war in der 1. Klasse 32, in der 2. Klasse 30, in der 3. Klasse 28, in der 4. Klasse 24 und in der 5. Klasse 22 Stunden (die 1. Klasse entsprach früher der obersten Klasse usw).
Der Erweiterungsbau des Kaiser-Wilhelm-Kanals rief 1910 eine Umwälzung der bestehenden Verhältnisse hervor (Bau der Neuen Schleuse Brunsbüttel). Die Beamten-, die Schliebner-, die Richter-, die alte Posadowsky- und ein Teil der Schillerstraße mußten dem Bau der Neuen Schleuse weichen. Auf dem früheren Martenschen Hof wurde ein neues Wohngebiet geschaffen, das heutige Beamtenviertel.
Siehe Beamtenviertel_Brunsbüttel
Mehrere große Höfe wie der von Heinrich Martens, Hermann Martens, Hinrich Möllers Erben, Peter Wümpelmann und das Außendeichsland diesseits des Brunsbütteler Hafens, das einen größeren Komplex Schulländereien umfaßte, wurden vom Kaiserlichen Kanalamt als Ablagerungsflächen für den Kanalaushub angekauft.
1911 erreichte die katholische Kirche die Einführung des katholischen Religionsunterrichts in Brunsbüttelkoog. Er wurde am Dienstag- und Freitagnachmittag in der Volksschule Brunsbüttel Süd erteilt.
Im gleichen Jahr wurde auf Antrag der Lehrerschaft und Beschluß der Schuldeputation ein Schularzt angestellt. Das Amt übernahm der hiesige Arzt Dr. Lüsing
(Läden_im_Koog-Koogstraße_24-36#Dr._L.C3.BCsing.2C_Dr._Beseke_und_Werbung).

Luftaufnahme 1990er

Der Ausbruch des 1. Weltkrieges, 1914, hatte großen Einfluß auf den Schulbetrieb. In unserem Ort, der zum Festungsgebiet Cuxhaven gehörte, wurde schon vor der Mobilmachung der Kriegszustand erklärt. Zwei Lehrer der Volksschule, Lehrer Rathje und Lehrer Rühsen, wurden gleich zu Beginn eingezogen. Die Lehrerstellen wurden nicht ersetzt.
Gleich zu Beginn des Krieges wurde der Handarbeitsunterricht der Oberklassen in den Dienst der Kriegsspenden und Liebesgaben gestellt. Geld, das durch Spendensammlungen der Schulkinder zusammenkam, wurde größtenteils für die Beschaffung von Wolle verwendet. Daraus wurden dann Strümpfe, Pulswärmer, Leibbinden, Kniewärmer, Ohrenschützer, Kopfschützer, Handschuhe usw gestrickt und an Sammelstellen für die Front verschickt.
Bereits 1915 mußten aufgrund des Lehrermangels die Unterrichtsfächer gekürzt werden. Wegen eines Fliegeralarms wurde am 16. April 1915 und am 25. März 1916 die Schule kurz vor Unterrichtsende geschlossen.

Die Pauluskirche Brunsbüttel wurde am 14. März 1915 eingeweiht, zu der auch das Lehrerkollegium eingeladen war.
Im Sommer 1918 waren durchschnittlich 18-20 Schulkinder an 20 Tagen des Monats mit Kohl pflanzen, Kohl- und Rüben hacken beschäftigt. Infolge der langen Dauer des Krieges stiegen die Preise erheblich, ein Pfund Kaffee kostete beispielsweise 48 Mark. Für nahezu alle Lebensmittel und Kleidungsstücke wurden Bezugsscheine und – marken eingeführt. Das zugeteilte Quantum war, wie man im Jargon sagte, „zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel“ und so blühte der Schwarzmarkt (auch Schleichhandel genannt) auf.

Bereits am Abend des 5. November 1918 kam in Brunsbüttelkoog die Revolution (Novemberrevolution) zum Ausbruch. Im Binnenhafen lagen die Linienschiffe des 4. Geschwaders, die Ostfrieslandklasse. Die Schiffe hatten den Befehl erhalten, abends um 9 Uhr auszulaufen und in See zu gehen. Es sollte sich um einen großen Flottenangriff auf England handeln. Die Mannschaft verweigerte den Gehorsam und meuterte, nachdem sie von den Hintergründen erfahren hatte. Das erste Linienschiff kam noch durch die Schleuse, aber das zweite wurde von der Besatzung, der sich die hiesige Matrosenartillerie und Seewehr angeschlossen hatte, gezwungen, aus der Schleuse rückwärts in den Binnenhafen zurückzukehren.
Am folgenden Tage wurde von den Besatzungen der hiesigen Matrosenartillerie und der Seewehr ein großer Demonstrationszug mit ca. 7000 Teilnehmern veranstaltet, an dem sich eine Versammlung unter freiem Himmel auf dem Marinespielplatz bei der Ostermoorer Fähre anschloß.
Auswärtige Truppen von Heide sollten die Meuterei unterdrücken, wurden aber bereits auf dem Weg hierher zur Umkehr bekehrt.
Am nächsten Tag brach die Revolution in Kiel aus und verbreitete sich wie ein Lauffeuer über ganz Deutschland und die Kampffront.

Telefonverzeichnis 1955


Wegen Kohlenmangel mußte am 1. Dezember 1919 der Unterricht ausgesetzt werden. Die Lehrkräfte ließen die Kinder um 10 Uhr zur Schule kommen, um ihnen Hausaufgaben zu geben.
Die ersten Heimkehrer wurden am 4. Juli 1919 im früheren Marinekohlenschuppen, der zur Empfangshalle umfunktioniert wurde, empfangen.

Ab dem 1. April 1920 wurde beschlossen, daß erst nach vierjährigem Grundschulpflichtbesuch dafür geeignete Kinder in eine Mittel- oder höhere Schule übertreten konnten.
Hauptlehrer Gustav Braasch wurde am 9. April 1920 von der Schulaufsichtsbehörde zum Rektor gewählt. Braasch war u.a. von 1896 bis 1897 und von 1900 bis 1906 Vorsitzender des TSV (Das_Jubiläumsjahr_2017_in_Brunsbüttel#Vorsitzende_seit_1892).

Die Lehrkräfte des Jahres 1920 waren:
Rektor Braasch, die Lehrer Rathje, Lähndorff, Rühsen, Hans, Offen, Brodersen und die Lehrerinnen Kock, Juhnke, Rühmeier und Ritters.
Zur Konfirmation am 12. März 1920 bekamen sämtliche Konfirmanden einen Abdruck der Reichsverfassung vom 11.8.1919 (Konfirmation war zu der Zeit gleichbedeutend mit Schulabgang).
Lehrer Walter Nagel, der bis dahin an der Boje-Mittelschule beschäftigt war und der Lehrer John Jacobsen (1921 – 1961) nahmen ihren Dienst an der Volksschule Nord auf.
Am 30. Oktober 1921 fand unter starker Beteiligung der Bevölkerung die Einweihung des Gefallenendenkmals an der Pauluskirche statt. (Pauluskirche_Brunsbüttel#Ehrenmal_des_1._Weltkriegs
An der Volksschule Brunsbüttelkoog wurde die 12. Kasse eingerichtet. Da nur 10 Klassenräume zur Verfügung standen, wurden zwei Grundschulklassen in der Mittelschule untergebracht.
Die deutsche Wirtschaft lag 1922 am Boden, für einen Dollar wurden bis zu 8500 Mark gezahlt. Für die Eltern war es fast unmöglich, das Geld für die Lernmittel aufzubringen.
Da Deutschland nicht imstande war, die Reparationskosten zu bezahlen, besetzten Franzosen und Belgier das Ruhrgebiet. Die Folge war ein noch höheres Ansteigen der Preise. Am 15. November 1923 stand der Dollar auf einem Wert von 4,2 Billionen Mark. Die Arbeitslosigkeit wirkte sich zusätzlich katastrophal auf die wirtschaftliche Lage aus.
Im November 1923 wurde die Rentenmark eingeführt, ab jetzt trat Geldknappheit an die Stelle von Warenknappheit.
Während des Winterhalbjahres waren wegen der Kohlenknappheit 10 Klassen der Volksschule in der Mittelschule untergebracht.

Rektor Gustav Braasch

Todesanzeige Gustav Braasch 1949
Nachruf Gustav Braasch 1949
Nachruf Gustav Braasch 1949

Erinnerungen eines Schülers von Gustav Braasch

Gustav Braasch ist nicht mehr. Eine Würdigung der Verdienste dieses vorbildlichen Jugenderziehers in der Brunsbüttelkooger Zeitung ließ mich, als ehemaligen Schüler des Verstorbenen, einen Rückblick auf den Tag tun, da B. zum ersten Male im vormaligen Ortsteil Brunsbüttelhafen Unterricht erteilte.Vorausschicken will ich, daß B. im Kreise meiner Mitschüler der Ruf vorausging, ein äußerst gestrenger Lehrer zu sein. Wir hatten etwa ein Jahr lang unter Lehrer Holdmann Unterricht gehabt. H. war ein schon betagter Lehrer, ein Veteran von 1870/71, der ein Holzbein trug. Die Mehrzahl der Mitschüler brachte diesem Erzieher sehr wenig Respekt entgegen, welche Tatsache H. gleichgültig hinnahm. Sein Rohrstock trat höchst selten in Aktion. Eines Tages hieß es dann unter den Mitschülern, wir würden einen neuen Lehrer bekommen und der solle sehr strenge sein. Als dann der Tag des Abschieds vom Lehrer Holdmann kam, warteten wir alle mit mehr oder minder gemischten Gefühlen auf den „Neuen". Und der Tag kam. Unsere Schulklasse befand sich in dem Hause von Kaufmann Dieckmann (vormals Reimers – Läden im Koog-Breiholz) in der jetzigen Brunsbütteler Straße. Sie war ein Notbehelf, als Spielplatz galt die Straße.
An dem Tage nun, da Lehrer Braasch antreten sollte, waren alle Schüler, entgegen unserer sonstigen Gepflogenheit, pünktlich zur Stelle. Schon eine halbe Stunde vor Schulbeginn standen wir abwechselnd auf der Straße Posten und hielten Ausschau. Der „Gestrenge" mußte aus der Richtung der jetzigen Koogstraße kommen, hatte er doch seine Wohnung oben bei Bäcker Musmann (jetzt Martens – Läden_im_Koog-Koogstraße_9-16#Koogstra.C3.9Fe_12). Endlich, kurz vor 8 Uhr, kam der Erwartete in Sicht. Der „Wachhabende" stürmte mit dem Ausruf: „He kümmt, he hett Böker ünnern Arm!" ins Klassenzimmer. Alles saß gesittet auf seinem Platz, voller Erwartung des Kommenden. Punkt 8 Uhr (die Klassenuhr ging diesmal richtig) öffnete sich die Tür und mit den Worten: „Guten Morgen, Jungs!“ trat Lehrer Braasch ein. Wir hatten abgemacht, alle aufzustehen, wenn der Neue erscheinen würde. Und so geschah es. Als wir dann wieder Platz genommen hatten, sprach Lehrer Braasch zu uns in freundlich-ernsten Worten. Noch heute vernehme ich seine Ansprache, obgleich schon zirka 57 Jahre vorübergegangen sind.
Lehrer Braasch wies darauf hin, daß nicht alles in der Klasse so sei, wie es sein solle. Er werde mit aller Strenge Unarten und Unaufmerksamkeiten bestrafen. Nun wußten wir, daß in Zukunft ein anderer Wind wehen würde. Nach der Ansprache mußten wir dann noch unseren Namen nennen, worauf wir zur Feier des Tages nach Hause gehen durften. Ich ging dann mit meinem neuen Lehrer nach dessen Wohnung. Er hatte mir den Auftrag erteilt, einen Zentner Kartoffeln vom Bauern (Reimer Jansen) zu holen. Ich führte den Auftrag aus und erhielt als Belohnung 20 deutsche Reichspfennige.
Oftmals habe ich gelegentlich eines Zusammentreffens mit Gustav Braasch mit ihm über die erste Zeit seines Wirkens gesprochen und lächelnd sagte er einmal: „Ja, ji weern böse Jungs, ower ick heff ju doch torech kregen!" Nun ist Gustav Braasch von uns gegangen, sein Andenken dürfte bei allen ehemaligen Schülern in hohen Ehren stehen. H. P.

1924 wurde Rektor Braasch pensioniert und am 1. Juli 1925 trat Claus Rickert sein Amt als Rektor der Volksschule Nord an. 1926 wurde Fräulein Frieda Schmidt eingestellt.
1927 bestand in der Lehrerschaft die Neigung, eine Hilfsschule einzurichten, es fehte aber das nötige Geld.
1932 - Am Geburtstag des Reichspräsidenten Hindenburg fiel der Unterricht aus. Am 24. März 1933 wurde die 85. Wiederkehr der Erhebung Schleswig-Holsteins gefeiert.
Rektor Claus Rickert wurde als Rektor an die Boje-Mittelschule berufen (Realschule Brunsbüttel). Rickert war von 1928 bis 1945 Vorsitzender des TSV.

Foto Paul Ausborm 1976

1934 – Rassegedanken und Erblehre im Unterricht
1935 – Schule Nord mußte eine Lehrerstelle hergeben. 1936 wurde Rektor Simonsen Mittelschulrektor in Bredstedt, 1937 übernahm dann Rektor Kahlke die Leitung der Volksschule Nord.
Bei Kriegsausbruch 1.9.1939 wurden, wie im ganzen Reich, die Schulen geschlossen. Es wurden in der Schulstraße 38 beide Schulräume für einen Sanitätstrupp und in der Schulstraße 1 ein Raum für die Leuchtturmflugwache sowie ein weiterer Raum für die Krankentransportabteilung benötigt.
1940 wurden die Sommerferien aus Luftschutzgründen bis zum 22.9. verlängert.
Am 12.5.1941 wurde die erste Kinderlandverschickung durchgeführt. In diesem Jahr wurden „Kohlpflanzferien“ vom 9.6. bis 26.6. gegeben. Die Hauptschule wurde eingeführt. Schüler sammelten während des ganzen Sommers Heilkräuter.
Im Oktober 1941 erfolgte die Umstellung auf Normalschrift.
1942 erfolgte erstmalig die Aufnahme der Schulneulinge im Herbst. Die Altmaterialsammlung ergab 5020 kg Eisen, 1463 kg Papier, 765 kg Knochen, 466 kg Buntmetall und 452 kg Lumpen.
1943 wurde eine Diphterie-Schutzimpfung durchgeführt.
Am 26.1.1945 traf die Weisung ein, daß keine Schule mehr beheizt werden durfte, die Kinder erhielten Hausaufgaben, die am nächsten Tag nachgesehen wurden, sofern es die Kälte erlaubte. <b/>Im April 1944 wurden die Schulräumlichkeiten für Soldaten gebraucht. Wegen zunehmender Tieffliegertätigkeiten war an einen geregelten Unterricht nicht mehr zu denken.
1945 - Die Ereignisse überschlugen sich, die Schulräume wurden Durchgangslager für durchmarschierende Truppen. Am 7. Mai mittags rückten die ersten englischen Besatzungstruppen ein. Es trat ein sofortiges Ausgangsverbot in Kraft. Ab 9. Mai durften alle Bewohner von 9 bis 18 Uhr die Straße betreten und am gleichen Tag wurde die Abgabe sämtlicher Waffen und Fotoapparate verfügt. Die Benutzung der Fähre war nur von 10 bis 12 Uhr gestattet. Am 15. Mai 1945 zogen englische Truppen in die Schulstraße 4 und Schulstraße 38 ein.

Jeder Lehrer mußte im Zuge der Entnazifizierung einen umfangreichen Fragebogen ausfüllen. Am 7. Oktober 1945 kam die Nachricht, daß die Schule Nord wieder geöffnet werden konnte. Vorerst beschränkte sich die Öffnung allerdings auf die Grundschule. Diese lief am 11.10.1945 mit 2 weiblichen Lehrkräften wieder an.
50 Flüchtlingskinder wurden neu eingeschult. Der Unterricht für die gesamte Schule begann am 3. Januar 1946. Fünf Lehrkräfte mußten 10 Klassen unterrichten. Es mußte in zwei Schichten ohne Lernmittel und Hefte unterrichtet werden. In den Ort strömten so viele Flüchtlinge ein, daß sie fast die Hälfte der Bevölkerung ausmachten.
Der Schulhof Schulstraße 4 ist von Panzern zerfahren und die Einfassung zerstört. Es traten 160 Schulneulinge ein, das gab es in der Geschichte der Volksschule Nord noch nie. Es mußten 3 erste Klassen eingerichtet werden.
Orts- und Kreislehrerverein entstanden wieder, Vorsitzender des Kreislehrervereins wurde Mittelschullehrer Hermann Schlüter, der späterhin Schulrat und von 1963 bis 1970 Bürgervorsteher Brunsbüttelkoogs war.
Alle Schulräume , Bibliotheken, Lern- und Lehrmittel mußten auf Weisung der Militärregierung von nazistischen und militaristischen Schriften „gereinigt“ werden.
Infolge der mangelhaften Ernährung und der seelischen Belastung ließ die Konzentrationsfähigkeit der Kinder erheblich nach.
Der Tauschhandel blühte auf (Anzeigenblätter_Brunsbüttelkoog_1946#Biete-Suche), auf der Schleuse wurde viel geschmuggelt. Katastrophal sah es mit Brennmaterial aus, Bäume wurden gefällt, Holzzäune überlebten nicht lange, was an Lesestoff nicht unbedingt gebraucht wurde, kam in den Ofen, Baumstubben waren begehrt, der „Kohlenklau“ von langsam fahrenden Zügen nahm artistische Formen an. Wer kein Brennmaterial ergatterte, ging tagsüber ins Bett. Es war eine schlimme Zeit.

Zeugnis Volksschule 1949/50

Ostern 1946 kam der Lehrer Quasinowski an die Schule. Die Anzahl der Sitzplätze konnte - teilweise behelfsmäßig - wieder auf 500 erhöht werden (viele Bänke hatten als Feuerung „ihr Leben ausgehaucht“). Zweimal wurde von der Militärregierung an die Kinder Schokolade verteilt.
Kommissarischer Schulleiter (später Rektor) wurde, nach Überprüfung der Schule durch eine Kommission der Landesregierung, John Jacobsen (siehe auch Die_Bürgermeister_Brunsbüttels#Beinahe-B.C3.BCrgermeister_John_Jacobsen).
Weihnachten 1946 ist der Kohlevorrat aufgebraucht, es folgte eine Zeitlang Aufgabenbetrieb gefolgt von längeren „Kohleferien“. Der Besitzer einer Fischbratküche führte eine Kinderspeisung durch.
Der Lehrer Otto Miebrodt kam an die Volksschule Nord. 750 Kinder mußten von 8 Lehrkräften unterrichtet werden.

Am 30.6.1947 wurde die Schulspeisung eingeführt. Der Handarbeitsunterricht wurde wieder aufgenommen, Kräutersammlungen durchgeführt, Englischbücher trafen ein. Es wurde ein Englischunterricht erteilt. Dr. Reiche und Frl. Reißaus begannen ihre Lehrertätigkeit. Bei Weihnachtsfeiern in den Baracken wurde den Kindern neben einer Schukoladensuppe auch eine Gabentüte überreicht. Zum erstenmal nach dem Krieg trat der Schulchor wieder in Erscheinung.
1948 – Die allgemeine Lage bessert sich. Frau von Wangenheim, Frau Bagdahn und Frau Dubbe traten dem Kollegium bei, im Mai kam Lehrer Nagel an die Schule zurück. Am 30. August 1948 fand, nach 10-jähriger Pause, das erste Kinderfest der Volkschule Nord statt.
Die Schule sah in der „Fernsicht“ den Film „Walfang im südlichen Eismeer“ (Kinos in Brunsbüttel).

Am 15. Januar 1949 erhielt Brunsbüttelkoog die Stadturkunde überreicht, was am Abend in sämtlichen Lokalen gefeiert wurde. In diesem Jahr wurde der Lehrkörper durch Gronau, Frl. Söderup, Liley, Rohwedder und Koball vergrößert.
Am 15. Dezember 1949 starb Rektor i.R. Gustav Braasch.

53

1950 wurden von der Landesregierung Lernmittel gestellt. Nach Übernahme der Landesregierung durch die CDU wurde die sechsjährige Grundschule wieder in eine vierjährige umgewandelt.
Die Südseite hat eine neue Schule erhalten (Volksschule Brunsbüttel Süd).
Lehrerin Carstens und Lehrer Moldenhauer kommen an die Schule Nord.

Die Abschiedsfeier für die Entlaßschüler 1953 findet im Gemeindesaal Koogstraße 55 statt (Läden_im_Koog-Koogstraße_47-55#Koogstra.C3.9Fe_55).
Der Federhalter stirbt langsam aus, im Dezember 1953 haben von 688 Schülern 502 einen Füller.
Sportlehrer Rautenberg übernimmt 1954 den Turnunterricht für Knaben der Oberstufe.

1959 erweiterten Margot Lange und Gerd Böger den Lehrkörper. Die 45-Minuten-Stunde wird eingeführt, es durften am Sonnabend keine Hausaufgaben aufgegeben werden. Der blaue Brief wurde eingeführt.
1961 ging Rektor John Jacobsen in Pension und Heinrich Gumpert übernahm die Leitung der Schule.
Anfang 1962 kam Klaus Süfke als 14. Lehrkraft an die Volksschule. >Im Jahr 1964 fand die Einweihung der Freizeitstätte statt (Haus der Jugend, Mehrgenerationenhaus).
1966 wurde ein weiterer Bauabschnitt des Schulgebäudes eingeweiht. Zum ersten Mal schloss das Schuljahr am 30. November und auch das nächste Schuljahr war verkürzt. Ab jetzt war der Schuljahresbeginn nicht mehr im April, sondern nach den Sommerferien.
Mit Beginn des Schuljahres 1971/72 wurde Klaus Sommer Schulleiter der Volksschule Brunsbüttel Nord.

Im September 1971 wurden trotz Platzmangels vier Vorschulklassen eingerichtet.
Nach Fertigstellung des Bildungszentrums 1975 zog die Hauptschule in das neue Gebäude. Ab jetzt waren Schulstraße 4 und 2 nur noch Grundschule.
Mit der Eröffnung des Hallenbades 1985 wurde das Modell „Schwimmunterricht an der Grundschule Nord“ ins Leben gerufen.
1987 begann in der Schule die Computerzeit. Es wurde ein Computerraum mit 4 Computereinheiten eingerichtet (Commodore C64 und 2 Drucker).
1992 wurde eine Langzeitklasse eingeführt. Ziel dieser Klasse war es, die Inhalte des ersten Schuljahres auf zwei Jahre zu verteilen.
1994/95 wurde der große Schulhof bemalt und Sitzbänke für den Innenhof gebaut.
Am 16.01.1996 wählte der Schulleiterwahlausschuß Uwe Niekiel zum neuen Schulleiter der Grundschule Nord. Er tritt seinen Dienst am 01.08.1996 an.
Im Jahr 2004 taufte man die Grundschule in „Boy-Lornsen-Grundschule“.
2005 begann der Schulumbau in den heutigen Zustand (2021)
2006 wurde die offene Ganztagsschule eingerichtet.
Das Schleswig-Holsteinische Schulgesetz bestimmte in einem Schulgesetz von 2007, daß alle Haupt- und Realschulen des Landes in Regional- bzw. Gemeinschaftsschulen umzuwandeln sind. Nach einigem politischen Hin- und Her lief es in Brunsbüttel auf eine Regionalschule hinaus und die Hauptschulklassen zogen in die Realschule Bojestraße ein.
So wurde aus der einstigen Boje-Mittelschule Brunsbüttelkoog zunächst die Realschule Brunsbüttel, die dann wiederum in den Jahren 2008-2012 mit der Hauptschule zur Regionalschule Brunsbüttel verschmolz. Da im Gebäude der Bojestraße zu wenig Platz war, stellte man Container auf.
Nach Einweihung der Schleusen-Gemeinschaftsschule im August 2018 verschmolzen in diese die Hauptschulen aus Brunsbüttel Nord, Brunsbüttel Süd, Brunsbüttel West und der Realschule (seit 2008 zusammengefaßt in der Regionalschule, Bojestraße) zusammen mit dem Förderzentrum Süderdithmarschen und den - im Zuge der gesetzlich geforderten Inklusion – behinderten Schülern.

Die Schulgebäude

Schulstraße 2

Im Jahr 1782 kaufte die Gemeinde von dem Bauern Geert Wümpelmann ein Gebäude für 1500 Mark. Es wurde als Schule hergerichtet und am 5. November des gleichen Jahres in Betrieb genommen.
1859 wurde das alte Schulhaus durch einen Neubau ersetzt. Dieses Gebäude, Schulstraße 2, steht noch heute.

Fotos Schulstraße 2

Schulstraße 1 und Baracken

Schulstraße 1, eingeweiht 1892

Von dem Landmann H. Johannsen wurde 1891 ein dem Schulhaus gegenüberliegendes Grundstück (Schulstraße 1) für den Bau einer neuen Schule für 5191 Mark gekauft. Der Brunsbüttelhafener Bauunternehmer Otto Witt erhielt den Zuschlag für 19 992,74 Mark und am 3. November 1891 war feierliche Grundsteinlegung. Die Einweihung der Schule fand am 1. September 1892 statt.
Aus meiner anfänglichen Schulzeit weiß ich noch, daß in der Schulstraße 1 die Klassen 1 und 2 untergebracht waren. Meine damalige Klassenlehrerin war Frau Dubbe. In der dritten und vierten Klasse war für uns „Barackenunterricht“ angesagt. Etwa dort, wo heute das Mehrgenerationenhaus steht, waren außer der Schul- auch noch Wohnbaracken. Schließlich war immer noch die sogenannte „Nachkriegszeit“, es fehlte an allen Ecken und Kanten. Erst ab 1959 wurden die Baracken so nach und nach abgerissen.

Das alte Schulgebäude steht heute noch immer, ist aber seit vielen Jahren, nachdem die VHS ihr dortiges Schreibmaschinenlabor wieder aufgegeben hatte, in privater Hand.

Fotos Schulstraße 1

Schulstraße 38

Schulstr.38-1907

Das Schulkollegium kaufte 1896 vom Hofbesitzer Wümpelmann ein am Schulwege nach der Itzehoer Chaussee (jetzige Schulstraße) gelegenes Stück Land für ca. 3000 Mark für den Bau eines neuen Schulhauses (Schulstraße 38). Der Bau wurde für 21.400 Mark an den Bauunternehmer Otto Witt übertragen.
Das neue, zweistöckige Schulhaus mit oberer Wohnung wurde am 9. November 1896 eingeweiht.
Lehrer Braasch wurde am 5. Januar 1901 Hauptlehrer dieser Mädchenschule und bewohnte die Wohnung im 1. Stock.
Mit Beginn des Sommerhalbjahres 1904 wurde eine vierte Mädchenklasse eingerichtet.
Bis 1967 wurde das Gebäude als Schule genutzt, danach pachtete das Deutsche Rote Kreuz Brunsbüttelkoog zwei ehemalige Klassenzimmer und richtete dort u.a. eine Altentagesstätte ein. Nachdem kurzzeitig eine Arbeitsstellenvermittlung und auch das Kooghaus in den Räumen verweilte, bezog die Arbeiterwohlfahrt das Gemäuer und 1998 errichtete der Brunsbütteler Künstler Jens Rusch dort seine Galerie.

Schulstraße 4

Im Sommer 1904 wurde neben der Schulstraße 2 ein weiteres, vierklassiges Schulgebäude vom Bauunternehmer Otto Witt gebaut. Es wurde am 11. Oktober 1904 eingeweiht.

Der Anbau („Pavillon“) 1957

Im Jahr 1955 wurde ein Erweiterungsbau für die Schule geplant, da immer noch eine Klasse im Mittelschulgebäude und einige Klassen in Baracken unterrichtet werden mußten. Der Anbau sollte hinter der Schulstraße 4 stattfinden. Vorbereitende Arbeiten, wie der Abriß der alten Kübelklosettanlage, das Fällen von Bäumen und die Auflösung der Gärten, die dem Bau im Wege standen, fanden bereits 1956 statt.
Das Richtfest des 1. Bauabschnitts war am 1. September 1956 und die Einweihung des sogenannten „Pavillons“ am 15. Januar 1957.

Tag des Baumes

1955 wurde mit Hilfe des Stadtbauamtes die Südfront des Schulhofes Schulstraße 2+4 mit Pappeln bepflanzt.
Auf der Kippe bei Mole 4 wurden 1956/57 nochmals rund 5000 Bäume gepflanzt und von den Schülern im Rahmen zur Bildung eines Schulwaldes ca. 15.500 junge Bäume.

Fotos Schulklassen und Einschulung

Nach 40 Dienstjahren erlag Lehrer Walter Nagel überraschend einem Herzschlag. Lehrer Friedrichsen kam an die Schule. Ende des Jahres 1955 hatte die Schule 624 Schüler.

Die Lehrkräfte in den 1950ern


1956 - Die Volksschule Brunsbüttelkoog hat jetzt 13 Lehrkräfte:
Jacobsen, Quasinowski, Miebrodt, Koball, Gronau, Preuß, Friedrichsen, Rathjen, Frau Schmidt, Frau von Wangenheim, Frau Dubbe, Frl. Carstens und Frl. Kruse.
1959 kamen Margot Lange und Gerd Böger dazu.

Die Schulleiter

  • Gustav Braasch (1920 – 1924)
  • Claus Rickert (1924 - 1933)
  • Simonsen ? (1933 – 1936)
  • Kahlke (1937 – ? )
  • John Jacobsen (1946 – 1961)
  • Heinrich Gumpert (1961 – 1970?)
  • Klaus Sommer (1971 – 1993)
  • Klaus Süfke, kommissarisch (1994-1996)
  • Uwe Niekiel (1996 - )

Fotos der Schule von 2021

Zeitungsartikel Volks- und Grundschule

Vogelschießen

Vogelschießen 1950er
Kinderfest der Brunsbüttelhafener Volksschule 1908


Textquelle: 222 Jahre Schule Brunsbüttel

Der Brauch des Vogelschießens geht auf einen germanischen Mythos zurück. Auf der alljährlichen, altgermanischen Frühlingsfeier schoss man auf einen an der Stange befestigten Vogel, den unheiligen Höllenvogel. Indem man ihn erlegte, so der Glaube, verbannte man das Böse aus der Welt, um den Menschen zum Frühlingsanfang das Licht, das Gute, zu bescheren.
Im Mittelalter formierten sich die Bürger der noch jungen Städte in Bruderschaften oder Gilden, um dort das Schießen zu üben und sich gegenseitig zu helfen. Anfangs stand gewiss der militärische Zweck im Vordergrund, schließlich wollte der Umgang mit der Armbrust geübt sein. Doch schon bald traten die gesellschaftlichen Elemente in den Vordergrund. Seit dem 16. Jahrhundert gab es auf dem Land regelrechte Schützenfeste, bei denen auch neben dem Schuß auf den Vogel („Papagoy“ genannt) oder eine Scheibe auch andere Spiele, z.B. auch für Frauen, veranstaltet wurden. Dazu gehörten auch die Umzüge mit Fahnen schwenkenden Fähnrichen, Standreden und Königstanz.

Die Königskette aus Brunsbüttel von 1585 (heute im Dithmarscher Museum) ziert ein silberner Vogel, neben einem dicken Vogel auf der Stange.
Da die meisten Feste im 19. Jahrhundert mit Schießen und Spielen verbunden waren, ist es naheliegend, die Schulfeste ab 1870 nach diesem Vorbild zu gestalten. Und so wuchs der Wunsch, einmal im Jahr so ein Schulfest zu gestalten.
Während in vielen Orten das Kinderfest abgeschafft wurde, pflegt man in Brunsbüttel, nach einer Elternumfrage, den Brauch des Kindervogelschießens..

Zeitungsartikel Vogelschießen

Sportwettkämpfe

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