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Urbahns

Aus Dithmarschen-Wiki

Inhaltsverzeichnis

Bekannte Namensträger

Den Familiennamen Urbahns tragen mehrere dithmarscher Persönlichkeiten:

Zur Herkunft der Familie Urbahns in Dithmarschen

Moderne Darstellung der Sulemann Säule

Auf den ersten Blick erscheint der Name Urban wie ein Fremdkörper in Holstein bzw. Dithmarschen. Dieser Befund ist aber nicht unbedingt zutreffend, denn der Name Urban bzw. die norddeutsche bzw. friesische Form Bahne ist sehr früh, wenn auch eher selten, in Schleswig-Holstein, insbesondere aber in Nordfriesland, vorzufinden. Dort wirkte aber noch länger als anderswo die patronymische Namensgebung nach, die im Herzogtum Schleswig erst im Jahre 1771 offiziell abgeschafft worden ist (in Dithmarschen ist diese zumeist nur bis zum 16. Jahrhundert anzutreffen). Eine aus geographischer Sicht viel versprechende frühe Erwähnung des Namens Urban erscheint die Erwähnung einer Witwe Elisabeth Uhrbans, die im Oktober 1648 in der Sant-Marien Kirche zu Rendsburg einen Paul Brocks ehelicht.

Letztlich bleibt aber bleibt die Frage woher die Urbans nach Holstein zugewandert sind, vielleicht als Folge des Dreißigjährigen Krieges, oder aber auf andere heimische Linien, insbesondere nordfriesische oder gar dänische Stammväter, zurückzuführen sind, offen. Ein Grund für das Auftauchen in Nübbel könnte etwa der dort verbreitete Schiffsbau gewesen sein oder das Rendsburg als Garnisions- und Feststungstadt immer auch Soldaten und andere Berufe aus anderen Ländern insbesondere auch aus Dänemark angezogen hat.

An der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert, nicht zuletzt durch die verbesserte Quellenlage, erscheinen unterschiedliche Urbans-Linien, die einen deutlich unterschiedlichen Verlauf nehmen und doch aufgrund ihrer Wahl von Vornamen, insbesondere Thomas bzw. Thoms und ihrer geographischer Übereinstimmung wohl auf einen gemeinsamen Stammvater zurückgehen könnten. Das Auftauchen zu dieser Zeit könnte auch eine Folge des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) und des folgenden nordischen Krieges gewesen sein, der zu erheblichen Umwälzungen in der Bevölkerung geführt hat.

Darstellung frühe Urbans Linien

Freilich gehört hierzu auch das Auftauchen von anderen Urbans-Linien oder doch zumindest einzelnen Urbans-Familien, die so gar nicht in Verbindung mit den Hauptlinien gebracht werden können. Zu nennen wäre hier etwa die Meldorfer Linie des Simon Jacob Urbans (Simon Jacob, als Maurermann bezeichnet, wird im Meldorfer Kirchenbuch bis 1723 bei insgesamt 7 Taufen, davon dreimal Zwillingsgeburten, erwähnt und taucht sodann nicht mehr auf) oder die Rendsburger Linie des Peter Urbansen (Hier wissen wir von insgesamt drei Generationen im Zeitrahmen 1719 bis 1728, wobei die Taufpaten auf einen militärischen Hintergrund deuten).

Im Folgenden soll auf vier Äste der Urbans, über die nähere Angaben vorliegen, kurz eingegangen werden. Es sind dies die zwei sehr erfolgreichen Linien, die aus dem Rendsburgischen nach Dithmarschen zugewandert sind, nämlich der Braakener Ast sowie der Dellstedter Ast. Auch der Wehrener Ast ist nach Dithmarschen eingewandert jedoch bereits nach einer Generation im Mannesstamm erloschen. Lediglich der Rendsburger Ast ist der Rendsburger Gegend des Stammvaters einigermaßen treu geblieben.

Braakener Ast

Den bisher frühesten Hinweis auf den gemeinsamen Stammvater des Braakener Astes, Thomas Urbans, erhält man aus einer Eintragung im Kirchenbuch Hemmingstedt in Dithmarschen aus dem Jahre 1750, wo unter der Nr. 5 zu lesen ist, dass sich ein gewisser Ehlert Urbahns, Sohn des Thomas Urbans aus Nübbel im Rendsburgischen, mit einer Telsche Hansen, nachgelassener Witwe des Hans Hansen verehelicht hat.

Ehlert Urbans wird wohl einige Jahre vor seiner Heirat nach Dithmarschen gewandert sein. Zu dieser Zeit dürfte Ehlert bereits an die 40 Jahre alt gewesen sein. Immerhin lässt das Alter von Ehlert Rückschlüsse auf das Geburtsjahr seines Vaters Thomas Urbans zu, das man mit zirka 1680 annehmen kann. Demnach wäre Thomas Urbans aus Nübbel der bisher früheste gesicherte Stammvater der Familie. Braaken wird zu dieser Zeit ein sehr kleiner Ort gewesen sein, vielleicht nur mit einigen Katen, denn 1837 hat das Dorf Braaken nahe Hemmingstedt nur 41 Wohnhäuser mit insgesamt 197 Einwohnern (vgl. Trede, Topographie beider Dithmarschen, 1837). Im 20. Jahrhundert ist Braaken in der Gemeinde Hemmingstedt aufgegangen.

Darstellung Braaken Linien

Ehlert hat mit Telsche Klening, Witwe Hansen, noch zwei Söhne, nämlich Detlef und Jürgen, mit denen sich die Linie in zwei Äste trennt. Detlef Urbahns wird in der Volkszählung von 1803 als Käthner, also Kleinbauer, mit eigenem Land in Braaken bezeichnet. Jürgen Urbahns, Detlef’s Bruder, wird bei der Volkszählung von 1803 als Hufner (Großbauer) bzw. Krügerwirt mit Land in Braaken bezeichnet, zuvor in den Kirchenbüchern als Schullehrer. Von seinen vier Söhnen sind drei Söhne in die USA ausgewandert und haben sich in zahlreichen Familien über die USA verbreitet. Alle heute lebenden Urbahns lassen sich auf Ehlert Urbans zurückführen.

Der Dellstedter Ast

Darstellung Dellstedter Linien

Die Geschichte der Dellstedter Urbans ist noch nicht ausreichend erforscht. Dieser Ast der Urbans ist sehr wahrscheinlich mit den Braakener Urbahns verwandt. Der Name Thoms des ersten Stammvaters dieses Astes sowie die Herkunft aus Nübbel sind dafür ein sehr sicheres Indiz. Die Urbans scheinen insbesondere fähige Handwerker gewesen zu sein. Währen der erste Thoms noch als Schuster bezeichnet wird, bestehen später Verbindungen mit der Grobschmidt Familie Niestadt, die eine Generation zuvor wahrscheinlich aus Sachsen Anhalt nach Dithmarschen zugewandert ist. Zu dieser Familie gehört wahrscheinlich auch ein Jarrenwisch Zweig, deren Anschluss aber noch nicht geklärt werden konnte.

Der Wehrener Ast

Beim Wehrener Ast handelt es sich um die Familie Claus Urbans. Von ihm erfährt man Näheres aus der Eintragung ins Kirchenbuch von Wesselburen beim Tod seiner Frau, dass er wie Ehlert auf dem Hof einer Witwe gearbeitet und diese schließlich geheiratet hat. Die Claus-Urbans-Linie in Wehren konnte im Mannesstamm nicht fortgesetzt werden, weil Claus’ Söhne, 9 und 11 Jahre alt, zur gleichen Zeit am 11 April 1776 verstorben sind. Man weiß nicht ob es sich um einen Krankheitsfall oder Unfall gehandelt hat. Claus leibliche Töchter heiraten beide angesehene Männer des Kirchspiels Wesselburen. Catharina Urbans heiratet im Jahr 1790 den Vollmacht und Kirchenspiel-Deputierten Peter Reimer Dreeßen in Wehren. In dessen Hause verbringt Claus nach der Volkszählung von 1803 seinen Ruhestand, zusammen mit 7 Dienstboten, die zum Haushalt gehörten. Tochter Anna Maria Urbans heiratet 1783 den Hufner Clas Peters in Jarrenwisch. Vgl. auch die Ausführungen zur Familie von Horsten (externer Link).

Der Eintrag im Kirchenbuch lautet wie folgt:

Wesselburen, Todten=Register 1792. Nro 33, [get] Apr. d: 7ten, [begr] Apr. d: 13ten: Johanna Sophia Urbanus, des Claus Urbanus Erbeingesessenen zum Wehren Ehefrau. Ihr Vater, der vor mehr als 30 Jahren starb, war Johann Andreas Gädeke, des sel. Past. Gädeke zu Quickborn Sohn, kam aus Hamburg nach Oester=Husum, wo er die Aussen=Pachtung verwaltete. Die Mutter Cath. Maria eine geb. Janssens war aus Bredst: gebürtig. Defunct. ward in Heuer im Amte Tundern gebohren. Ihr Vater hatte auf dem Hofe zu Wehren einige Zeit gediehnet. Im Jahre 1751 im Juli ward sie copuliret mit dem Jungges: Hinrich Kloppenburg von Poppenw. m. d. sie eine Tochter zeuget, welcher 1758 am ersten April. starb. Am 4 Dec: 1759 schritt sie zur zweiten Ehe mit dem Jungges: Claus Urbanus, der auf ihrem Hofe dienete, mit dem sie 6 Kinder zeugete, davon 1776 am 11ten Apr. zwei Söhne zugleich beerdigt wurden. Sie hat aus der ersten Ehe eine, und aus der andern zwo Töchter, alle drei verheirathet noch, respect: an Detl. Haacke, an Claus Peters und an Peter Reimer Dresen, und von den ersten beiden 6 Kindes Kinder auch ausser dem Wittwer. Sie ward 63 Jahre 4 Mon. und 3 Tage mit Rede beim Grabe auf dem alten Kirchhofe, welche ich hielt über Sirach. 14 & 22. Dom Quasimodogeniti.

Der Rendsburger Ast

Der Rendsburger Ast beginnt mit Jürgen und Johann Hinrich Urban, wobei nur der letztere nachweislich männliche Nachkommen hat. Man weiß wenig über diese Familie, die meist als Dienstknechte und Kleinbauern in Erscheinung getreten sind, weil letztlich auch der Anschluss an noch lebende Familienmitglieder fehlt. Bekannt ist zumindest, das die Familie Jacob Urban im Jahre 1868 nach Brasilien ausgewandert und dort auch angekommen ist. Weitere Nachricht liegt zu dieser Familie bisher nicht vor.

Frühe Urbans Linien Rendsburger Raum

Zur Herkunft des Namens Urbahns

Der Name Urban (lateinisch für städtisch, weltmännisch, gebildet) wurde in Deutschland zur Zeit der Kreuzzüge heimisch, in der nicht nur die ersten Familiennamen entstanden, sondern auch die Heiligenverehrung zu einer Art Volksbewegung geworden ist (vgl. Hans Markus Thomsen in ‚Die Welt’, Was sagt ein Name? Turban und Urban: Diese Namen geben uns Hoffnung auf guten Wein). Heiligennamen sind sehr häufig zu Taufnamen geworden und in dessen Folge häufig zu Familiennamen, die im 14. bis 15. Jahrhundert, jedoch regional unterschiedlich, in Deutschland allgemein üblich wurden. Man kann davon ausgehen, dass der Nachname Urbahns aus dem Vornamen Urban entstanden ist.


Wappen

Die Urbahns gehörtem wahrscheinlich einem der Dithmarscher Geschlechterverbände an. Sie werden zu den Sulemann gerechnet. Vgl. auch: Die Sulemannen-Gruft

Weitere Persönlichkeiten der Familie

Heinrich Christian Urbahns (*1872 Glüsing, +1959 ebd.)

Von ihm weiß die Dithmarscher Landeszeitung 1957 folgendes zu berichten: „Als ältester Einwohner der Gemeinde begeht am Sonntag der Altbauer und frühere Tiefbauunternehmer Heinrich Urbahns im Kreise seiner Familie, Verwandten und Bekannten seinen 85. Geburtstag. Seltene körperliche und geistige Frische zeichnet den Jubilar trotz seines hohen Alters aus. In Glüsing auf dem Hof seines Geschlechtes geboren, hat der Jubilar in Heide vorübergehend einen Landmaschinenhandel betrieben und später ein Tiefbauunternehmen gegründet. Der Hindenburgdamm, die Eiderabdämmung bei Nordfeld sowie zahlreiche Chausseebauten und Wegebauten auf der Geest und in der Marsch waren u.a. seine Betätigungsfelder und haben ihn zu einer bekannten Persönlichkeit unseres Landes werden lassen. . .“

Weniger bekannt ist, dass Heinrich Christian als erster Dithmarscher und angeblich 205ter Schleswig-Holsteiner – ausweislich der Nummer seiner Fahrerlaubnis - im Jahre 1906 seinen Führerschein gemacht hat. Freilich musste man damals mit dem Wagen (ein Opel ohne Verdeck, der aus Hamburg herangeschafft worden war) nur einmal um die Tellingstedter Kirche fahren und schon war die Prüfung bestanden - kaum jemand verstand damals etwas von der neuen Technik.

Vgl. auch die Geschichte einer Dampfmaschine, die 1905 ihren Weg von Deutschland nach Chile nimmt und im Jahre 2006 zurück nach Schleswig-Holstein gelangt: Externer Link: Museumshof Lensahn


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