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Deichbau

(Weitergeleitet von Stöpe)

"Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
der täglich sie erobern muss"
J.W. von Goethe FAUST II


Jens Rusch : Dein neuer Koog ist ein fressend Werk

Deich2.jpg

Jens Rusch : Hauke Haien entwirft ein neues Deichprofil

Illustration zur Verfügung gestellt von Karin Rohner.

"Und so verbringt, umrungen von Gefahr hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr" J.W.v Goethe FAUST II

Inhaltsverzeichnis

Deichbau

Meeresspiegelanstieg.jpgQuelle: Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und ländliche Räume.

Deichbauten an den Küsten sind mittlerweile ausgeklügelte Systeme, die nicht nur aus dem Hauptdeich bestehen. Meist liegt vor dem Deich Deichvorland, das die Wellen bricht und den Ansturm des Wassers vermindert. Muss der Deich direkt an der Wasserkante gebaut werden, ist ein Schardeich notwendig. Teilweise kann vor dem eigentlichen Deich noch ein Sommerdeich liegen. Dieser ist relativ niedrig, so dass er nur geringere Fluten aufhält. Den schwereren Fluten, die an der deutschen Küste meist im Herbst oder Frühjahr vorkommen, ist er jedoch nicht gewachsen. Dieser Deich verfügt über eine flache Konstruktion, da er regelmäßig vom Wasser überschwemmt wird und dabei keine größeren Schäden durch die Flutwelle nehmen soll. Auf den Halligen ist der Sommerdeich der einzige Deich, bei schweren Fluten sind die Halligbewohner auf den Schutz durch Warften angewiesen.

Der eigentliche Hauptdeich ist der größte Deich in der Reihe. Die Wasserseite der Deiche ist flacher als die Landseite, um Wellen weniger Angriffsfläche zu bieten. Theodor Storm beschreibt dies anschaulich in seiner Novelle Der Schimmelreiter:

  • „Vor dreißig Jahren ist der alte Deich gebrochen; dann rückwärts vor fünfunddreißig, und wiederum vor fünfundvierzig Jahren. Der neue Deich aber soll trotz solcher hundert und über hundert Jahre stehen; denn er wird nicht durchbrochen werden, weil der milde Abfall nach der Seeseite den Wellen keinen Angriffspunkt entgegenstellt.“

0c1fe740.jpg Deiche bestehen meist aus einem Sandkern, der von einer ein bis zwei Meter dicken Schicht aus bindigem Material bedeckt wird. Darauf wird zur Vermeidung von Erosion bzw. zur Erhöhung der Stabilität Gras angepflanzt. Sowohl um die Grasnarbe kurz und dicht zu halten als auch um den Boden fest zu trampeln, werden Deiche oft von Schafen beweidet. Wenige Deiche haben eine Teerdecke, meist Schardeiche, die dem Wasser ohne schützendes Vorland ausgesetzt sind wie zum Beispiel am Eidersperrwerk.

Die Deichhöhe ist von der jeweiligen Landschaft und Flutgefahr abhängig. Die Flussdeiche an der Elbe haben in bestimmten Abschnitten z. B. eine Höhe von 8 m, Seedeiche sind höher und teilweise über 100 m breit.

Die Landseite des Deiches muss einen Deichwehrweg (Deichverteidigungsweg) besitzen, über den zum Beispiel Sandsäcke heran transportiert werden können. Weiter im Hinterland folgt eine zweite Deichlinie, die aus Schlafdeichen besteht. Diese verhindern, dass nach einem Deichbruch größere Flächen überflutet werden. Zudem sind die Flächen zwischen erster und zweiter Deichlinie meist dünn besiedelt oder dienen an einigen Flüssen gleich als eventuell zu öffnendes Ausgleichsbecken, um den Wasserstand zu senken. An der Küste bricht das Ackerland weiter die Gewalt der Wellen und des Wassers. Schlafdeiche sind oft die alten Deiche an der ehemaligen Küstenlinie, die durch Landgewinnung ins Binnenland gewandert sind.

  • Die Befestigung von neuen Deichstrecken mit Stroh wird als Bestrickung bezeichnet.
  • Ein Aufgang oder eine Auffahrt zum Deich wird auch Akt genannt.
  • Ein verschließbarer Durchlass für einen Verkehrsweg wird Stöpe genannt.

Bei der Landgewinnung wird Landanwachs zu Kögen eingedeicht. Der Seedeich muss zur regelmäßigen Entwässerung mit einem Siel ausgestattet sein.

Ein Problem, insbesondere bei Flussdeichen, ist mancherorts die Unterminierung der Anlagen durch die Wühltätigkeit von Bisamratten. Hierdurch entstehen dem Tief- und Wasserbau hohe Kosten für Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten.

In Deutschland findet die DIN 19712 „Flussdeiche“ für den Deichneubau Anwendung.

Geschichte

Bis zum Mittelalter kannten die Menschen keinen Deichbau, sondern bauten ihre Häuser und Siedlungen auf Warften (aufgeschüttete Erdhügel). Die erste Deichform waren Ringdeiche, die sich um eine Siedlung oder einen Weideplatz für die Tiere schlossen. Im Laufe der Jahrhunderte wurden diese Deiche verbunden, bis sie eine gemeinsame Linie bildeten. Brachen sie, wurden weite Teile des Landes überflutet. Da diese Landesteile oftmals unterhalb des Meeresspiegels lagen, war es ein großes Problem, das Wasser wieder vom Land zu entfernen.

Waren frühe Deiche oft kaum höher als zwei Meter, aber im Profil den heutigen Deichen ähnlich, setzte sich im Spätmittelalter die Technik der Stackdeiche durch. Diese hatten eine aus Holz gefertigte vertikale Kante zur Wasserlinie, die sich oft mehrere Meter über das Watt erhob. Sie waren allerdings sowohl aufwändig im Bau als auch in der Pflege, zudem erwies sich, dass sie leichter unterspült werden konnten. Wenn die Wellen gegen den Stackdeich brandeten, spritzte das Wasser in die Höhe und prasselte auf den Deich nieder, so dass dieser schnell aufweichte.

Nach der Burchardiflut 1634 wechselte man an der deutschen und dänischen Küste wieder zu Deichen mit flacherem Profil und begann, Deichbau und Entwässerung von kommerziellen Unternehmern leiten zu lassen, die mit Oktroy aus den Niederlanden nach Deutschland gelockt wurden. Als sich bei den Sturmfluten von 1717 und 1825 jeweils zeigte, dass die Deiche zu niedrig gewesen waren, wurden sie an die neue Fluthöhe angepasst. Bei der Hamburg-Sturmflut von 1962 erwies sich, dass sie vielerorts immer noch zu niedrig waren.

Mussten Deiche früher noch von den Bewohnern der Küstengebiete selbst gebaut werden, so gehört der Küstenschutz in den industrialisierten Ländern seit der Industrialisierung zu den Staatsaufgaben. Quelle: Wikipedia

Küstenschutz heute

  • Wattopedia Ausführliches zum Thema Küstenschutz.

Landgewinnung

Die Kööge und ihre Namen

Hauke-Haien als Symbolfigur

Hauke, Sohn eines Landvermessers und Kleinbauern, setzt sich, anstatt sich mit Gleichaltrigen zu treffen, viel lieber mit der Arbeit seines Vaters auseinander. Er schaut dem Vater zu und hilft ihm beim Ausmessen und Berechnen von Landstücken. So lernt er extra Niederländisch, um eine niederländische Ausgabe von Euklids Werken lesen zu können, die der Vater besitzt. Fasziniert scheint er von der See und von den Deichen zu sein. Oft sitzt er bis in die tiefe Nacht am Deich und beobachtet, wie die Wellen an den Damm schlagen. Er überlegt, wie man den Schutz vor Sturmfluten verbessern könnte, indem man die Deiche zur See hin länger anlegen würde. Manchmal nimmt er auch ein bisschen Kleierde mit nach Hause und knetet bei Kerzenschein Deichmodelle, die er dann in einem Wasserbecken testet, indem er künstliche Wellen erzeugt. Dem Vater ist diese Gelehrsamkeit bald zu viel.

Als der örtliche Deichgraf Tede Volkerts einen seiner Knechte entlässt, bewirbt sich Hauke um die Stelle und wird angenommen. Doch auch hier hilft er dem Deichgrafen mehr beim Rechnen und Planen als in den Ställen, was dem Deichgrafen zwar gut gefällt, ihn aber bei Ole Peters, dem Großknecht, unbeliebt macht. Da Hauke auch das Interesse von Elke, der Tochter des Deichgrafen, wecken kann, verschärft sich der Konflikt zwischen Hauke Haien und Ole Peters weiter.

Binnen kurzer Zeit versterben Haukes und Elkes Väter. Hauke erbt Haus und Land seines Vaters. Als es darum geht, die Stelle des Deichgrafen neu zu vergeben, keimt der Konflikt zwischen Hauke und Ole erneut auf. Traditionell wird Deichgraf, wer das meiste Land sein Eigen nennen kann. Dies wäre nun Ole Peters gewesen, der zwischenzeitlich in eine Familie eingeheiratet hat, die mehr Land als Hauke besitzt. Gegenüber dem Oberdeichgrafen, der die Stelle des örtlichen Deichgrafen zu vergeben hat, ergreift Elke das Wort und erklärt, sie sei bereits mit Hauke verlobt und durch eine Hochzeit werde Hauke somit das größte Stück Land in der Region besitzen. So wird Hauke Deichgraf.

Hauke setzt nun die neue Deichform, die er als Kind bereits geplant hat, in die Tat um. Vor einem Teil des alten Deiches lässt er einen neuen bauen, ein neuer Koog entsteht und somit mehr Ackerfläche für die Bauern. Die Rituale der Deichbauern verlangen aber, dass „etwas Lebendiges“ im Deich verbaut werden muss. Zuweilen hatte man früher Zigeunern Kinder abgekauft und diese lebendig in den Sandmassen begraben. Doch Hauke untersagt diesen Brauch beim Bau seines neuen Deiches – als die Arbeiter einen Hund eingraben wollen, rettet er diesen – und so sehen viele einen Fluch auf diesem Deich lasten.

Unheimlich erscheint den Dorfbewohnern ihr Deichgraf auch durch sein Pferd: einen edel aussehenden Schimmel, den er, krank und verkommen, einem gaunerhaften Reisenden abgekauft und herausgefüttert hat, der angeblich von einem Pferdeskelett auf einer nahen Hallig kommt, das bei seinem Erscheinen verschwunden war. Oft wird er mit dem Teufel in Verbindung gebracht und sogar selbst als dieser bezeichnet.

Tagein, tagaus beobachtet er seinen Deich, indem er ihn mit seinem Schimmel abreitet. Der neue Deich hält den Stürmen stand, doch der alte Deich, der rechts und links des neuen Kooges weiterhin verläuft und dort die vorderste Front zur See darstellt, wird vernachlässigt. Als Jahre später eine Sturmflut hereinbricht und der alte Deich an einer Stelle zu brechen droht, durchstößt man den von Hauke geplanten und gebauten Deich auf den Wunsch seines Widersachers Ole Peters, da dieser sich damit erhofft, dass sich die Kraft des Wassers auf den neuen noch unbewohnten Koog konzentrieren werde. Doch während sich die Arbeiter mit dem Durchstechen des neuen Deiches beschäftigten, bricht der alte Deich. Als in jener Nacht auch Elke mitsamt ihrer gemeinsamen Tochter Wienke, die geistig behindert ist, auf den Deich hinausfährt, muss Hauke mit ansehen, wie die durch den Deichbruch in den Koog schießenden Wassermassen Frau und Kind unter sich begraben. In seiner Verzweiflung stürzt er sich ebenso mitsamt Pferd in die Wassermenge, die das Land überflutet, und ruft dabei:

   „Herr, Gott, nimm mich, verschon' die anderen!“ 

Quelle: Wikipedia

Wer nich will dieken, de mut wieken

Die Deicherhaltung war bis ins 18. Jahrhundert alleinige Aufgabe derer, die hinter dem Deich Land besaßen. Das mittelalterliche Spadelandrecht teilte jedem sein Stück Deich und das dazugehörige Spadeland (Vorland, aus dem die Erde für den Deichbau entnommen wurde) zu. Auch für Holz und Bestickung hatten die Anwohner aufzukommen. In besonders gefährdeten Gebieten oder wenn lange Deiche verhältnismäßig wenig oder wenig ertragreiches Land schützten, bedeuteten die Deichpflichten oft unerträgliche Belastung für die Bauern. Als Zeichen, dass sie aufgaben, steckten sie dann den Spaten in ihr Deichstück und verließen das Land. Wer sich das Land aneignen wollte, musste den Spaten herausziehen und damit demonstrieren, dass er bereit war, die Pflichten am Deich zu übernehmen. Streit um die die Zuständigkeiten in der Deicherhaltung oder Neueindeichung war an der Tagesordnung, beispielsweise, wenn die Bewohner eines hinteren Kooges nicht bereit waren, am Schutz des neuen Kooges mitzuwirken. Quelle: Wikipedia


Altes Deichrecht

Im Stedinger Deichrecht von 1424 wurden säumige Deichhalter mit harten Strafen belegt. Wer zum Beispiel Bäume, die zum Schutz der Deiche gepflanzt waren, beschädigte, dem wurde die Hand abgeschlagen, wer seine Deichstrecke in schlechtem Zustand hielt, und so das Verderben über das Land einbrach, wurde lebendig samt dem Holz und Steinen seines Hauses darin begraben. Wer mutwillig oder in boshafter Weise den Deich beschädigte, wurde verbrannt. Wer seinen Pflichten zum Unterhalt der Deiche nicht nachkommen konnte oder wollte, musste nach dem Spatenrecht sein Land aufgeben.

In der Bremischen Deichordnung von 1473 hieß es:

  • Jeder Besitzer eines Grundstücks hinter dem Deich ist dienstpflichtig und hat durch Hand- wie Spanndienste sowie Geldbeiträge an den Deichen mitzuarbeiten.
  • Jeder, der am Deich arbeitet, muss sich eines ehrbaren Wandels befleißigen. Es darf niemand, solange am Deich gearbeitet wird, fluchen oder lästerliche Reden führen. Den Deichpflichten kann sich niemand entziehen.

Im Sachsenspiegel sind die Besitzverhältnisse bei Landverlust oder -gewinn festgelegt. Wer sich seinen Pflichten am Deich entzieht, verliert sein Erbe.

Erinnerungen an den Deichbau

Knochenarbeit mit Spaten und Forke Erinnerung an die Eindeichung des Marner Neuenkooges vor 400 Jahren

Von Beate Meißner

Neufeld – Was heute vor allem Maschinen erledigen, war vor 400 Jahren reine „Handarbeit“. Knochenarbeit noch dazu. Auch beim Bau des Deiches für den Marner Neuenkoog. Udo Engel ließ jetzt diese gewaltige Leistung der Männer noch einmal lebendig werden.

Sechseinhalb Kilometer lang, 3,80 bis vier Meter hoch – von dem ehemaligen Seedeich sind heute nur noch Reste vorhanden. Er begann etwa beim Hof Hell in Fahrstedteraltendeich, verlief von dort nach Westen bis an den späteren Püttenweg, dann nach Süden bis nach Neufeld, wo er in Höhe des heutigen Hafens nach Osten in Richtung Westerdeich abknickte.

Mehr als ihre Muskelkraft, als Spaten, Forke, Karre und Holzbohlen standen den Männern für den Bau nicht zur Verfügung. Bei Wind und Wetter mussten die so genannten Koyer den schweren Kleiboden im Vorland aus den extra angelegten Pütten wuchten, auf Schubkarren – die natürlich nicht mit unseren heutigen zu vergleichen sind – verfrachten und mühsam zur Deichbaustelle fahren. Meist auf schmalen Holzbohlen, die obendrein ziemlich glitschig waren.

Nur wenn es trocken war, konnten auch Wüppen eingesetzt werden – kippbare Wagen, die von zwei Pferden gezogen wurden. Das schaffte eine ganze Menge mehr als der mühsame Karrentransport.

Die Soden wurden mit Forken auf den aufgeschichteten Deich gelegt und festgeklopft.

Von einem Acht-Stunden-Tag war damals noch nicht die Rede; 12 bis 14 Stunden täglich – und das sechseinhalb Tage in der Woche – mussten die Männer schuften. Sie versuchten natürlich, sich die Arbeit ein bisschen leichter zu machen. So schob nicht einer von ihnen den Karren bis zur Deichbaustelle, sondern sie wechselten sich an Ausweichstellen ab. Viel mehr war allerdings nicht möglich.

100 Schubkarren voll Kleiboden wuchtete ein Koyer vor 400 Jahren täglich von den Pütten zum Deich, das waren etwa fünf Kubikmeter Erde. Für einen Meter Deich waren aber durchschnittlich 80 Kubikmeter erforderlich – also entweder 16 Tage Arbeit für einen Deichbauer oder ein Tag Arbeit für 16 Koyer.

Nun könnte Deichbau ja genau wie heute eine jahrelange Aufgabe gewesen sein. War es aber nicht, weil der „blanke Hans“ den nicht fertigen Deich im Winter wieder weggerissen hätte. Also musste im Sommerhalbjahr, von März bis Oktober, so richtig rangeklotzt werden. Da hatte man wenigstens die Gewähr, dass keine Sturmflut drohte, außerdem war der Boden in dieser Zeit zu verarbeiten.

Sechseinhalb Kilometer Deich, rund vier Meter hoch und rund 80 Kubikmeter Erde pro Meter – das macht etwa 500 000 Kubikmeter, die für die Eindeichung bewegt werden mussten. Bei einer Arbeitsleistung von fünf Kubikmeter pro Mann und Tag und etwa 200 möglichen Arbeitstagen im Sommerhalbjahr schufteten über 500 Männer an der Eindeichung des Marner Neuenkooges.

Klar, dass die nicht nur aus den umliegenden Gemeinden angeworben werden konnten, sondern auch von weither kamen. Untergebracht waren sie in der Nähe der Deichbaustelle, in primitiven Hütten mit Dächern aus Stroh und Reet. Geschlafen haben sie nur auf einer Lage Stroh, verpflegt wurden sie mit Brot, Speck, Bier und Branntwein. Die Leistungen im Vergleich

Udo Engel hat in seinem Vortrag eine Vergleichsrechnung für drei Kilometer Deich, gebaut um 1750 und um 1980, aufgestellt. 1750 waren zehn Wochen Bauzeit nötig, damit 1000 Mann in einer 80-Stunden-Woche 400 000 Kubikmeter Erde bewegen konnten. Dazu benötigten sie 1000 Karren und ebenso viele Klei-Spaten sowie 23 000 Karrdielen.

Um 1980 dauerte der Bau 24 Wochen. 25 Mann (40-Stunden-Woche) bewegten dabei eine Million Kubikmeter Erde mit Hilfe eines Cutterbaggers, fünf Planierraupen, zehn Baggern und 14 Transportfahrzeugen.

Quelle: DLZ Autorin: Beate Meißner

Klimawandel

Sturmflutschutz, was kann da noch auf uns zukommen? Das internationale Expertengremium „Klimawandel“, kurz IPCC, hat neue Vorhersagen zum Anstieg des Meeresspiegels veröffentlicht. Demnach könnten die Wasserstände an Nord- und Ostseeküste zu Ende dieses Jahrhunderts um etwa 20 bis 60 cm höher liegen als heute. Wie stark der Anstieg genau ausfallen wird, hängt auch davon ab, wie wir uns künftig verhalten. Die Vorhersagen sind sehr ernst zu nehmen. Wir werden uns in Zukunft vermehrt anstrengen müssen, um den Sicherheitsstandard aufrecht zu erhalten. Im Übrigen gibt es aber auch heute keine absolute Sicherheit vor Überflutungen. Ein Unsicherheitsfaktor ist die Eiskappe auf Grönland. Würde sie durch steigende Temperaturen komplett abschmelzen, könnte der Meeresspiegel sich um mehrere Meter anheben. Ein solcher Schmelzvorgang würde nach Aussage des IPCC aber Jahrhunderte bis zu einem Jahrtausend dauern. Eine unmittelbare Bedrohung besteht also auch in dem Fall nicht. Neben dem Meeresspiegelanstieg sind auch erhöhte Sturmwasserstände für die Zukunft nicht auszuschließen. Untersuchungen des Forschungsinstituts GKSS bei Hamburg deuten an, dass die Sturmwasserstände zu Ende dieses Jahrhunderts an der Westküste und in der Elbe um einige Dezimeter höher auflaufen könnten, als heute. Für die Ostküste sind solche Untersuchungen bisher noch nicht durchgeführt. Aus diesen Gründen hat die Landesregierung bereits im Jahre 2001 in ihrem Generalplan Küstenschutz folgendes festgelegt. Bei erforderlichen Deichverstärkungen ist ein „Klimazuschlag“ von 50 cm (Westküste, Elbe) bzw. 30 cm (Ostküste) auf die Deichhöhe aufzuschlagen. Das Land sorgt vor, was allerdings mit erheblichen Kosten verbunden ist. Quelle: Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume


Goethe und der Deichbau

Folgt man Eckermann, dann war ein Besuch Goethes an der Nordseeküste ausschlaggebend für einen dramaturgischen Paradigmenwechsel in den Schlußszenen von Faust II. Goethe erkannte hier sein Idealbild vom "freien Volk auf freiem Boden" und die geeignete Szenerie vom Augenblick, von dem der gealterte Faust sagen würde "verweile doch, Du bist so schön". Faust, mittlerweile hundert Jahre alt und blind, hält das Spatengeklirr der lärmenden Lemuren, die sein Grab schaufeln, für Arbeiter beim Deichbau zur Landgewinnung. Zitate:

"Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
der täglich sie erobern muss".


"Und so verbringt, umrungen von Gefahr
hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr"

Aktuelles zum Deichbau

Kleine Anfrage des Abgeordneten Oliver Kumbartzky (FDP)und Antwort der Landesregierung – Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume zum "Zustand der Landesschutzdeiche und Sperrwerke": Anfrage



Wird ergänzt.--Jens Rusch 08:36, 11. Jun. 2008 (CEST)

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