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Sühnesteine

Aus Dithmarschen-Wiki

Gedenksteine und Gedenkkreuze

Wer aufmerksam durch die Landschaft Dithmarschen fährt, der findet an vielen Stellen Kreuze oder andere Zeichen, die heute zumeist an einen Unglücksfall (sprich: Verkehrsunfall) erinnern – sie sind Mahnung und Erinnerung in einem.

Gedenkstein für Hans Reimer Claussen in Fedderingen
Stolpersteine für Friedrich Jansen in Meldorf

Ein Beispiel ist etwa der Gedenkstein für die Sängerin Alexandra, die bei einem Verkehrsunfall 1969 bei Tellingstedt tödlich verunglückt ist.

Ein weiteres Beispiel sind die Stolpersteine, die auch an einigen Stellen in Dithmarschen verlegt worden sind, z.B für Friedrich Jansen in Meldorf.

Bild rechts zeigt: Gedenkstein für Hans Reimer Claussen in Fedderingen


. . . hier könnten weitere Gedenksteine zu Unglücksfällen in Dithmarschen zur Erinnerung angeführt werden . . . (bitte einfügen)

Sühnesteine

Auch in alten Zeiten waren Gedenksteine weit verbreitet häufig als Sühnesteine. Treffend führt Gustav Frenssen aus (Die Chronik von Barlete, Berlin 1929, Seite 90): „Das Rechtsgefühl war anders als jetzt. Der Totschläger musste nur eine Geldbuße zahlen, wenn es schlimm war außer Landes gehen. Der Dieb und Einbrecher aber wurde getötet. Das kam daher, dass ersterer sehr oft einer von den alteingesessenen Geschlechtern war und die Ursache der Tat verletzte Ehre, während der zweite meist ein Armer, sehr oft ein Unfreier oder Heimatloser war.“ Es war wohl diese Rechtsaufassung, die dazu führte, dass die Familie des Geschädigten als 'Sühne' nicht nur Wiedergutmachung in Geld forderte, sondern auch ein öffentliches Bekenntnis der Reue.

Als Beispiel mag man den sog. Klaassteen bei Schalkholz anführen. Über ihn hat schon Müllenhoff in „Sagen, Märchen und Lieder der Herzogtümer Schleswig-Holstein und Lauenburg, Kiel 1845“ spekuliert. Der Klaasstein, dessen Inschrift heute verwittert ist soll folgende Inschrift gehabt haben:

„KARSTEN GROTH IS GESHATE(N), DEN GOT WILL GNEDI(GSEN), A(NNO 15)80“

Nach Harald Jebsen deutet vieles auf einen Brudermord – Unglücksfall oder Totschlag, alles ist möglich – da die Familie Karsten Groth in Schalkholz nachweislich bis 1812 ansässig war und ein Claus Groth statt seines Bruders Carsten Groth den Hof fortführt.

an die regionalen Hobbyfotographen: Bitte Foto des Klaassteen einfügen

Ein noch bekannteres Beispiel ist freilich der auf dem Geschlechterfriedhof Lunden befindliche Gedenkstein für den ermordeten Achtundvierziger Peter Swyn.

Literatur

  • C. Rolfs, Martelkreuze (Sühnesteine) in Dithmarschen, Hoyer 1923
  • Harald Jebsen, Der Zusammenhang zwischen dem Sühnestein für Carsten Groth aus dem Jahr 1580 und den Familien Groth, Suhl/Jebens, Carstens und Thießen aus Schalkholz/Dithmarschen, aus Familienkundliches Jahrbuch Schleswig-Holstein, Kiel 1995, dort auch eine Zeichnung des Klaassteen nach Wilhelm Johnsen.

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