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Rund ums Baggern

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Baggern ist wichtig

Die Saugbagger in Brunsbüttelkoog überspülten bis in die späten 80er-Jahre Felder von Bauern, die sich dazu bereit erklärten. Diese Äcker (oftmals Ödland) wurden durch den aufgespülten Schlick biologisch aufgewertet. Die Bagger „Titan“ und „Wilhelm Krüger“ waren in der Lage, mit Hilfe einer aufgesetzten Düse den mit Wasser durchsetzten Schlick über eine Entfernung von bis zu 30m zu versprühen.

Inhaltsverzeichnis

Spülböcke

Da aber nicht über jede Entfernung und an jedem Ort so verfahren werden konnte, baute man sogenannte Spülböcke, mit deren Hilfe man an das hochliegende Spülrohr des Baggers heranreichte. Die Baggerbesatzung flanschte das an Bord befindliche Spülrohr an das landseitige Rohr an und der Bagger konnte mit Hilfe einer starken Pumpe den Schlick durch das Rohr pressen. Über ein Verteilersystem und entsprechende Rohrabschottungen war man in der Lage, mehrere Felder über eine Rohrverbindung nacheinander zu überspülen.

Flexibler Spülbock

Bagger Krüger am flexiblen Spülbock (Quelle:WSA-Brunsbüttel)

Bei Kanalkilometer 9,5 - in der Weiche Kudensee - wurde Anfang der 50er-Jahre eine Spülkonstruktion auf einer Schute montiert. Da die Schute den Wasserbewegungen ausgeliefert ist, mußte die Rohrverbindung ebenfalls flexibel sein. Dies bewerkstelligte man mit einer Gummimanschette (s. Foto).

Der Spülbock Ostermoor

Bagger „Krüger“ steuert den Spülbock an, Aufnahme von 1973 (Quelle:WSA-Brunsbüttel)
Das Baggerpersonal beim Zusammenflanschen der Rohre (Quelle:WSA-Brunsbüttel)
Man erkennt die Größe des Spülrohres und links hinter dem Arbeiter die eingeschlagenen Holzkeile zum Abdichten (Quelle:WSA-Brunsbüttel)

Später hat man sich von der sehr labilen Konstruktion in der Weiche Kudensee getrennt und einen festen Spülbock auf der Nordseite Ostermoor aufgebaut. Ältere Brunsbütteler Radler können sich sicher noch an den alten, nahezu unbefestigten Kanalseitenweg erinnern.
Interessant wurde dieser ja erst, wenn der Bagger „Krüger“ gerade das Spülrohr mit Baggergut „beschickte“. Die Rohre waren zwar fest miteinander verbunden, jedoch waren sie – trotz entsprechenden Dichtungsmaterials – nicht so dicht, daß kein Schlick in hohem Bogen aus den Verbindungsstellen heraustrat. Diese wurden zwar immer wieder mit kleinen Holzkeilen abgedichtet, aber dann wurden andere Verbindungsstellen „leck“. So wurde man Zeuge der recht großen Pumpleistung des Baggers.

Spülfelder

Nachfolgend einige Bilder von Spülfeldern und Kanalseitenwegen der früheren Zeit.

Die Zwischenpumpe Kudensee

Die Zwischenpumpe im Bau, im Hintergrund das Schöpfwerksgebäude (Quelle:WSA-Brunsbüttel)

Im Laufe der Zeit wurden die Wege zu den Spülfeldern immer weiter, so daß der Pumpendruck des Baggers nicht mehr für alle Felder ausreichte. Es sollten u.a. Felder bis Buchholzermoor überspült werden.
In den späten 50er-Jahren wurde von einer Firma eine Pumpstation gebaut und diese später vom damaligen Wasserbauamt (heute Wasser-und Schiffahrtsamt) übernommen. Die Zwischenpumpe wurde – wie der Name schon sagt – zwischen Spülbock und Spülfelder zur Verstärkung der Pumpleistung eingesetzt In einem Blechschuppen neben dem Schöpfwerksgebäude Kudensee wurde die Pumpe untergebracht. Der Motor dieser Pumpe hatte eine Leistung von 1000 PS und wurde mit einer Spannung von 3380 Volt betrieben. Die Stromversorgung kam anfangs direkt vom Brunsbütteler Schleusen-Kraftwerk. Später wurde die Versorgung von der Schleswag übernommen. Ein 20 000/3380Volt-Transformator übernahm die Versorgung.
Der Motor wurde über einen Wasseranlasser angefahren. Dieser bestand aus einem Wasserbehälter, in den Steuerbleche langsam von Hand über eine Steuervorrichtung eingetaucht wurden. Das Wasser war zwecks besserer Leitfähigkeit mit einer bestimmten Menge Salz versetzt und so wurde durch langsames Eintauchen der Bleche, die - nach außen isoliert - in den Ankerstromkreis geschaltet waren, der Anlaufstrom des Motors begrenzt.
Nachdem keine Felder mehr überspült wurden, benötigte man auch keine Zwischenpumpe mehr, so daß diese Anfang der 90er-Jahre abgerissen wurde. Auch der Spülbock Ostermoor verschwand.

Der Spülbock bei der Schleuse

Bagger Krüger am Spülbock Schleuse (Quelle:WSA-Brunsbüttel)

Ende der 80er – Anfang der 90er wurde das Baggergut in die Elbe bei Hermannshof verklappt. Später baute man einen Spülbock an der Schleuseninsel zwischen Alter – und Neuer Schleuse. Dieser steht bis heute noch, wird aber im Zuge der Verwirklichung der 5. Kammer einen anderen Platz erhalten. Hier wird das Baggergut vom Bagger Krüger auf kürzestem Wege in die Elbe gepumpt.

Andere Bagger

Der Greif-Bagger „Brunsbüttelkoog“ im Yachthafen 1954 (Quelle:WSA-Brunsbüttel)

Bedingt durch Reparaturen, Werftliegezeiten etc. konnte das zuständige Wasserbauamt (Wasser-und Schiffahrtsamt) die nötigen Baggerkapazitäten nicht immer vorhalten. Nachfolgend eine Auswahl Bagger, die dann stellvertretend den „Job“ übernahmen.

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