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Pferdekopfpumpe

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Erdöl aus Dithmarschen

Pferdekopfpumpe beim Dithmarscher Landesmuseum Foto: J. Rusch

Im Frühjahr 1856 fand ein Bauer beim Brunnengraben auf seiner Wiese bei Hemmingstedt statt Wasser erdölhaltigen Sand. Der Geologe Meyn, Ludwig (1820-1878) aus Uetersen bohrte an dieser Stelle 12 m tief, stieß dabei jedoch nicht auf flüssiges Öl.


Gut zwei Jahre später verkaufte die neu errichtete "Asphaltgrube und Photogen-Fabrik" die ersten aus dem im Tagebau gewonnenen Ölsand destillierten Produkte.

Asphalt und Schmieröl

Asphalt, Schmieröl und Leuchtöl (Petroleum). Leider floss das Öl aus amerikanischen Quellen seit 1859 sehr viel billiger. Daher verdrängte das Petroleum aus Übersee, fassweise mit Segelschiffen nach Europa gebracht, das hiesige Leuchtöl. Petroleum war das erste Erdölprodukt, das großen Erfolg auf dem Markt hatte. Es wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts zunächst für Lampen verwendet, die viel heller brannten als vorher mit Tran oder Rüböl.

Ölkreide

Weitere Bohrversuche des 19. Jahrhunderts in Hemmingstedt stießen in 30 bis 40 m Tiefe auf Ölkreide. In den 1920er Jahren baute die Deutsche Petroleum AG, später zusammen mit der Deutschen Erdöl AG (DEA), in einem bis zu 100 m tiefen Bergwerk die Ölkreide ab. Auch das daraus durch Verschwelen gewonnene Erdöl war nicht mit dem Öl aus Texas konkurrenzfähig.

Raffinerie Hemmingstedt

1935 endlich stieß eine Bohrung in 400 m Tiefe auf flüssiges Öl. Bohrtürme und Pumpen gaben der Marschlandschaft ein neues Gesicht. 1942 wurde für die Verarbeitung an 0rt und Stelle die Raffinerie Hemmingstedt errichtet, zur Versorgung der Kriegsmarine mit Treibstoff. Die Raffinerie war nach dem 2. Weltkrieg stark durch Fliegerbomben zerstört, wurde aber wieder aufgebaut, sogar größer als vorher.

Neue Ölfelder in 0stholstein wurden erschlossen und von 1952 an zusätzlich Importöl aus Übersee verarbeitet. Dafür entstand der Ölhafen in Brunsbüttel mit Pipeline nach Hemmingstedt. Die "Pferdekopfpumpe" hinter dem Dithmarscher Landesmuseum zeigt jedoch: Die Erdölförderung in der Marsch gehört heute der Vergangenheit an.


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