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Pauluskirche Brunsbüttel

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Diese und die anderen Seiten erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Jeder Leser, der Fotos, Bilder oder Informationen dazu beitragen kann, sei hiermit herzlich gebeten, mir diese zukommen zu lassen.

Uwe Möller, Tel. 04852 2189, mail: Gabuwe@t-online.de

An dieser Stelle herzlichen Dank
an Ute Hansen vom Stadtarchiv für Zeitungsartikel, Werbung und Daten aus dem Gewerberegister
an Uwe Borchers für alte Postkarten und Fotos
an Dagmar Delventhal, Helga Jungklaus, Dieter Ausborm, Walter Schulz, Heinz Lewerenz, Manfred Janke, Holger Koppelmann, Familie Gleimius, Rainer Dürr, Johann Scholz, Paul Mehlig, das WSA-Brunsbüttel und die Brunsbütteler Zeitung für Daten, Unterlagen, Fotos, Zeitungsartikel und sonstige Unterstützung.

Mein besonderer Dank gilt Pastor Peter Marten für seine Unterstützung.

Textquellen: Kanal-Zeitung 1888, Kanal-Zeitung 1889, Kanal-Zeitung 1895, Kanal-Zeitung 1908, Kanal-Zeitung 1910, Kanal-Zeitung 1915, Kanal-Zeitung 1916, Brunsbüttelkooger Zeitung 1930, 1949, 1965, Brunsbütteler Zeitung 1985, 1989, 1990, 1995, 2015, Brunsbütteler Spuren VII (Chronik der Kirchengemeinde Brunsbüttelkoog), Bericht von John Jacobsen 1962

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Im vorletzten Jahrhundert gab es im hiesigen Bereich für Gottesdienste nur die Jakobus-Kirche der Kirchspiellandgemeinde Brunsbüttel. Vor dem Kanalbau lebten hier nur einige Landwirte, die seelsorgerisch von dort aus mitbetreut wurden. Die Lage änderte sich jedoch schlagartig mit dem Beginn der Bauarbeiten am Nord-Ostsee-Kanal. Der Bau der Pauluskirche in Brunsbüttel (damals noch Brunsbüttelkoog) wäre ohne den Kanal nicht vorstellbar gewesen. Sowohl während der Bauzeit (1887 – 1895), als auch in den Jahren der Kanalerweiterung (1908 – 1914), ist die Einwohnerzahl des - anfangs „Kanaldorf“ genannten - Brunsbüttelkoog beträchtlich gestiegen. Das machte auf die Dauer eine Trennung der Kirchengemeinden unvermeidlich.
Aber – gehen wir chronologisch vor.

Gottesdienst in der Baracke

Zu Beginn des Kanalbaus wurden für die Arbeiter und Handwerker Holzbaracken u.a. im unteren Koogstraßenbereich errichtet (das Gebiet ist heute Binnenhafen, siehe Zeichnung und Stadtplan). Ein großer Speise- und Versammlungsraum wurde entsprechend eingerichtet, so daß von den örtlichen Pastoren Gottesdienste abgehalten werden konnten. Sogar ein kleiner Glockenturm wurde auf dem Dach errichtet.

Von dem Versammlungsraum profitierten nicht nur die Handwerker und Arbeiter, sondern auch die örtliche Bevölkerung. Es wurde im Laufe der Zeit auch katholischen Pfarrern die Möglichkeit gegeben, Messen für ihre Glaubensschwestern und - brüder zu halten. So lautet z.B. eine Ankündigung aus der Kanal-Zeitung 1892 vom 14. April:

Kirchliche Nachrichten:
Evangelische Gottesdienste: Baracke Brunsbüttelhafen:
Charfreitag, 15. April, vorm. 9.30 Uhr predigt Pastor Suhr,
Ostersonntag, 17. April, vormittags 9.30 Uhr predigt Pastor Suhr,
Ostermontag, 18. April, vormittags 9.30 Uhr predigt Pastor Rücker

Katholische Gottesdienste: Baracke Brunsbüttelhafen:
Gründonnerstag, 14. April 9.30 Uhr und 3 Uhr,
Charfreitag, 15. April 10.30 Uhr und 3 Uhr
Ostersonntag, 17. April 10.30 Uhr und 3 Uhr.

Abbruch der Baracken

In der Zeit zwischen dem Kanalbau (1887-1895) und der Kanalerweiterung (1908-1914) wurden die Gottesdienste in der Baracke zunächst eingestellt, da der Vertrag mit der Kanalkommission am 1.8.1895 ablief. Im weiteren Verlauf wurden Abbruch und Inventar der Baracken ausgeschrieben bzw verkauft. Die „Gottesdienstbaracke“ durfte noch bis zur Eröffnung des Gemeindehauses (14.5.1910) genutzt werden.

Als die Baracken für die Kanalerweiterung (1908-1914) errichtet wurden, schuf man im Handwerker-Barackenlager in der Ostermoorer Straße wiederum eine Möglichkeit für Gottesdienste.
Ab 1900 ordnete das Konsistorium auch die Einrichtung von Schulgottesdiensten an. Dadurch weitete sich die Tätigkeit der Prediger auf die Schulen in Ostermoor und der Festgestraße Brunsbüttels aus (siehe folgende Anzeigen und auch Brunsbüttelkoog#Volksschule_S.C3.BCdseite ).

Fotos von den Barackenlagern 1908 – 1914

Die Fotos von den Barackenlagern sind parallel zu den Fotos vom Bau der Neuen Schleuse im Auftrage der Kaiserlichen Kanalkommission gemacht worden.

Standortfrage der Kirche

Bereits 1894 wurde aufgrund steigender Einwohnerzahlen beschlossen, das Kirchspiel in zwei Pfarrbezirke aufzuteilen.
Zum Pfarrbezirk I (Pastor August Louis Willem Eggerstedt) gehörten Brunsbüttel, Soesmenhusen, Wall, Brunsbüttel-Altenhafen und die Bauernschaften Nordhusen, Groden, Mühlenstraßen, Osterbelmhusen, Belmermoor, Nordorf,Westerbelmhusen und Ohlen.
Zum Pfarrbezirk II (Pastor Henning Schacht Kruse) zählten Brunsbüttel-Eddelaker-Koog (ab 1907 Brunsbüttelkoog), Ostermoor und Brunsbüttel-Altenkoog.

geplante Standorte der Kirche

Im September 1904 beantragte die Gemeindevertretung des Binnenkirchspiels und – nahezu gleichzeitig – die Koogsvertretung beim Kirchenvorstand die Anlage eines neuen Kirchhofs in Brunsbüttelkoog. Es wurde zunächst eine Anlage an der Eddelaker Chaussee (heute Eddelaker Straße) ins Auge gefaßt.
Am 5. Oktober 1904 wurde vom Kirchenkollegium die Anlage des geplanten Kirchhofs abgelehnt. Jetzt wollte man die Kanalverwaltung, bzw. das Reichsamt des Inneren, um die Überlassung eines günstig gelegenen Bauplatzes bitten. Der Kirchenvorstand, der die Kosten für eine Kirche und einen Pastoratbau auf 120 – 130 000 Mark schätzte, sandte Anfang November 1904 ein Gesuch an das Konsistorium. Dieses beschloß, zunächst eine kommissarische Verhandlung mit den kirchlichen Gemeindeorganen vorzunehmen. Bei dieser Verhandlung (24.11.1905) waren außer den Brunsbütteler Vertretern zugegen: der Konsistorialpräsident, der Probst, ein Regierungsrat und der Präsident des Kaiserlichen Kanalamtes, Loewe. Die Notwendigkeit eines Kirchenbaus wurde anerkannt. Präsident Loewe bot für den Bau der Kirche und eines Pastorats kostenfrei, oder zumindest äußerst günstig, ein Grundstück an der Schillerstraße an
(Anmerkung des Verfassers: es handelte sich um die Schillerstraße des ersten Beamtenviertels, auf dessen Gelände heute die Neue Schleuse steht, siehe Beamtenviertel_Brunsbüttel#Das_alte_Beamtenviertel).

Das Kirchenkollegium beschloß am 10. Januar 1906 mit 12 gegen 7 Stimmen mit dem Kirchen- und Pastoratsbau vorzugehen, unter der Bedingung, daß der Gemeinde Beihilfen in Höhe von mindestens 50 000 Mark gewährt würden.
Der Beschluß über die Teilung der Gemeinde, der mit auf der Tagesordnung stand, wurde vertagt.
Am 20. März 1906 sprach der Kirchenvorstand sich gegen die Gemeindeteilung aus, die nötige Beschlußfassung über diesen Punkt wurde aber wieder vertagt. Man wollte die Verhandlungen über die Teilung erst nach Ausführung des Kirchenbaus wieder aufnehmen.

Bei der Kanalverwaltung hatte man jetzt aber Pläne, den Kanal zu verbreitern, so daß das Angebot für ein Baugelände an der Schillerstraße nicht mehr in Betracht kam. Damit ruhte die Angelegenheit zunächst, bis feststand, nach welcher Seite die neue Kanaleinfahrt kommen würde. Es wurde am 20. Juni 1907 eine Denkschrift verfaßt, die darauf hinwies, daß infolge der großen Veränderungen, die hier bevorstanden, in absehbarer Zeit auf der Nordseite der Bau einer Kirche und eines Pastorats und wenigstens einer Kapelle auf der Südseite notwendig werden würde.

Es wurden Verhandlungen mit den Hofbesitzern Hermann Martens und P. Wümpelmann, sowie mit der Land- und Ziegelei-Gesellschaft (Festge) zwecks Überlassung eines Kirchenbauplatzes geführt.

Geh. Regierungsrath Carl Loewe

Auf Anfrage an die Reichsverwaltung wurde der Kirche dann zum Selbstkostenpreis ein Bauplatz im neuen Beamtenviertel in Aussicht gestellt. Das Konsistorium hatte aufgrund der zentralen Lage diesem Angebot zugestimmt (wohl auch in Anbetracht dieser Tatsache wurde in späteren Jahren eine der Straßen, die an der Kirche vorbeiführen, „Loewestraße“ genannt
siehe Straßennamen im Beamtenviertel Brunsbüttel.

Am 12. November 1906 wurde außerdem in einer mehr oder weniger privaten Besprechung der Kirchenbauangelegenheit erörtert, daß doch jetzt der geeignete Zeitpunkt für den Bau wäre, vorausgesetzt, ebenfalls geplante Dockanlagen würden genehmigt.

Da diese Annahme sich nicht bewahrheitete, schlug die Stimmung um. Man entschied sich, für die Arbeiter eine größere Kapelle zu bauen und diese der Kirche zur Mitbenutzung zu überlassen. Jetzt wurde auch darüber diskutiert, ob es gerechtfertigt sei, eine Kirche nur auf der Nordseite zu bauen, da die kirchliche Versorgung auf der Südseite dadurch stark vernachlässigt würde.
In einer mündlichen Verhandlung, an der eine Kommission aus Brunsbüttel, bestehend aus den Pastoren Eggerstedt und Kruse und dem Kirchenältesten, Hauptmann a.D. Henckel Frühere_Bauvereine_Brunsbüttels#Theodor_Henckel, teilnahmen, wurde von Brunsbütteler Seite erwähnt, daß es besser wäre, mit dem Bau noch zu warten, da noch nicht restlos geklärt sei, welche fiskalischen Grundstücke für die Kanalerweiterung benötigt würden. Um eine bessere kirchliche Versorgung beider Gemeindeteile zu gewährleisten, wollte man evtl. statt einer großen Kirche für z.B. 100 000 Mark lieber zwei kleinere Kirchen für z.B. je 50 000 Mark in Betracht ziehen. Man ging damals davon aus, daß die Einwohnerzahl auf der Südseite sich vielleicht sogar stärker entwickeln würde, als auf der Nordseite.

Im Anschluß an die Kirchenbaufrage kam die Gemeindeteilung noch einmal zur Sprache. Das Konsistorium bevorzugte eine Trennung mit sorgsam ausgeführter Vermögensteilung. Es wurde vereinbart, daß am 2. April 1908 eine Kommission des Kgl. Konsistoriums nach Brunsbüttel kommen sollte, um eine Entscheidung herbeizuführen. Für das Treffen wurde vom Kirchenbaumeister Voigt aus Kiel eine Skizze und eine Kostenberechnung für eine Kirche mit 400 Sitzplätzen und ein Pastorat angefertigt. Sie belief sich auf ca. 80 000 Mark.

In Sachen Kirchenbau Süd wurde auf die Anfrage an die Brunsbütteler Land- und Ziegelei – Gesellschaft von deren Seite ein Grundstück an der Fährstraße zwischen Benzinstraße und Westertweute
(siehe Läden_im_Koog-Benzinsiedlung_und_Koogsweg) unentgeltlich angeboten.

Teilung der Kirchengemeinden

Kanal-Zeitung vom 17.12.1908

Am 2.4.1908 verhandelte zunächst der Kirchenvorstand und dann das Kirchenkollegium in Anwesenheit des Generalsuperintendenten Wallroth, Konsisterialrats Lampe und des Propstes Petersen vor allem über die Gemeindeteilung. Auf der Tagesordnung stand:

  • Der Bau zweier neuer Kirchen in Brunsbüttelkoog und Erwerb der erforderlichen Bauplätze
  • Verlegung des zweiten Pastorats nach Brunsbüttelkoog und Bau eines Pastorats mit Konfirmandensaal
  • Auspfarrung des zweiten Pfarrbezirks aus der Kirchengemeinde Brunsbüttel du Erhebung zu einer selbständigen Kirchengemeinde

Da aber der letzte Punkt mit großer Wahrscheinlichkeit beschlossen werden würde, so konnte man nicht erwarten, daß die Vertreter des westlichen Pfarrbezirks Interesse an den kirchlichen Verhältnissen des zukünftigen Pfarrbezirks II hatten. Also wurde hauptsächlich über Punkt 3 beraten und beschlossen.
Resultat der Abstimmungen:
Der Kirchenvorstand beschloß die Gemeindeteilung mit 3 gegen 3 Stimmen (wobei die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag gab). Im Kirchenkollegium erhob sich lebhafter Widerspruch und der Gemeindevorsteher Feil erklärte, er werde gegen den Beschluß Widerspruch einlegen. Trotzdem wurde auch hier mit 15 gegen 7 Stimmen die Gemeindeteilung beschlossen.
Auf die finanzielle Seite der Teilung soll hier nicht weiter eingegangen werden.

Am 1. Dezember 1908 wurde der Pfarrbezirk II offiziell zu einer selbständigen Kirchengemeinde
In der Errichtungsurkunde heißt es:

Kiel, den 2. November 1908
Schleswig, den 16. November 1908

Mit Genehmigung des Herrn Ministers der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten und nach Anhörung der Beteiligten wird von den unterzeichneten Behörden hierdurch folgendes festgesetzt:

§1
Die Landgemeinde Brunsbüttelkoog, soweit sie der Kirchengemeinde Brunsbüttel gehört, und die Bauerschaft Oestermoor, Kreis Süderdithmarschen, werden aus der Kirchengemeinde Brunsbüttel ausgepfarrt und zu einer selbständigen Kirchengemeinde Brunsbüttelkoog vereinigt.

§2
"Die zweite Pfarrstelle der Kirchengemeinde Brunsbüttel geht auf die Kirchengemeinde Brunsbüttelkoog als deren Pfarrstelle über. "

§3
Die Mitglieder der Kirchengemeinde Brunsbüttelkoog bleiben bis zur Errichtung einer eigenen Kirche zur Mitbenutzung der Kirche in Brunsbüttel berechtigt.

§4
Diese Urkunde tritt am 1. Dezember 1908 in Kraft.
Königliche Regierung, Abteilung für Kirchen- und Schulwesen
gez. Stute <br/Königlich-evangelisch-lutherisches Konsistorium
gez.: Möller


Wahlen Kirchengemeindevertreter 27.12.1908

Zum ersten Geistlichen der neuen Gemeinde wurde am 1. Dezember 1908
Pastor Karl Christian Fehrs, Sohn des niederdeutschen Dichters Johann Hinrich Fehrs (https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Hinrich_Fehrs), aus Mannheim Waldorf gewählt. Er hatte vorher die zweite Pfarrstelle in Brunsbüttel und war bereits seit dem 1. November 1908 mit der kommissarischen Verwaltung dieser neuen Kirchengemeinde Brunsbüttelkoog beauftragt.
Die feierliche Amtseinführung fand am 20. Juni 1909 durch Probst Petersen aus Meldorf in der Kirchenbaracke statt.
Von 1894 bis 1908 hatte der Brunsbütteler Diakon Henning Schacht Kruse den ehemaligen Pfarrbezirk II verwaltet.


Am 27. Dezember fand die Wahl der ersten Kirchengemeindevertreter statt. Die Wahl wurde in der Baracke vorgenommen, die Gemeinde wurde in folgende Wahlbezirke aufgeteilt:

  • Bezirk I – Brunsbüttelhafen – 4 Vertreter
  • Bezirk II – Brunsbüttelkoog Nord – 6 Vertreter
  • Bezirk III – Brunsbüttelkoog Süd – 5 Vertreter
  • Bezirk IV – Koog-Ostermoor – 3 Vertreter

Am 13. Januar 1909 wählte dann das Kirchenkollegium den ersten Vorstand. Folgende Gemeindemitglieder gehörten ab sofort diesem an:

Pastorat, Gemeindehaus

Mit der Planung des Pfarrhauses hatte man den Regierungsbaumeister Klatt betraut. Am 19.2.1910 wurden in der Kanal-Zeitung die Anstricharbeiten ausgeschrieben.

Laut Kanalzeitung vom 14.05.1910 wurde am Pfingstsonntag, 15. Mai, der Konfirmandensaal mit 180 Sitzplätzen eingeweiht. Nach Pfingsten zog Pastor Fehrs in das neue Pastorat ein. Die Zeitung wies darauf hin, daß die Kirchenbaracke, die jetzt endgültig ausgedient hatte, wohl demnächst dem Erdboden gleichgemacht werde und man dankte dem Kaiserlichen Kanalamt für die langjährige Bereitstellung.

Fotos Gemeindehaus (Pfarrhaus, Pastorat)

Der Paulus-Friedhof

Verteuerung 1910
Grundstückskauf 1910


Jetzt mußte als nächstes nur noch eine Einigung in Sachen Benutzung des Friedhofes erzielt werden.
Der Jakobus-Friedhof Brunsbüttel durfte noch bis zum 1. Dezember 1911 von Brunsbüttelkoog mitbenutzt werden.
In einer Sitzung der Kirchenvertretung am 26.08.1910 wurde der mit dem deutschen Reich geschlossene Kaufvertrag für das Friedhofsgelände einstimmig genehmigt.
Das Kaiserliche Kanalamt verkaufte der Kirche ein zwischen der Wurtleutetweute und der Braake gelegenes, ½ ha großes Gebiet, für einen Preis von 0,60 Mark pro m² (wurde ca. 1 Monat später auf 0,75 Mark angehoben). Zwecks Erweiterung des Kirchhofes wurde der Kirchengemeinde bis zum 1. Dezember 1925 ein weiteres Gebiet in der Größe von 2 ½ ha zur Verfügung gestellt. Bis zur käuflichen Übernahme dieser Fläche wurde eine jährliche Pacht von 100 Mark festgesetzt.
Das Kanalamt übernahm auch die Trockenaufschüttung und ließ einen mit Klinkern gepflasterten und mit Linden bepflanzten Auffahrweg anlegen.
Die erste Bestattung auf dem neuen Friedhof war am 11. Dezember 1911. Als nächstes wurde der Bau einer Friedhofskapelle in Angriff genommen. Da der Untergrund noch keinen Steinbau zuließ (das Gebiet wurde mit dem Aushub des Kanals aufgeschüttet - Friedhofskippe), wurde die Kapelle aus Holz gebaut. Die Baukosten beliefen sich auf 11 000 Mark.
Die Kapelle wurde von Pastor Fehrs am 1. Oktober 1912 eingeweiht.

1960 sollte die hölzerne Kapelle renoviert werden; man stellte allerdings zu große Schäden fest, so daß der Kirchenvorstand sich für den Bau einer neuen entschloß.
Am 19. Juni 1966 wurde schließlich die neue, heute (2021) noch existierende Kapelle eingeweiht. Besonders stolz war man auf das große Glasfenster des Malers Günter Hausing.
Ein Geschenk Kaiser Wilhelms II zur Kircheneinweihung ist jetzt im Eingangsbereich der Kapelle zu sehen. Es handelt sich um ein Gemälde des Malers Eduard von Gebhardt und zeigt einen Matrosen, der nach der Seeschlacht sterbend von Engeln emporgehoben wird.

Fotos der Friedhofskapelle

Kirchenplanung

Planbesichtigung durch Kaiser Wilhelm II (Vordergrund Mitte, mit weißer Mütze, rechts daneben Pastor Fehrs), 1911

Die vom Regierungsbaumeister Klatt vom Bauamt I des Kaiserlichen Kanalamtes am 5.7.1910 vorgelegten Pläne und Zeichnungen des Kirchenbaus wurden von der Kirchenvertretung einstimmig für gut befunden. Der nun feststehende Bauplan wurde im Konfirmandensaal öffentlich ausgestellt.

Kaiser Wilhelm II, der häufiger Brunsbüttelkoog besuchte, besichtigte am 19. Juli 1911 (laut Kanal-Zeitung 1914), im Anschluß an die Unterelberegatta, unter Führung von Kanalamtspräsident Dr. Kautz und Regierungsbaumeister Gustav Meyer (Die_Amtsvorstände_des_WSA-Brunsbüttel#Nr.4_-_Gustav_Meyer_1909-1913 und Gustav-Meyer-Platz_in_Brunsbüttel) die Kanalanlagen, das Beamtenviertel sowie die Pläne für den Kirchenbau. Die Baupläne wurden von Regierungsbaumeister Klatt erläutert.
Der Kaiser äußerte sich u.a. auch positiv über den zentralen Standort des Gotteshauses. Schließlich wurde die Kirche im Zentrum des neuen Beamtenviertels (Beamtenviertel_Brunsbüttel) errichtet, dessen englischer Baustil von ihm persönlich angeregt wurde.

Nach vielen Erörterungen und Sitzungen wurde der Kirchenbau in der Versammlung der Kirchenvertretung am 28. Januar 1913 beschlossen.
Eine Ausschreibung über 300 000 Hintermauersteine wurde dann am 3.12.1913 in der Kanalzeitung veröffentlicht. Weiterhin wurden bereits im gleichen Monat die ersten, 6m langen, Eichen-Stützpfähle gerammt.

Grundsteinlegung

Am 09.03.1914 wurden die Bauarbeiten und Lieferungen zum Bau der Kirche in der Kanal-Zeitung ausgeschrieben. Die Planung im Auftrag des Kirchenvorstandes hatte der Regierungsbaumeister Klatt übernommen., die Bauleitungskosten wurden vom Kaiserlichen Kanalamt, namentlich vom Präsidenten Dr. Kautz, getragen (nach ihm ist die Kautzstraße benannt worden – siehe Straßennamen_im_Beamtenviertel_Brunsbüttel#Georg_Kautz). Die Öffnung der Angebote am 18. März fand im Hotel „Kaiserhof“ statt (Läden_im_Koog-Koogstraße_64-67#Koogstra.C3.9Fe_65).
Das günstigste von insgesamt 11 Angeboten gab die Brunsbüttelkooger Baufirma Johannes Kruse (Bauunternehmen_Kruse_Brunsbüttelkoog) mit 33 850,20 Mark ab und erhielt den Zuschlag.

Grundsteinlegung

Baubeginn Fa. Kruse, links die Dampfmaschine für den Riemenantrieb des großen Zementmischers, Hintergrund das Pastorat, 1913
Kanalzeitung vom 27.4.1914


Die Grundsteinlegung fand am Sonntag, dem 26.4.1914 statt. Pastor Fehrs hielt die Festrede, in der er bekanntgab, daß die Kirche nach dem Apostel Paulus benannt werden sollte. Nach Beendigung seiner Festrede verlas Pastor Fehrs die Urkunde, die neben anderen Dingen im Grundstein verankert werden sollte. Rechts der Originalartikel aus der Kanalzeitung. Für Interessierte hier der Original-Wortlaut in „normaler“ Schrift:

Apostel Paulus

Im Jahre 1914, dem Jahre der Vollendung des vergrößerten Kaiser Wilhelm Kanals, am 26. April, in demselben Monat, in welchem wir die 50jährige Wiederkehr des Sturmtages von Düppel, der herrlichsten Ruhmestat in dem Befreiungskrieg Schleswig-Holsteins vom dänischen Joch, gefeiert haben, wurde unter der Regierung des Deutschen Kaisers und Königs von Preußen, Wilhelm II, der Grundstein zu dieser Kirche gelegt, die nach dem größten Jünger des Herrn den Namen „Pauluskirche“ erhalten soll.

Grundsteinlegung 26.4.1914

Die evang.- lutherische Kirchengemeinde Brunsbüttelkoog, die am 1. Dezember 1910 nach amtlicher Zählung 5477 Seelen umfaßte, besteht aus der Landgemeinde Brunsbüttelkoog mit 5212 und der Bauerschaft Ostermoor mit 265 Seelen. Während die letztere schon im Jahre 1140 genannt wird, steht der Hauptort geschichtlich auf jungem Boden. Denn Weihnachten 1717 wurde der heutige Koog ein Raub der Fluten und konnte erst 1762 wieder eingedeicht und bewohnbar gemacht werden. Er wurde politisch selbständig, kirchlich jedoch wieder an das Kirchspiel Brunsbüttel angeschlossen. Noch im Jahre 1885 zählten der Koog und Ostermoor zusammen nur 950 Seelen und konnten von Brunsbüttel aus, das von alters her zwei Pastoren hatte, pastoriert werden.

Mit dem Jahre 1887, dem Beginn des Baues des Kaiser Wilhelm-Kanals, aber setzte eine neue Entwicklung ein. Die Bevölkerung des Koogs stieg schnell und dauernd. Das Kirchspiel Brunsbüttel wurde daher in zwei Bezirke geteilt, von denen der größere, die jetzige Kirchengemeinde Brunsbüttelkoog, dem Diakonus in Brunsbüttel zufiel. Seit Weihnachten 1895 wurden alle 14 Tage Hauptgottesdienste im Koog gehalten. Eine Arbeiterbaracke auf der Nordseite und die Schulen auf der Südseite des Kanals wurden zum Gottesdienst benutzt.
Am 1. Dezember 1908 wurde dieser Bezirk als selbständige Kirchengemeinde von Brunsbüttel abgelöst. Die zweite Pfarrstelle der Muttergemeinde ging auf Brunsbüttelkoog über. Einen neuen Aufschwung nahm der Koog mit dem Beginn des Kanal-Erweiterungsbaues im Jahr 1909.

Die Gemeinde erbaute in wenigen Jahren mit Hilfe des Kgl. Konsitoriums und des Kaiserlichen Kanalamtes in Kiel ein Pastorat mit Konfirmandensaal und eine Friedhofskapelle und legte einen neuen Friedhof an. An Stelle der Baracke diente seit Pfingsten 1910 der Saal einstweilen als Kirche, weil die stark belastete Gemeinde, die kein eigenes Kirchenvermögen besaß, die Mittel zum Kirchenbau noch nicht aufbringen konnte.
Aber schon im Dezember 1910 waren die Baupläne zur Pauluskirche fertiggestellt und wurden am 19. Juli 1911 von Sr. Majestät dem Kaiser besichtigt.Durch vielseitige Unterstützung von außen und die Opferwilligkeit der Gemeinde wurden i.J. 1913 die Baukosten von 92 000 Mark aufgebracht. Die Summe setzt sich zusammen aus einem kaiserlichen Gnadengeschenk von 26 000 Mark, den Beihlifen des Reichsamtes des Innern von 12 000 Mark, sowie 28 000 Mark von der Kirchengemeinde selbst. Somit konnte im Dezember 1913 der Bau der Kirche begonnen werden.

Die Baupläne fertigte Herr Regierungsbaumeister Klatt-Kiel, der auch die Oberleitung des Baues übernahm, die örtliche Bauleitung wurde Herrn Regierungsbauführer Hillendahl-Brunsbüttelkoog, die Ausführung des Baues dem Baugeschäft des Herrn Johannes Kruse-Brunsbüttelkoog übertragen. Die Bauleitungskosten wurden von Herrn Kanalpräsident Dr. Kautz-Kiel auf das Kaiserliche Kanalamt übernommen.

Der allmächtige Gott, dessen Namen wir heute den Grundstein zu unserem Gotteshause legen, wolle, wie er bis heute uns sichtbarlich geleitet hat, auch fürderhin uns helfen mit starker Hand daß unser Bau vollendet werde und viele Jahrhunderte lang Zeugnis geben möchte von seinem großen Namen, zum Heil und Segen aller, die ihn suchen! Amen ! Brunsbüttelkoog, den 26. April 1914 D i e B a u l e i t u n g :
(Gez.) Reg.-Baumeister Klatt. Reg.-Baumeisetr Dr. Bohlmann. Reg.-Bauführer Hillendahl. Techniker R. Sonnenkalb.

D a s B a u g e s c h ä f t :
"Johannes Kruse.

D i e B a u k o m m i s s i o n:
"Dr. Lüsing. H. Siemen. Johs. Peters. Otto Thiesen. "

D e r K i r c h e n v o r s t a n d:
"Karl C. Fehrs, Pastor. Tomaschewsky. F. Feil. O. Witt. "

Ende des Urkundentextes

Die Urkunde wurde mit chinesischer Tusche in Schwarz und Rot vom Techniker Nachtweih auf Pergament geschrieben.
In den Grundstein (ein aus einem Stück ausgehauener Granitstein mit Deckel) wurde eine vom Klempnermeister Brodersen verlötete Buchse hineingelegt. Sie enthält:

  • Die Urkunde
  • Ein Bild der alten Baracke, gestiftet vom Fotografen Wilhelm Döring
  • Ein Bild der neuen Kirche, gestiftet vom Baumeister Klatt
  • Ein Programm der Feier der Grundsteinlegung
  • Je ein Exemplar der „Kanal-Zeitung“ und der „Itzehoer Nachrichten“ vom 25. April 1914.

Richtfest

Neun Wochen nach der Grundsteinlegung, am 11. Juni 1914, konnte bereits das Richtfest gefeiert werden. Pastor Fehrs lobte in seiner Rede besonders die bisher geleistete, schnelle Bauausführung von den Handwerkern. Vom Turmgerüst aus hielt der Polier der Fa. Kruse, Hermann Tiedemann, den Richtspruch.

Ca. ein Monat nach dem Richtfest, am 28. Juli 1914, begann der Weltkrieg, der die weiteren Baumaßnahmen verzögerte. Doch bereits am 18. August des gleichen Jahres wurde der Glockenturm eingeweiht.

Einweihung der Pauluskirche

Altarbibel von Kaiserin Auguste Viktoria

Am 14. März 1915 war es dann endlich so weit – die Pauluskirche wurde vom Generalsuperinendenten eingeweiht. Der eigentlichen Einweihungsfeier ging die Abschiedsfeier vom Konfirmandensaal voraus. Beim Eintreffen des Festzuges vom Konfirmandensaal in der Kirche übergab Regierungsbaumeister Klatt dem Kanalpräsidenten, dieser dem Konsistorialpräsidenten und dieser wiederum dem Pastor Fehrs den Kirchenschlüssel.
Pastor Fehrs bedankte sich in seiner Ansprache u.a. bei den Spendern. Es waren dies:


  • Die Kanzel von Frau M.J. Feil
  • Die Kanzelbibel von Herrn und Frau Helwig
  • Der Taufstein vom Kirchenältesten
  • Die Altarleuchter von Klaus und Harder Kröhnke
  • Das Kruzifix von der Muttergemeinde Brunsbüttel
  • Die Altardecke von einer Reihe junger Mädchen aus der Gemeinde
  • Die Altar- und Kanzelbekleidung von Hermann Siemen
  • Ein Bibelbrett für den Altar von Christen-Kiel (Hersteller des Kanzelaltars)
  • Ein Altarteppich von dem früheren Bauamtsvorsteher Gustav Meyer
  • Einen Trauteppich mit Bank von Herren Wolff und Lempin
  • Nummerntafeln vom Bauunternehmer Johannes Kruse
  • 5 Kollektenbüchsen von den Geschwistern Peters; O. Söhl; Buhtz, Karstens etc
  • Taufkanne und – schale von Pastor Fehrs und Frau.

Die wohl schönste Stiftung für die Kirche, eine wertvolle Altarbibel, kam von der Kaiserin Auguste Viktoria persönlich. Es handelt sich um eine Bibel mit Silberbeschlag und enthält folgende Widmung:

„Der evangelischen Kirche in Brunsbüttelkoog zur Einweihung am 14. März 1915.
Psalm 86, 7 – In der Noth rufe ich dich an, du wollest mich erhören. –
Auguste Viktoria I.R. (Imperatrix Regina)“

Glückwünsche und Grüße sandte auch der Staatssekretär des Reichsamtes des Innern, Dr. Delbrück, der sich vom Präsidenten des Kaiserlichen Kanalamtes vor Ort vertreten ließ. Auch nach ihm wurde im 2. Beamtenviertel eine Straße benannt.

Fotos der Kirche 1915

Das Kircheninnere 1915

Am 06.06.1956 wurde die Renovierung des Kircheninneren beschlossen und am 17.01.1957 wurde sie wieder ihrer Bestimmung übergeben.

Der Wetterhahn

Der erste Wetterhahn wurde von dem Schmied August Friedrich Stührmann erstellt, der von 1900 bis 1935 eine Schmiede in „Lütt Dörp“ hatte Läden_im_Koog-Lütt_Dörp#F.C3.A4hrstra.C3.9Fe_171.

Die Nagelung 1915

Am Sonntag, dem 10.Oktober 1915 fand zugunsten der Kriegshilfe Deutschland auf dem Vorplatz der Pauluskirche die Nagelung eines Ankers statt und am darauffolgenden Sonntag, 17.10.1915, war in Brunsbüttel-Ort die Nagelung des Kirchspielwappens aus dem gleichen Grund.

Ehrenmal des 1. Weltkriegs

Fritz Feil
Planung Ehrenmal 1920
Einweihung 1921


Auf Einladung des Koogsgemeindevorstehers Fritz Feil (Die_Bürgermeister_Brunsbüttels#Nr.4_.E2.80.93_Fritz_Feil_12.01.1920_.E2.80.93_05.09.1924) fand am 30.08.1920 im Gemeinde-Sitzungssaal eine Versammlung zwecks Beratung über die Ehrung der gefallenen Krieger des Weltkrieges statt. Eingeladen waren neben dem Denkmalsausschuß Vereine, Behörden, Gewerkschaften und sonstige Körperschaften um sich ein Urteil über die Entwürfe des Architekten Sachse aus Hamburg zu bilden und evtl. eigene Vorschläge einzubringen.
Einigkeit bestand zunächst absolut darin, daß eine Ehrung stattfinden soll. Unter den Entwürfen war ein Vorschlag, einen Ehrenbrunnen mit oder ohne Ehrenhain auf dem Dreieck vor der Pauluskirche zu errichten. Aus der Versammlung kam noch der Vorschlag, eine Badeanstalt als Gedächtnisstiftung zu bauen (das Freibad Brunsbüttelkoogs wurde erst am 1. Juli 1927 im Alten Hafen in Betrieb genommen, siehe Badeanstalten in Brunsbüttel).
Diese Idee fand allgemeinen Zuspruch, aber es wurde auch aus Fachkreisen darauf hingewiesen, daß so etwas um ein vielfaches teurer werden würde. Der Gedächtnisbrunnen sollte ca. 40 000 Mark kosten, während eine Badeanstalt wohl ca. das 10-fache kosten würde. Von der Spendenbereitschaft der Bevölkerung sollte es jetzt abhängig gemacht werden, wofür man sich entschied. Am 30. Oktober 1921 wurde dann ein Ehrenmal aus Granit, Kosten ca. 25 000 Mark, eingeweiht, das auf ihren drei quadratischen Säulen die Namen der 190 Gefallenen trägt. <b/>Die Organisationen, die an der Einweihungsfeier teilnahmen, trafen sich beim „Hotel Zur Post“, von wo aus sich der Festmarsch in Bewegung setzte. Über die Brunsbütteler Straße, die Koogstraße, die Gilbertstraße (heute Schleusenstraße) und die Kautzstraße führte der Weg schließlich zum Kirchplatz.
DieWeiherede hielt Pastor Graber, der Pastor Fehrs 1919 ablöste.

Fotos vom Ehrenmal

Ehrenmal des 2. Weltkriegs

Gefallenengedenkbuch

Im Besitz der Kirche ist auch ein Gefallenengedenkbuch mit den Namen von 186 im ersten Weltkrieg Gefallenen. An der Einrichtung dieses Buches hatte der erste Rektor der Boje-Mittelschule, Otto Prenzlin, besonderes Interesse (Realschule Brunsbüttel).

Der Eintrag steht stellvertretend für alle Gefallenen.

Fotos der Kirche

Artikel und Flyer 100-jähriges Jubiläum

Die Pauluskirche als Kunstobjekt

Pauluskirche Holger Koppelmann 1986

Die Pastoren

Pastoren.jpg

Die Orgel

1915

1957

Kemperorgel der Pauluskirche, Baujahr 1957

auf eigener Empore

  • 2 Manuale und Pedal, 21 Register
  • Je Manual/Pedal 2 freie Kombinationen
  • Unter Rückpositiv-Manual 5 Druckknöpfe:Kombination I, II, Handregister, Auslöser, Tutti

Tritte:Kombination I, II, Handregister, Tutti

Disposition

  • Hauptwerk
  • Lieblich Gedackt 16`
  • Prinzipal 8`
  • Rohrflöte 8`
  • Oktave 4`
  • Offenflöte 4`
  • Nasat 2 2/3`
  • Oktave 2`
  • Mixtur 4-5 fach
  • Koppel Schwellwerk /Hauptwerk (das Schwellwerk ist nicht mehr vorhanden)
  • Koppel Rückpositiv/Hauptwerk

Rückpositiv

  • Gedackt 8`
  • Prinzipal 4`
  • Rohrflöte 4`
  • Waldflöte 2`
  • Sesquialtera 2 fach
  • Scharff 3 Fach
  • Krummhorn 8`
  • Koppel Schwellwerk/ Rückpositiv (nicht mehr vorhanden)
  • Tremulant

Pedal

  • Subbass 16`
  • Oktave 8`
  • Gedackt 4`
  • Regal 4`
  • Hintersatz 4`
  • Dulcian 16`
  • Koppel Hauptwerk/Pedal
  • Koppel Rückpsitiv/Pedal
  • Koppel Schwellwerk/Pedal (nicht vorhanden)

Hauptwerk und Pedal sind in Gestalt eines erhöhten Freipfeifenprospektes gestaltet, der auf 4 Metallstützen ruht. Der Spieltisch steht frei davor, zwischen Freipfeifenprospekt und Rückpositiv.
Die Orgel wurde 1957 von der Firma Kemper, Lübeck, als elektropneumatisches Intrument erbaut.
Die Orgelakte dokumentiert, dass die Problematik dieses Instruments auch schon lange erkannt ist. 1987 wurde das Schwellwerk von der Firma Hoffmann ausgebaut. Es befand sich in einer akustisch ungünstigen Kammer hinter dem Instrument.
Laut Orgelakte wurde das Pfeifenwerk damals für den Bau eines Positivs genutzt, das jetzt seitlich vor dem Altarraum steht.

Siegel und Stempel

Kirchenpaß

In früheren Zeiten wurde das Konfirmationszeugnis als Kirchenpaß bezeichnet. Hier handelt es sich um den Kirchenpaß von Henny Haack, der langjährigen Besitzerin des Hotels "Zur Traube", ausgestellt vor dem Bau der Pauluskirche. Das Dokument wurde von Annegret Boll zur Verfügung gestellt.

Zeitungsberichte

Kanal – Zeitung (Juni 1888 – Juni 1920)

Brunsbüttelkooger – Zeitung (Juli 1920 – Dezember 1969)

Brunsbütteler - Zeitung (Ab Januar 1970)

Der Paulusbezirk in Zahlen

1887 – 1895 - Kanalbau
1894 – Beschluß, das Kirchspiel in zwei Pfarrbezirke aufzuteilen
1888 - 1910 - Gottesdienste in Baracken und Schulen
1905 – Die Notwendigkeit eines Kirchenbaus wurde anerkannt
1906 – Kirchenvorstand ist gegen eine Gemeindeteilung
1907 – mindestens eine Kapelle auf der Südseite
1908 – 1914 - Kanalerweiterung, Bau der Neuen Schleusen
1908 – Brunsbüttelkoog eigene Kirchengemeinde
1909 – Amtseinführung Pastor Fehrs
1909 – Wahl des ersten Kirchenvorstands
1910 - Einweihung des Gemeindehauses (Pastorat)
1911 – Besichtung der Kirchenpläne durch den Kaiser
1911 – Erste Bestattung auf dem neuen Friedhof
1912 – Einweihung der Friedhofskapelle
1913 – Kirchenbau wurde beschlossen
1914 – Ausschreibung des Kirchenbaus
1914 – Grundsteinlegung Pauluskirche
1914 – Richtfest Pauluskirche
1915 – Einweihung Pauluskirche
1915 – Ankernagelung Kriegshilfe
1921 – Einweihung des Ehrenmals
1926 – Erste Evangelisation in Brunsbüttelkoog
1932 – Nationalsozialistischer Einfluß wird spürbar
1948 - Einrichtung einer Pfarrstelle Südseite, Pastor Bernewitz
1952 - Einweihung Ehrenmal Paulusfriedhof für die Opfer des 2. Weltkriegs
1956 – Renovierung des Kircheninneren
1957 – Einweihung der neuen Orgel
1959 – Aufstellung „Kreuz des Ostens“ auf dem Friedhof
1960 – Errichtung Pastorat Kanalstraße, Südseite (heute Seemannsmission)
1960 - Gründung Posaunenchor
1965 – 50-Jahr-Feier
1965 - Kirchturm neue Kupfereindeckung
1966 - Einweihung der neuen Friedhofskapelle
1969 – Die Kirchengemeinden Brunsbüttel und Brunsbüttelkoog beschlossen, mit Wirkung vom 1.Januar 1970 wieder eine gemeinsame Kirchengemeinde unter dem Namen Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Brunsbüttel mit den Pfarrstellen Jakobus, Brunsbüttel-Nord und Brunsbüttel Süd zu bilden.
1983 – Ein Baudezernent brach durch den maroden Fußboden der Pauluskirche, dieser wurde komplett erneuert und auch eine Luftheizung eingebaut
1990 - Pauluskirche wird Kulturdenkmal
1990 – 75-Jahr-Feier
2015 – 100-Jahr-Feier

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