Dithmarschen-Wiki

Druckversion | Impressum | Datenschutz

Nissen, Nis R

(Weitergeleitet von Nis R Nissen)

Max Ahrens pinxit: Dr. Nis Nissen (29) in Öl auf Holz. Foto: Kreis Dithmarschen

Ölporträt von Prof. Dr. Nis Rudolf Nissen ersteigert

Prof. Dr. Nis Nissen (1925 - 2000) entdeckte die Alltagskultur für seine Museen / Fielmann AG entdeckte und ersteigerte Porträt von Prof. Dr. Nis Nissen für das Dithmarscher Landesmuseum


MELDORF (pid). Gemalt und signiert von Max Ahrens, Jahrgang 1898, Schüler der Kunsthochschule Hamburg, datiert auf das Jahr 1954, Öl auf Holz in den Maßen 46 x 36 Zentimeter, gesponsort von der Fielmann AG, ist er jetzt wieder im Dithmarscher Landesmuseum: Prof. Dr. Nis Rudolf Nissen. Landrat Dr. Jörn Klimant: "Bis heute haben ihm die Museen und der Kreis Dithmarschen viel zu verdanken."

Mitte September 2009 kam in Hamburg ein Gemälde zur Versteigerung, das aufgrund der dargestellten Person von großem Interesse für das Dithmarscher Landesmuseum ist. Es handelt sich um ein Porträt des langjährigen Direktors des Dithmarscher Landesmuseums und Mitbegründers des Schleswig-Holsteinischen Landwirtschaftsmuseums. Zum 70. Geburtstag war ihm aufgrund seiner großen Verdienste um die Museen und die Geschichte des Landes der Professorentitel verliehen worden. Prof. Dr. Nis Rudolf Nissen, Jahrgang 1925, verstarb kurz vor Vollendung seines 75. Lebensjahres im Jahr 2000 in Heide.

1964 hatte Dr. Nis Nissen die Nachfolge von Alfred Kamphausen als Leiter des Dithmarscher Landesmuseums angetreten und machte das Haus in seiner sechsundzwanzigjährigen Tätigkeit zu einer Einrichtung, die über die Kreis- und Landesgrenzen hinaus Beachtung fand. Als einer der ersten Museumsleute im Land bezog er die Zeugnisse der sogenannten Alltagskultur in die museale Präsentation mit ein.

Museumsmann Prof. Dr. Nis Rudolf Nissen in Öl jetzt im Dithmarscher Landesmuseum: Michael Brohmann, Leiter der Fielmann-Niederlassung in Heide, Museumsleiterin Dr. Jutta Müller und Landrat Dr. Jörn Klimant (von links).

1990 wurde Dr. Nis Nissen in den Ruhestand verabschiedet. Seinerzeit war auch das Schleswig-Holsteinische Landwirtschaftsmuseum, das er maßgeblich mitbegründet hat, bereits seit 4 Jahren eröffnet.

Als der Maler Max Ahrens 1954 ein Porträt des jungen Nissen malte, konnte noch niemand absehen, wie dessen späterer Lebensweg verlaufen würde. Der aus Hamburg gebürtige Künstler hatte nach dem Krieg seine zweite Heimat im Lauenburgischen gefunden. Die Kriegserlebnisse hatten ihn schwer gezeichnet, und er wurde zum Alkoholiker, der in den Kneipen von Mölln saß und auf Wunsch für ein paar Schnäpse Porträts anfertigte.

Museumsleiterin Dr. Jutta Müller: "Wie er auf Nissen traf, der zu dieser Zeit – kurz nach Abschluss des Studiums und der Promotion – als freier Journalist tätig war, kann nur vermutet werden." Erst einige Jahre später schlug Nissen dann die Laufbahn im Museumswesen ein, indem er 1960 die Leitung des Heimatmuseums in Lauenburg übernahm.

Das mit Hilfe von Fielmann erworbene Porträt des damals 29jährigen Nissen zeugt jedenfalls eindrucksvoll vom nach wie vor vorhandenen Talent des Künstlers. Die Museumsleiterin: "Die Persönlichkeit meines Vorvorgängers kommt klar zum Ausdruck, und jeder, der ihn kannte, fühlt sich an den unkonventionellen, nichtsdestoweniger bedeutenden Historiker und Museumsmann erinnert."

Dem Künstler Max Ahrens hat das Möllner Museum Ende letzten Jahres erstmalig eine größere Einzelausstellung gewidmet, durch die auch die Biografie dieses relativ vergessenen Künstlers aufgearbeitet wurde.

Landrat Dr. Jörn Klimant: "Das Dithmarscher Landesmuseum verfügt nun aufgrund der großzügigen Spende der Fielmann AG über ein hervorragendes Porträt seines ehemaligen Direktors, dessen langjährige Tätigkeit für die Museen und den Verein für Dithmarscher Landeskunde bis heute fortwirkt. Es wird sozusagen an der Stätte seines Schaffens neben seinen zahlreichen Schriften zur Geschichte der Region und zu den Museen die Erinnerung an einen ungemein engagierten und tatkräftigen Museumsmann wach halten."

Der Verwaltungschef geht davon aus, dass die Fielmann AG das Museum auch in Zukunft unterstützen wird. Der Landrat: "Nur im Rahmen einer solchen Public-Private-Partnerschaft können solche besonderen Ankäufe für das Dithmarscher Landesmuseum realisiert werden."

Zur Person

Nis R. Nissen wurde im Jahre 1925 in Neuendorf im Kreis Steinburg geboren. Nach dem Studium der Geschichte, Germanistik und Philosophie promovierte er zum Dr. phil.

Nis Nissen war seit 1964 bis 1990 Direktor des Dithmarscher Landesmuseum in Meldorf, 18 Jahre Vorsitzender des Vereins für Dithmarscher Landeskunde und 25 Jahre Redakteur der Zeitschrift Dithmarschen. Nis Nissen hat als Autor und Journalist zahlreiche wertvolle Beiträge zur Dithmarscher Landesgeschichte geliefert.

Literatur von Nis R Nissen

als Herausgeber

Nissen, Nis Rudolf (Hg.) 1970: Süderdithmarschen 1581-1970. Herausgegeben im Auftrage des Kreises Süderdithmarschen von Nis R. Nissen. Heide in Holstein (Westholsteinische Verlagsanstalt Boyens & Co.).

Nissen, Nis Rudolf (Hg.) 1981: „Glück zu! Mühlen in Schl.-Holst.“. Heide.

Nissen, Nis Rudolf (Hg.) 1988: Menschen Monarchen Maschinen. Landarbeiter in Dithmarschen. Heide (Westholsteinische Verlagsanstalt Boyens & Co.).


als Autor

Nissen, Nis Rudolf 1970: Dithmarscher Landesmuseum/Museumsführer, Meldorf o. J. [ca. 1970].

Nissen, Nis Rudolf 1973: Marne und seine Nachbarn Friedrichskoog, St. Michaelisdonn. Heide (Boyens).

Nissen, Nis Rudolf 1977: Meldorf, Ein Führer durch die Stadt und ihre Geschichte.

Nissen, Nis Rudolf 1979: Landleben um 1880 auf Fotos von Thomas Backens, Dithmarscher Pressedienst Heide.

Nissen, Nis Rudolf 1980: Meldorf : ein Führer durch die Stadt und ihre Geschichte / 2., überarb. Aufl Westholsteinische Verlagsanstalt Boyens .

Nissen, Nis Rudolf 1981: 125 Jahre Erdöl in Dithmarschen. Sonderschrift der Texaco 1981.

Nissen, Nis Rudolf 1984: Kaiserzeit auf dem Dorfe. Landleben um 1900 auf Fotos von Thomas Backens. Heide 1984 (2. Auflage). Quellenrecherche: Jens Rusch.

Nissen, Nis Rudolf 1986: Album 19(X). Fotografische Erinnerungen von Thomas Backens. Heide 1986.

Nissen, Nis Rudolf 1986: Kleine Geschichte Dithmarschens. Heide 1986.

Nissen, Nis Rudolf 1987: Meldorfer Museumsführer. Heide 1987.

Nissen, Nis Rudolf 1989: Landwirtschaft im Wandel. Natur und Technik einst und jetzt. (Kleine Schleswig-Holstein-Bücher, Bd. 39). Heide (Westholsteinische Verlagsanstalt Boyens & Co.).

Nissen, Nis Rudolf 1991: Dithmarschen. Lehen mit Wasser und Wind. Heide 1991. Fotos von Günter Pump.

Nissen, Nis Rudolf 1994: Hanse zwischen Eider und Oder. Heide (Westholsteinische Verlagsanstalt Boyens & Co.).

Nissen, Nis Rudolf 1994: Staat und Kirche in Dithmarschen. Heide (Westholsteinische Verlagsanstalt Boyens & Co.).

Nissen, Nis Rudolf 1999: Kleine Geschichte Dithmarschens. Heide (Westholsteinische Verlagsanstalt Boyens & Co.). 6. Auflage 1999.


sowie zahlreiche Aufsätze in der Zeitschrift Dithmarschen und in Sammelbänden.


Finden

Durchsuchen
Startseite
Vorwort
Gruppe bei Facebook
Alle Artikel
Aktuelle Ereignisse
Letzte Änderungen
Zufällige Seite
Erste Schritte
Support
Bearbeiten
Quelltext anzeigen
Bearbeitungshilfe
Seitenoptionen
Diese Seite diskutieren
Neuer Abschnitt
Druckversion
Kontext
Versionen
Links auf diese Seite
Änderungen an verlinkten Seiten
Meine Seiten
Anmelden / Benutzerkonto anlegen
Spezialseiten
Neue Seiten
Dateiliste
Statistik
Mehr …