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Natura 2000

Aus Dithmarschen-Wiki

Der Kreis Dithmarschen unterstützt die Initiative "Natura 2000". Verschiedene Dithmarscher Naturschutzgebiete sind Bestandteil des Europäischen ökologischen Netzes.

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Natura 2000 Durch die von der Europäischen Union verabschiedete Fauna-Flora-Habitat (FFH)- und Vogelschutz-Richtlinie wird ein Netz besonderer europäischer Schutzgebiete mit der Bezeichnung "Natura 2000" aufgebaut. Ziel ist die Erhaltung der biologischen Vielfalt, der natürlichen lebensräume und der wildlebenden Tier-und Pflanzenarten.


Bei den Natura 2000-Gebieten Kronenloch und Wöhrdener Loch im nördlichen Speicherkoog handelt es sich mit Ausnahme der Priele und Wasserflächen um Landesliegenschaften, die derzeit von der Naturschutzstation Bergenhusen, Außenstelle Holmer Siel, fachlich betreut werden. In diesen Gebieten wird sich das Lokale Bündnis auch weiterhin sehr eng mit der Station bei der Umsetzung von NATURA 2000 abstimmen. Innerhalb der Gebietskulisse "Lokales Bündnis Naturschutz" Dithmarschen befinden sich die folgenden NATURA 2000-Gebiete. Für diese Flächen liegt eine detaillierte Auflistung und Beschreibung bezogen auf das Dithmarscher Kreisgebiet vor, in denen jeweils die Erhaltungsziele bzw. auch Kurzgutachten dargestellt sind.

Inhaltsverzeichnis

1.Nationalpark S-H Wattenmeer und angrenzende Küstengebiete

(FFH) 0916-391 (Die Flächen des Nationalparks – wie auch der zu militärischen Zwecken genutzte Südteil des Speicherkooges – werden nicht durch das Lokale Bündnis bearbeitet)


Erhaltungsziele Speicherkoog - Nord: Im Koog sind die weitgehende Ungestörtheit der Flächen und der größeren Gewässer sowie eine gute Wasserqualität und eine möglichst naturnahe Gewässerdynamik zu erhalten. Erhaltungsgegenstände sind Sukzessionsflächen, Feuchtgrünland und Feuchtwiesen, Wasserflächen und Salzwasserlagunen.

Das NSG Wöhrdener Loch wird gezielt großflächig als Feuchtgrünland mit einzelnen Weidengebüschen, Röhricht- und Süßwasserflächen als Brut- und Rastplatz für Wiesen- und Küstenvögel entwickelt.

Das NSG Kronenloch wird als nutzungsfreies Salzwassergebiet betrieben und weist überwiegend marine Wasserflächen ohne Tidenhub und von dort eine natürliche Abfolge zu Schilfflächen und Weidengebüsche auf. Es ist ein wichtiger Brutplatz für Röhrichtarten.

Eigentumsstruktur: Land Schleswig-Holstein , Deich-und Hauptsielverband Dithmarschen
Schutzstatus: Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiet

Vorrangiger Handlungsbedarf Natura 2000: Erhalt des Feuchtgrünlandes durch Mahd und Beweidung, Tourismus/Wassersport, Enten- u. Gänsefraß, Touristische Entwicklung/Bauvorhaben

Qualifizierung der privaten Nutzer (z.B. Schäfer) für Naturschutzaufgaben
Betreuende Verbände: NABU

2.Ramsar-Gebiet S-H Wattenmeer und angrenzende Küstenstreifen

(Vogelschutzgebiet) 0916-491 (Die Flächen des Nationalparks werden nicht durch das Lokale Bündnis bearbeitet)

  • Nationalpark S-H Wattenmeer und angrenzende Küstenstreifen
  • Untereider
  • Erweiterung Untereider
  • Meldorfer Bucht

Erhaltungsziele: Für die Untereider mit dem Dithmarscher Eidervorland ist der Erhalt der offenen Feuchtwiesenlandschaft mit Management als Bruthabitat für Wiesen- und Küstenvögel und als Nahrungsflächen sowie Rastflächen für Gänse, Schwäne und Enten festgelegt. Eigentumsstruktur: Deich- und Hauptsielverband Dithmarschen (DHSV), Land Schleswig-Holstein Schutzstatus: NSG, Freiwillige Vereinbarung zwischen dem Land und dem DHSV Vorrangiger Handlungsbedarf Natura 2000: Erhalt des Grünlandes durch Beweidung oder Mahd. Qualifizierung der privaten Nutzer und Abstimmung der Nutzungsinteressen mit den Anforderungen des Naturschutzes. Betreuende Verbände: DHSV, NABU


3.Untereider

(FFH) 1719-391

  • Untereider
  • Erweiterung Untereider

Anmerkungen s. Gebiet Nr.2


4.NSG Weißes Moor

DSC 8752.jpg (FFH) 1720-301 Erhaltungsziele: Das einzige Hochmoor in der Marsch, das durch sein nur geringes Alter eine moortypische Besonderheit darstellt, ist zu erhalten und durch eine Verbesserung des Wasserhaushaltes, im Bereich des Hochmoorrestkörpers und des Randbereiches, vor weiterer Degeneration zu bewahren. Eigentumsstruktur: Stiftung Naturschutz Schutzstatus: NSG mit Ausnahme der Grünländereien im Randbereich Vorrangiger Handlungsbedarf Natura 2000: Vernässungsmaßnahmen, Entkusseln, Mahd, Vernässung des Hochmoorkörpers sowie Organisation der Pflege und Entwicklung der Randbereiche Betreuende Verbände: Verein für Dithmarscher Landeskunde

5.NSG Fieler Moor

(FFH) 1820-302 Erhaltungsziele: Erhaltung eines Geestrandmoores der schleswig-holsteinischen Marschen mit vielfachen Übergängen zu angrenzenden Niedermooren und darin erhaltenen Feuchtgrünlandbereichen sowie anthropogen entstandenen Gewässern. Die Hochmoorreste mit ihren lebensraumtypischen Strukturen und Funktionen, insbesondere der nährstoffarmen Bedingungen, sind zu erhalten. Eigentumsstruktur: Stiftung Naturschutz, Bundesrepublik Deutschland, private Eigentümer Schutzstatus: NSG Vorrangiger Handlungsbedarf Natura 2000: Erhaltung des Feuchtgrünlandes durch Mahd und Beweidung Umsetzung/Handlungsbedarf NATURA 2000: Anhebung des Wasserstandes, Rundwanderweg, Beobachtungsplattform Organisation der Pflege und Entwicklung des Grünlandes im Randbereich sowie Qualifizierung der Pächter für Naturschutzaufgaben Betreuender Verband: BUND


6.Ehemaliger Fuhlensee

(FFH) 1820-303

  • NSG Fuhlensee
  • Erweiterung Fuhlensee

Erhaltungsziele: Erhaltung naturnaher, lebender, teils ombotropher torfmoos- und seggenreicher Übergangsmoor-Standorte und Torf-Schwingrasen mit angrenzenden oder mit ihnen verzahnten, nährstoffarmen, nassen bis wechselnassen, artenreichen Streuwiesen und frisch-feuchten Mähwiesen oder entsprechenden Mähweiden. Eigentumsstruktur: Stiftung Naturschutz Schutzstatus: NSG bis auf umgebende Grünländereien Vorrangiger Handlungsbedarf Natura 2000: Mahd der Pfeifengraswiesen und Mageren Flachland-Mähwiesen Entwicklung eines Pflegekonzeptes mit Schwerpunkt der Erhaltung von Pfeifengraswiesen sowie eine Qualifizierung der Pächter für Naturschutzaufgaben Betreuende Verbände: NABU


7.Gieselautal

(FFH) 1821-304 Erhaltungsziele: Erhaltung der natürlichen Fließgewässerdynamik und eines weitgehend natürlichen, biotopprägenden hydrophysikalischen und hydrochemischen Gewässerzustandes des Fließgewässers Gieselau und seiner Aue mit kleinstrukturreicher, in weiten Bereichen naturnaher Ausprägung und besonderer landschaftlicher Vielfalt auch als Lebensraum der Bachneunaugenpopulation. Insbesondere sind Abschnitte ohne anthropogen erhöhte Sedimenteinträge sowie unverbaute oder unbegradigte Flussabschnitte ohne Ufer- und Sohlenbefestigung, Stauwerke, Wasserleitungen o.ä. zu erhalten. Eigentumsstruktur: Stiftung Naturschutz, DHSV, Buhmann-Stiftung, private Eigentümer Schutzstatus: LSG Vorrangiger Handlungsbedarf Natura 2000: Mahd und Beweidung des Feuchtgrünlandes in der Talaue, Rundwanderwege, Lehrpfade im Rahmen des „Archaeum-Projektes“ der Gemeinde Albersdorf Qualifizierung der privaten Nutzer für die Aufgaben des Naturschutzes

8.Riesewohld und angrenzende Flächen

(FFH) 1821-391 Erhaltungsziele: Erhalt eines alten strukturreichen Bauernbuchenwaldgebietes mit naturnahen bis natürlichem Charakter, insbesondere unbeeinflusster Wälder und fließender Übergänge von gebüschreichen Waldrändern über Staudenfluren, ungestörter Quellbereiche, Quellbäche und Magergrasfluren. Zu erhalten sind auch die Laichgewässer des Kammmolches, insbesondere die der extensiven Teichanlagen Quellental und Hollenborn, sowie die Landlebensräume der Kammmolch-Gesamtpopulation und die Wanderkorridore einschließlich der landwirtschaftlich extensiv genutzten Flächen. Eigentumsstruktur: Private Eigentümer, Stiftung Naturschutz Vorrangiger Handlungsbedarf Natura 2000: Historische Niederwaldstrukturen, historische Waldweide, Umbau von Nadel- in Laubwald, Erhöhung des Anteils von Altholzbeständen Organisation der Pflege und Entwicklung des Grünlandes in den Randbereichen

9.Windberger Niederung

(FFH) 1920-301 Die Windberger Niederung soll als Gesamtökosystem eines verlandeten Marschsees mit großflächigen feuchten bis nassen Grünländereien mit eingelagerten Resten der ehemals flächenmäßig ausgedehnten Moore erhalten werden. Insbesondere sind die für die Geest-/Marsch-Übergangslandschaft in Schleswig-Holstein besonderen kalk- bzw. basenreichen Lebensraumtypen feucht/nasser Standorte im räumlichen Verbund mit Lebensräumen des Nieder-/übergangsmoorkomplexes zu erhalten. Eigentumsstruktur: Stiftung Naturschutz, private Eigentümer Vorrangiger Handlungsbedarf Natura 2000: Mahd und Beweidung der feuchten Grünländereien, Anhebung der Wasserstände, u.a. um das Wachstum torfbildender Moose zu fördern; Überprüfung der Wasserstände, um Mahd u. Beweidung zu ermöglichen. Qualifizierung der privaten Nutzer für die Aufgaben des Naturschutzes

10.Klev- und Donnlandschaft bei St. Michaelisdonn

(FFH) 2020-301 Erhaltungsziele: Erhaltung einer großräumigen, naturnahen, weitgehend offenen alten Küstenlandschaft mit vielfältigen, artenreichen Biotopkomplexen und –mosaiken aus u.a. Steilhängen, Heiden, lichten Birken- und Buchen-Eichenwäldern und Kratts, Trocken-, Mager- und Borstgrasrasen, Quellbereichen und Übergangsmooren, in ehemaliger Kliff-, Nehrungs- und Lagunenlage. Zu erhalten sind insbesondere die weitgehend ungestörten, natürlichen hydrologischen Verhältnisse, die Nährstoffarmut und die extensive Nutzung. Eigentumsstruktur: Private Eigentümer, Kreis Dithmarschen, Stiftung Naturschutz

  • Vorrangiger Handlungsbedarf Natura 2000: Kratt- und Heidepflege
  • Mahd und Beweidung der Feuchtgrünländer (u.a. Borstgrasrasen)
  • Organisation der Pflege und Entwicklung des Grünlandes
  • Qualifizierung der privaten Nutzer für die Aufgaben des Naturschutzes

Siehe auch: Am Klev

11.Kudensee

Biotopmaßnahme am 17.02.2007 Foto: Reimer Stecher

(FFH) 2021-301 - NSG Kudensee (Vogelschutzgebiet) Erhaltungsziele: Erhalt des Kudensees als Gesamtökosystem eines eutrophen Marschsees mit flachen Seebuchten sowie großflächigen Röhrichtzonen, Bruchwaldresten und Weidengebüschen, insbesondere auch als Lebensraum einer vielfältigen Vogelfauna. Eigentumsstruktur: Stiftung Naturschutz Schutzstatus: NSG Vorrangiger Handlungsbedarf Natura 2000: Entwicklung und Erhalt von Feuchtwiesen im Randbereich des Sees durch Mahd, Beweidung und Anstau der Grüppen, Regelung für das Eislaufen im Winter, Entwicklung eines gemeinsamen Konzeptes mit den Nutzern zur Entwicklung und Sicherung eines Lebensraumes für Wiesen- und Wasservögel.

  • Betreuende Verbände: Privatperson (P.Todt, Buchholzer Moor)

12.Wald bei Welmbüttel

(FFH) 1721-301 Erhaltungsziele: Erhaltung eines historischen strukturreichen Waldgebietes auf repräsentativem Altmoränenstandort der Heider-Itzehoer Geest, mit dem Vorkommen unterschiedlicher Laubwaldgesellschaften in naturnaher bis natürlicher Ausprägung, ungestörter Quell- und Fließgewässerzonen sowie zahlreicher Orchideen. Eigentumsstruktur: Private Waldbesitzer, Kirchengemeinde Tellingstedt Vorrangiger Handlungsbedarf Natura 2000: u.a. Erhaltung natürlicher standortheimischer Baum- und Straucharten sowie der weitgehend natürlichen lebensraumtypischen hydrologischen Bedingungen (insbesondere Wasserstand und Basengehalt), Sicherung der Erhaltungsziele durch Freiwillige Vereinbarungen mit den privaten Waldbesitzern.


13.Wald bei Hollingstedt

(FFH) 1721-302 Erhaltungsziele: Erhaltung eines auf altem Waldstandort stockenden, bodensauren Eichen- Birkenwaldes mit Pfeifengras und Waldgeißblatt in der Krautschicht in unterschiedlichen Altersphasen und Entwicklungsstufen und einer standorttypischen Variationsbreite im Gebiet. Eigentumsstruktur: Private Waldbesitzer Vorrangiger Handlungsbedarf Natura 2000: u.a. Erhaltung natürlicher standortheimischer Baum- und Straucharten sowie eingestreuter Flächen z.B. mit Heiden, Trockenrasen. Sicherung der Erhaltungsziele durch Freiwillige Vereinbarungen mit den privaten Waldbesitzern.


14.Wald westlich Wrohm

(FFH) 1722-301 Erhaltungsziele: Erhaltung eines für die Schleswig-Holsteinische Geest sehr repräsentativen Waldkomplexes aus einer Verzahnung von recht alten, wenig gestörten und teilweise sehr naturnahen Beständen an bodensauren Eichenwäldern und Eichen- Hainbuchenwäldern sowie kleinen Überflutungsbereichen und quelligen/nassen Zonen entlang der Waldbäche. Die wenig genutzten Waldbereiche in Verbindung mit einem hinreichenden, altersgemäßen Anteil von Alt- und Totholz, sowie die bisherige hydrologische Situation zum Schutz der grund- und stauwassergeprägten Lebensräume sind zu erhalten. Eigentumsstruktur: Private Waldbesitzer Vorrangiger Handlungsbedarf Natura 2000: u.a. Erhalt natürlicher standortheimischer Baum- und Straucharten an den Waldbächen und in ihren Quellbereichen, Sicherung der Erhaltungsziele durch Freiwillige Vereinbarungen mit den privaten Waldbesitzern.

Zielsetzung

Das Bündnis Naturschutz in Dithmarschen will auf der Grundlage der gebietsspezifischen Erhaltungsziele die Umsetzung von NATURA 2000 in den beschriebenen 14 Gebieten des Kreises durch Erarbeitung von Konzepten, Umsetzung von Maßnahmen und Vorhaben, Flächenmanagement, Hinwirken auf Freiwillige Vereinbarungen zur Sicherung der Gebiete, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Umweltbildung erreichen. Da große Teile dieser Flächen im Eigentum der Stiftung Naturschutz liegen, ist dabei die vor Ort abgestimmte und transparente Entwicklung des Stiftungslandes ein wichtiger Schwerpunkt.

Dazu wird es unabdingbar sein, bereits bestehende örtliche Gruppen und Initiativen mit einander zu vernetzen und dort Aktivitäten zu initieren, wo zur Zeit noch keine sind. Auch vor dem Hintergrund der bisher durchaus erfolgreich ablaufenden kreisweiten Aktivitäten durch die Arbeitsgruppen innerhalb der EU-Wasserrahmenrichtlinie sowie der geplanten Regionalentwicklung AktivRegion erscheint die Umsetzung von NATURA 2000 unter Federführung lokaler Akteure sinnvoll und wünschenswert.

Umsetzung und geplante Maßnahmen

Wie aus der Einleitung und Beschreibung der Ausgangssituation ersichtlich, besteht ein wesentlicher Teil der Arbeit eines Lokalen Bündnisses in Dithmarschen zumindest in der Anfangsphase in intensiver Kommunikation. Ein Baustein dieser Kommunikation wird in dem Aufbau und Erhalt von Kommunikationsnetzen (Runden Tischen) bestehen. Sie müssen die Erfordernisse transparent machen, Gestaltungsspielräume und Grenzen aufzeigen, lokale Interessen in den jeweiligen Gebieten ausloten, Konsens für Maßnahmen herbeiführen und die Managementplanungen abstimmen. Diese gebietsbezogenen Einrichtungen werden voraussichtlich - abgesehen von dem Trägerverein - die wichtigsten Säulen des Bündnisses darstellen, deren Arbeit wesentliche Basis für eine langfristig angelegte NATURA 2000 – Umsetzung vor Ort sein wird. Zusätzlich zu diesen gebietsbezogenen Einrichtungen ist eine individuelle Besprechung und Beratung mit den Grundeigentümern und Nutzern notwendig. Dieser direkte Austausch soll über die Interessen des Landwirtes wie auch des Naturschutzes, die aus NATURA 2000 resultierenden Anforderungen für die jeweilige Person, mögliche Chancen, die aus dem NATURA 2000 – Gebiet für den Betrieb resultieren sowie schließlich über die Umsetzungsmöglichkeiten von Maßnahmen Aufschluss bringen. Auf der Grundlage dieser gegenseitigen Information und Aufklärung und in Abstimmung mit weiteren Aspekten der regionalen Entwicklung wie dem Tourismus, dem Angelsport usw. werden die konkreten Maßnahmen ausgewählt und schließlich umgesetzt. Fachliche Grundlage aller Maßnahmen sind die gebietsspezifischen Erhaltungsziele. Nach diesen Zielen und den Möglichkeiten und Wünschen der Nutzer ist zu entscheiden, welche Instrumente des Naturschutzes zum Einsatz kommen. Ob und wo Vertragsnaturschutz, langfristige Pacht oder Ankauf zur Sicherung der Flächenverfügbarkeit zum Einsatz kommen, ist z. Zt. noch nicht absehbar und wird im einzelnen Fall zu entscheiden sein. Dementsprechend ist auch der Umfang der Flächensicherungsmaßnahmen noch nicht absehbar. Er wird von Gebiet zu Gebiet sehr unterschiedlich sein und ist nicht zuletzt auch durch den Anteil der Stiftungsflächen mitbestimmt. Eine Arrondierung der Stiftungsflächen wird in mehreren Fällen sinnvoll sein. Ein wichtiger Aspekt in der Arbeit des Lokalen Bündnisses wird die Organisation der notwendigen (Dauer)-Pflegemaßnahmen sein. Die Erarbeitung geeigneter Pflegemethoden für die einzelnen Flächen in Abstimmung mit dem LANU, die Suche geeigneter Betriebe und die Beratung dieser Betriebe sind Aufgaben des Bündnisses. Dies betrifft hauptsächlich Weidehalter, aber beispielsweise auch Reetnutzer. Die Pflegemaßnahmen sollen vorrangig durch Betriebe vor Ort umgesetzt werden, können aber auch durch Lohnunternehmer, die „Perspektive Meldorf“ oder den Verein Weidelandschaften e.V. durchgeführt werden. Reetnutzungsmaßnahmen können mit dem Reetprojekt ETS verknüpft werden.


Organisation

Das Lokale Bündnis Naturschutz in Dithmarschen hat sich als eingetragener Verein mit Satzung gegründet. Zur Umsetzung der NATURA 2000 Aufgaben in seinem Arbeitsbereich wird eine hauptamtliche Geschäftsführung tätig sein. Mit dem Deich- und Hauptsielverband Dithmarschen als zuständigem Wasser- und Bodenverband, wurde vereinbart, den Sitz der Geschäftsführung mit in das Verwaltungsgebäude des DHSV nach Hemmingstedt zu legen, wo auch schon die koordinierenden Arbeiten für die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie vor Ort wahrgenommen werden. Die regelmäßige Abstimmung der aus den EU-Richtlinien resultierenden Anforderungen soll auf diese Weise gesichert werden. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hat angesichts ihrer flächenmäßigen Präsenz sowie verschiedener anderer Ziele in Dithmarschen die Bereitschaft bekundet, mit dem Bündnis eng zusammenzuarbeiten. Mit dem Deich- und Hauptsielverband Dithmarschen sowie mit dem Eider-Treene-Verband wurde eine Zusammenarbeit bzw. ein regelmäßiger Informationsaustausch vereinbart. Gründungsmitglieder, neben den beiden Wasser- und Bodenverbänden, waren u.a. der Bauernverband, die Forstbetriebsgemeinschaft Dithmarschen, Dithmarschen Tourismus e.V., die Stiftung Naturschutz, der NABU und der BUND, Vertreter der Kreisjägerschaften sowie die Amtsvorsteher von Meldorf-Land und Albersdorf. Als Vertreter der kommunalen Seite nahmen an den Gesprächsrunden zur Gründung des Bündnisses zeitweise der Landrat und der Leitende Kreisverwaltungsdirektor sowie die Amtsvorsteher und Leitende Verwaltungsbeamte fast aller Dithmarscher Ämter teil. Mit den Amtsvorstehern und Leitenden Verwaltungsbeamten wurde vereinbart, dass das Lokale Bündnis bei den sich bildenden Aktiv Regionen unterstützend tätig sein soll, wo der Naturschutz als Faktor der Regionalentwicklung gesehen wird. Umgekehrt wurden die Unterstützung und der regelmäßige Informationsaustausch ebenso zugesagt. Andererseits wird durch enge Abstimmung sichergestellt sein, dass keine Doppelarbeiten, sondern Synergien in den Regionen entstehen. Inzwischen sind mehrere Ämter und Kommunen dem Bündnis beigetreten.

Quelle: Walter Denker / Zeitschrift Dithmarschen

Naturschutz 2020

Strategie für die Natur: Umweltminister von Boetticher stellt "20 Punkte für die natürliche Vielfalt" vor

KIEL. Umweltminister Dr. Christian von Boetticher hat heute (25. Mai) im Rahmen des Pressefrühstücks die neue Broschüre "Naturschutz 2020 - 20 Punkte für die biologische Vielfalt" vorgestellt. Sie zeigt die strategische Ausrichtung der Naturschutzpolitik in Schleswig-Holstein im nächsten Jahrzehnt auf. "Das Land Schleswig-Holstein ist mit der vorgestellten Naturschutzstrategie für die Herausforderungen der Zukunft gut aufgestellt", sagte von Boetticher. Wesentlich sei ihm, möglichst viele Menschen in Schleswig-Holstein für den Erhalt der biologischen Vielfalt zum Mitmachen zu motivieren, um zukünftig im Naturschutz noch erfolgreicher zu sein. Basierend auf einer Standortbestimmung, die 2008 vorgenommen wurde, hat das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume eine Strategie entwickelt, die in 20 Punkten für die natürliche Vielfalt in konkreten Handlungsoptionen präzisiert wird. Anlass war die internationale Vertragstaatenkonferenz für biologische Vielfalt in Bonn 2008. Um die biologische Vielfalt in Schleswig-Holstein zu erhalten und die Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu sichern, sollen den bewährten Inhalten der Naturschutzpolitik neue Ideen hinzugefügt werden, erläuterte von Boetticher. Mit der Entwicklung und Erprobung flexibler und innovativer Formen des Vertragsnaturschutzes und der Förderprogramme werde das Ministerium etwa die Angebote vor Ort stärken. Durch den Ausbau regional verankerter Beteiligungsstrukturen, wie den lokalen Aktionen und den Naturschutzstationen, sollten außerdem die unterschiedlichen Interessen vor Ort zusammengeführt und in direkter Kommunikation miteinander in Entscheidungen und Maßnahmen umgesetzt werden. Der Schwerpunkt der Umsetzung liege dabei auf den so genannten NATURA 2000-Gebieten. Als Beispiele aus dem geplanten Maßnahmenspektrum führte von Boetticher unter anderem die Umsetzung des Artenhilfsprogramms mit Hilfe einer neu geschaffenen Artenagentur, eine Qualitätsoffensive für Schutzgebiete, die Erstellung eines Hochmoorschutzprogramms sowie den Ausbau der lokalen Aktionen an. Partner bei der Umsetzung seien beispielsweise Naturschutzverbände, Kommunen, Privatpersonen oder die Stiftung Naturschutz, die insbesondere bei der Qualitätsoffensive oder beim Moorschutzprogramm eine wichtige Rolle hat.



Verantwortlich für diesen Pressetext: Christian Seyfert, Christiane Conrad | Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume | Mercatorstr. 3, 24106 Kiel | Telefon 0431 988-7201, -7204 | Telefax 0431 988-7137 | E-Mail: pressestelle@mlur.landsh.de <mailto:pressestelle@mlur.landsh.de> | Presseinformationen der Landesregierung finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter http://www.schleswig-holstein.de


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