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Ketelsbüttel (1700)

Aus Dithmarschen-Wiki

Gefecht zwischen Norder- und Süderdithmarschern


Inhaltsverzeichnis

Dithmarschen im dänisch-gottorfischen Spannungsfeld

Das Verhältnis zwischen den Bewohnern des „herzoglich-gottorfischen“ Norderdithmarschens und des „königlich-dänischen“ Süderdithmarschens war im 17. und 18. Jahrhundert vor allem als Folge der teilweise blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Landesherren mehr als gespannt).


Dithmarschen vom Nordischen Krieg betroffen

Der absolute Tiefpunkt der interdithmarscher Beziehungen wurde im Sommer 1700 erreicht. Zu Beginn des Nordischen Krieges belagerten dänische Truppen ab Frühjahr 1700 die gottorfische Festung Tönning und brachten damit den Krieg an die Westküste. Dänische Truppen lagen in Norderdithmarschen und belasteten die Landschaft schwer. Nachdem sich die militärische Situation für die Festung Tönning Anfang Juni durch den Anmarsch verbündeter Truppen entspannt hatte, versuchten gottorfische Streiftrupps auf Befehl von Tönnings Kommandant von Banier in Süderdithmarschen Kriegssteuern einzutreiben oder Waren zu requirieren. Einem Trupp gelang es drei Lastschiffe aus dem Wöhrdener Hafen zu entführen und nach Tönning zu bringen. Ein ähnlicher Coup unter Führung von Hauptmann Mascalari im Meldorfer Hafen scheiterte. Mascalari und zwei seiner Soldaten wurden nach heftiger Gegenwehr von wütenden Süderdithmarschern getötet. Die Leichen wurden möglicherweise gefleddert.


Gemetzel in Ketelsbüttel

Bei einer Vergeltungsaktion in Süderdithmarschen drang Banier, dessen reguläre Streitmacht durch Norderdithmarscher verstärkt worden war, über Hemmingstedt bis vor Ketelsbüttel vor, wo er auf eine gemischte Abteilung aus königlichen Soldaten und bewaffneten Süderdithmarscher traf. Banier gewann das Gefecht. Den königlichen Soldaten wurde Pardon gewährt, den Süderdithmarschern nicht. Beim Aufspüren und Totschlagen flüchtender süderdithmarscher Kämpfer und Zivilisten sowie beim Plündern und Verwüsten des Ortes Ketelsbüttel sollen sich die norderdithmarscher Irregulären, zumeist Einwohner von Heide, unrühmlich hervor getan haben Die tatsächlichen oder gemutmaßten Brutalitäten der Norderdithmarscher in Ketelsbüttel sorgten für eine nachhaltende Verschlechterung des bereits vor 1700 negativen Nord-Süd-Verhältnisses in Dithmarschen.


Literaturhinweis:

Reimer Witt, Dithmarschen unter der Fürstenherrschaft (1559-1773), in: Geschichte Dithmarschens, S.209 – 211, Heide 2000


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