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Kernkraftwerk Brunsbüttel

Aus Dithmarschen-Wiki

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Reaktorplan
Standort Brunsbüttel an der Elbe

Inhaltsverzeichnis

Standort Brunsbüttel

Schleswig-Holsteins erstes Kernkraftwerk nahm 1977 in Brunsbüttel den Leistungsbetrieb auf. Durch kontinuierliche Modernisierungsmaßnahmen wurde und wird der Siedewasserreaktor immer auf dem neuesten technischen Stand gehalten. Mit 300 Arbeitsplätzen im Kraftwerk und weiteren in Zulieferbetrieben zählt das Kernkraftwerk Brunsbüttel zu den wichtigsten Arbeitgebern der Unterelbregion.

Konstante Leistung

Die erste kontrollierte Kernspaltung im Siedewasserreaktor fand am 23. Juni 1976 statt. Nach dieser erfolgreichen Generalprobe konnte der kommerzielle Leistungsbetrieb am 9. Februar 1977 beginnen. Bei einer Bruttoleistung von 806 Megawatt ergibt sich eine effektive Nettoleistung von 771 Megawatt, mit der jährlich 6 Milliarden Kilowattstunden erzeugt werden.

Radioaktivität

Als Radioaktivität bezeichnet man die Eigenschaft instabiler Atomkerne, ohne äußere Einwirkung zu zerfallen. Die bei diesem Zerfall frei werdende Energie wird in Form von Strahlung, also als Wellen oder Teilchen, ausgesandt. Zur Strahlung zählen Alpha-, Beta-, Gamma- und Neutronenstrahlung. Um Radioaktivität künstlich zu erzeugen, beschießt man stabile Atomkerne, die dann zerfallen und ebenfalls Strahlung abgeben. Jeder Mensch ist Tag und Nacht Strahlung ausgesetzt – ohne es zu bemerken. Entziehen kann man sich ihr nicht, denn sie geht sowohl von der Erde (terrestrische Strahlung) als auch vom Weltraum aus (kosmische Strahlung). Wir nehmen radioaktive Stoffe sogar mit der Nahrung auf. Wie hoch die individuelle Dosis bei jedem Einzelnen ist, hängt von Faktoren wie dem Wohnort oder den Lebensgewohnheiten ab. Neben der natürlichen Strahlung gibt es auch die künstliche. Sie entsteht zum Beispiel beim Röntgen.

Revisionen

Brennstäbe

Wie die meisten technischen Anlagen befindet sich auch ein Kernkraftwerk permanent in der Weiterentwicklung. Die Forschung macht ständig Fortschritte, von denen auch die Kerntechnik profitiert, vor allem in Bezug auf Sicherheitseinrichtungen. Eine so große und technisch aufwändige Anlage wie das Kernkraftwerk Brunsbüttel komplett zu überprüfen, erfordert Zeit und Know-how. Dies wird gewährleistet durch das erfahrene Kraftwerkspersonal, das während der jährlich stattfindenden Revision von zahlreichen Ingenieuren und Technikern verstärkt und zusätzlich von unabhängigen Gutachtern überwacht wird. Gemeinsam führen sie jeden der notwendigen Arbeitsschritte mit größter Sorgfalt durch. Erst wenn die nukleare Aufsichtsbehörde, welche die gesamte Revision begleitet und überwacht, „grünes Licht“ gibt, wird das Kraftwerk wieder angefahren. Wesentlicher Bestandteil jeder Revision ist der Austausch von Brennelementen – sozusagen Arbeiten im Herzen des Reaktors. 532 Brennelemente bilden den Reaktorkern in Brunsbüttel. Darin enthalten ist der eigentliche Kernbrennstoff Uran, der die Kettenreaktion ermöglicht. Bei einer Revision in Brunsbüttel wird rund ein Sechstel der Brennelemente ersetzt. Nachdem sie aus dem Reaktorkern entfernt wurden, werden die ausgedienten Brennelemente im wassergefüllten Abklingbecken innerhalb des Kraftwerks zwischengelagert. Dort verbleiben sie, bis die Radioaktivität so weit abgeklungen ist, dass sie in Spezialbehälter umgeladen und sicher ins benachbarte Zwischenlager transportiert werden können.


Standort und Kühlwasser

Am Elbufer

Das Kernkraftwerk Brunsbüttel steht im Landkreis Dithmarschen direkt an der Elbe. Mehrere funktionell zusammengehörende Anlagenteile bilden den Kraftwerkskomplex. Beherrschende Bauwerke sind das etwa 100 Meter lange Maschinenhaus und das direkt daran angrenzende Reaktorgebäude. In Letzterem befindet sich das eigentliche Zentrum des Kraftwerks: der Reaktordruckbehälter, der den Reaktorkern enthält. Die unmittelbare Nähe zur Elbe ist für das Kraftwerk von entscheidender Bedeutung, da gereinigtes Elbwasser als Kühlmittel im Kondensator eingesetzt wird. Dies geschieht in einem getrennten Kreislauf, so dass eine Vermischung von Elb- und Reaktorwasser ausgeschlossen ist.

Mehrstufiges Sicherheitssystem

Die Sicherheitsbarrieren des Kernkraftwerks Brunsbüttel erfüllen im Wesentlichen zwei Funktionen: Sie schirmen die Direktstrahlung ab und sie verhindern zuverlässig das Austreten radioaktiver Stoffe. Die erste Barriere ist das Brennstoff-Kristallgitter, in dem auch der größte Teil radioaktiver Spaltprodukte fest eingebunden bleibt. Als nächste Barriere wirken die gasdicht verschweißten Brennstabhüllen der Brennelemente, die den eigentlichen Reaktorkern bilden. Dieser wiederum wird von dem Reaktordruckbehälter aus hochwertigem Stahl umschlossen. Eine meterdicke Betonabschirmung (Biologischer Schild) rund um den Druckbehälter schützt die Kraftwerksmitarbeiter zuverlässig vor direkter Strahlung aus dem Reaktor. Der kugelförmige, doppelwandige, stählerne Sicherheitsbehälter (Containment) schließt den Reaktordruckbehälter sowie wichtige Armaturen und Leitungen gasdicht und druckfest ein. Eine weitere passive Sicherheitsbarriere gegen den Austritt radioaktiver Stoffe ist durch das Reaktorgebäude selbst gegeben: Seine dicken Stahlbetonwände dienen gleichzeitig dem Schutz gegen Einwirkungen von außen. Mehrere aktive Sicherheitssysteme gewährleisten zusätzlich den zuverlässigen Kraftwerksbetrieb. Im Falle einer Störung würden selbsttätig Reaktorabschalt- und Notkühlsysteme anlaufen. Diese sind mehrfach vorhanden, arbeiten unabhängig voneinander nach unterschiedlichen physikalisch-technischen Prinzipien und sind zudem räumlich voneinander getrennt untergebracht.

Zur Sicherheit von Kernkraftwerken

Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren des Landes Schleswig-Holstein


Medien-Information


5. März 2009


Neue Broschüre "Zur Sicherheit von Kernkraftwerken"

KIEL. Das Sozialministerium hat eine Broschüre "Zur Sicherheit von Kernkraftwerken" herausgegeben. Sämtliche Beiträge stammen von externen Fachleuten, die als Sachverständige oder Berater von Atomaufsichtsbehörden in die Praxis eingebunden sind. Die einzelnen Beiträge geben Einblicke in die Sichtweise von Experten und sollen den Leserinnen und Lesern die Möglichkeit zur Erweiterung ihres Wissens bieten. Die Broschüre richtet sich nicht nur an Fachleute, sondern ist so allgemeinverständlich geschrieben, dass sie auch interessierten Laien Erkenntnisgewinn bringt.

Die Broschüre beschreibt unter anderem Aufbau, Funktionsweise und Sicherheitstechnik der deutschen Kernkraftwerke. Sie zeigt, wie der behördliche Strahlenschutz mit Hilfe der "Fernüberwachung" durchgeführt wird. Behandelt werden Sicherheitskultur, Sicherheits- und Alterungsmanagement, die Anforderungen an das Zusammenwirken von Mensch, Technik und Organisation und die Zuverlässigkeit des Personals. Schließlich wird ein Überblick über "Meldepflichtige Ereignisse" in Kernkraftwerken im In- und Ausland gegeben.

Die Broschüre kann kostenlos bestellt werden: per E-Mail an Frank.Clasen@sozmi.landsh.de oder telefonisch unter 0431/9884290.

Autoren der Broschüre sind:

Dipl.-Physiker Lothar Hahn, Geschäftsführer der Gesellschaft für Anlagen und Reaktorsicherheit (GRS) GmbH, Stellvertretender Vorsitzender der Reaktorsicherheitskommission (RSK) - einem Beratungs-gremium des Bundesumweltministeriums,

Dipl.Physiker Harald Weiß, Sachverständiger bei der EnergieSystemeNord GmbH,

Dipl.-Ing. Michael Sailer, Mitglied der Geschäftsführung des Öko-Instituts e.V., Vorsitzender der Entsorgungskommission (ESK) und Mitglied der Reaktorsicherheitskommission (RSK) - Beratungsgremien des Bundesumweltministeriums, Dipl.-Ing. (BA) Beate Kallenbach-Herbert, Sachverständige beim Öko-Institut, Mitglied der Entsorgungskommission (ESK),

Dipl.-Ing. Rudolf Wieland, Geschäftsführer der TÜV NORD SysTec GmbH & Co KG und der TÜV NORD Systems GmbH & Co. KG, Stellvertretender Vorsitzender der Reaktorsicherheitskommission (RSK) bis 2006,

Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Michael Herczeg, Institut für Multimediale und Interaktive Systeme, Universität zu Lübeck,

Prof. Dr. Wolfgang Ewer, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Verwaltungsrecht, Kiel


Dipl.-Physiker Richard Donderer, Sachverständiger beim Physikerbüro Bremen, Mitglied der Reaktorsicherheitskommission (RSK).





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