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Hansen, August Emil

Aus Dithmarschen-Wiki

August Emil Hansen (*30.12.1879, †1981) hatte in Marne in der Königsstrasse ein Eisenwaren, Landwirtschaft und Kohlenhandel Geschäft. Aus diesem Geschäft ging das noch bestehende Geschäft "Lutzkat" in der Marner Königstrasse hervor.

Portrait Emil Hansen von Hans Grohs

Inhaltsverzeichnis

Wirken in Marne

Elma Hansen Grohswww.jpg

August Emil Hansen war ein angesehener Bürger in Marne er förderte langjährig und selbstlos den Dithmarscher Künstler Hans Friedrich Grohs, seinen Schwiegersohn.

Familie Hansen

Der Schwiegersohn von August Emil Hansen war der bekannte Dithmarscher Künstler Hans Friedrich Grohs. Das kulturelle Eigentum des Künstlers Hans Friedrich Grohs, 1892-1981, wird von dem Frauken Grohs Collinson-Grohs Collection Trust verwaltet.

GrossesFamilienbild.jpg
Rückseite des Familienfotos, beschriftet von Elma Hansen-Grohs

Anekdoten

Die Enkelin von August Emil Hansen, Frauken Grohs, erinnert sich an die Besuche aus dem "fernen" Hamburg im beschaulichen Marne:

"1934 und wieder 1937 und 1938 besuchte ich die Großeltern in Marne. Es sind zusammen mit anderen schönen Kindheitserinnerungen wohl die einprägendsten. Für den Sonntags-Spaziergang wurde ich in die schönsten Kleider "verwandelt" (Hamburger Kinderstube), mit blauem Mantel weissen Stick-Kragen, dunkelblauem Hut mit weisser Schleife, weissen Handschuhen und schönen weissen Kniestrümpfen mit Lackschuhen.

So ging es durch die kleine Gasse zum Marktplatz und irgendwie um die Ecken der Strassen. Großvater schwang seinen Spazierstock und tippte seinen Hut und rief sogar zur anderen Seite der Strasse: "Das ist Elma's Tochter, Frauken". Dann musste ich mit einem feinen Knicks die Leute begrüssen. Zu meinem 12 jahrigen Geburtstag kaufte Großvater für mich eine Hohner Zieharmonika, die ich dann auch bald spielen konnte.

Die Sommerferien in Marne 1937 und auch 1938 werde ich nie vergessen. Meine Eltern setzen mich mit einigem, Gepäck in Oberneuland in den "Bummelzug" bis nach Altona. Ich hatte so ein Schild um den Hals mit Namen und wohin ich reiste. In Altona traf mich Onkel Georg Kohlsaat, ein Rechtsanwalt und Onkel meiner Mutter. Onkel Georg setze mich am nächsten Tag in einen "Bummelzug" nach St. Michaelisdonn. Oh, ich passte ordentlich auf, dass ich auch den richtigen Bahnhof erwischte.

In St. Michaelisdonn war Zuppke mit Pferd und Kutsche. Zuppke war der Hausmann für Emil und Cläre Hansen. Ich denke er tat so ALLES. Ich erinnere mich sehr wohl, er hatte ganz dunkel-braune Augen und sehr schwarze Haare und einen Bart. So war es mir ein wenig unheimlich so ganz alleine mit einem Mann die lange Baumstrasse entlang nach Marne zu fahren.

Die zwei Pferde waren tapfer im Trab und ich war froh als man in der Ferne den Kirchturm sah. Emil und Cläre hatten einen goldigen kleinen Dackel, "Mirrle". Der nette Hund hatte alle Privilegen in dem Haus. Mirrle hatte ein Himmelbett mit Spitzen, das viel hübscher war als mein Puppenbett.

Mittagstisch war immer eine wirkliche Zeremonie. Die Geschäftslehrlinge sassen mit am Tisch und so auch der Geschäftsführer, Herr Oelerich. Vor dem Essen gab mein Grossvater eine richtige Lektion: Man musste aufrecht sitzen, die Serviette richtig in die Hand nehmen und auf die Knie legen. Die Speisen wurden herumgereicht und man durfte nur einen Teil auf den Teller tun. Dann warten bis jeder sein Essen vor sich hatte und dann sagte er ein kurzes christliches Gedicht.

Wenn Messer und Gabel nicht richtig erfasst wurden zeigte er die Korrektion. Die Lehrlinge mussten erbitten den Tisch zu verlassen und alsdann wurde abgetragen.

Ich glaube soetwas gibt es heute kaum noch? Für mich war es immer eine herrliche Zeit in Marne. FGC"

Persönliche Überzeugungen

Seine persönliche Lebenseinstellung dokumentierte er mit dem Leitspruch, den er über seine Büro-Tür in der Königstrasse hing:

"Ich lasse meine Neider neiden
und meine Hasser hassen,
Was Gott mir gab,
das muessen sie mir lassen,
Ich bin ein Mensch und tue meine Pflicht,
mehr kann ich nicht."

August Emil Hansen war Freimaurer im 3.Grad in der Loge Ditmarsia/Marne.

1937 wurde er durch die unmenschliche Naziregierung gezwungen, diesen Leitspruch abzuhängen.


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