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Fledermäuse

Aus Dithmarschen-Wiki

Durch Fenster fliegendes Braunes Langohr. Foto: Klaus Bogon

Inhaltsverzeichnis

NABU-Fledermaus-Galerie

Mit freundlicher Erlaubnis des NABU und der Fotografen. Copyright beachten!

Langohren – die Flugkünstler mit Flüstersonar

NABU: Langohrfledermäuse sammeln im Flug Insekten von Blättern


Wir können ihr Flüstern nicht hören. Ihre Ultraschallrufe liegen mit über 50 Kilohertz weit über der menschlichen Hörfähigkeit. Sie sind das Jagd- und Ortungsinstrument der Langohren, den Fledermäusen mit den riesigen Ohren als Markenzeichen. Die großen Schalltrichterohren sind für die Jagdweise der Tiere von großer Bedeutung: Wer leise ruft braucht gute Ohren, um die noch leiseren Echos der geflüsterten Ultraschallrufe zu hören. Die Langohren jagen im Wald, in Gärten oder um Scheunen und Wohngebäude und kontrollieren die nahe Umgebung auf Spanner, Spinner, Wickler & Co, also Nachtfaltern, ihrer Lieblingsspeise.

Weil die großen Ohren wie Bremsfallschirme in die Luft ragen, können diese Fledermäuse nicht besonders schnell fliegen. Sie haben zudem kurze, breite Flügel, ebenfalls nur langsamflugtauglich, allerdings mit bester Flugstabilität. Damit bringen es Langohren in ihren Flugkünsten zu höchster Kunst. Wie ein Turmfalke können sie rüttelnd in der Luft stillzustehen und sogar rückwärts fliegen, um Raupen, kleine Käfer oder andere Insekten von den Blättern der Bäume und Büsche abzusammeln, erläutert der NABU.

Relativ große, lebhafte Augen kennzeichnen das Gesicht der Langohren. Vermutlich nutzen sie neben der Echoortung und dem Geruchssinn auch ihre Augen für die Beuteerkennung. Haben sie einen größeren Nachtfalter erbeutet, so wird er zu einem bequemen Hangplatz gebracht und dort verspeist. Unterhalb beliebter Hangplätze sammeln sich neben dem verräterischen Kot auch die Schmetterlingsflügel als Fraßreste an. Graues und Braunes Langohr, unsere beiden heimischen Arten, sind mittelgroß und gelten als relativ ungesellig. Besonders die Männchen sind Einzelgänger, aber auch die Wochenstuben der Weibchen umfassen meist nicht mehr als 10 bis 20 Muttertiere. Die beiden Geschlechter begegnen sich im Herbst zur Paarungszeit und die Tiere werden dann ‚notgedrungen‘ wieder etwas kontaktfreudiger.

Das Braune Langohr ist eine wärme liebende Art. Im Tiefland lebt es in lockeren Laub- und Nadelwäldern, in Parks und in Gärten. Im Gegensatz zum Grauen Langohr ist es nicht überwiegend an den menschlichen Siedlungsraum gebunden. Man kann die Flugkünstler in ganz Europa beobachten, einschließlich Englands, Schottlands und Irlands. Nur im Norden Skandinaviens fehlen die beiden Arten.

Text: Axel Roschen Redaktion: Ulrich Thüre, NABU-Pressesprecher (verantw.), NABU Niedersachsen, Telefon: 0511 / 9 11 05-0



Sie können mit den Ohren ‚sehen’

NABU: Ultraschallechoortung der Fledermäuse hautnah erleben!

Nur weil sie den Teufel im Leibe haben können Fledermäuse in tiefdunkler Nacht mit rasender Geschwindigkeit durch die Lüfte kreisen, ohne anzustoßen: Diese Erklärung reichte dem Naturforscher und Bischof von Padua, Lazzaro Spallanzani, Ende des 18. Jahrhunderts nicht mehr und er begann mit Fledermäusen zu experimentieren.

Mit aus heutiger Sicht rüden Methoden – er stach den Versuchstieren die Augen aus – konnte er nachweisen, dass die blinden Fledermäuse ebenso geschickt Hindernisse umflogen und bei der Jagd erfolgreich waren, wie unversehrte Tiere. Fledermäusen, denen er die Ohren verschloss, verloren allerdings ihre erstaunlichen Fähigkeiten. Kurz vor seinem Tode notierte er dann den Satz: „Kann man mit den Ohren sehen?“. Die endgültige Aufklärung des Phänomens brauchte allerdings noch fast 200 Jahre, bis der Harvard-Student Donald Griffin 1930 zusammen mit dem Physiker G. W. Priece die Ultraschallrufe der Fledermäuse entdeckte.

„Über mehr als 50 Jahre konnte das Phänomen der Ultraschall-Echoortung der Fledermäuse wegen der großen, hochempfindlichen Geräte nur im Labor untersucht werden. Erst Anfang der 90iger Jahre kamen die ersten mobilen Ultraschall-Ortungsgeräte auf den Markt“, erläuterte NABU Fledermausexperte Axel Roschen. Die Entwicklung des “Bat-Detektors”, war für Fledermauskundler eine der wichtigsten Neuerungen, denn nun konnte die sonst im nächtlichen Dunkel verborgenen, lautlosen nächtlichen Insektenjäger ‚hautnah’ erlebt werden.

Alle heimischen Fledermäuse jagen und orientieren sich mit Hilfe der so genannten Ultraschall-Echoortung. Die Laute werden in einem Bereich von etwa 20 bis zu 100 Kilohertz (KHz) erzeugt. Jede Fledermausart hat dabei ihre besondere Rufcharakteristik und nutzt bestimmte Frequenzbereiche. Sie sind allesamt für den Menschen nicht wahrnehmbar, denn die menschliche Hörfähigkeit endet bei ca. 16 bis 18 KHz. Der ‚Bat-Detektor‘ überbrückt genau diesen menschlichen Schwachpunkt, indem er die hochfrequenten Rufe der Fledermäuse in hörbare Laute abwandelt. Das Ergebnis ist je nach Fledermausart und Situation ein Stakkato von ‚singenden’, ‚knackenden‘ oder ‚klickenden‘ Geräuschen, die der Beobachter hört. Der Ultraschallruf einer Fledermaus dauert nur wenige Millisekunden. Im normalen Suchflug erfolgt der Ortungsruf vielleicht 10 Mal pro Sekunde. Wird Beute ‚erhört‘ steigert sich die Ruffrequenz auf 100 und mehr Einzelrufe pro Sekunde bis der Fang erfolgt. Das Erkennen von Fledermausarten anhand ihrer Rufe muss allerdings, vergleichbar den Vogelstimmen, erlernt werden.

Nächtliche Exkursionen mit dem Bat-Detektor zu Fledermaus-Jagdrevieren, hierfür eignen sich kleinere Stillgewässer oder blütenreiche Wiesen in Parks mit altem Baumbestand besonders, werden von vielen NABU-Fledermauskundlern im Rahmen der Europäischen Fledermausnacht im August angeboten.

Redaktion: Ulrich Thüre, NABU Pressesprecher (verantw.), NABU Niedersachsen, Telefon: 0511 / 9 11 05-0



Fledermausgeburt

Trapezakt auf dem Kirchendachboden – eine Fledermausgeburt

NABU: Das Große Mausohr, unsere ‚Kirchenfledermaus‘

Sie verbringen mehr Zeit in der Kirche als der Pastor. Sie sind dort nämlich eingezogen und bewohnen den geräumigen Kirchendachboden – das Große Mausohr, mit gut 40 Zentimeter Flügelspannweite unsere größte heimische Fledermausart.

Über viele Generationen hinweg bewohnen die Traditionalisten großräumige, ungestörte Dachböden als warme Ersatzhöhlen in Kirchen, Schlössern oder anderen großen Gebäuden. Je nach Saison und Tagestemperatur werden Hangplätze im gesamten Dachbodenbereich ausgewählt. Ihre Aufenthaltszeit ist saisonal begrenzt, denn die Besetzung der Kirchendachstühle erfolgt meist im Sommer und zwar von Weibchen, die dort ihre Jungen zur Welt bringen und aufziehen.

In solchen Kolonien kann es sehr lebhaft zugehen, denn große Wochenstuben der Art können 2.000 und mehr Tiere umfassen, erläuterte der Naturschutzbund NABU. Die Weibchen rangeln um die besten Hangplätze an Balken, Mauern und im Dachgestühl, wo sie kopfüber und freihängend den Tag verbringen.

Die Geburt der Jungen etwa Anfang Juni wird, wie übrigens bei allen Fledermausarten, zum Trapezakt. Kurz vor der Geburt sucht sich das betreffende Weibchen einen etwas abgelegenen Platz mit dem Kopf nach oben. Ohne die Geborgenheit eines Nestes gleitet das neugeborene Mausohr sanft in die Schwanzflughaut der Mutter. Gesichert sind sie nur durch die Nabelschnur. Das Neugeborene krabbelt sofort am Bauchfell der Mutter hoch in Richtung der Zitzen. Dabei wird es von der Mutter eifrig beleckt und die Mutter kehrt in die Hanggemeinschaft zurück, um sich normal, nämlich mit dem Kopf nach unten, aufzuhängen.

Während des nächtlichen Jagdfluges bleiben die Jungtiere im Quartier. Sie hängen unter Aufsicht mehrerer Weibchen eng beieinander, um sich gegenseitig zu wärmen. Zum Säugen kommen die jagenden Mütter regelmäßig wieder in das Quartier. Sie erkennen ihr Junges an individuellen Ruflauten und am Geruch aus der Vielzahl zurückgelassener kleiner Fledermäuse wieder.

Die Jagdgebiete des Großen Mausohres sind vorzugsweise in alten Laubwaldbeständen, wo sie dicht über dem Erdboden nach flugunfähigen Laufkäfern jagen. Diese Beutetiere erhören sie am Rascheln im Laub und fangen sie dann zu ‚Fuß‘. Laufkäfer bilden das Grundnahrungsmittel für Mausohren zu dem sich dann das jeweilige Insektenangebot der Saison gesellt.

Schichtwechsel am Abendhimmel

Abendsegler übernehmen Insektenjagd von den Schwalben

NABU: Alte Spechthöhlen besonders wichtig für Abendseglerarten

An lauen, noch hellen Sommerabenden ist das Geschehen am Himmel besonders gut zu beobachten: Zwischen den letzten noch jagenden Schwalben und Mauerseglern erscheinen Schnellflieger, die zwar ähnlich, aber doch etwas anders aussehen und fliegen. Es ist der Schichtwechsel bei den Insektenjägern der Lüfte. Mit zunehmender Dunkelheit schwindet der Jagderfolg der Augenjäger, wie Schwalben und Mauersegler, und es kommt die Zeit der Ultraschall-Echojäger, der Fledermäuse, die dann aus ihrer Tageslethargie erwachen.

Die ersten Nachtarbeiter bei der Schicht sind Abendsegler, die unter den Fledermäusen die Hoheitsrechte des freien Luftraums gepachtet haben und mit den Mauerseglern leicht zu verwechseln sind. In der Höhe oberhalb der Baumkronen stellt sich ihnen nichts in den Weg. Die Echoortung der Abendsegler ist diesem Jagdraum angepasst: Um bei ihrem rasanten Flug möglichst weit ‚voraus zu schauen’ nutzen sie sehr laute niederfrequente Ultraschallrufe, die von der Luft weniger gedämpft werden. Im freien Luftraum ist jedes zurückkommende Echo gewöhnlich ein potentielles Beuteinsekt. „Die Ultraschallrufe der Abendsegler erreichen den Schalldruck eines Presslufthammers. Kinder mit noch unbelastetem Gehör können die bei 15- 18 Kilohertz liegende Rufe der Abendsegler noch wahrnehmen - es ist der obere Grenzbereich der menschlichen Hörfähigkeit“, erläuterte der Fledermausfachmann des NABU, Axel Roschen.

Die langen, schmalen und spitzen Flügel der Abendsegler sind darauf abgestimmt schnell zu fliegen. Ein enges Manövrieren in der Vegetation liegt ihnen den ‚schnellen Riesen‘ nicht, denn mit einer Größe bis 85 Millimetern sind sie neben dem Mausohr die größten heimischen Fledermäuse. Nicht nur die Flügel auch das kurze, eng anliegende Fell ist auf gute Aerodynamik getrimmt. Abendsegler sind schnelle und ausdauernde Flieger. Bei den Ausflügen zur nächtlichen Beutejagd erreichen sie mühelos Geschwindigkeiten von 50 Stundenkilometern. Die Abendsegler gehören zu den im Herbst wandernden Arten und legen dabei Distanzen von 1.600 und mehr Kilometer zurück, um ihre Überwinterungsquartiere zu erreichen.

Beide Abendseglerarten haben ihre Wochenstubenquartiere mit Vorliebe in Baumhöhlen der Marke Specht. Der Specht leistet als Baumeister die Vorarbeit, Pilzbefall und witterungsbedingte Stammrisse bewirken ein Übriges, so dass die verwaisten Spechthöhlen von Fledermäusen als Nachmieter bezogen werden können. Der Mietvertrag wird nicht auf Lebenszeit abgeschlossen. Viele, vor allem Baum bewohnende Fledermausarten, wechseln ihre Quartiere während des Sommers. Den Abendseglern dienen Baumhöhlen nicht nur als Kinderstube, sondern auch als Balzquartier im Herbst und manchmal sogar als Überwinterungsmöglichkeit. Sie leben in der insektenarmen Zeit von ihren im Sommer angefressenen Fettreserven und ruhen den Winter über in dichten Trauben eng aneinander in der Baumhöhle. Dabei wärmen sie sich gegenseitig, um die kalte Jahreszeit unbeschadet zu überstehen.

Text: NABU, Melanie Beinhorn, Axel Roschen

Fledermausnacht

NABU koordiniert Aktionswochenende für die gefährdeten Nachtjäger

Wer Fledermäuse in einer lauen Nacht entdecken will, muss schon sehr aufmerksam sein, um die schwarzen Silhouetten der wendigen Flugkünstler gegen den dämmerigen Nachthimmel zu erkennen. Einfacher geht es auf geführten Fledermauswanderungen, bei denen mit Hilfe von Ultraschalldetektoren den Fledermäusen bei der Insektenjagd zugehört werden kann. Zahlreiche NABU Gruppen und Fledermausexperten gewährten anlässlich der ‚Batnight’ 2009 Einblicke in das Leben ihrer ‚Schützlinge’. Auf den Veranstaltungen zur diesjährigen Europäischen Fledermausnacht am 29. / 30. August konnten unter fachkundiger Begleitung an vielen Orten Abendsegler, Wasser- und Zwergfledermäuse oder andere Fledermausarten entdeckt werden. Es gab Fledermausfeste, Vorträge und Exkursionen.

Batnight Homepage des NABU zum Thema.

EUROBATS

Veranstaltet wurde die Europäische Fledermausnacht vom Europäischen Büro für Fledermausschutz EUROBATS (Bonn) und wurde in der Bundesrepublik vom NABU organisiert. Seit nunmehr dreizehn Jahren hat der NABU Niedersachsen diese Aufgabe übernommen und steht allen Fledermausfreunden als zentrale Koordinationsstelle zur Verfügung.

„Die Europäische Fledermausnacht ist eine Erfolgsgeschichte für die lautlosen Nachtjäger. Während es im Anfangsjahr bundesweit 60 Veranstaltungen gab, stieg diese Zahl kontinuierlich an. Von 122 im Jahr 2000, auf 164 in 2001 und auf knapp 400 im vergangenen Jahr“, sagte NABU Fledermausexperte Axel Roschen.

Kontakt

Einen Überblick über die Veranstaltungen gibt es beim NABU Niedersachsen, Alleestr. 36, 30167 Hannover, Telefon: 0511 / 9 11 05 0, Ansprechpartnerin Anja Taupe. Die Veranstaltungen sind auch im Internet unter www.batnight.de zu finden.

Hinweis an die Redaktionen: Wir bieten eine CD-Rom mit Texten und Bildern (zum kostenlosen Abdruck) für Ihre Berichterstattung zur ‚Batnight’ 2009 an; Kontakt: E-Mail: anja.taupe@NABU-niedersachsen.de– Bitte geben Sie für den Versand unbedingt auch Ihre Postadresse an!

Redaktion: Ulrich Thüre, NABU-Pressesprecher (verantw.), NABU Niedersachsen, Telefon: 0511 / 9 11 05-0


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