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Fensterbierscheiben

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Fensterbierscheiben

Anlässlich der Hochzeit oder der Hauseinweihung von Freunden und Nachbarn gestiftete Wappenscheiben wurden auch Fensterbierscheiben genannt.

Seit dem letzten Viertel 14. Jh. bildeten die motivisch mit Putti, Jagdmotiven, Minneszenen, Wilden Leuten, Motiven aus den Werken des Hausbuchmeisters etc. erweiterten Wappenscheiben oft den Mittelteil der Fensterverglasungen von Patrizierhäusern. Man stellte sie in Serie her und fügte nur das Hauswappen des Käufers ein.

"Fensterbierscheibe" ist eine Bezeichnung für Fensterscheiben, die mit Schwarzlotmalerei oder bunten Farben bemalt und mit Sprüchen versehen sind. Fensterbierscheiben wurden u. a. in Teilen Sachsens, Westfalens, Niederfrankens und Dithmarschens vom 16. bis 19. Jh. bei der Hochzeit oder der Einweihung eines Hauses von Nachbarn und Freunden gestiftet.

Das anlässlich der feierlichen Einsetzung der Fensterbierscheibe stattgefundene Fest hieß "Fensterköst" oder "Fensterbier", weil die Beschenkten für die Getränke, vornehmlich Bier, aufkommen mussten. Quelle: Glasblog

Wappenscheiben

Wappenscheibe , mit Lasurfarben bemalte Glasscheibe als Nämlichkeitsnachweis von Privatpersonen, Zünften, Gilden, Vereinen, Stiftungen, Städten etc.

Als eigenständige Gattung der Glasmalerei traten Wappenscheiben erstmals im 13. Jahrhundert in England und im 14. Jahrhundert im übrigen Europa auf, oft in Form von Stifterbildern in Verbindung mit einer Fensterverglasung.

Wappenscheiben wurden u. a. auch von A. Dürer und Hans Holbein dem Jüngeren entworfen.

Die Blütezeit der Wappenscheibe war im 16. |17. Jahrhundert in der Schweiz; in dem Zusammenhang wird auch von "Schweizerscheiben" gesprochen. Die wahrscheinlich bedeutendste Sammlung von Wappenscheiben befindet sich im Schweizer Landesmuseum in Zürich. Quelle: Glasblog


Fensterbierscheiben-Galerie

Weitere Informationen

Kabinettscheiben – so etwas haben die Meisten noch nie bewusst gesehen, die bei Glasmalerei nur an Kirchenfenster denken. Kabinettscheiben sind klein, auf Nahsicht konzipiert und daher feiner gemalt, detailreicher und somit oft interessanter. Diese kostbaren Glasgemälde zierten dereinst nicht nur die Prunkzimmer der Wohlhabenden, die so genannten Kabinette. Kabinettscheiben waren aber auch in Gerichtsstuben, Rathäusern, Zunftstuben eingesetzt; außerdem vereinzelt in Kreuzgängen von Klöstern und in Privatkapellen. Ihre Blütezeit war die Renaissance, die Periode zwischen 1500 und dem Dreißigjährigen Krieg. PDF-Flyer zur Ausstellung als Download

  • Glas Maeder Zitat: Im Mittelalter haben sich Stifter von Kirchenfenstern mit ihrem darin abgebildeten Wappen zu erkennen gegeben. Später hatten Wappen als Scheiben ausgeführt die Bürgerstuben zu schmücken. Ab den 14.Jhdt. entstanden so wertvolle Kabinettscheiben, im Ausland auch Schweizerscheiben genannt. Das Schenken und Beschenktwerden förderte Freundschaften und soziale Kontakte in einem Maß, wie wir es uns heute kaum vorstellen können.

Brauchtum

Das ganze Fenster als Beisteuer zu dem Neubau war die Hauptsache. Bis zu Anfang des 17. Jahrhunderts bestanden die Bierscheiben hauptsächlich aus bunten Glasstückchen, die bei der Herstellung von Kirchenfenstern anfielen. Dann aber ging man vielfach zu Zeichnungen und Versen, die mit Schwarzlot aufgetragen wurden, über. Die Fenster zeigten vielfach Bilder aus dem ländlichen Leben mit Sinnsprüchen.

Im Laufe der Zeit entwickelten sich die Fensterbierfeiern zu rauschenden Festen, die oft einige Tage andauern konnten. Die Obrigkeit versuchte gegen diese Unsitte anzugehen. Im Fürstbistum Münster war Bischof Ferdinand der erste, der mit der Verordnung vom 23. März 1632 „die Glasbieren oder -beschenkungen als überflüssig und beschwerlichs Dings zumahlen abgeschafft wissen wollte“. „Gegen Ende des 18. Jahrhunderts nahm der Brauch des Fensterbierscheibenschenkens immer mehr ab. Quelle: Münsterländische Volkszeitung

Literaturhinweise

  • O. LAUFFER, Niederdt. Bauernleben in Glasbildern der neueren Jh., Berlin, Leipzig 1936; C. F. LIPP, Bemalte Gläser. Volkstüml. Bilderwelt auf altem Glas. Gesch. u. Technik, München 1973; E. v. WITZLEBEN, Bemalte Glasscheiben. Volkstüml. Leben auf Kabinett- u. Bierscheiben, München 1977.

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