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Feldmannstreu

Aus Dithmarschen-Wiki

Inhaltsverzeichnis

Aus dem KRÄUTER-BUCH

des Adam Loniceri von 1703, Arzt in Franckfurt. Bearbeitet von Bernhard von Oberg


Aktimel und Viagra in einer Pflanze

Schenkt man dem Adam Loniceri Glauben, der 1703 in Frankfurt am Main sein KRÄUTER-BUCH in Druck gab, handelt es sich beim Mannstreu um eine Pflanze mit wunderbaren pharmakologischen Eigenschaften.

Je nachdem wie das Kraut verarbeitet (mit Wein, mit Honig oder mit Regenwasser) oder verabreicht wurde, je nachdem ob es sich um die duftende oder nicht duftende Pflanze handelte, entfaltete das Mannstreu seine Wirkung.

Den Männern half es als Lust steigerndes Potenzmittel bei der Samenproduktion, den Frauen erleichterte es die Monatsblutung. Es trieb den Harn, entlastete die Leber und half gegen Gift – auch bei Schlangenbissen. Mannstreu stärkte nach Überzeugung der Menschen Herz und Lenden, linderte Gicht und Genickstarre und war der optimale Schutz gegen Kälte-Erkrankungen.

Wenn es mit der Verdauung nicht klappte, halfen die Wurzeln des Mannstreu, sofern man sie im Mai geerntet und verarbeitet hatte, morgens und abends getrunken.


Mannstreu/Eryngium

Mannstreu oder Brachen-Distel/Raden-Disteln/Wallen-Distel

Seines Geschlechts sind zweyerley/fast einander gleich/ohn allein daß eines größer ist an Gestalt dann das andere.

Dieses Kraut ist fast dornecht/die Blätter isst man mit Saltz/wann sie jung sind/ und anfahen zu wachsen.

Sind breit und scharf/haben einen guten Geruch/und röthlichte Farb/tragen gelblichte flachlichte Knöpff.

Diese Kraut hat viel Zincken/auf denen sind viele runde Knöpff/scharf und dornicht.

Die Wurtzel ist außwendig und innwendig weiß/wachsen gern an steinichten Bergen.


Krafft und Würckung

Seine Natur ist warm/und ziemlich trocken.

Die Wurtzel von dieser Distel zerknirscht/und auf die hitzige Geschwär gelegt/benimmt derselbigen Hitz/und pflegt daneben auch zu erweichen.

Mannestreuwurzel im Honig gebeist/und darvon oft genützt/vermehret den männlichen Saamen/und macht gut Geblüt.

Über Mannstreu getruncken/treibt der Harn/bringt den Frauen ihre Zeit/vertreibt das Grimmen/und zertheilet die Geschwulst. Mit Wein getruncken/ist es gut den Leberflüchtigen/und für getruncken Gifft der Schlangen-Biß. Die Wurtzel mit Honigwasser getruncken/ist gut für den fallenden Siechtagen und Keichen. Dieses Kraut dienet dem schwachen Hertzen/Milz und Lenden/ist für Gegicht/Wassersucht/Krampff und Ohren-Geschwär gut/zeucht die Dorn/und was im Fleisch steckt/herauß. Dieses Kraut dienet auch fast wol für alle Unfäll deß Genicks/mit Regen-Wasser gebraucht. Hie mercke/dass dieser Wurzeln zweyerley sind/die eine reucht sehr wol/die andere ist ohne allen Geruch. Die Wolriechende braucht man zur Arzney/und pflegt sie mit Zucker einzumachen/ist dem kalten Magen/und allen innerlichen Gebrechen/von Kälte verursacht/sehr nützlich.


Mannstreu-Wasser

Die Wurtzel alleyn gehackt/und im Ende des Mayen gebrannt. Getruncken Abends und Morgens/je auf zwey oder drey Loth/ist gut wider die Harn-Winde/und mehret die Natur.

Erscheinungsbild

Quelle: Wikipedia

Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 15 bis 60 cm, kann jedoch auch gelegentlich 1 m erreichen. Sie ist grau bis gelblich-grün gefärbt und sparrig verzweigt. Die ersten Laubblätter sind ungeteilt und von länglicher Gestalt, die späteren sind handförmig-fiederschnittig bis doppelt-fiederspaltig oder dreizählig doppelt-fiederspaltig und dornig gezähnt. Die unteren sind gestielt, die oberen stängelumfassend. Die Dolden sind zahlreich vorhanden, dicht und von halbkugeliger bis walzlicher Gestalt und besitzen zahlreiche, lineare Hochblätter. Die Blüten stehen dicht. Der Blütenstand besitzt zahlreiche Hochblätter, die aus den Dolden herausragen. Die Krone ist weiß oder graugrün gefärbt. Die Frucht ist schuppig.

Ökologie

Feldmannstreuwww.jpg

Der Feld-Mannstreu ist eine ausdauernder Hemikryptophyt (Halbrosettenpflanze), ein Tiefwurzler (der walzlich-spindelförmige Wurzelstock wurzelt bis 2 m tief), ein Xerophyt mit kaum welkenden dornigen Blättern. Die vielen Stacheln schützen die Pflanze vor Fraßschäden durch Weidetiere.

Die Blütendolden sind analog dem Blütenstand der Korbblütler zu einem kopfigen Blütenstand vereint. Es handelt sich um Nektar führende „Körbchenblumen“. Die Blütenkörbe sind von dornigen Hüllblättern umgeben. Steif aufrechte Kelchblätter formen „kleine Trichterblumen“. Auf den Gesamtblütenstand bezogen sind die Blüten andromonözisch verteilt: Die Dolden 1. bis 3. Ordnung tragen meist nur zwittrige Blüten, die Dolden 4. Ordnung meist nur kleine männliche Blüten. Die zwittrigen Blüten sind vormännlich.

Der Nektar ist nur Insekten mit mindestens 2 mm langem Rüssel zugänglich z.B. Bienen und Schmetterlingen. Fliegen fressen nur den Pollen.

Die Pflanzen sind typische „Bodenroller“: Reif werden die Sprosse bei Windgeschwindigkeiten von mindestens 4 m/s an einer vorgegebenen Abbruchstelle am Wurzelballen abgerissen und dann als Ganzes fortgerollt, wobei die Früchte allmählich ausgestreut werden. Verhaken sich mehrere Pflanzen, entstehen mehr oder weniger große „Steppenhexen“, wie sie oft meterhoch – besonders für osteuropäische Steppen charakteristisch sind. Ausbreitung erfolgt außerdem als Wind- und Tierstreuer (Klettfrüchte). Die Früchte sind Licht- und Frostkeimer.

Standortansprüche

Quelle: Wikipedia


Man findet den Feld-Mannstreu zerstreut in sonnigen Kalk-Magerrasen und –weiden und an Wegrainen und Dämmen. Er bevorzugt im Sommer trockene Böden an warmen Stellen.

Nach Ellenberg ist er eine Volllichtpflanze, ein Wärmezeiger, intermediär kontinental verbreitet, ein Trockniszeiger, auf stickstoffarmen Standorten wachsend und eine Klassencharakterart der Kalk-Magerrasen (Festuco-Brometea).

Allgemeine Verbreitung

Der Feld-Mannstreu kommt vom Mittelmeergebiet bis Mitteleuropa, Südengland, Mittelrussland bis Persien und Afghanistan vor. Er ist ein europäisch-kontinental-mediterran-submediterranes Florenelement. In Österreich ist er im Pannonischen Gebiet mäßig häufig, sonst selten zu finden. In der Schweiz kommt er selten vor allem im südwestlichen Teil vor. Im Naturschutzpark beim nordlothringischen Ort Montenach finden sich größere Bestände. Verbreitung in Deutschland [Bearbeiten] Feld-Mannstreu

Eryngium campestre kommt zerstreut bis verbreitet insbesondere im Elbe- und Rheintal (Großer Sand (Mainz)), sowie im Maingebiet vor. Sonst ist er selten. Er fehlt unter anderem in Norddeutschland, den Alpen und der bayerischen Hochebene oder ist nur vereinzelt vorhanden.

Pharmakologie, Inhaltsstoffe

Für die Wurzel und das Kraut werden Saponine und wenig ätherisches Öl als Inhaltsstoffe angegeben. Die Wurzel soll geringe schleimlösende und spasmolytische Wirkung haben, das Kraut einen (schwach) diuretischen Effekt. Wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit fehlen. Über unerwünschte Wirkungen ist nichts bekannt.


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