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Dithmarscher Wappen

Aus Dithmarschen-Wiki

In der historischen Begründung für das Wappen der Gemeinde Neufeld heisst es in der kommunalen Wappenrolle des Landes Schleswig-Holstein: "Der Besitz eines eigenen Wappens und dessen Inhalt ist vielleicht auch als ein Indiz für den politischen Behauptungswillen der Gemeinde Neufeld und ihrer Einwohner gegen den benachbarten großen und expansiven Wirtschaftsraum Brunsbüttel zu deuten." Das steht sicherlich auch für eine gute Begründung der Wappen anderer Gemeinden mit anderen "grossen" Nachbarn. Die schönsten Dithmarscher Wappen wurden vom Brunsbütteler Künstler Willi Horst Lippert angefertigt.


Quelle: Kommunale Wappenrolle des Landes Schleswig-Holstein

Inhaltsverzeichnis

Erläuterungen

Heide

Blasonierung:

In Rot der barhäuptige, silbern gerüstete Ritter St. Jürgen, der auf dem Leib eines auf dem Rücken liegenden silbernen Drachens steht und seinen Speer in den Rachen desselben stößt. Rechts wird der Ritter von einem aufgerichteten Anker und links von einem Heidebüschel begleitet. Das Haar, der Gürtel, die Sporen und der Speer des Ritters, die Augen des Drachens, der Anker und die Wurzeln des Heidebüschels sind golden, während das Heidebüschel selbst grün und dessen Blüten lila tingiert sind.

Historische Begründung:

Das Hauptmotiv des Wappens der Stadt Heide ist der einen Drachen tötende heilige Georg, in Norddeutschland St. Jürgen genannt. 1434 trafen sich die Vertreter von acht Dithmarscher Kirchspielen "up de Heyde tho Rusdorpe" (Rüsdorf), um mit Hamburger Abgesandten Friedensgespräche zu führen. An dieser Stelle entwickelte sich in der Folgezeit der Ort Heide, insbesondere seitdem die Landesversammlungen aller Dithmarscher hier stattfanden und von 1447 an das oberste Gericht des Landes ebenfalls hier tagte. Die bald nach 1434 errichtete, St. Jürgen geweihte Kapelle wurde um 1460 Kirche mit eigenem Kirchspiel. Damit erhielt der Ort das Recht, ein eigenes Siegel zu führen; dieses gibt den Kirchenheiligen wieder. Sein ältester Abdruck stammt von 1461. Als Tagungsort wichtiger Organe der Landesverfassung entwickelte sich Heide zum Zentrum der Bauernrepublik Dithmarschen. Auf das älteste Heider Siegel geht das heutige Wappen zurück. Im Mittelpunkt steht der Kirchenheilige, das Heidebüschel erklärt "redend" den Ortsnamen. Die Bedeutung des Ankers ist nicht geklärt. Die Abbildungen bei Elverfeldt und Angelus zeigen nur die Figur des Heiligen. 1869 wurde Heide Stadt.

Brunsbüttel

Blasonierung:

In Rot ein schräglinker silberner Wellenbalken, den, schräglinks gekreuzt, ein Anker mit Ring und ein Spaten in verwechselten Farben überdecken.

Historische Begründung:

Die heutige Stadt Brunsbüttel entstand 1970 durch Vereinigung des 1949 Stadt gewordenen Brunsbüttelkoog mit der Landgemeinde Brunsbüttel. Die Gemeinden Mühlenstraßen, Osterbelmhusen, Ostermoor und Westerbelmhusen wurden als ehemaliges Kirchspiel Brunsbüttel ebenfalls der Stadt Brunsbüttel eingegliedert. Hinzu trat Westerbüttel aus dem Kirchspiel Eddelak. Diese einschneidende kommunalrechtliche Veränderung führte nicht, wie geplant, zur Neugestaltung des Stadtwappens. Die Stadt Brunsbüttel führt nach wie vor das Wappen ihrer Vorgängerin Brunsbüttelkoog. In diesem stellt der Wellenbalken den 1895 eingeweihten Nord-Ostsee-Kanal dar. Die geographische Lage der Stadt auf beiden Kanalufern und an der Einmündung der Wasserstraße in die Elbe führte seit 1895 zu beachtlichem, bis heute anhaltendem wirtschaftlichen Aufschwung. Folglich vertritt der Anker als Hauptfigur im Wappen nicht nur die Seefahrt, sondern vor allem die mit der günstigen Verkehrssituation verbundenen industriellen Wirtschaftszweige. Ein Entwurf von 1970 fügte dem bisherigen Wappenbild Elemente aus dem 1963 genehmigten Wappen des ehemaligen Amtes Kirchspielslandgemeinde Brunsbüttel hinzu. Unter diesen belegt die Muschel einerseits das Schutzpatronat des heiligen Jacobus für das alte Kirchspiel, andererseits ist sie Hinweis auf Seeanbindung und Ölfunde. Brunsbüttels geologische Lage auf urzeitlichen Muschelbänken, die sich im Laufe der erdgeschichtlichen Entwicklung in mineralisches Öl wandelten, brachte einen weiteren Industriezweig in die Stadt. Auch der Spaten im Wappen hat doppelte Bedeutung. Er zeigt den bedeutenden Deichbau Brunsbüttels und die landwirtschaftliche Orientierung der ehemaligen Kirchspielsgemeinden. Die Farbgebung ist auf Dithmarschen und Holstein bezogen.

Marne

Blasonierung:

In Blau über durchgehender silberner Zinnenmauer mit offenem Tor, darin ein goldenes Fallgitter, der wachsende, golden nimbierte und gekleidete heilige Matthäus, der ein silbernes Beil mit rotem Griff hält, begleitet beidseitig von je einem silbernen Ring.

Historische Begründung:

Das Wappen der Stadt Marne geht auf das Siegel des mittelalterlichen Kirchspiels zurück. Dessen ältestes Exemplar aus dem Jahr 1281 zeigt den heiligen Matthäus stehend mit Heiligenschein und Buch (Evangelium). Der Flecken Marne wurde erst 1891 zur Stadt erhoben, obwohl sich der Ort schon längst zu einem wichtigen Handels- und Verkehrsmittelpunkt für die Region entwickelt hatte. Mit der Stadterhebung erhielt Marne das Recht, ein eigenes Wappen zu führen. Bei dessen Gestaltung stützten sich die Bearbeiter auf das älteste Siegel des Kirchspiels, fügten aber wesentliche Ergänzungen hinzu. So verbargen sie die untere Hälfte des Heiligen hinter einer Mauer, Zeugnis der neuerworbenen städtischen Rechtsstellung, und gaben ihm statt des Buches des Evangelisten ein Beil als Symbol seines Martyriums in die Hand. Die gleichfalls hinzugefügten silbernen Ringe dienen als Hinweis auf die Deiche, welche einerseits Schutz vor dem Meer bedeuten, andererseits zur Landgewinnung beitragen. Da die Ergänzung des Wappenbildes von 1892 keine Festlegung der Farben beinhaltete, ist die heutige Tingierung des Wappens vermutlich auf O. Hupp 1903 zurückzuführen.

Meldorf

Blasonierung:

In Silber auf einem grünen Hügel, durch den sich ein mit fünf roten Sternen belegter silberner Bach schlängelt, eine fünftürmige rote Zinnenburg.

Historische Begründung:

Das Wappen der Stadt Meldorf geht auf die historische Vorlage des Kirchspielsiegels zurück. Bereits in vorchristlicher Zeit Zentrum Dithmarschens, wird Meldorf im 9. Jh. Sitz einer Taufund Mutterkirche. Die älteste Bezeichnung "Milindorp" weist den Ort als "Dorf an der Miele" aus. Dieser kleine Fluß wird im Wappen als silberner Wellenbalken wiedergegeben. Schon um 1250 Stadt, war Meldorf während des Mittelalters Dithmarschens Hauptort. Die Landesversammlungen wurden bis 1447 in Meldorf abgehalten, der Vogt des Bremer Bischofs als Landesherrn hatte hier seinen Sitz, und die Kirche gilt bis heute als "Dom der Dithmarscher". Nach der Niederwerfung des Bauernstaates 1559 wird Meldorf nur noch als Flecken bezeichnet. Unter preußischer Herrschaft erhielt es 1869 das Stadtrecht zurück. Das älteste Siegel von 1265 zeigt in der Hauptsache das Bild des heutigen Wappens. Jedoch stehen die fünf Türme getrennt voneinander, ohne verbindendes Bauwerk. Vermutlich bezeugen sie die städtische Rechtsstellung Meldorfs. Die Fünfzahl der Türme und Sterne vertritt angeblich die fünf früheren Stadtteile. Das älteste Siegel zeigt das Wellenband ohne Sterne. Ein Siegel von 1478 weist nur vier Türme auf, die aus einem gotischen Bau hervorragen. Vom Ende des 16. Jh. an ist das Siegel gleichbleibend: fünf Türme mit einer verbindenden Burganlage. Die heute amtliche, an "romantischen" Vorlagen des 19. Jh. orientierte Fassung geht auf den Gestalter der Wappenfenster im großen Sitzungssaal des um 1900 errichteten Kreishauses in Meldorf zurück. Eine Genehmigung erfolgte nicht.

Wesselburen

Blasonierung:

In Rot ein silbernes Fachwerkhaus mit Pferdeköpfen am Giebel und geschlossenem Tor auf grünem Hügel, der mit einer silbernen Leiste belegt ist; von ihr gehen drei silberne Pfähle fächerförmig zum unteren Schildrand aus.

Historische Begründung:

Das niederdeutsche Bauernhaus im Wappen von Wesselburen ist ein Musterbeispiel der in den Marschgebieten der Landschaft Dithmarschen auf künstlichen Warften in typischer Bauart gebauten Häuser. Die silbernen Leisten zu Füßen des Hauses bilden die Entwässerungsgräben ab, die die agrarwirtschaftliche Nutzbarkeit der Marschgebiete gewährleisten. Nachdem von dort offenbar ein großer Teil der Marschbesiedlung ausgegangen war, entwickelte sich der Kirchspielort Wesselburen während des Mittelalters durch Landwirtschaft und Getreidehandel zum Hauptort der dithmarsischen Nordermarsch. Seit dem 16. Jh. galt der Ort als Flecken. Wesselburen blieb neben Heide der bedeutendste Ort der Landschaft Norderdithmarschen und wurde 1899 zur Stadt erhoben. Die Verleihung eines eigenen Wappens erfolgte 1901 durch den preußischen König.

Albersdorf

Blasonierung:

In Grün unter einem aus drei Tragsteinen und einer Deckplatte bestehenden silbernen Steingrab schräg gekreuzt eine goldene Ähre und ein aufrechtes goldenes Schwert.

Historische Begründung:

Die Figuren des Wappens von Albersdorf beziehen sich überwiegend auf die Vergangenheit des Ortes. Das silberne Steingrab gibt den "Brutkamp", wieder eine der bedeutendsten vorgeschichtlichen Grabstätten Norddeutschlands. Albersdorf und seine Umgebung waren wegen der günstigen Verkehrslage während der jüngeren Stein- zeit und der Bronzezeit dicht besiedelt. Daher sind hier noch heute zahlreiche Grabhügel zu finden. Auch sonst ist das Gebiet reich an vorgeschichtlichen Funden. Das goldene Schwert erinnert an die wehrhafte Vergangenheit der Dithmarscher; sie wird in dem örtlichen Brauchtum des "Schwertertanzes" alljährlich in Albersdorf vor Augen geführt. Die Figur bezieht sich aber auch auf die Rolle des Ortes als Garnison der Bundeswehr heute. Die Ähre belegt die bis in die Gegenwart als Erwerbsgrundlage bedeutend gebliebene Landwirtschaft. Der landschaftliche Reiz Albersdorfs, auch als waldreicher Luftkurort, wird durch das Grün des Wappenschildes ausgedrückt.

Eddelak

Blasonierung:

In Grün über einer goldenen heraldischen Krone eine silberne holländische Windmühle mit fast ebenerdiger Galerie.

Historische Begründung:

Die Krone im Schildfuß des Gemeindewappens ist ein Bildzitat aus dem mittelalterlichen Kirchspielsiegel von Eddelak. Dieses zeigt die Gottesmutter Maria mit der Krone auf dem Haupt und dem Jesuskind neben sich. Die stellvertretende Darstellung der Krone verweist auf Marias Eigenschaft als Himmelskönigin. Für den Ortsteil Behmhusen steht die über der Krone angeordnete Kornwindmühle, die durch ihre Bedeutung für den Getreideanbau zugleich den bis heute anhaltenden ländlichen Charakter der Gemeinde Eddelak insgesamt andeuten soll. Diese Figur verbindet den Ort außerdem heraldisch mit dem gleichnamigen Amt, das ebenfalls eine Windmühle im Wappen führt.


Neufeld

Blasonierung:

In Blau unter drei goldenen Weizenähren und über einem goldenen Wellenbalken im Schildfuß ein silberner Kahn mit Steuerruder und seitlichem Ruder.

Historische Begründung:

Die Gemeinde Neufeld entstand erst 1970 durch Zusammenschluß der bis 1934 zur Gemeinde Kirchspielslandgemeinde Marne gehörenden, danach selbständigen Gemeinden Kattrepel, Neuenkoogsdeich und Neufeld. Die drei gleichen Figuren im oberen Teil des Wappens betonen das Zusammenwirken der drei gleichberechtigten Gliedgemeinden in der Gegenwart. Die sehr langgestreckte, an der Südwestecke Süderdithmarschens unweit des Mündungsgebietes der Elbe gelegene Gemeinde verfügt über einen eigenen Hafen. Die dadurch vermittelte Anbindung an die Schiffahrtswege findet in Gestalt des Bootes im Wappen angemessenen bildlichen Ausdruck. Die außerordentliche Fruchtbarkeit des ursprünglich dem Meer abgerungenen Marschbodens erlaubt den Anbau anspruchsvollerer Fruchtarten (Weizen, Kohl); auf diese agrarwirtschaftlichen Vorteile beziehen sich die Ähren im oberen Teil des Wappens. Der breite Wellenbalken im Schildfuß stellt den Elbstrom dar, dessen eindrucksvolle Weite unmittelbar vor dem Zufluß in die Nordsee durch die blaue Farbe des gesamten Wappenschildes zusätzlich und bildkräftig herausgestellt wird. Der Besitz eines eigenen Wappens und dessen Inhalt ist vielleicht auch als ein Indiz für den politischen Behauptungswillen der Gemeinde Neufeld und ihrer Einwohner gegen den benachbarten großen und expansiven Wirtschaftsraum Brunsbüttel zu deuten.

Kommunale Wappenrolle Schleswig Holstein


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