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Dithmarscher Landesmuseum

Aus Dithmarschen-Wiki

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Siegel und Petschaft der Dithmarscher Landesversammlung. Im runden Siegelfeld steht rechts die Jungfrau Maria mit dem Kinde, links von ihr der heilige Oswald, kenntlich durch sein Attribut, die Taube mit dem Ring im Schnabel. Zu Füßen der beiden ein Wappenschild mit den gekreuzten Schlüsseln des Erzbistums Bremen. Die Umschrift des Siegelstempels lautet: SIGILLUM VNIVERSITATIS TERRE THETMARCIE. Auf der Rückseite des Stempels befindet sich neben der halbkreisförmigen Handhabe die Datierung "1500". Zu späterer Zeit, vielleicht 1514, ist der Stempel vermutlich unbrauchbar gemacht worden durch die neben der Marienfigur eingeschlagene Zahl "14". Inventarnummer: DLM 22552
Schrein des Pfennigmeisters Griebel von Otto Speckter. Gebrauchsort Heide.Das Porträt befindet sich in einer Art Schrein, dessen Seitenteile auf der Innenseite Wappen von Kirchspielen und Gemeinden der Landschaft Norderdithmarschen tragen. Eine Inschrift über dem Bild zitiert die letzten Worte des Pfennigmeisters (=Kämmerers): Wahret die Rechte des Landes. Ein Schriftband unterhalb des Porträts weist die Lebensdaten des Dargestellten nach: 22.Dezember 1788-13. November1861. Inventarnummer: DLM 22579
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Hörnschapp geschnitzt von Jürgen Heitmann d.J. Die vier Hauptfelder des Schrankes zeigen Motive aus der Kindheit Jesu. Die zentrale Darstellung, die Geburt, befindet sich auf der Füllung der oberen Tür. Die anderen Szenen sind (oben) die Verkündigung, unten die Anbetung der Könige und die Beschneidung Jesu. Das Gesims wird von Löwenkopfvoluten getragen. Inventarnummer: DLM 16
Kolster-Vase
Andenkenporzellan/Marne. Inventarnummer: DLM 8413
Andenkenporzellan/Brunsbüttel. Inventarnummer:DLM 7210
Andenkenporzellan/Meldorf. Inventarnummer:DLM DLM 17617

Inhaltsverzeichnis

Das Museum

In einem Komplex aus vier Museumsgebäuden (1859-1995) bietet das Dithmarscher Landesmuseum seinem Publikum Einblicke in Dithmarscher Geschichte und Lebensweise zwischen Mittelalter und Gegenwart. Seit der Gründung 1872 werden hier nicht nur die kostbaren Zeugnisse einer bedeutenden bäuerlichen Vergangenheit zusammen getragen, sondern seit langem auch alles, was über den Wandel der Lebensverhältnisse seit dem 19. Jahrhundert Auskunft gibt.

Im Museumsbau von 1896, dem ältesten Schleswig-Holsteins, beginnt die Darstellung mit der Küstensituation, mit Deichbau und Sturmfluten; daneben nimmt die einzigartige „Bauernrepublik“ Dithmarschen den gebührenden Raum ein. Inhaltlich schließt sich eine Abfolge teilweise prächtiger Wohnensembles vom 16. bis zum 19. Jahrhundert an. Der Teil eines Handelsschiffes von 1695 ist imposanter Mittelpunkt der Schifffahrtsabteilung.

Im ehemaligen Gebäude des Meldorfer Gymnasiums, 1859 vom dänischen König seinen Dithmarscher Untertanen gestiftet, hat die große Abteilung Neuzeit ihren Platz. Hier gibt es einen Blick auf das Leben in Dithmarschen zwischen der Reichsgründung 1871 und den 1960-ger Jahren: Bahnhof, Post und Schulklasse, Wohnräume, Plumpsklo und Friseur, Landarzt und Operationssaal, eine Ladenstraße, Kneipe und Kino – und noch viel mehr; alles im Zusammenhang, manches sogar begehbar. Quelle: Kreis Dithmarschen

Archiv

Zu den bedeutendsten Schätzen des Museums zählt die Bibliothek, die zwei herausragende Teilbestände aufweist: Die Bibliothek des ehemaligen Regenten Markus Swin und die Bibliothek des Meldorfer Pfarrers Jochims. Die nachgelassenen Bücher des Markus Swin stammen aus dem 16. Jahrhundert; es handelt sich vorzugsweise um religiöse und historische Texte. Alle 90 Bände sind in den letzten Jahren mit Unterstützung der Sparkassen aufwendig restauriert worden. Prunkstücke aus der Bibliothek Jochims sind vor allem die Bände der Encyclopédie des D. Diderot aus dem 18. Jahrhundert und knapp 250 Bände der Krünitzschen Enzyklopädie, die in den Jahrzehnten um 1800 erschien.

Überhaupt ist der Bestand an Lexika und Nachschlagewerken vom 18. bis 21. Jahrhundert, vor allem historischer, aber auch kunsthistorischer oder juristischer Art, hervorzuheben. Darüber hinaus weist die Bibliothek des Museums einen kompletten Bestand an Dithmarscher Ortsbeschreibungen auf und (fast) alles zur Dithmarscher Geschichte, sehr viel, vor allem Zeitschriften, zur Schleswig-Holsteinischen Geschichte und Landeskunde, zum Schulwesen und zu allen Gebieten der Kulturgeschichte.

Eine Kopie der "Geschichte Dithmarschens", der Handschrift des Neocorus (Joh: Neocori Dithmarische Geschichte) befindet sich erstaunlicherweise nicht im Archiv des Dithmarscher Landesmuseums.

Das Archiv des Landesmuseums sammelt Dithmarscher Zeitungen von den Anfängen bis in die Gegenwart, Ortsansichten und –pläne, neben Abbildungen von Personen und Geschehnissen mit Bezug auf Dithmarschen oder Schleswig-Holstein. Neben Nachlässen ist der Bestand an Bildpostkarten (ca. 4000 Stück) hervorzuheben.

Für die zahlreichen Ahnenforscher bietet das Archiv einen guten Einstieg in die Genealogie etlicher Dithmarscher Familien.

Porträt des Mönchs und reformatorischen Predigers Heinrich von Zütphen, der 1524 vom Pfarrer der Meldorfer Kirche Nikolaus Boie aus Bremen geholt wurde, um in Meldorf die neue Lehre zu verbreiten. Nach etwa 14 erfolgreichen Tagen ließen ihn die dithmarscher Regenten entführen und machten ihm einen kurzen Prozeß: Er wurde als Ketzer zum Tode auf dem Scheiterhaufen verurteilt und in Heide hingerichtet. Inventarnummer: DLM 1430

Historische Buchbestände des Museums

  • Bibliothek Swyn (76 Werke aus dem 16. Jahrhundert)
  • Bibliothek Helene Höhnk
  • Bibliothek Jochims
  • Juristische Sammlung
  • Dithmarsia
  • Bibliothek Heim (Bauernbibliothek des 18. Jahrhunderts)
  • Bibliothek Clausen

Die historischen Buchbestände des Dithmarscher Landesmuseums


Pferdekopfpumpe beim Dithmarscher Landesmuseum Foto: J. Rusch
Bürgerbuch

Die Stände

Wappen und Siegel / Bearbeitung folgt

Silberner Siegelstempel der Bauerschaft Schülp:Im Siegelfeld stehen die vier Wappen der in Schülp ansässigen Geschlechter:Oben rechts HEIWISSHER GESCHLECHTE, unten rechts: ERPEN GESSCHLECHTE; oben links: TODEMAN GESCHLECHTE und unten links: GRODTHELMER GESCHLECHTE. Ferner ist der Stempel bezeichnet DISSE HIERIN INGESCHREWEN 4 GESCHLECHTE DES BUERSCHOPPES SCHULPE ER SEGEL und datiert: ANNO DOMINI 1637. Inventarnummer: DLM 1401

Die Bauernprepublik

Die Landesversammlung, die Versammlung der freien Dithmarscher Bauern, war bis um die Mitte des 15. Jahrhunderts das einzige Gremium für Angelegenheiten des ganzen Landes. Dem Sonderwillen der Kirchspiele und Geschlechter hatte sie aber nur wenig entgegenzusetzen.

So konnten z. B. in den ersten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts von Norddeich aus Raubzüge gegen Hamburger Schiffe geführt werden und Wöhrdener schlugen sich mit Männern aus Wesselburen.


Als endlich 1442 die blutigen Auseinandersetzungen beigelegt waren, versuchte man, die übergreifenden staatlichen Strukturen in Dithmarschen zu stärken. 1447 wurde deshalb beschlossen, dass die fünf Döffte je 12 Vertreter in ein großes Schiedsgericht entsenden und dessen 60 Mitglieder wöchentlich in Heide tagen sollten.

Da die Strandmannsdöfft sich diesem Rat verweigerte, blieb es bei 48 "Richtern". Dieser Rat der "Achtundvierzig" spiegelte nicht die sozialen Verhältnisse des Landes wieder.

Da sich die "Achtundvierzig" allmählich weitere Machtpositionen ausbauten und zu "Regenten" wurden (die nicht abgewählt werden konnten), erscheint die Republik Dithmarschen in ihren letzten Jahren mit deutlichen Zügen einer "Bauernaristokratie".


Doppelporträt des ersten Landvogtes (ab 1559) des dithmarscher Norderteils, Markus Swin, und seiner Frau. Zwischen den beiden dargestellten Personen befindet sich das Allianzwappen der Eheleute; zwei herabhängende Medaillons geben das Alter der beiden an. Augenfällig ist der Unterschied in der Kleidung: Während Swin nach der letzten (spanischen) Mode gekleidet ist, demonstriert seine Frau nicht nur dithmarscher Bodenständigkeit, sondern zugleich auch durch Zubehör aus Gold und Silber ihren Stand als Ehefrau eines der 48 Regenten. Inventarnummer: DLM 1332


Das Portrait des selbstgewissen Achtundvierzigers Markus Swin und seiner Frau drückt diese Tendenzen sinnfällig aus.



Bedeutende Dithmarscher

Ein Entdecker als Landschreiber: Carsten Niebuhr

Carsten Niebuhr wurde 1733 in Lüdingworth im Land Hadeln als Sohn eines Bauern geboren. Nach dem frühen Tod des Vaters arbeitete er als Knecht seines Onkels. Noch als 22jähriger besuchte er das Gymnasium in Hamburg, um dann ab 1757 Mathematik und Astronomie in Göttingen zu studieren; sein Berufsziel war die Landvermessung. Schon 1758 wurde er für die dänische Südarabienexpedition als Landmesser ausgewählt; im Rang eines Ingenieur-Leutnants trat er im Januar 1761 auf einem Kriegsschiff die Reise an. Von 1761 bis 1762 hielt sich die Expedition in Ägypten auf. Niebuhr zeichnete Karten vom Nildelta und einen Stadtplan von Kairo, außerdem vermaß er die beiden großen Pyramiden. Mit Zwischenaufenthalten erreichten die Reisenden den Jemen, wo Niebuhr ebenfalls Karten zeichnete, die für viele Jahrzehnte unübertroffen blieben. Nachdem hier schon einige Expeditionsteilnehmer von Krankheiten dahingerafft worden waren, starben während der Weiterreise nach Bombay alle übrigen - außer Niebuhr. Von Herbst 1763 bis Dezember 1764 hielt sich Niebuhr in Bombay auf, von wo er allein die Rückreise antrat.


Sie führte ihn über Persepolis, wo er Keilschriften kopierte und die Grundlagen für deren Entzifferung legte, Bagdad, wo er einen Stadtplan anfertigte, Babylon, das er als erster Europäer besuchte, Jerusalem, Damaskus, Konstantinopel, Rumänien und Polen zurück nach Kopenhagen. Dort traf er im November 1767 ein. Anschließend verfasste er seine "Beschreibung von Arabien" (1772) und die beiden Bände der "Reisebeschreibung nach Arabien" (1774/1778). Trotz seines überaus großen wissenschaftlichen Ruhmes ging Niebuhr 1778 als Justizrat und Landschreiber nach Meldorf, wo er sich weitere Verdienste und die Freundschaft H. C. Boies erwarb. Er starb erblindet in Meldorf 1815. Seine Grabplatte ist dort noch heute im Dom zu sehen.

Ein Literat als Landvogt: Heinrich Christian Boie

Heinrich Christian Boie wurde 1744 als Sohn eines Pastors in Meldorf geboren. Er studierte von 1764 bis 1767 Theologie und dann Jura in Jena, wo er sich bereits dem Hauptinhalt seines Lebens widmete: Bekanntschaften mit literarischen Größen zu schließen und zu pflegen. Die Jahre von 1769 bis 1776 verbrachte Boie in Göttingen; er lebte dort als Hofmeister vorwiegend englischer Studenten und scharte einen Kreis junger Dichter um sich, den späteren Göttinger "Hainbund", dem sich auch Boies zukünftiger Schwager anschloss, J. H. Voß, der Dichter des ländlichen Idylls "Luise". Von 1770 bis 1773 gab er den ersten deutschen "Musenalmanach" heraus; von 1776 bis 1791 dann die Zeitschrift "Deutsches Museum", eines der wichtigsten Blätter seiner Zeit. Diese Zeitschrift enthielt viele literarische Beiträge, z.B. von Goethe, Herder, Klopstock, Voß und Schlegel - daneben aber auch Beiträge aus anderen Wissensgebieten bis zu politischen Aufsätzen. 1779 gab Boie eine Gedichtsammlung der Brüder Christian und Friedrich Leopold Graf Stolberg heraus, die ihm 1781 eine Stelle im dänischen Staatsdienst, als Landvogt von Süderdithmarschen in Meldorf, verschafften. Hier erwies er sich als aufgeklärter Verwaltungsbeamter, der sich weiterhin der Literatur, der Freundschaft mit Niebuhr und seinem überaus berühmten Garten widmete. Boie starb 1806. Sein Grab ist nicht erhalten.

Themenseiten mit Informationen aus dem Dithmarscher Landesmuseum

Drei Künstler aus Dithmarschen


Aus dem Katalog zur Ausstellung Drei Künstler aus Dithmarschen – Joachim Tietjens, Emil von der Heide und Wilhelm Thiessen - Winterausstellung 2003/04 im Dithmarscher Landesmuseum Meldorf –

Die diesjährige Winterausstellung des Museums ist drei Künstlern aus der Region gewidmet, die an sich wenig verbindet, denen jedoch eines gemeinsam ist: In unserer Zeit sind sie so gut wie vergessen.

Der älteste von ihnen ist der Bildhauer Joachim oder Jochim Tietjens. Er wurde 1852 in Albersdorf in recht bescheidenen Verhältnissen geboren und machte zunächst eine Ausbildung zum Schreiber. Sein künstlerisches Talent wurde jedoch früh erkannt und vermögende Gönner, unter anderem Klaus Groth, Theodor Storm und Frau Peters aus Meldorf, ermöglichten ihm ab etwa 1870 den Besuch der Dresdener Kunstakademie, wo er in akademischer, spätklassizistisch-realistisch beeinflusster Manier ausgebildet wurde. Bildnisse (Köpfe und Büsten, auch Reliefs) scheinen seine Spezialität gewesen zu sein. Nach Abschluss des Studiums ließ Tietjens sich in Berlin als freischaffender Künstler nieder und beteiligte sich in den 80-er Jahren mehrfach an den dortigen Akademien-Ausstellungen. In Kiel versuchte Klaus Groth, den mittellosen Künstler in die dortige Gesellschaft einzuführen und ihm damit Aufträge zu verschaffen. So fertigte Tietjens unter anderem auch eine Büste des Dichters an. Seine Bemühungen wurden dadurch vereitelt, dass Tietjens 1893 geisteskrank wurde und schließlich in eine Anstalt in Berlin eingewiesen werden musste, wo er 1916 starb. Von seinen künstlerischen Arbeiten ist nur sehr wenig erhalten; das Dithmarscher Landesmuseum bewahrt die von ihm geschaffene Büste der Nanny Peters, einige weitere Arbeiten befinden sich in Privatbesitz.

Der zweite im Bunde ist Emil von der Heide, dessen Leben einen ganz anderen Verlauf nahm. Er wurde 1867 in Wesselburen geboren, besuchte dort die Schule und wechselte von Ostern 1882 bis Herbst 1883 auf die Schnitzschule in Schleswig. Sie war von dem in Bredstedt geborenen Maler Christian Karl Magnussen gegründet worden und bestand bis 1885. Von der Heide lernte dort das Zeichnen nach Gipsabgüssen, vor allem antiken Skulpturen, und das Schnitzen in Holz. Obwohl ihm der Unterricht gut gefiel, verließ er auf Wunsch seiner Familie die Schule vorzeitig und absolvierte von 1884-87 eine Malerlehre in Kiel. Im Herbst 1887 ging von der Heide nach Berlin und studierte dort auch zwei Semester an der Königlichen Akademischen Hochschule für die bildenden Künste. Zu dieser Zeit entstanden zwei Kopien nach Gemälden von Rubens und Tizian, die sich im Familienbesitz erhalten haben. Ab 1894 arbeitete von der Heide aus finanziellen Gründen wieder überwiegend als Maler (Handwerker). Schließlich meldete er 1899 einen Malereibetrieb bei der Stadt Meldorf an und ließ sich in der Domstadt nieder. Von da an war er offiziell Handwerker, jegliche Kunstausübung beschränkte sich aufs rein Private. In der Abgeschiedenheit seiner Malerwerkstatt führte er zahlreiche Bildnisse aus, vor allem Portraits seiner Familie, der Kinder, meist als Bleistiftzeichnung angelegt. Kaum je verließ eines dieser Blätter sein Haus, sie waren ausschließlich zum privaten Vergnügen von der Heides gedacht. Bis zu seinem Tod 1945 ist Emil von der Heide nie als Künstler hervorgetreten, lediglich Wilhelm Johnsen würdigte seine künstlerischen Verdienste 1952 in einem Beitrag für die Jahresschrift „Kunst in Schleswig-Holstein“. Eine Ausstellung seiner Werke hat es bisher nie gegeben.

Die dritte Persönlichkeit unseres Ausstellungsvorhabens ist Wilhelm Thiessen. Er wurde 1893 als fünftes von elf Kindern des Lehrers Julius Thiessen in Meldorf geboren. Nach dem Abitur an der Meldorfer Gelehrtenschule 1913 nahm er das Studium der Architektur in München auf, das er durch kriegsbedingte Unterbrechungen erst 1922 beendete. Die folgende berufliche Tätigkeit wies viele verschiedene Stationen auf: München, Berlin, Nürnberg, Stuttgart, Regensburg und Ludwigsburg. 1935 wurde er nach Hamburg versetzt, kurz darauf wiederum für vier Jahre nach Königsberg. 1943 wurde sein Haus in Hamburg durch einen Bombenangriff völlig zerstört, so dass wenig von seinen künstlerischen Arbeiten erhalten blieb. Nach dem Krieg finden wir Wilhelm Thiessen mit seiner Familie wieder in Dithmarschen, wo er sich zunächst als Zeichner über Wasser hielt, bis er von 1946 bis 1955 als Kreisbaurat im Dienst des Kreises Süderdithmarschen tätig war. Schon als Kind hatte Thiessen sich durch sein zeichnerisches Talent hervorgetan. Auch während seiner Tätigkeit als Architekt zeichnete und lithographierte er gern, vor allem landschaftliche und architektonische Motive. Vieles davon ist im 2. Weltkrieg untergegangen. Umfangreich ist jedoch das zeichnerische Werk, das nach dem Krieg in Dithmarschen entstand. Unermüdlich zeichnete Thiessen die Landschaft seiner Heimat, nie war er ohne Bleistift und Skizzenblock unterwegs, auch nicht bei seinen Fahrten über Land als Kreisbaurat in Süderdithmarschen. Viele seiner Motive erschienen als Titelblatt oder Textabbildungen in der Zeitschrift „Dithmarschen“. Große Verdienste erwarb Thiessen sich durch die landeskundliche Arbeit „Wappen und Siegel in Dithmarschen“, die 1964 kurz vor seinem Tod erschien. Doch wer kennt heute noch seine liebenswürdigen Zeichnungen aus Meldorf und Umgebung, von der Geest und aus der Marsch, obwohl ihn schon 1994 eine Ausstellung im Marner Skatclubmuseum aus der Vergessenheit geholt hatte.

Nun sollen diese drei Künstler in einer Ausstellung gemeinsam vorgestellt werden: mit Skulpturen, Bildnissen und Landschaftszeichnungen unterschiedlichster Art. Sie sollen damit wieder ins öffentliche Bewusstsein einer Region gerückt werden, wo Kunst und Künstler oft im Verborgenen blühten – wenn überhaupt. Wie schrieb schon Joachim Tietjens 1882 an Klaus Groth in der Sache des für Wesselburen geplanten Hebbel-Denkmals: „... Es würde grade als Dithmarscher für mich eine teure, ja wohl eine der schönsten Aufgaben in meinem Leben sein, da einem die Heimat doch am Herzen liegt und sie mir im ganzen für meinen Beruf leider so wenig bietet. - ...“ Bekanntermaßen entschied man sich in Wesselburen für einen anderen, wohl weitaus weniger begabten Künstler.

Wer mit Leihgaben oder Auskünften zu den drei genannten Künstlerpersönlichkeiten zu der Ausstellung beitragen möchte, wende sich bitte an das Dithmarscher Landesmuseum, Dr. Jutta Müller, Tel. 04832/60006 13 oder 6000 60.


Links

Das Dithmarscher Landesmuseum in Meldorf


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