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Dithmarschen-Traktate 14

Aus Dithmarschen-Wiki

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Titelblätter von Jens Rusch

Inhaltsverzeichnis

Terroristenalarm

VOM WILDEN KURDISTAN DURCHS WILDE DITSCHISTAN

oder JENS RUSCH YASAK

Bernhard von Oberg


RADEBEUL/BRUNSBÜTTEL/BOSPORUS.

„Yasak“ ist türkisch. „Yasak“ heißt „verboten“. Karl May ist „yasak“.

Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht, sagt der Volksmund. Was der Türke nicht kennt, das gibt es nicht, sagt Ankara. Und da es nach den Vorstellungen des stolzen Mannes am Bosporus im 21. Jahrhundert kein Kurdistan gibt, sind alle, die das Wort „Kurdistan“ in Wort oder Schrift gebrauchen nach Meinung der Türkei „Terroristen“.

Das ist ein guter Grund. Der vor 98 Jahren in Radebeul verstorbene sächsische Reiseschriftsteller steht in der Türkei aus gutem Grund auf dem Index. Als geistiger Vater „des Sohnes der Deutschen“ oder „Kara Ben Nemsi“ ließ sich der May 1896 in dessen Verkleidung ablichten. Ein wirklich stolzer Mann.

Karl-May-Gesellschaft

100 Jahre später, 1996, zierte die Exlibris-Radierung des Brunsbütteler Künstlers Jens Rusch mit der Darstellung „Kara Ben Nemsi“ das aktuelle Heft der Karl-May-Gesellschaft. Ein wirklich stolzer Mann.

Es ist nicht geklärt, ob der norddeutsche May-Freund und –Kupferstecher mit seiner gelungenen Arbeit nun zu jenem terroristischen Umfeld gezählt werden muss, in das die türkischen Kulturwächter unlängst Karl May eingruppiert haben – oder zumindest seinen Nachlass.

Jens Rusch yasak? Vor der Einreise in das Land am Bosporus würde ich den Fleischspieß umdrehen und ganz im Vertrauen meinen Döner-Mann fragen.

Lieber Jens, die Sprengkraft, welche von Karl May ausgeht, hatte ja bereits die hiesige Heimatzeitung am 30. April 1911, also gut 97 Jahre vor den Behörden der Türkei, erkannt und angeprangert:

Schundliteratur

„Die Bekämpfung der Schundliteratur hat schon viele Kreise und selbst die Parlamente beschäftigt. Dieses müsste doch wohl auch den Inhabern der Bücherläden bekannt sein. In den letzten Tagen kaufte sich der 8 bis 9jährige Sohn eines hiesigen Bürgers ein Buch für den Unterricht in der Volksschule. Da sich nun die Unsitte des Zugebens in allen Geschäften eingebürgert hat, glaubte der Ladeninhaber, dem Kinde auf sein Schulbuch auch etwas zugeben zu müssen. Wenn man aber glaubt, derselbe habe dem Kleinen etwas Brauchbares, vielleicht ein Lesezeichen oder ein Büchelchen nützlichen Inhalts gegeben, so irrt man.

Der kleine Knabe von 8 bis 9 Jahren bekam ein Indianerbuch!

Gerade diese Art Lektüre sollte niemand den Kindern in die Hände geben! Sind doch Fälle genug bekannt, dass durch Lesen dieser das Gehirn verwirrenden Schriften sich alle Arten jugendlicher Verbrecher herangebildet haben, und die Eltern und Behörden ihre liebe Not hatten, diese jugendlichen Verbrecher wieder auf die richtige Bahn zu bringen, was überhaupt in verschwindend seltenen Fällen gelang. Mögen diese Zeilen dazu beitragen, dass Schulkinder, Lehrlinge und Jugendliche überhaupt mit derartigen Schriften verschont bleiben.“


Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

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