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Die ersten 50 Jahre der „Marner Zeitung“

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Am Sonnabend, dem 2. Januar 1875, erschien die erste „Marner Zeitung“ bei der Buchhandlung und Buchdruckerei von Ludwig Altmüller in Marne. Am Freitag, dem 2. Januar 1925, kam aus diesem Anlass eine Jubiläumsausgabe der Zeitung heraus, die ganz der Geschichte des Blattes und auch des Dithmarscher Zeitungswesens im Allgemeinen gewidmet war. Aus dieser Jubiläumsausgabe stammen der folgende Text und die Bilder.

50 Jahre „Marner Zeitung“

Am 3. November 1874 richtete der Buchdrucker Ludwig Altmüller eine Buchhandlung und Buchdruckerei in Marne ein. Drei Wochen vor Weihnachten veröffentlichte er einen Weihnachtsanzeiger. Am 2. Januar 1875 erschien die erste „Marner Zeitung“.

Porträt von Ludwig Altmüller

Ludwig Friedrich August Altmüller erblickte am 13. März 1842 zu Gnoien im östlichen Mecklenburg-Schwerin als Sohn des Lehrers und Organisten Johann Joachim Ernst Altmüller und seiner Frau, geb. Guhl, das Licht der Welt. Er erlernte die Buchdruckerei in Teterow. Als Gehülfe war er in der Sandmeyerschen Hofbuchdruckerei in Schwerin, dann in Lübeck und Bergedorf tätig.

In den Jahren 1868 bis 71 ging Ludwig Altmüller nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika, wo er in Newyork und Detroit am Michigansee arbeitete. Vorübergehend stellungslos, verkaufte er in Newyork Zeitungen auf der Brooklyn-Brücke und war Sekretär der Deutschen Gesellschaft in Newyork. Auch als Musiklehrer betätigte er sich.

1871 kehrte Altmüller nach Deutschland zurück und wurde Geschäftsführer in der Ebelschen Druckerei zu Heide. Hier lernte er seine künftige Lebensgefährtin Auguste Carstens aus Wesselburen kennen, die am 28. August 1851 geboren war. Von Heide aus setzte er sich mit dem Kirchspielvogt a. D. und Bürgermeister Plambeck in Marne in Verbindung. Diesem Briefwechsel und dem Eintreten Plambecks für den strebsamen jungen Mann ist es zu danken, daß Altmüller im Herbst 1874 den Entschluß faßte, sich in Marne selbständig zu machen.

Das erste Geschäftshaus in der Ehlersschen Schmiede

Am 3. November 1874 richtete er sich im Hause des Schmiedes Ehlers am Neumarkt eine Buchdruckerei und Buchhandlung ein. Jetzt stehen an der gleichen Stelle die Häuser von Hodtwalker und Schlömer. Am 8. Dezember führte er im Alter von 32 Jahren seine Frau heim. Außer dem Bürgermeister stand dem unternehmungslustigen Mecklenburger der Kaufmann Rosenthal besonders fördernd zur Seite. Mit seiner Hilfe baute er das Geschäftshaus in der Thalstraße, das jetzt von Diekmann bewohnt wird. Hier blieb das Geschäft von 1876 bis 1898.

Das zweite Geschäftshaus in der Thalstraße

Am 2. Januar 1875 kam die „Marner Zeitung“ heraus, nachdem etwa drei Wochen vorher im Dezember 1874 ein Weihnachtsanzeiger erschienen war. Das Unternehmen begann mit über 500 Zeitungsbeziehern und erfreute sich steigender Beliebtheit. Die Lehrer Heinrich Momsen und Claus Vollert waren ihm gute örtliche Berichterstatter. Mit der Zeit mußten Gehülfen und Lehrlinge eingestellt werden. Zuerst half dem Gründer der Zeitung sein Schwager Sophus Carstens. Philipp Scheidemann erinnert sich noch gerne der hier verbrachten Zeit. Der jetzige Ratmann Ke..z [Schrift im Falz unleserlich] war, bevor er sich selbständig machte, dem Geschäfte ein treuer Mitarbeiter. Der Kaufmann Probst diente ihm lange Zeit als zuverlässiger Faktor. Hermann Ruge, der vor wenigen Jahren zu Mühlhausen im Elsaß die Augen schloß, war ?? [Schrift im Falz unleserlich] Jahre hindurch Altmüllers Helfer.

Im Jahre 1898 kaufte Ludwig Altmüller das ehemals Rosenthalsche Haus an der Ecke der Norder- und Thalstraße von Wilhelm Petersen. Bevor es bezogen wurde, war ein An- und Umbau nötig. Der Anbau enthält den jetzigen Raum für die Handsetzerei.

Im August 1910 ging die treffliche Lebensgefährtin Altmüllers zur letzten Ruhe ein. Am 1. November des gleichen Jahres übernahm der älteste Sohn des Gründers, Johann Wilhelm Altmüller, die Leitung des Geschäftes. 36 Jahre lang hatte sein Vater mit großer Gewissenhaftigkeit, regem Geiste und unermüdlichem Fleiße dem Geschäfte vorgestanden. Seine guten Eigenschaften waren bald von seinen Mitbürgern erkannt worden. Lange Jahre ist er bis kurz vor seinem Tode Stadtverordneter gewesen. Dreizehn Jahre war er auch Vorsitzender der Marner Liedertafel. Nicht lange sollte er den Tod seiner Gattin überleben. Am 7. September 1915 folgte er - 72 Jahre alt - der Verblichenen nach.

Das dritte Geschäftshaus im Jahr 1925

Der jetzige Geschäftsinhaber, Johann Wilhelm Altmüller, lernte in des Vaters Druckerei und in Stendal bei Fuhrmann. Er war in Darmstadt, Mühlhausen im Elsaß und Lüneburg als Gehilfe tätig. Unter ihm wurden mehrfach Verbesserungen und Erweiterungen vorgenommen. Im Jahre 1911 wurde eine Setzmaschine aufgestellt, 1912 ein Erweiterungsbau angefügt, 1913 eine zweite Schnellpresse, 1916 eine zweite Tiegeldruckpresse angeschafft. Das Geschäft wurde im Sinne des Gründers weitergeführt, die schweren Zeiten des Krieges und der ihm folgenden Jahre glücklich überwunden. Möge das vor 50 Jahren gegründete Geschäft, das sich aus geringen Anfängen zu einem blühenden Unternehmen entwickelte, noch lange Jahre weiter wachsen, blühen und gedeihen! Und möge die „Marner Zeitung“, die der Tatkraft Ludwig Altmüllers ihr Entstehen verdankt, immer tiefere Wurzeln in Süderdithmarschen schlagen, für das sie eine Lebensnotwendigkeit geworden ist!

- D. -


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