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Das historische Wetter in Dithmarschen

Aus Dithmarschen-Wiki

Inhaltsverzeichnis

13. Jahrhundert

Anno 1211 ist eine sehr grosse Wasserfluth über diese Länder ergangen, also daß unzehlig viel Menschen und Vieh ertruncken; Eine gewisse Eyderstädtsche Chronica meldet, daß damahlen in Dithmarschen, Eyderstädt und Nordstrand über 10000 Menschen ertruncken.
Anno 1228 den 6ten Junii, war eine grosse Sonnen=Finsterniß, so von 9 Uhr Vormittags an der Sonne gesehen worden, darauf ein grosses Erdbeben und Hagel gefolget, darin bey die 5000 Menschen, theils todt, theils zu Schaden gekommen.
Ao. 1230 den 10 Febr. hat sich ein groß Ungewitter von Donner, Blitz und starcken Winden erhoben, welches viele Häuser in die Asche gelegt, theils niedergeworffen, und ist sonderlich das Wasser so hoch gestiegen, als niemahls erhöret, welches in allen Ländern längst der Elbe und Weser eingebrochen, wodurch eine unzehlbare Menge Vieh und mehr denn 10000 Menschen ertruncken.

14. Jahrhundert

Anno 1322 und 1324 am Tage Clementis, hat sich das Wasser in diese Länder sehr starck mit Donner und Blitzen über alle Teiche ergossen, also, daß so wohl hier , als in Holland ein unbeschreiblicher Schade geschehen.
Ao. 1323 fiel ein so starcker Frost ein, daß man aus denen See=Städten nach Dännemarck und Dantzig über Eiß reisen können.
Ao. 1330 den 28 Julii ist eine sehr grosse Sonnen=Finsterniß gesehen worden, dergleichen man auch Ao. 1351 im Sept. gehabt, da die Sonne viel Stunden verfinstert gewesen.
Ao. 1338 suchte der Allmächtige Gott diese Länder mit theurer Zeit und grossem Hunger heim, welcher von vielen Regen und beständig nassem Wetter herrührete, wie man denn von einem gewissen Mann erzehlet, eine Gärsten Garbe an einer Mühlen=Ruthe gebunden, und die Mühlen damit 40 Tage und Nächte gehen lassen, und dennoch hätte die Garbe nicht trocken werden können. Diese nasse Zeit daurete 3 gantzer Jahre, und was das Elend noch vergrösserte, daß man kein Saltz bekommen könte, und krochen die Maden denen Leuten lebendig aus dem Munde, daher so wol hier als in den benachbarten Ländern eine unglaubliche Menge Menschen erbärmlich hinfielen: man hat sie auf dem Felde, in den Wegen und allenthalben todt liegend gefunden.
Ao. 1345 regnete es Feuer über das gantze Meer wie Schneeflocken, das verbrandte Holtz und Steine, Galeeren und alle Schiffe, so sich dermahlen auf dem Meer befunden. Wo der Rauch hinkam, starben alle Menschen und Vieh, und die nur den Rauch von ferne sahen, lebeten nur einen halben Tag.
Ao. 1362 um Lætare, war eine grosse Fluht, Maendrencke genannt, dadurch sehr viel Menschen gestorben.
Ao. 1374 im Octobr. Ist abermahl ein grosser Sturm gewesen, wodurch das Wasser unglaublich grossen Schaden gethan.

15. Jahrhundert

Anno 1476 ist die erste St. Gallen Fluth gewesen, welche vieler Orten die Teiche eingerissen, und dem Lande grossen Schaden zugefüget.
Anno 1483 ist ein so heisser Sommer gewesen, daß die Höltzungen an vielen Orten von selbsten angezündet. In diesem Jahr ist das Teich=Recht auf Büsum, welches Ao. 1455 durch 12 Männer, wiederholet und approbiret worden.
Anno 1491 ist ein sehr starcker Winter gewesen, daß man gleich wie vor 10 Jahren Ao. 1481 allenthalben über die Eyder fahren können, und folgete ein gar dürrer Sommer darauf, also, daß es vom Majo bis in dem Septembr. nicht geregnet, doch ist das Korn in diesen Ländern durch einen beständigen und fruchtbahren Nacht=Thau erhalten, und wohl gerathen. Dergleichen dürre Zeit hat man auch Ao. 1493 gehabt, daß man an etlichen Orten durch die Elbe mit Wagen fahren können.
Anno 1492 ist eine grosse Theurung im Lande gewesen, also daß eine Tonne Rocken 2 Marck 8 Schill. Lübisch gegolten, die Tonne Weitzen 3 Marck, der Gärsten 1 Marck 10 Schill., der Haber 15 Schill. Diese theure Zeit ist von einem hohem Wasser entstanden, als wodurch die Eyder und Elbe an verschiedenen Orten durchgebrochen, und das Korn weggetrieben.

16. Jahrhundert

Ao. 1532 waren die Dithmarscher abermahlen in Rüstung, zogen mit gewaffneter Hand nach der Süder= und Norder=Hamme und Eyder=Kant, und lagen allda 3 Monath, um die von dem König Friderico I. Abgedanckte Soldaten, derer bey 8000 gewesen, von ihren Gräntzen abzuhalten.In diesem selbigen Jahr, des Montags nach Allerheiligen, ist durch einen starcken Nord=Westen Wind eine grausame Wasserfluth über Dithmarschen, Eyderstädt, und an der gantzen See=Kant, 6 Ellen hoch über die Marsch gegangen, und sind im Norderstrand 1500, in Eyderstedt 1100 Menschen, und in Dithmarschen so unzehlich viele ertruncken, daß die Todten allenthalben, wo man sie gefunden, begraben worden. Diese Fluth ist die hohe Fluth in Dithmarschen genennet worden, weil nicht zu lesen, daß das Wasser jemahlen so hoch in Dithmarschen gegangen, als der Zeit. Denn es auch bey der niedrigsten Ebbe über die Teiche geschlagen, aber bey der Fluth, ist es weiter über alle gegangen. In Büsum ist nicht das 3te Theil vom Teich bestehen blieben, und sind da 11 Wehlen geschossen.
Anno 1563 den 25 Junii ist vom Mittag bis auf den folgenden Morgen ein starcker Regen gefallen, welcher an den niedrigen Orten das Korn, Graß, und alles Land mehr als einen Fuß unter Wasser gesetzet.
Anno 1565 ist ein ungemein kalter Winter gewesen, darauf im 1566sten Jahre ein so heisser Sommer erfolget, daß viele Menschen vor Hitze ersticket.
Anno 1567 hatte man abermahlen einen starcken Winter, und dauerte der Frost von Martini bis Fast=Nacht, daß man von Hamburg mit Pferde und Wagen die Elbe hinunter ins Land Hadeln fahren können, und sind viele Kram= und Vietualien=Buden auf dem Elb=Strohm gebauet gewesen. Den Sommer vorher wurde das Land mit Mäusen sehr heimgesuchet, welche fast alles Korn im Felde verzehren.
Anno 1586 ist ein starcker Winter gewesen, und ist 8 Tage vor May so viel Schnee gefallen, daß es 4 Fuß dich gelegen. Diese Kälte hat bis Johanni gedauret, und sind im May=Monath die ersten Blumen zu sehen gewesen. Auf solchen strengen Winter ist eine theure Zeit gefallen.
Anno 1590 den 23 Febr. war ein Comet recht ins Westen zu sehen 4 Tage land, welcher wie eine gerad aufgehende Spitze anzusehen war. Sonst ist der Winter dieses Jahres von starcken Frost, doch ohne Schnee gewesen, also daß die Bäume im May erst angefangen zu grünen, darauf ein so truckener Sommer erfolget, als kein Mensch dencken mag, indem es von Anfang des Junii bis zum 2 Sonntag des Advents fast ohne einigen Regen gewesen, dadurch das Gras und die Feld=Früchte verdorret, vieles Vieh aus Mangel des Grases gestorben, und viele Menschen auf dem Felde vor Hitze ersticket, alle Teiche und Graben ausgetrucknet, und sollen in Ober=Teutschland viel Wälder von der Hitze angezündet seyn; Selbsten der Rhein, die Elbe, und andere Schiffreiche Flüsse sind an einigen Orten so klein geworden, daß man dadurch waten können. In diesen Ländern ist die Winter=Saat in der Marsch und die Mastung sehr wohl gerathen, wiewohl die Mäuse dem Korn grossen Schaden zugefüget.
Anno 1593 den 3 Martii, um 1 Uhr, sind 3 Sonnen gesehen worden, um der Sonnen ist ein Kreutz oder Halo gewesen, ausser dem Kreutz nach dem Osten ist eine Sonne, und nach dem Westen eine mit 3 Circuln oder Regenbogen, und ein groß weiß Kreutz in Norden gestanden, und ist die Oster=Sonne erst, hernach der Halo und Irides, letzlich das Kreutz, doch daß es zuvor dreyeckigt geworden, verschwunden. Den Winter über ist ein starcker Sturm gewesen, fast 14 Tage lang, bis an Weyhnachten, und an Christ=Abend am allergrössesten, so die Teiche dermassenzerbrochen, daß man, genaulich des Christ=Tages verschonen, die andern beyde Fest und folgende Tage daran arbeiten müssen.
Anno 1594 zu Pfingsten, hat es 8 Tage lang sehr starck geschnyen und gehagelt, so grossen Schaden verursachet, und den 24 Decembr. ist die West=See eingebrochen, so ebenfalls diesem Lande grossen Schaden zugefüget.
Der Winter des 1600ten Jahres ist von langweiligen starcken Frost, daß es 1½ Ellen tief in die Erden gefroren, auch der Frühling gar dürre und kalt gewesen, daß es noch in die Pfingsten gefroren, und viele Pferde und Viehe aus Mangel der Futterung gestorben, daher einige Busemer es gewagt, und zum erstenmahl Heu von Bulshövede in Säcken geholet. Die Kirchen haben 8 Tage, die Aepfel=Bäume aber 5 Wochen nach Pfingsten erst angefangen zu blühen, und ist sehr viel Winter=Korn wieder umgepflüget worden. Sonst ist den Sommer über viel Regen gefallen, welcher nicht allein die Erndte gehindert, sondern es ist auch dadurch die Viehler See durchgebrochen, und gantz Epenwörden und Ketelsbüttel unter Wasser gesetzt, also, daß das ungeschnittene Korn bis Meldorper Marck an einigen Orten unter Wasser gestanden.

17. Jahrhundert

Anno 1601 ist der Sommer sehr dürre gewesen, daß die Würme das Graß verzehret auf dem Felde, und danebenst eine stetige Kälte, also, daß nur 6 rechte Sommer=Tage gewesen.
Anno 1615 den 1 Decembr. brach des Nachts durch einen hefftigen Sturm die Schleuse zu Meldorff mit etlichen Ruthen Teichs ein, desgleichen die Schleuse in Marner neuen Koeg mit etlichen Ruthen Teichs, ingleichen bey Osten Brunsbüttel an der Landes=Scheidung bey der Querschlippen ging es auch durch, und wurde der Süder=Strand unter Wasser gesetzet, daß etliche Häuser bis ans Dach in Wasser gestanden, desgleichen in Norder=Dithmarschen ist das Wasser an vielen Orten durchgebrochen, und hat an den Teichen an Vieh und Häusern einen unbeschreiblichen Schaden verursachet, als in Büsum, der Koeg in Groven, in Delver=Marsch und fast durch die gantze Marsch. Welchen Schaden in Eyderstedt, Nord=Strand, und im Amte Tundern diese Wasser=Fluth verursachet, kan anderwerts nachgelesen werden. Sonst hat man nach den alten Marck=Zeichen gefunden, daß dieses mahl an vielen Orten das Wasser dritte=halb Ellen höher gegangen, denn wie es Ao. 1508 gewesen.
Anno 1615 den 21 Decembr. ist ein grausamer Sturm mit Donner und Blitz entstanden, wodurch das Land abermahlen unter Wasser gesetzet, und das jenige wieder weggerissen worden, so zu Reparirung der Teiche schon beygetragen und gemacht gewesen.
Anno 1617 war ein sehr gelinder Winter, daß auch der Kohl um Weyhnachten, die Ellhorn und andere Bäume um Fastnacht geblühet, der Geestmann hat seine Saat zu Fastnacht mehrentheils gesäet gehabt, und das Vieh hat man schon um die Zeit in die Grafung gebracht.
Anno 1617 den 15 Decembr. war ein grosser Sturm, so das Gericht bey Meldorff, verschiedene Mühlen im Norder=Dithmarschen niedergeworffen, und die neuen Teiche bey Brunsbüttel, Eddellack un St. Margarethen weggerissen, ob sie schon vieles Land damahlen ausgeschlagen gehabt.
Anno 1623 den 25 Julii, ist ein schrecklicher grosser Hagel gefallen, der 2 Ellen dick das Land bedecket, darunter Steine einer Welschen Nuß gewesen: in dem Strich wo der Hagel gekommen, ist das Korn gänzlich verdorben, und die Fenster eingeschlagen worden.
Anno 1625 den 26 Febr. um 6 Uhr Nachmittags ist mit dem Neuen Mond durch einen starcken West=Nord=Westen=Wind eine grosse Eiß=Fluth gewesen, daß das Wasser 2 Ellen hoch über die Teiche gegangen, und sind die Teiche durch das Eiß unten weggespühlet, das unterste oben gekehret, und an vielen Orten durchgebrochen. Im Süder=Theil im Kirchspiel Eddellack, Brunsbüttel, der neue Koeg im Kirchspiel Marne, so das Jahr erst verfertiget, sind die Häuser bis unter dem Dach unterm Wasser gestanden, und sehr viel Menschen und Vieh ertruncken.Im Norder=Theil ist es auch an vielen Orten durchgebrochen, in allen Marsch=Kirchspielen, und sind allein im Süder=Teich bey 140 Ruthen Teichs weggegangen. In Eyderstädt und andern an der See=Kante liegenden Provincien ist nicht weniger Schaden geschehen, und hat das Wasser 14 Tage gestanden, ehe man spühren können, daß es wieder verlossen. Wo es aber nicht eingebrochen, hat sich das Eiß etliche Ruthen unter den Teich gesetzet, bis oben an den Kamm, daß das Wasser so viel höher dem Ansehen nach, als die Teiche gegangen, wäre sonst vermuthlich der Teich allenthalben weggegangen. Die Hamburger Kaufleute und Zuckerbecker haben den Schaden, welchem sie an ihren Waaren gehabt, allein 370000 Marck taxiret.
Den 20 Martii ist wieder ein hefftiger Sturm einem Erdbeben gleich entstanden, so 3 gantzer Tage gedauret, und ist am andern Tage der Wind am allerhefftigsten gewesen, wodurch denn das gantze Land wieder 2 Ellen höher denn vorhin unter Wasser gesetzt worden, unzehlich Vieh ertruncken, gantze Stücke Mohr=Landes nebst Haus und Hof abgerissen und versetzet, der Teich so bey vorigen Sturm erhalten worden, ist diesesmahl so durchlöchert, daß er auch keine Zeit oder Fluth abhalten mögen. Diese beyde Wasser=Fluthen hat ein Schulmeister in Eyderstädt vorher verkündiget, weswegen er eingesetzet, und des Landes sollen verwiesen werden, ist aber nachhero wieder auf freyen Fuß gestellet worden.
Anno 1628 den 5. 6. 7. Septembr. ist das Wasser durch einen starcken Sturm=Wind an vielen Orten eingebrochen, sonderlich den 7den ist ein groß Ungewitter mit Donner und Blitzen entstanden, wodurch die Kirche zu Schenefeld in die Asche geleget, und hin und wieder grosser Schaden geschehen. Den 16 Decembr.erhub sich der Sturm wieder, und ist fast in allen Marsch=Kirchspielen eingebrochen, insonderheit hat es solcherhestalt in Braunsbüttel gewütet, dß man auch ein groß Stück Landes ausschlagen müsse.
Anno 1634 ist der Sommer ausbündig schön von temperirten Wetter gewesen, also daß auf der Geest und Marsch das Korn sehr wohl gerathen und glücklich eingeerndtet worden, bey welchem beständigen schönen Wetter denn auch so viel Winter=Korn ausgesäet worden, als bey Menschen Gedencken nicht geschehen.
Aber durch die am 11 Octobr. Entstandene grosse Wasser=Fluth, ist dieses nicht allein vernichtet, sondern das Land ist solcher Gestalt verdorben, daß es in vielen Jahren nicht wieder in vorigen Stand komen mögen. Diese Wasser=Fluth ergoß sich des Nachts zwischen den 11 und 12 Octobr. bey erst ankommender Spring=Fluth über alle an der West=See liegende Länder von dem Belt an, bis in das Lüneburgische, und ist das Wasser an etlichen Orten Mann hoch über die Teiche gestürtzet, so von dem starcken Ueberfall erstlich inwendig weggespühlet, bis es gemählig von aussen nachgesuncken und nachgedrungen. Die Wasserwogen sind so starck und hoch über die Marsch=Länder gegangen, daß auch viele Schiffe nicht allein durch die zerbrochene Teiche, sondern auch über die annoch unbeschädigte weit ins Land getrieben und besitzen blieben, etliche aber sind mit demselben Wasser wieder hinaus gebracht. Im Süder=Theil sind 37 Menschen, 1195 Stück Vieh, 238 Pferde, 73 Schweine und 59 Schafe ertruncken, 31 Häuser gantz weggetrieben, 10 Schleussen eingerissen, verschiedene Wehlen von 4 bis 80 Fuß lang geschehen. An reinen und ungebdroschenem Korn in die 17000 Tonnen weggetrieben und verdorben. Im Norder=Theil ist der Schade unweit höher gewesen. Im Kirchspiel Lunden 65 Personen ertruncken, 181 Pferde, 725 gehörnt Vieh, 163 Schaafe, 162 Gänse, und 409 Mgl. Winter=Saat gantz verdorben, an gedroschenem und und ungedroschenem Korn 4383 Tonnen weggetrieben. In Busum sind 168 Menschen ertruncken, in die 1360 Stück Vieh, und 102 Häuser gantz weggetrieben, und an Getrayde in die 150 Last verdorben, ohne was in andern Kirchspielen vor Schaden geschehen, nur daß in Dithmarschen in allen 383 Personen gezehlet worden.
Dieweil nun niemand dieses Unglück vermuthet, indem die Teiche starck und unversehret, auch viel hefftigere Sturm=Winde als diese, abgehalten, ist auch der mehrere Theil es nicht eher gewahr worden, als bis das Wasser ans Bette geschlagen, oder daß sie mit Haus und Hof davon getrieben, oder des Morgens, wenn sie aufstehen wollen, ins Wasser gesprungen.
Den 10 und 21 Nov. ist das Wasser mit einem starcken Nord=Westen Winde wieder eingegangen und die überbliebene Teiche sehr beschädiget, weswegen auch der Landmann die angefangene Teich=Arbeit bis den künfftigen Sommer liegen lassen müssen. In dem folgenden 1635 Jahre haben die Teiche noch nicht völlig zum Stande gebracht, und das Land vor dem eindringenden Wasser geschützt werden können. Den 19. 20. und 24. April ist das Wasser durch einen starcken Nord=West=Wind bey einer hohen Spring=Fluth getrieben, durch die noch ungebesserte Schleuse=Löcher und durch die Teiche, so noch nicht aus der Gefahr gebracht, häufig eingestürtzet und grosser Schaden wieder verursachet, sonderlich in Barlet, Wörden, Lunden und Busum. Den 19 und 20 Octobr. sind es sehr windige Wetter mit Donner, Blitz und Hagel, und grosse Wasser=Stürtzungen gewesen, so grossen Schaden an den Teichen gethan.
Der Winter des Ao. 1635 Jahres war von so starckem Frost, welcher ohngefehr 10 Tage vor Weyhnachten angefangen und bis auf Fastnachten gedauret, daß auch viele Reisende todt gefrohren, und hat man unter Hamburg allenthalben bis nach Brocktorff und S. Margarethen mit Pferd und Wagen über die Elbe kommen können. Bey dieser Gelegenheit sind verschiedene Schwedische Reuter, so zu Süden der Elbe in Quartier gelegen, herüber kommen, und die Kaufleute und andere reisende Personen zwischen Itzehoe und Hamburg beraubet, deren mehrentheils aber ihren Lohn bekommen. Denn wie Ihrer 7 in der Rückreise auf der Elbe den Reisenden nachjagen wollen, hat sich das Eyß getheilet, und sind alle ersoffen. Auf diesen kalten Winter erfolgete kein warmer Sommer, sondern die Nacht=Fröste daureten noch bis in den Sommer, also daß es noch auf Pfingsten Eiß gefrohren, und man bis Johanni fast keinen rechten Sommer=Tag gespührt, wodurch denn unter dem unter dem Vieh an Futterung grosser Mangel entstanden, und vieles in der Grasung todt geblieben, vornehmlich da wegen des saltzen Wassers, so den verwichenen Herbst die Marsch überschwemmet, alles Land verdorben worden.
Anno 1643 ist das Vorjahr sehr kalt und unfruchtbar gewesen, also daß viel Wildwerck todt gefrohren, und die Vögel in der Lufft erstarret, auf die Erde gefallen. Es ist aber ein angenehmer Sommer und fruchtbarer Herbst darauf gefolget. Im Januario dieses Jahrs, nemlich den 22sten, ist durch einen starcken Nord=Westen Wind eine grosse Spring=Fluth mit vielen Blitzen, Schnee und Hagelschauren entstanden, daß das Wasser über alle Teiche gestürtzet, in Dithmarschen und zu Süden der Elbe eingebrochen, und verschiedene Schleusen und Teiche mit weggerissen, wodurch also dieses Land in grosse Noth gesetzet worden.
Anno 1650 von Pfingsten bis in den späten Herbst, ist es sehr feuchte gewesen, und beständiger grosser Regen gefallen, wodurch nicht allein die Geest=Wiesen unter Wasser gesetzet, sondern das Korn ist in den mehrsten Gegenden der Marsch fast bis an die Ohren unter Wasser gestanden, und auf den Ackern ermodert. An vielen Orten hat man sich der gemeinen Land=Wege mit grosser Gefahr bedienen müssen. Weßwegen das Getrayde so wohl auf der Geest als Marsch gänzlich verdorben, der wenige Gärste, so noch eingeerndtet worden, ist so dampffig gewesen, daß man ihn weder zur Speise noch zu Maltzen gebrauchen können. Vieles Vieh ist aus Mangel der Grasung gestorben, wiewohl noch verschiedenes auf der hohen Geest in der Heyde sich kümmerlich erhalten. Wie man im Herbst die Winter=Saat bestellen wollen, sind die Pferde an vielen Orten in die Furchen, als in Morast eingesunken, daß man sie mit grosser Mühe heraus schleppen müssen. Weil nun bey solcher schlechten Jahres Zeit wegen des wasserichten Landes wenig Winter=Korn gesäet worden, und was noch in die Erde geworffen, mehrentheils vermodert und nicht hervorgekommen, das Vieh und Pferde, sonderlich in der Marsch in den niedrigen Gegenden, den Winter dahin gefallen, so folgete in dem folgenden Anno 1651 Jahr eine sehr schwere theure Zeit, und die Verarmung vieler vermögenden Familien, so gar, daß wenn von frembden Orten keine Zufuhr geschehen, viele Menschen hätten Hungers sterben müssen.
Anno 1653 von Jacobi bis Michaelis ist es eine sehr nasse Zeit gewesen, daß auch sehr viel Korn deswegen verdorben, doch ist dabey eine sehr wohlfeise Zeit geblieben, daß man den Weitzen vor 4 Marck, und den Rocken vor 3 Marck die Tonne kauffen können. Worauf ein sehr gelinder Winter gefolget, so gar, daß es über 4 Tage nicht gefrohren.
Anno 1654 den 13 Julii ist ein starcker Platz=regen, mit Donner, Blitzen und Hagelschlossen gefallen, daß derer Orten, wo der Strich durchgezogen, alles Korn gäntzlich verderbet, Häuser, Bäume und Thürme übern Hauffen geworffen worden.

Quellen

  • Beschreibung und Geschichte des Landes Dithmarschen oder geographische, politische und historische Nachricht vom bemeldten Lande

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