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Das Seezeichenamt Brunsbüttelkoog

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Header-Seezeichenamt.jpg

An dieser Stelle meinen Dank an das Wasserstraßen- und Schiffahrtsamt, an Ute Hansen vom Stadtarchiv Brunsbüttel, Armin Sendel und Heinz Lewerenz für Fotos, Zeitungsartikel und Daten.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Textquelle:Stadtarchiv Brunsbüttel und Wasserstraßen- und Schiffahrtsamt Brunsbüttel
Am 1. Februar 1855 wurde durch Königlich Preußisches Dekret die Barsenmeisterei Rüstringersiel (Wilhelmshaven) errichtet, ein Amt, das man heute als Seezeichenamt bezeichnen würde.
(Ein Barsenmeister war verantwortlich für die Schiffahrtszeichen und andere Schiffahrtsaufgaben an der deutschen Nordseeküste. Spätestens seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird der Begriff nicht mehr verwendet – Textquelle:Wikipedia)
Bei einem Schreinermeister am Jadebusen wurden die ersten hölzernen Seezeichen gebaut. Die Barsenmeisterei Rüstringersiel, die diese verwendete, hatte die Aufgabe, die Betonnung und Befeuerung von Weser und Jade bis einschließlich des Leuchtturmes Wangerooge zu betreuen. An den Deichen waren hölzerne Bauten errichtet, bei denen bei Sturm und schlechtem Wetter zur Warnung der Schiffahrt Teerfässer abgebrannt wurden.
Nach dem Kriege 1870/71 wurde die Behörde zum ersten Mal umbenannt in „Tonnen- und Bakenamt“ , der Sitz wurde nach Heppens am Berg verlegt. Durch die Vergrößerung des Flottenbereichs wurde aus dem Amt späterhin das „Kaiserliche Lotsenkommando“ in Wilhelmshaven, denn es hatte als besondere Aufgabe noch die Ausbildung der Kriegsschiffslotsen übernommen. Nach der Revolution 1918 wurde das Amt umbenannt in „Marinelotsenkommando“ , doch da die Kriegsmarine nicht mehr vorhanden war, entstand 1922 wieder ein neuer Name, „Seezeichen- und Lotsenamt der Jade“ . Durch die Neuaufrüstung und den Aufstieg der neuen Kriegsmarine wurde das Amt 1940 erneut umbenannt in „Lotsenkommando und Seezeichenamt der Kriegsmarine“ . Im letzten Krieg oblag diesem Amt die Betreuung der minenfreien Wege der Nordsee und der besetzten Gebiete im Ausland.

Marinearsenal und Zeugamt Brunsbüttelkoog

Richtfest beim Marinearsenal, Foto Wilhelm Döring

Das Bauhofsgelände des früheren Wasserbauamtes in der Ostermoorer Straße wurde während der Kriegszeit vom Marinearsenal und Zeugamt genutzt. Anfang 1940 wurde das heutige Verwaltungsgebäude des Außenbezirks und des Bauhofes vom Marinearsenal gebaut (siehe Foto vom Richtfest).

Seezeichenamt Brunsbüttelkoog

Übersicht über das Gelände
Artikel von 1949
Das Seezeichenamt Ende der 1940er Jahre

Am 25. Juli 1946 wurde auf Anordnung der britischen Besatzungsmacht das Seezeichenamt von Wilhelmshaven nach Brunsbüttelkoog verlegt und „Seezeichenamt Brunsbüttelkoog“ benannt. Mit ihm gingen außer Personal auch sämtliches Inventar einschließlich der Tonnenleger, Lotsendampfer, Kräne und sonstigem Gerät nach Brunsbüttelkoog und wurden im ehemaligen Marinearsenal und Zeugamt am Nordufer des Binnenhafens untergebracht. Am 10. Juni 1947 wurde das Seezeichenamt von der damaligen „Hauptverwaltung Seeverkehr“ in Hamburg übernommen und war seit dieser Zeit ein selbständiges Amt in der Wasser- und Schiffahrtsverwaltung.

Akte von 1949

Der erste Amtschef war Oberregierungsbaurat Otto Treplin, nach ihm wurde 1966 ein Tonnenleger benannt (Foto siehe Absatz Tonnenleger). Seine Amtszeit war von 1947 bis 1948, dann folgte bereits sein Nachfolger, Regierungsbaurat Friedrich Hoppe.
1951 hörte dann das Seezeichenamt auf zu bestehen, es wurde in das Wasserbauamt Brunsbüttelkoog eingegliedert.

Anmerkung: Der Bauhof des früheren Wasserbauamtes Brunsbüttelkoog unterteilte sich in Bauhof und Schirrhof. Die Grenze war der Teil der Straße „Am Binnenhafen“, an der das Kanalmeistergebäude stand.

Das Seezeichenversuchsfeld

Seezeichenversuchsfeld-1.jpg

Das Seezeichenversuchsfeld mit der Meßbahn, das zusammen mit dem Seezeichenamt 1947 in Betrieb genommen wurde, blieb dem Wasserbauamt Brunsbüttelkoog allerdings noch bis 1957 erhalten. Dann erfolgte der Umzug nach Koblenz (siehe Zeitungsartikel weiter unten). Seit dieser Zeit wurde die Baracke als Lagerraum bzw. später als Garage für die Privatfahrzeuge der Bediensteten genutzt.
Ein kleine Geschichte am Rande zu dieser Baracke:
Ca. 1963 haben Lehrlinge der E.-Werkstatt des Wasserbauamtes (ich war auch dabei) bei Installationsarbeiten auf dem Zwischenboden dieser Baracke eine große Anzahl aufgehängter Tabakblätter gefunden. Sie stammten wohl noch aus der „schlechten“ Nachkriegszeit, wo man seinen Tabak selbst angebaut hat. Sie waren in Reih´ und Glied auf Leinen zum Trocknen aufgehängt. Beim Versuch, diese abzunehmen, zerbröselten sie alle.

In den 1990er Jahren wurde die Baracke schließlich dem Erdboden gleichgemacht.

Zeitungsartikel vom Seezeichenversuchsfeld

Das Seezeichenversuchsfeld Brunsbüttelkoog wurde Ende 1957 nach Koblenz verlegt (siehe nachfolgende Zeitungsartikel).

Tonnenleger "Mellum"

Artikel über die Mellum

Textquelle: zum Teil aus 100 Jahre Schiffbautechnische Gesellschaft
Tonnenleger sind Schiffe für Betonnungen in Wasserverkehrswegen und auch für Versorgungsfahrten zu Leuchttürmen und Feuerschiffen.
Die „Mellum I“ ist 1892 auf der Meyerwerft in Papenburg gebaut worden.
Der Tonnenleger, um den es in diesem Fall geht, die „Mellum II“, wurde 1935 von den Lübecker Flenderwerken gebaut und löste die „Mellum I“ ab. Sie wurde dem Seezeichen- und Lotsenamt Wilhelmshaven zur Verfügung gestellt. 1945 wurde sie den Briten als Reparationsleistung zugesprochen aber 1954 ist der Schritt erst vollzogen worden. Zwischenzeitlich, 1950, ist sie als erstes deutsches Schiff mit einer Radaranlage ausgerüstet worden.
1978 ist die „Mellum II“ (sie lief in Großbritannien unter anderem Namen) schließlich verschrottet worden.
Das neue Vielzweckschiff „Mellum“ (Mellum III), gebaut 1984 in der Elsflether Werft, dient z.B. auch als Ölunfallbekämpfungsschiff und wird international eingesetzt (Quelle:Wikipedia).

Die Mellum-Brücke

Der Anleger in der Nähe der Eisengroßhandlung Peter Lafrentz am Kanalufer-Nord wurde früher allgemein als „Mellum-Brücke“ bezeichnet, da die Mellum in der Zeit, in der sie als Tonnenleger in Brunsbüttelkoog tätig war, dort die reparierten bzw. gewarteten Tonnen per Dieselkran an Bord genommen hat.

Fotos einiger anderer Tonnenleger

Der Hilfstonnenleger „Lotsenkommandeur Krause“, Nachfolger der „Mellum“ vor Ort, stammte ebenfalls noch vom Wilhelmshavener Seezeichenamt, wo er auch als Lotsenausbildungs- und Vermessungsschiff fungierte.
Walter Körte wurde am 13. Februar 1855 in Flatow in Westpreußen geboren. Er war einer der Pioniere in der Entwicklung des deutschen Seezeichenwesens. Nach ihm wurde ein Tonnenleger in Brunsbüttelkoog benannt (aus Wikipedia).
https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_K%C3%B6rte_(Wasserbauingenieur)

Die Kanalmeisterei Brunsbüttelkoog

Martha,Lore,Hedwig-ca.1970.jpg

Bei dem Foto rechts (von Holger Koppelmann, ca. 1970) ist im Vordergrund die "Martha", das Motorboot des damaligen Kanalmeisters Westphal, zu sehen. Links sind 2 Kettenfähren und hinten links der 500Volt-Elektrokran, der für die Kohlebefüllung der fiskalischen Schiffe zuständig war, zu sehen.

Es waren dies z.B. Bagger "Titan" (Saugbagger in Brunsbüttelkoog), die damaligen Dampffähren "Odin", "Heimdall" und "Primus" (Die Fähren in Brunsbüttel) sowie einige Dampfschlepper.

Das KB-Gebäude

Es war bis nach dem Krieg das Marinearsenal, dann ab 1947 das Seezeichenamt, ab 1951 das Kanalmeistergebäude, später der Außenbezirk Brunsbüttel und letztlich das Verwaltungsgebäude des Außenbezirks und des Bauhofs Brunsbüttel.


Nach 1951 war der erste Kanalmeister (nach meinem Wissensstand) Ernst Morr, dem ca. 1960 Paul Westphal folgte. 1982 wurde Westphal verabschiedet.
Franz Hahn, der seit 1931 die Betreuung der Seezeichen in Wilhelmshaven innehatte, übernahm den gleichen Aufgabenbereich dann ab 1946 in Brunsbüttelkoog.

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