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Widderich, Cord

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Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Taufbecken.jpg

Noch heute erinnert das Taufbecken in der Büsumer St Clemens Kirche an seine Raubzüge an der Nordseeküste. Sein Name war Cord Widderich und er trieb Anfang des 15. Jahrhunderts (als Büsum noch eine Insel war) etwa zur gleichen Zeit wie der berühmte Seeräuber Klaus Störtebecker sein Unwesen.

Der Überlieferung nach soll Widderich ein herrschsüchtiger Kraftmensch und Abenteurer gewesen sein. Er stammte aus einer vornehmen Familie und galt zu seiner Zeit als besonders erfolgreicher Pirat. In seiner Glanzzeit schlug er sein Domizil im Kirchturm der Pellwormer Kirche auf, denn von dort oben hatte er einen guten Überblick über die auf See vorbeifahrenden Schiffe. Am Tage ließ Widderich die Glocken läuten, um seine Gefolgsleute zusammenzurufen wenn potentielle „Opferschiffe“ in Sicht waren. Manches Mal soll es sogar vorgekommen sein, dass Gottesdienstbesucher dem Priester aus der Messe davonliefen und in die Boote stiegen, um an der sicheren Beute beteiligt zu sein. Nachts lockten Widderich und seine Leute die Schiffe mit Feuern am Strand, die falsche Signale übers Meer strahlten, an. Wenn die Kapitäne sich nach diesen Signalen richteten verfehlten Sie ihren Kurs und liefen auf Sandbänke auf. Diese Methode des Beutezugs war für Widderich die angenehmste, denn nach damaligem Recht gehörte Strandgut dem Finder. Besatzungen mussten von ihren Angehörigen oder der Reederei freigekauft werden, denn getötet hat Widderich nie. Circa um 1412 führte Cord sein Weg dann nach Büsum, um hier als Kaufmann zu leben. Vielleicht um sein Seelenheil zu retten, brachte er große Teile seiner Beute mit nach Büsum: so zum Beispiel auch das von Pellworm geraubte Taufbecken. Das Leben Cord Widderichs endete im Jahre 1447 als er auf einer Reise von einem Voigt erkannt und ohne Gerichtsurteil aufgehängt wurde. Doch nicht nur hier bei uns gab es Piraten: man geht davon aus, dass Schiffe auf Meeren und Ozeanen eigentlich vom Beginn der Seefahrt an von Piraten „begleitet“ wurden. Die ersten schriftlichen Hinweise über die Piraterie stammen sogar schon aus der Bronzezeit . Auch das antike Griechenland und das römische Reich kamen nicht ohne Schutz gegen „die üblen Gesellen“ aus. Das Wort „Piraterie“ kommt übrigens eigentlich aus dem lateinischen und bedeutet soviel wie Seeraub. Gemeint ist damit das gewaltsame Vorgehen bei der Bemächtigung eines fremden Schiffes in räuberischer Absicht (Ausplünderung). Aber auch die Begriffe Korsaren, Freibeuter und Bukanier tauchen im Zusammenhang mit Piratengeschichten immer wieder auf.

Der Überlieferung nach soll Widderich ein herrschsüchtiger Kraftmensch und Abenteurer gewesen sein.

Freibeuter

Freibeuter waren Piraten, die sich nicht zu privaten Zwecken an anderen Schiffen bereicherten, sondern von einer Kommission, einer Regierung oder durch Kaperbriefe autorisiert waren, Handelsschiffe feindlicher Länder und Nationen anzugreifen und auszuplündern. Kaperbriefe waren nach internationalem Recht anerkannt und somit konnten Freibeuter rein theoretisch nicht als Piraten angeklagt werden. Freibeuter waren für viele Nationen eine günstige Alternative zu einer eigenen Kriegsmarine, feindliche Handelsschiffe konnten mit Hilfe der Freibeuter sehr viel billiger angegriffen und zerstört werden.

Die Bezeichnung Korsaren wurde hauptsächlich für Piraten und Freibeuter benutzt, die im Mittelmeergebiet „tätig“ waren. Die bekanntesten waren die „Barbaren-Korsaren“ von der Küste Nordafrikas und die „maltesischen Korsaren“. Bukanier wurden am Ende des 17. Jahrhunderts nahezu alle Piraten genannt, die in den Gewässern und auf den Inseln der Karibik „tätig“ waren. Das goldene Zeitalter der Piraterie war dann im 17. und 18. Jahrhundert, dieser Zeit werden heute die weltweit berüchtigsten und bekanntesten Piraten zugeordnet. Die beiden Piratinnen Anne Bonny und Mary Read, die als Männer verkleidet zusammen mit Jack Rackham segelten waren zwischen 1710 und 1720 aktiv. Samuel Bellamy verwüstete die Küsten des kolonialen Amerika von 1716-1717, um nur einige Beispiele zu nennen. Anfang des 19. Jahrhunderts waren die Marinestreitkräfte dann plötzlich nicht mehr auf die Hilfe von Freibeutern angewiesen und auch durch die Einführung von Dampfschiffen auf der Seite der Piratenjäger ging die Zahl der Piraten in dieser Zeit rapide zurück. Um 1850 gab es schon nur noch sehr wenige kleine Piratenmannschaften. Circa 1856 wurde in Paris von den meisten großen Seemächten ein Vertrag geschlossen, der das Ausstellen von Kaperbriefen verbot.

Piraterie heute

An den Hauptschifffahrtsrouten ist die Piraterie heute so gut wie ausgestorben, nur in Teilen Südostasiens und der Karibik tauchen ab und zu noch Piraten auf. Der Seeräuber Cord Widderich aber wird in Büsum, vor allem durch das sagenumwobene Taufbecken in der St. Clement-Kirche, unvergessen bleiben.

St. Clemens-Kirche

Öffnungszeiten der St. Clemens Kirche: Mo. – Do.: 8 Uhr bis 12 Uhr und 13.30 Uhr bis 16 Uhr Freitag: 8 Uhr bis 12 Uhr


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