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Contra Kohlekraftwerk

Aus Dithmarschen-Wiki

Inhaltsverzeichnis

Polarisierung und Meinungsfreiheit

Um eine Eskalation der Meinungen in einem öffentlichen Lexikon von vornherein zu kanalisieren, legen wir zwei Seiten für Pro & Contra an, auf denen Sachargumente gesammelt werden sollen, wie es sich für ein Lexikon gehört. Da das Thema sehr stark polarisiert, bitten wir darum, die Diskussions-Seiten der einzelnen Beiträge zu verwenden. Inhalte der Pro oder Contra-Seite sollten nicht manipuliert werden, sonst würden die Moderatoren überfordert und wir müssten die Benutzer dann leider sperren.

Helft uns bitte, das zu vermeiden. --Jens Rusch 18:31, 28. Sep. 2008 (CEST)

Diskussion

Für Meinungsäußerungen sollten bitte die Diskussions-Seiten zu den Themen benutzt werden.

Linkliste Contra

Flyer der Landesregierung „verlorengegangenen“ oder falsch wiedergegebenen Informationen zu ergänzen und zu berichtigen. ...plus Müllverbrennungskraftwerk für 370.000 t im Jahr. Die berichtigten Daten und Fakten.

Argumente zum Klimaschutz

Das Kraftwerksprojekt der Electrabel steht in einem unauflösbaren Widerspruch zu den Klimazielen der Bundesregierung, bis 2020 die Treibhausgasemissionen um 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Kohle ist aufgrund seiner CO2-Emissionen der denkbar klimaschädlichste Brennstoff zur Stromerzeugung. Daran ändert auch ein neues Kraftwerk mit „moderner“ Technologie nichts. Das Steinkohlekraftwerk in Brunsbüttel wird – im Gegensatz zu vielen existierenden und neu geplanten Kraftwerken - ohne Kraft-Wärme-Kopplung gebaut, wodurch sich die CO2-Bilanz des Kraftwerkes weiter verschlechtert.

Nach Kraftwerken mit dem Brennstoff Braunkohle, gibt es keine ineffektivere und CO2-intensivere Art der Stromerzeugung als die in Steinkohlekraftwerken ohne Wärmeauskopplung. Mehr als die Hälfte der erzeugten Wärmeenergie wird direkt in die Elbe geleitet und verursacht zusätzliche ökologische Probleme. Anders ausgedrückt: jedes zweite Kohle-Schiff, dass von weit her in Brunsbüttel anlegt, kommt ausschließlich, um dort den Fluss aufzuheizen, gleichzeitig arbeiten in südamerikanischen Kohleminen Kinder zwölf Stunden am Tag für Hungerlöhne, um Kohle zu fördern, die dann in Brunsbüttel zu über 50% ungenutzt verschleudert wird.

Electrabel wirbt für ein "modernes" Kohlekraftwerk, welches gegenüber alten bestehenden bis zu 30% CO2-Emissionen einsparen soll. Nicht erwähnt wird, dass dieses Kohlekraftwerk mit 800 Megawatt eines der größten Steinkohlekraftwerke in Deutschland ohne Kraft-Wärme-Kopplung sein wird. Viele existierende bzw. neu geplante Kraftwerke werden dagegen heute in so genannter Kraft-Wärme-Kopplung (z.B. für Fernwärme oder industrielle Prozesswärme) betrieben und weisen somit eine weit bessere Klimabilanz auf. Ein elektrischer Wirkungsgrad von ca. 46% nützt im Ergebnis wenig, wenn mehr als die Hälfte der erzeugten Wärmeenergie ungenutzt bleibt.

Selbst alte Steinkohlekraftwerke mit einem elektrischen Wirkungsgrad von knapp über 30% erzielen eine bessere CO2-Bilanz, wenn die anfallende Wärme sinnvoll genutzt wird. Daher fordern alle Umweltverbände zumindest die Pflicht zur Kraft-Wärme-Kopplung bei neuen thermischen Kraftwerken. Hierfür ist jedoch der Standort Brunsbüttel falsch gewählt (nämlich nur aufgrund der billigen Kohleanlandung und der Elbe-Direktkühlung), denn im Umfeld sind keine geeigneten Wärmeabnehmer vorhanden.

Das geplante Kohlekraftwerk ohne Kraft-Wärme-Kopplung mit nur ca. 46% Wirkungsgrad erzeugt pro Kilowattstunde fast viermal soviel CO2 wie ein gleich großes Gas-Kraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung. Das Kraftwerk mit einem Block mit 800 MW soll nach den Electrabel-Vorgaben rund 4,5 Millionen Tonnen CO2 jährlich ausstoßen. Dies entspricht dem CO2 Ausstoß von über 1 Millionen Pkw bei einer Kilometerleistung von 20.000 km pro Jahr!


Emissionsprognose

Den positiven wirtschaftlichen Effekten stehen die negativen Auswirkungen durch die erheblichen freigesetzten Schadstoffmengen gegenüber.

Luft-Emissionen Kraftwerk total (hohe Grenzwertausschöpfung - gemäß Scoping der Electrabel)
Quecksilber [Kilogramm / Jahr] 500
Cadmium [Kilogramm / Jahr] 617
Thallium [Kilogramm / Jahr] 617
Nickel [Kilogramm / Jahr] 2650
Dioxine und Furane [Gramm / Jahr] 1,75
Gesamtstaub [Kilogramm / Jahr] 168.000
Benzo(a)pyren [Kilogramm / Jahr] 95
CO2-Ausstoß [Tonnen / Jahr] 4.500.000

Die Emissionsprognose der Electrabel zeigt auf, dass durch das geplante Kraftwerk zusätzliche Schwermetalleinträge insbesondere für Quecksilber zu erwarten sind, die als wesentlich einzustufen sind. Die gesamte maximale Quecksilberemission des Kraftwerkes ist in der Emissionsprognose mit jährlich 500 Kilogramm Quecksilber berechnet. Es ist davon auszugehen, dass (aufgrund der Hauptwindrichtungen) ca. 50% dieser Menge über den Luftpfad direkt in die Wilstermarsch gelangt.

Die Europäische Kommission schreibt in ihrer Mitteilung {SEC(2005) 101} „Gemeinschaftsstrategie für Quecksilber“ vom 28.01.2005: „Quecksilber und seine Verbindungen sind hochgiftig für Menschen, Ökosysteme und wild lebende Tiere. Die Quecksilberverschmutzung wurde zunächst als akutes, lokales Phänomen betrachtet, gilt heute aber als globales, weit verbreitetes und chronisches Problem. Hohe Dosen können für den Menschen tödlich sein, aber auch relativ niedrige Mengen können bereits ernsthafte Entwicklungsstörungen des Nervensystems verursachen und wurden vor kurzem mit schädlichen Auswirkungen auf die Herzgefäße, das Immunsystem und den Fortpflanzungszyklus in Verbindung gebracht. Quecksilber verzögert zudem mikrobiologische Vorgänge im Boden und wurde gemäß der Wasserrahmenrichtlinie als prioritärer gefährlicher Stoff eingestuft. Quecksilber ist ein persistenter Stoff und kann sich in der Umwelt zu Methylquecksilber umwandeln, das die Erscheinungsform mit den stärksten toxischen Wirkungen ist. Methylquecksilber überwindet sowohl die Plazenta-Schranke als auch die Blut-Hirn-Schranke und kann die geistige Entwicklung vor der Geburt behindern. Die Exposition von Frauen im schwangerschaftsfähigen Alter und von Kindern ist deshalb höchst bedenklich. … Eine Hauptquelle für Freisetzungen von Quecksilber ist die Verbrennung von Kohle. …“

Daher hat sich in der vom Kraftwerk betroffenen Region Wilstermarsch und Brunsbüttel Widerstand in einer Bürgerinitiative formiert.

Auch alle angrenzenden Gemeinden haben in öffentlichen Stellungnahmen das Projekt abgelehnt:

  • Stadt Wilster
  • Gemeinde Neuendorf-Sachsenbande
  • Gemeinde Dammfleth
  • Gemeinde St. Magarethen
  • Gemeinde Nortorf
  • Gemeinde Stördorf
  • Gemeinde Wewelsfleth
  • Gemeinde Kudensee (nur grundsätzliche Bedenken)
  • Gemeinde Landscheide
  • Gemeinde Landrecht (nur grundsätzliche Bedenken)
  • Gemeinde Ecklak
  • Gemeinde Aebtissinwisch
  • Gemeinde Beidenfleth
  • Gemeinde Brokdorf

Diese Gemeinden vertreten mit ihrer Ablehnung die Meinungen und Interessen der großen Mehrheit ihrer Einwohner.


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