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Brunsbüttelkoog

Aus Dithmarschen-Wiki

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Jeder Leser, der Werbung, Fotos, Bilder oder Informationen dazu beitragen kann, sei hiermit herzlich gebeten, mir diese zwecks Einscannen zukommen zu lassen, damit ich die Anzahl der Fragezeichen auf dieser Seite minimieren kann.
Uwe Möller, Tel. 04852 2189, mail: Gabuwe@t-online.de

An dieser Stelle herzlichen Dank:
an Ute Hansen, Christiane Sengebusch, Dagmar Delventhal, Helga Jungklaus, Uwe Borchers, Bernd Schmidt, Egbert Koch,Hans-Jörg-Friedrichsen, Sammlung Heinz Lewerenz, Sammlung Manfred Janke und das WSA-Brunsbüttel für Daten, Unterlagen, Postkarten, Fotos, Zeitungsartikel und sonstige Unterstützung.

(Textquellen:Stadtarchiv, “222 Jahre Schule Brunsbüttel“, „Brunsbütteler Spuren“ und alte Zeitungsartikel)

Inhaltsverzeichnis

Brunsbüttel-Eddelaker-Koog und Soldatendeich

Als „Geburtsdatum“ Brunsbüttelkoogs kann man den 11. Juli 1762 annehmen.
An diesem Tag war es gelungen, die seit dem 15. November 1721 durch den sogenannten „Soldatendeich“ umschlossenen Gebiete wieder einzudeichen (siehe auch Das Jubiläumsjahr 2017 in Brunsbüttel).
Der Koog, der dadurch entstand, wurde anfangs als Brunsbüttel Eddelaker Neuen Koog (auch Brunsbütteler Neuen Koog) bezeichnet. Auf den unteren Plänen (colorierte Ausschnitte von Plänen W.H.Lipperts) ist auch zu erkennen, daß der Teil, der Eddelak am nächsten lag, als Eddelaker Koog und der Brunsbüttel naheliegende Teil als Brunsbütteler Neuen Koog bezeichnet wurde. Schließlich einigte man sich offiziell auf den Namen „Brunsbüttel-Eddelaker-Koog“ .

Dieser Gedenkstein steht auf dem Deich links vom damaligen Fußballplatz am Alten Hafen, Richtung Mole 4 und weist auf die dortige Schließung des Deiches hin

Das grün eingefärbte Gebiet auf dem linken Plan ist der am 15.11.1721 ausgedeichte, spätere Brunsbüttel-Eddelaker-Koog (danach Brunsbüttelkoog). Der zur gleichen Zeit fertiggestellte Soldatendeich ist rot dargestellt.
In diesem Plan (1717 – 1750) schreibt sich Ostermoor noch Oestermohr; die Betonung des Wortes auf O sollte durch das e verstärkt werden (wie Itzehoe). Später hieß es nur noch Ostermoor.
Im mittleren Plan (1800 – 1850) ist der neue Koog mit seinen ca. 1100 ha geschlossen. Die Namen „Eddelaker Koog“ und „Brunsbüttler Neuen Koog“ sind gut erkennbar. Der neue, 1762 gebaute und ca. 5,65 km lange Deich, ist rot eingefärbt. Das blau eingefärbte „Brunsbüttelhaven“ (später Brunsbüttelhafen ) wurde anfangs als „Neuenkoogshafen“ bezeichnet.
Der rechte Plan (um 1900) zeigt die schon recht starke Bebauung Brunsbüttelkoogs und den erst kürzlich fertig gestellten Kanal mit der Schleuse (Alte Schleuse). Links neben der Schleuse sind die Straßen des ersten Beamtenviertels erkennbar.

Brunsbüttelhafen

Alter Hafen Nr. 4
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Nach der erfolgreichen Eindeichung des Brunsbüttel-Eddelaker-Kooges wurde die Braake jetzt dessen Hauptentwässerungskanal. Sie bekam ihr Siel zum Abfluß in die Elbe, wo der Deich im Bogen zurückspringt, so daß vor ihm eine geschützte Bucht entstand. Daraus wurde der Neuenkoogshafen, heute Alter Hafen. Auf und hinter dem Deich bildete sich eine kleine Siedlung, „Brunsbüttelhafen“.
Um das Jahr 1830 war der Brunsbüttel-Eddelaker-Koog keine reine Bauernsiedlung mehr. Brunsbüttelhafen wurde allmählich Schwerpunkt in Sachen Handel und Küstenschiffahrt.
Der eigentliche, ursprüngliche Alte Hafen war der Werftpriel Ebsen (vorher Doose - siehe auch Das Jubiläumsjahr 2017 in Brunsbüttel).

In Brunsbüttelhafen standen im Jahre 1875, dem Geburtsjahr des Bürgervereins Brunsbüttelhafen, heute Brunsbüttel-Nord (http://www.bvb-nord.de/) schon etwa 40 Wohnhäuser, 3 Bauerngehöfte und einige Schuppen.
Der heutige Alte Hafen war vor dem Kanalbau von erheblicher Bedeutung. Marne, Meldorf, Heide und deren Umgebung wurden zum Teil versorgt und lieferten u. a. erhebliche Mengen Korn hierher, die von hier aus z.T. nach Hamburg oder auf die andere Seite der Elbe (Hannöver´sche Küste) weiter verschifft wurden. Der Betrieb stieg durch den Bau der Provinzialchaussee Itzehoe – Heide noch erheblich an (ca. 1851 – 1853, die Koogstraße war ein Teil davon, Läden im Koog-Koogstraße 1-8).
Interessante Erläuterungen zum Alten Hafen siehe rechts den Artikel von John Jacobsen vom 29.09.1964.


Seit 1772 vertraten Koogsgevollmächtigte den Koog.
1782, 20 Jahre nach der Deichschließung, erhielt Brunsbüttelhafen seine erste Schule.
(„1782 ward nun bestimmt, daß das auf dem Oestermoor vorhandene Schulhaus nach der alten Schulwurt im neuen Koog zu versetzen und das neu zu errichtende Schulhaus am Brunsbütteler Neuenkoogshafen, ungefähr da, wo Geert Wümpelmanns zweites Haus stände, zu erbauen sey.)"

1867 wurde die preußische Verfassung eingeführt; 1889 wurden schließlich die Kirchspielsvogteien aufgelöst und Amtsbezirke eingerichtet. Die Vertreterversammlungen wurden damals im Hotel Zur Post abgehalten.

Fotos Brunsbüttelhafen

Alte Pläne aus unterschiedlichen Zeiten

Aufschwung durch den Kanalbau

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Der Bau des Nord-Ostsee-Kanals (1887 – 1895) brachte eine erneute Wende für die Landschaft. Bei den Schleusen entstand das sogenannte Kanaldorf („Kanoldörp") und die Koogstraße, bis etwa zum Rathaus sowie die Südseite, wurden bebaut. Am 20. Juni 1895 fand die feierliche Einweihung des Kanals und der Schleusen in Anwesenheit von Kaiser Wil-helm II. und einer internationalen Flotte statt. Der Ort Brunsbüttel-Eddelaker-Koog wurde mit einem Schlag in aller Welt bekannt (Die Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Kanals).
Dieser ungeheure Aufschwung, den der Ort durch den Bau des Kanals hatte, brachte natürlich auch Zukunftsplanungen mit sich. So wurde z.B. 1889 ernsthaft die Schaffung einer Pferdebahn zwischen Brunsbüttelkoog und Brunsbüttel erwogen.
Weiterhin war 1903 der Bau einer Schwebefähre geplant, Kosten ca. 500 000 Mark (Schwebefähre in Brunsbüttel). Die Pläne waren fertig, dagegen sprach am Ende die später geplante Kanalerweiterung (1907 – 1914, Bau der Neuen Schleuse Brunsbüttel).
Geplant, aber nie ausgeführt waren z.B. auch 1903 ein Kabelwerk, 1907 eine Margarinefabrik, ein Trockendock und eine Stahlplattenfabrik, 1927 ein Fischerei-Nothafen sowie 1929 ein Altersheim.

Anmerkung zu den unterschiedlichen Namen des Kanals

Artikel aus der Kanal-Zeitung vom 27.06.1895

Während der gesamten Planung und Bauzeit des Kanals hieß dieser „Nord-Ostsee-Kanal“.
Bei der Eröffnungsfeier in Holtenau, am 21. Juni 1895 (in Hamburg wurde die Eröffnungsfeier am 19. Juni 1895, in Brunsbüttelkoog am 20. Juni 1895 und in Holtenau – die Haupteröffnungsfeier – am 21. Juni 1895 vorgenommen), taufte „Seine Majestät Kaiser Wilhelm II“ ihn auf den Namen „Kaiser-Wilhelm-Kanal“, zum Andenken an seinen 1888 verstorbenen Großvater Kaiser Wilhelm I (daß er selbst auch diesen Namen trug, spielte dabei sicherlich keine Rolle). Das führte natürlich dazu, daß sämtliche Medaillen, Plaketten und Urkunden, die für die Eröffnungsfeier erstellt wurden, den „falschen“ Namen trugen (siehe Medaillen von Kaiser und Kanal und Die Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Kanals).
Bereits 1878, bevor die ersten Planungen anliefen, wurde seiner Majestät „Wilhelm I“ der Wunsch angetragen, man möge den zu erstellenden Kanal doch „Kaiser-Wilhelm-Kanal“ nennen. Seine Majestät nahm es huldvollst zur Kenntnis, lehnte dies allerdings als verfrüht ab.
1926 wurde ein Antrag der Kommunisten im Reichstag abgelehnt, der den Inhalt hatte, den Kaiser-Wilhelm-Kanal doch wieder in Nord-Ostsee-Kanal umzuändern. Letztendlich hatte es bis zum 16.04.1948 gedauert, bis die „Rückbenennung“ vollzogen war.
Für die internationale Schiffahrt war und ist es der „Kiel-Canal“, benannt nach seinem Ostsee-Mündungshafen.

Ab 1907 offiziell Brunsbüttelkoog

Kreisblatt vom 17.7.1907

Der Alte Hafen blühte während des Kanalbaus durch Materialanlieferungen zwar noch einmal auf, verlor dann aber, nach Inbetriebnahme des Kanals 1895 sowie der neuen Bahnstrecke Brunsbüttelkoog-Wilster 1893, an Wert und war später nur noch Hafen für einige Fischer und „Schipper“. Heute hat die Seglervereinigung Brunsbüttel (SVB, http://www.svb-bru.de/) dort ihr Domizil.

Schließlich zog man auch die kommunalpolitischen Konsequenzen aus den neuen Gegebenheiten. Bis 1900 noch zum Kirchspiel Brunsbüttel gehörend, wurde der Ort nun ein eigener Amtsbezirk. Die „selbständig" gewordene Gemeinde „Brunsbüttel-Eddelaker-Koog“ erhielt dann am 17. Juli 1907 den kürzeren Namen „Brunsbüttelkoog“ .

Auch das gehörte zur Geschichte Brunsbüttelkoogs

Am 9.11.1931-Gründung der Ortsgruppe NSDAP in Brunsbüttelkoog im Hotel „Zur Post“
Im April 1932 stellen Brunsbüttelkoog und Marne den ersten Marine-SA-Sturm auf.
Am 15.2.1931 Gründung einer Ortsgruppe der NSDAP in Brunsbüttel im Gasthof „Zur Traube“.

Die Einwohnerentwicklung Brunsbüttelkoogs

Einwohner-Entwicklung Brunsbüttelkoogs

1880 hatte die Gemeinde des Brunsbüttel-Eddelaker-Kooges 787 Einwohner, während des Kanalbaus 1890 waren es schon 1585 und stieg während der Kanalerweiterung (Bau der Neuen Schleuse Brunsbüttel) 1910 bereits auf 5684.

Bebauungsplan-1900a.jpg

Ein Bebauungsplan vom Landesbauinspektor Angelroth für den Brunsbüttel-Eddelaker-Koog sah im Jahre 1895 sogar einen Bevölkerungsanstieg auf bis zu 100 000 Einwohner vor.
Zu der Zeit wurde auch das „Beamtenviertel“ gebaut, 1911 das Rathaus und 1915 die Paulus-Kirche fertiggestellt. Dagegen wurde der Bahnhof Süd schon 1893 in Betrieb genommen.
Nach der Kanalerweiterung hielt sich die Bevölkerungsziffer bis zur Kapitulation im Jahr 1945 etwa auf 5500. Der ungeheure Zustrom der aus Ostdeutschland kommenden Flüchtlinge ließ dann die Einwohnerzahl in den Jahren bis 1948 auf 10 017 emporschnellen.
Gesamteinwohner aller 9 Ortsteile am 20.07.2018 – 13 063

Brunsbüttelkoog wird Stadt

Diese Entwicklung war die Voraussetzung für eine „Stadt Brunsbüttelkoog". Am 15. Januar 1949 wurde in einer Festsitzung in Brunsbüttelkoog dem da maligen Bürgermeister Henry Schwardt (Die Bürgermeister Brunsbüttels) die Stadturkunde durch die Schleswig-Holsteinische Landesregierung überreicht (die Urkunde trägt allerdings das Datum 08.12.1948). Brunsbüttelkoog war Stadt, wenn auch durch die spätere Umsiedlung der Flüchtlinge die Einwohnerzahl unter 9000 sank.

Die Wappen Brunsbüttelkoogs

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Die Stadtwerdung des Ortes verlangte auch nach einem neuen Wappen. Der 1898 in Rathenow geborene und in Brunsbüttelkoog lebende Kunstmaler und Heraldiker Willi H. Lippert entwickelte und schuf das 1951 genehmigte Wappen der neuen Stadt Brunsbüttelkoog (Lippert, Willi Horst). Für das Wappen, wie auch für die neue Stadtfahne, wurden die Farben Rot und Weiß verwendet. Anker und Spaten sind gekreuzt auf einem gewellten, rot/weißen Untergrund.
Der Spaten steht für den ewigen Kampf gegen die Fluten, der Anker als Symbol für die Verbindung des Ortes mit Schiffahrt, Fischfang, Lotswesen, Schiffsversorgung und Schleusenbetrieb.

Schulen in Brunsbüttelkoog

Volksschule Nordseite

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1782 begann mit dem Bau der ersten Schule (spätere Schulstraße 2) das Schulwesen in Brunsbüttelkoog. Das auf dem oberen Foto dargestellte Gebäude der Schulstraße 2 ist allerdings ein Bau aus dem Jahre 1859.
Das Gebäude Schulstraße 1 ist aus dem Jahr 1892, das der Schulstraße 38 („Schule 38“, heute „Galerie Rusch“) aus dem Jahr 1896 . Der Bau Schulstraße 4 entstand 1902. Bis 1957 der östliche Anbau Schulstraße 4 (sogenanntes „Pavillon“) erfolgte, wurde der Unterricht noch teilweise in Baracken durchgeführt.
Im Jahre 1975 kam das neue Schulzentrum gerade recht zur Auftrennung in Grund- und Hauptschule.

Volksschule Südseite

Die Gemeinde des Brunsbüttel-Eddelaker-Kooges war sich zusammen mit den Schulträgern (der Pastor hatte zu der Zeit noch ein gewichtiges Wörtchen mitzureden) einig, daß es wohl für die Schüler der Südseite unzumutbar war, die Schule auf der Nordseite aufzusuchen. So entstand 1898 in der Festgestraße 11 das erste 2-klassige Schulgebäude auf der Südseite. 1904 wurde es auf 6 Klassen erweitert.
Nachdem 1951 schließlich das Schulgebäude in der Jahnstraße bezogen war, wurde das Gebäude in der Festgestraße von der damaligen Boje-Mittelschule mitbenutzt, da in den 1950er-Jahren, bedingt durch Flüchtlingszuwanderung und bevölkerungsstarke Jahrgänge nach dem Krieg, Klassenraumnot herrschte. Es wurde von der gleichen Schule beispielsweise auch ein Klassenraum im Gebäude der damaligen Feuerwehr am Marktplatz eingerichtet. In dem Raum etablierte sich später die Stadtbücherei.
Im Jahr 1952 wurde auf dem Boden der Volkschule Jahnstraße eine Jugendherberge mit 86 Betten eingerichtet (Jugendherbergen in Brunsbüttelkoog).

Boje-Mittelschule

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Die erste Mittelschule des Kreises für Knaben und Mädchen wurde 1911 in der Tiedemannstraße 17 eingerichtet. Der große Schulbau der Boje-Mittelschule entstand 1913, der Anbau 1961.
Realschule Brunsbüttel

Gymnasium Brunsbüttel

Bereits am 24. Oktober 1960 wurde von der Stadt Brunsbüttelkoog der Antrag für die Errichtung eines Gymnasiums gestellt, aber es sollte noch bis zum 04. August 1975 dauern, bis die ersten Sextaner ihre Klassen „besetzten“.
Bis aus dem „teilweisen“ Gymnasium ein „vollständiges“ wurde, dauerte es noch bis zum 01. August 1980.

Handel und Industrie

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Hafen-und Industriegelände.jpg

Das Kanaldorf an den zwei wichtigen Wasserstraßen Elbe und Kaiser-Wilhelm-Kanal wurde bereits damals für die Industrie interessant. Es entstand eine Ziegelei (1888 – Festge) und 10 Jahre später die Zementfabrik „Saturn“ (Die Kali-Chemie in Brunsbüttel.
Die Baugesellschaft Festge & Co hatte übrigens im Mai 1896 bei der zuständigen Behörde den Antrag gestellt, die Ortsbezeichnung Brunsbüttel (Bahnhof) – das jetzige Brunsbüttelkoog – nach Kaiser Wilhelm I in „Kaiser-Wilhelm-Stadt“ oder in „Kaiserhafen“ umzuändern. Es ist aber nie dazu gekommen.

In den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg haben sich im Raum Brunsbüttelkoog sehr viele Betriebe etabliert.

Folgende Angaben sind aus dem Verzeichnis der Gewerbebetriebe Brunsbüttelkoogs vom 04.11.1948:

27 Industrie- und größere Handwerksbetriebe

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  • Deutsche Vialit GmbH, Straßenbindemittel – Karlstraße (15 Beschäftigte)
  • Paul Nofer GmbH, Dosenverschlüsse – Schoofstraße 6 (90 Beschäftigte)
  • Rudolph Scheffus, Keksmaschinenfabrik – Annastraße 16 (20 Beschäftigte)
  • Bruno Breiholdt, Maschinenfabrik und -reparatur – Annastraße 16 (10 Beschäftigte)
  • Mordhorst & Rehbock, Maschinenfabrik – Annastraße (45 Beschäftigte)
  • Ernst Jacobs, Maschinenstrickerei – Cuxhavener Straße 1 (40 Beschäftigte)
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  • Adolf Cornels, Schiffsmaschinenreparatur - Fährstraße 5 (25 Beschäftigte)
  • Adolf Schlesiger, Segelmacherei – Schoofstraße 2 (8 Beschäftigte)
  • Ostdeutsche Tuchfabriken – Kautzstraße 15 (35 Beschäftigte)
  • Norddeutsche Faßfabriken H. Kraft – Ostermoorer Straße-Pionierpark (20 Beschäftigte)
  • Schuhfabrik Otto Stieger – Ostermoorer Straße-Munitionshof (60 Beschäftigte)
  • Bunkerdepot, Kohlenlager – Ostermoorer Straße-Kanalufer (5 Beschäftigte)
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  • Zementziegel u. Hohlsteinwerk GmbH – Ostermoorer Straße-Ballonhalle (5 Beschäftigte)
  • Schröder & Co, Mech. Netzfabriken – Friedrich-Ebert-Straße (30 Beschäftigte)
  • Holst. Metallbetten- u. Transportgeräte-Fabrik – Tiedemannstraße 25 (40 Beschäftigte)
  • Schlesw. Holst. Fisch- und Krabben-Industrie GmbH – Auf dem Deiche 5 (45 Beschäftigte)
  • Johannes Kruse, Bauunternehmung – Fährstraße 37 (300 Beschäftigte)
  • Julius Reinhardt, Möbeltischlerei – Alte Chaussee 17 (10 Beschäftigte)
  • Claus Lübbe, Möbeltischlerei – Koogstraße 64 (5 Beschäftigte)
  • Wilhelm Struck, Möbeltischlerei – Hafenstraße 15 (10 Beschäftigte)
Vorstand Gewerbeverein 1953-HL.jpg


  • Christensen JCM, Geschenkartikel, Drogerie – Koogstraße 94 (18 Beschäftigte)
  • Kurt Uredat, Maschinenstrickerei – Unter dem Deiche, Kraftfahr-Kompanie (6 Beschäftigte)
  • Friedrich Fries, Heizungsbau – Koogstraße 86 (20 Beschäftigte)
  • Seezeichenamt – Ostermoorer Straße (ca. 280 Beschäftigte)
  • Otto Ebsen, Bootswerft – Alter Hafen (30 Beschäftigte)

31 Großhandels- und sonstige Handelsbetriebe

109 Einzelhandelsgeschäfte

129 Handwerksbetriebe

26 Speditionen und Fuhrwerksbetriebe

14 Handelsvertretungen, Makler usw.

Wasserstraßenamt (ca. 580 Beschäftigte)

ca. 100 Lotsen

Zoll, Polizei, Amtsgericht, Arbeitsamt, Krankenkasse


Die "Geschäftswelt" - Weihnachten 1955


Die MAWAG

Textquellen: Aus Brunsbütteler Spuren 9 – von Christiane Sengebusch und "Bitumen und Bunkerstation"-100jährige Erfolgsgeschichte aus Brunsbüttel (Herausgeber TOTAL-Deutschland-2014)

Hugo Stinnes
Dr.Michael Melamid
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Anlässlich des Erweiterungsbaus des Kaiser-Wilhelm-Kanals (Nord-Ostsee-Kanal) 1907 bis 1914 wurde auf¬grund eines Erlasses des Staatssekretärs des Inneren vom 30. Sep-tember 1907 der Kaiserlichen Marine für die Kriegsflotte ein etwa 330 Hektar großes Gelände auf der Kanalsüdseite bei Ostermoor für ein Tanklager zur Verfügung gestellt. Nach vorbereitenden Arbeiten zwischen 1912 und 1914 erfolgte am 11. Mai 1914 der erste Spatenstich.

Am 1. Februar 1921 übernahm die Aktiengesellschaft Hugo Stinnes für Seeschifffahrt und Überseehandel das Tanklager. Die Firma Hugo Stinnes bereederte in Ostermoor mindestens vier Schiffe: zwei Tanker, die „Ostpreußen" und die „Oberschlesien", die unter anderem von Amerika Mineralölprodukte nach Ostermoor transportierten und zwei kleinere Tanker, die „Ostermoor 1" und die „Ostermoor 2", die Transporte in küstennahe Häfen durchführten. In den Jahren der Inflation war der Stinnes-Konzern, wie viele andere Firmen auch, in Schwierigkeiten geraten. 1924 starb Hugo Stinnes, der diesen Konzern aufgebaut hatte und der nach seinem Tode größtenteils wieder zerfiel.

Im Dezember 1927 übernahm dann die Firma Mineralöl- und Asphaltwerke AG (MAWAG) den Betrieb.
Hinter dieser Firma steckten Friedrich Minoux, Dr. Michael Melamid (der als ihr Gründer galt), L. Grötzinger sowie Wilhelm Peter Bove. Sie bauten es zu einer Bitumenfabrik aus. 1928 entstand die erste Blasendestillationsanlage und damit die zweite Bitumenraffinerie in Deutschland überhaupt. Verfolgt man die Geschichte der MAWAG weiter, so dürfen dabei auch die Jahre der Machtübernahme durch die Nazis nicht fehlen. Dr. Melamid und der erste Werkleiter, Grünwald, waren Juden. Das Regime versuchte, ihnen das Leben schwer zu machen. Grünwald verließ deshalb Anfang 1935 Ostermoor und ging in die Tschechoslowakei. Er kam später in einem Konzentrationslager um.

Im Auftrag des Oberkommandos der Kriegsmarine begannen im September 1938 Planungen für ein neues Marinetanklager auf dem Gelände der MAWAG, das 1939 fertiggestellt wurde. Der Krieg brach aus. Die ersten Bomben fielen im August 1940 auf die MAWAG. Schwärzester Tag für Ostermoor und das Unternehmen war jedoch der 20. Juni 1944: Das Bitumenwerk wurde zu einem großen Teil zerstört (Bomben auf Brunsbüttelkoog und Ostermoor).
Mitarbeiter der Kali-Chemie, der Firma Peter Temming aus Glückstadt, der Alsen Zementfabrik in Itzehoe und der Firma Adolf Cornels aus Brunsbüttelkoog waren mit Aufräumungs- und Wiederinstandsetzungsarbeiten beschäftigt. Bis kurz vor Kriegsende 1945 war man offenbar noch von der kriegsnotwendigen Wiederinstandsetzung des Werkes überzeugt.
Nach Kriegsende beschlagnahmte die englische Besatzungsmacht die Anlagen in Ostermoor. 1946 begann der Wiederaufbau, der sich jedoch wegen der Materialknappheit schwierig gestaltete. Nach der Währungsunion im Juni 1948 kamen die ersten Tankleichter und brachten Heizöl. Mit der Wiederinbetriebnahme und dem weiteren Ausbau der Produktionsanlagen kam 1951 Dr. Richard Ladwig als Werksleiter nach Ostermoor. Er trug maßgeblich zum Auf- und Ausbau des Werkes zu einem leistungsfähigen Bitumenwerk und zu einer modernen Bunkerstation bei.
Die MAWAG plante im Bereich des heutigen Hafens Ostermoor einen eigenen Hafen, es wurde aber aus finanziellen Gründen nicht realisiert.


Ende 1962 hatte der US-Konzern Signal Oil & Gas Company die MAWAG übernommen. 1968 suchte eine andere amerikanische Gesellschaft, die Occidental Petroleum Corporation, kurz „OXY", nach einem Absatzmarkt in Europa. Die MAWAG wechselte von der Mutter „Signal" zur Mutter „OXY". 1969 wurden die Töchter MAWAG und Teerchemie zur Mi-neralöl Aktiengesellschaft zusammengeschlossen und 1971 schließlich alle deutschen Tochterunternehmen zur Occidental Oil GmbH zusammengefasst.
Im Dezember 1974 übernahm die ELF Mineralöl GmbH und 2003 die „Total-Bitumen Deutschland GmbH“ die MAWAG.

Tourismus in Brunsbüttelkoog

Da bereits 1896 eine Bademöglichkeit an der Stelle geschaffen wurde, wo sich heute die Neue Schleuse befindet, kann man sich sehr gut vorstellen, daß auch schon Tourismus in bescheidenem Umfang bestand (Badeanstalten in Brunsbüttel).
Spätestens ab 1927 sind vom Verkehrsverein Brunsbüttel-Brunsbüttelkoog Saison-Hefte für den Tourismus ausgegeben worden. Diese sollten auf sehenswerte Besonderheiten der hiesigen Gegend aufmerksam machen (Brunsbüttel und Brunsbüttelkoog-1927). Hier einige Deckblätter der Broschüren:

Badeanstalten Brunsbüttelkoog

Siehe Badeanstalten in Brunsbüttel

Aus Brunsbüttelkoog wird Brunsbüttel

Die erste Brunsbütteler Zeitung 02.01.1970

Das Jahr 1970 verändert die Stadt Brunsbüttelkoog noch einmal erheblich. Die Eingemeindung Westerbüttels, Teilen Büttels, Brunsbüttels mit Mühlenstraßen, Osterbelmhusens, Westerbelmhusens und Ostermoors vergrößert den Stadtbereich gravierend. Am 1. Januar 1972 schließt sich auch noch Blangenmoor-Lehe dem „Verbund“ an. Zu diesem Zeitpunkt war Hinderikus Alberts Bürgermeister (Die Bürgermeister Brunsbüttels).
Es wurde der geschichtlich bedeutendere Name „Brunsbüttel“ für die neue Stadtbezeichnung gewählt.
Weitere Einzelheiten bitte den Zeitungsartikeln entnehmen.

Brunsbüttelkoog in Stichworten

1891.01.17.-Brunsbüttelhafener Bürgerverein.jpg
  • 1867 - Gründung des Bürgervereins Brunsbüttel (Ort)
  • 1873 – Gründung einer Koogsgemeindekasse
  • 1875 – Gründung des Bürgervereins Brunsbüttelhafen (heute Bürgerverein Brunsbüttel-Nord), http://www.bvb-nord.de/
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  • 1888 - Bau der Ziegelei “Festge
  • 1893 – Einweihung Bahnstrecke Brunsbüttelkoog – Wilster
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  • 1896 – Gründung des Bürgervereins Brunsbüttelkoog-Süd
  • 1897 – Ziegelei-Betrieb von Louis Tiedemann, Eddelaker Straße, nimmt Betrieb auf
  • 1898 – Schule Festgestraße wird eingeweiht
  • 1898 - Straßen im Brunsbüttel-Eddelaker-Koog erhielten Nummernschilder
  • 1900 – Bildung des Amtsbezirks Brunsbüttel-Eddelaker-Koog
  • 1902 - Gründung des Fuhrunternehmens Friedrich A. Kruse
  • 1907 – Aus Brunsbüttel-Eddelaker-Koog wird Brunsbüttelkoog
  • 1909 – Eröffnung des Metropol-Theaters
  • 1915 – Einweihung der Paulus-Kirche
  • 1920 – Bahnstrecke Brunsbüttelkoog-St.Michaelisdonn geht in Betrieb
  • 1921 – Buschhaus Alten Hafen wird zum Wohnhaus
  • 1921 - Erste Stromlieferung auf der Südseite
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  • 1923 – Erste Stromlieferung auf der Nordseite
  • 1924 – Elektrische Straßenbeleuchtung für die Nordseite
  • 1928 – Erstes Volksfest in Brunsbüttelkoog
  • 1930 – Einweihung der katholischen Kirche „Maria Meeresstern“
  • 1930 - Eröffnung des 2. Kinos in Brunsbüttelkoog (Fernsicht Lichtspiele, A.d.Deiche)
  • 1938 – Das Amtsgericht Eddelak wird nach Brunsbüttelkoog verlegt
  • 1948 - Aus dem Kaiser-Wilhelm-Kanal wird wieder der Nord-Ostsee-Kanal
  • 1949 – Brunsbüttelkoog wird offiziell Stadt
  • 1949 - Volksschule Süd-594 Schüler, in 6 Klassenräumen wurden jeweils 100 Kinder im Schichtunterricht von 7-18 Uhr unterrichtet
  • 1950 – Bau des DEA-Tanklagers
  • 1951- Brunsbüttelkoog erhält ein neues Wappen
  • 1951 - Einweihung Volksschule Süd
  • 1951 - Eröffnung des 3. Kinos in Brunsbüttelkoog (Film-Eck, Annastraße)
  • 1953 - DEA-Pipeline Brunsbüttelkoog-Hemmingstedt in Betrieb
  • 1967 – Der Elbehafen geht in Betrieb
Wasserturm Festgestr.22.9.1969a.jpg
  • 1969 – Die 2. Elbfährverbindung geht in Betrieb
  • 1969 - Schließung des Nordbahnhofs
  • 1970 – Aus Brunsbüttelkoog wird Brunsbüttel

Bilder aus Brunsbüttelkoog

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