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Bolten, Johann Adrian

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Historische Abbildung

Inhaltsverzeichnis

Johann Adrian Bolten

  • 11. September 1742 in Süderstapel, † 11. August 1807 in Altona, war ein deutscher lutherischer Theologe, Historiker, Schriftsteller und Bibelübersetzer.

In Kopenhagen studierte er Theologie und orientalische Sprachen. Außerdem wurde er Doktor der Philosophie und 1772 Prediger in Wöhrden. 1782 wurde er als Prediger (Kompastor) nach Altona berufen, wo er bis zu seinem Tod wirkte.(Wikipedia)

Bolten war Mitarbeiter der Zeitschrift "Hamburg und Altona". Seine Forschungsergebnisse veröffentlichte er in der "Dithmarsischen Geschichte" (4 Teile, Flensburg und Leipzig, 1781 - 1788)


Johann Adrian Bolten


Johann Adrian Bolten: Theologe, Historiker

Geboren: 11. September 1742 in Süderstapel

Gestorben: 11. August 1807 in Altona


Bolten.jpg


Vater: Matthias Herman Bolten, Pastor in Süderstapel

Geboren: 1712 in Süderstapel

Gestorben: 4. Juli 1772 in Altona

Mutter: Anna Maria Amalia, geb. Pauli


Jugend und Ausbildung

Johann Adrian Bolten wächst in Süderstapel auf. Sein Vater ist dort seit 1741 Pastor. Sohn Johann Adrian besucht nicht die örtliche Dorfschule, sondern erhält, wie in Pastorenkreisen üblich, von seinem Vater Privatunterricht. Er besucht ein Jahr die zweite Klasse der Schleswiger Domschule. Danach erhält er ab 1759 in Altona auf dem akademischen Gymnasium Unterricht. Nach bestandenem Abitur gilt es eine gute Universität zu finden. Er beginnt am 22. April 1761 an der Kopenhagener Universität sein Theologiestudium. Bereits im darauf folgenden Jahr legt er im Juni vor der theologischen Fakultät sein Examen ab. Bolten kehrt aber erst zum Jahresende nach Schleswig-Holstein zurück und lässt sich am 16. März 1763 in Rendsburg vom Generalsuperintendent Adam Struensee examinieren. Bereits vor seinem 25. Lebensjahr erhält er die Erlaubnis ein Kirchenamt anzutreten.

Nun beginnt eine äußerst schwierige Zeit für Bolten. Es gibt leider wenig Vakanzstellen, jedoch mehr als genug Theologiekandidaten, die, wie er, eine Anstellung suchen. Viele müssen sich als Hauslehrer, Hilfsgeistliche, oder was sich sonst noch passendes ergibt, mühsam durchs Leben schlagen. Johann Andrian Bolten hat zum Glück sein Elternhaus. Er hilft seinem Vater beim Predigen, nimmt sich die Aufstellung des Süderstapeler Kircheninventar vor und ordnet das Kirchenarchiv. Trotz aller Bemühungen um eine Anstellung als Pastor, ist er nach sieben Jahren immer noch im Elternhaus in Süderstapel. Nach etlichen Bewerbungen erhält er wieder einmal eine Chance eine Pastorenanstellung zu erlangen, wenn auch als Diakon.


Erste Anstellung

Im Kirchspiel Wöhrden ist die Stelle des Diakons vakant. Nach einigen fehlgeschlagenen Verhandlungen legen sich die Gemeindemitglieder auf acht Kandidaten fest. An letzter Stelle steht Johann Adrian Bolten. Zum 15. Dezember 1771 haben sich alle zur Gastpredigt in der Wöhrdener Kirche einzufinden. Letzter Kandidat ist Bolten. Zwei werden von den 115 anwesenden Gemeindemitgliedern auf die Präsentationsliste gesetzt, ein früherer Kandidat B. Hansen und Johann Adrian Bolten. Propst Jochims setzt den Wahltag in Wöhrden auf den 27. Februar 1772 fest. Bolten wird mit 79 von 159 Stimmen zum Diakon gewählt. Nach seiner Ordination wird er am 10. Mai 1772 feierlich in sein Amt eingeführt.

Johann Adrian Bolten geht als Diakon voller Eifer ans Werk. Außer seinen Predigten kümmert er sich um die Erwachsenenarbeit, insbesondere jedoch um die Schulbildung der Kinder. Darüber hinaus hat er mit dem Kirchenkollegium die Kollektenkasse zu prüfen, die Aufsicht über das Armenhaus und die Armenkasse. Einwohnern bei der Abfassung von Testamenten und in Rechtsfragen behilflich zu sein, ist anscheinend selbstverständlich für ihn.

Nebenbei ist für Bolten Altes vor dem Vergessen zu bewahren oder umfassend aufzuschreiben ein Herzensbedürfnis. 1777 lässt er sein umfassendes Werk „Beschreibung und Nachrichten von der im Herzogthum Schleswig belegenen Landschaft Stapelholm“ drucken. Ebenfalls entstehen in Wöhrden seine Bände „Dithmarsische Geschichte“, von denen das erste 1781 erscheint. Aber bleiben will er nicht in Wöhrden, denn das Amt eines Diakon in Wöhrden zählt zu den minder bezahlten in Schleswig-Holstein. Die Heirat der 17-jährigen Anna Katharina Block, Tochter des Meldorfer Kaufmanns Christian Block und dessen Ehefrau Anna Maria, geb. Martens, am 2. Mai 1775, ändert nichts an seinem Plan. Diakon in Wöhrden stellt für Boltens Lebensplanung eben keine dauerhafte Lösung dar. Er strebt nach wie vor eine Pastorenstelle bei einer größeren Kirche an. – Endlich bekommt Bolten eine bessere Stelle.


Hamburger Zeit

Er erhält die zweite Pastorenstelle an der Dreifaltigkeitskirche, der Hauptkirche Altonas. Am 23 Juni 1782 verabschiedet sich Johann Andreas Bolten mit einer Predigt vom Kirchspiel Wöhrden und tritt sein Amt am 7. Juli in Altona an.

Am 22. Juni 1783 wird sein einziges Kind, sein Sohn Hermann Christian geboren.

1791 schließlich steigt er an der Altonaer Kirche zum ersten Pastor auf. Eine Anstellung als Propst bleibt ihm jedoch verwehrt.

Obgleich seines großen Verdienstes, der über die Jahre veröffentlichten vielen Schriften und Werke als Historiker, werden bei Bewerbungen um eine höherwertige Anstellung andere Personen vorgezogen. Er gilt als ungeduldig und was ablehnende Bewerbungen angehen als nachtragend. Auffällig ist auch, er nennt sich in seinen Veröffentlichungen stets „Prediger“, verschweigt seine korrekte Bezeichnung Diakon. Vielleicht steht Johann Adrian Bolten sich auf diese Weise selbst im Weg.

Johann Adrian Bolten stirbt am 11. August 1807 in Altona.


Für die Wöhrdener bleibt Johann Adrian Bolten in dankbarer Erinnerung. Unersetzlich für das Kirchspiel Wöhrden ist seine Beschreibung der so genannten „Siegeskirche“ von 1319. Er stellt nicht nur das Aussehen und die Ausstattung dieser doppelschiffigen Kirche dar. Er liefert zudem sämtliche Maße beider Kirchenschiffe.

Werke

Ditmarsische Geschichte, 4 Bände 1781

Quellen

Angela Lüdtge, Zur Chronik des Landes Dithmarschen von Johann Adolph Köster, gen. Neocorus, 1992 Heide ISBN 3-8042-0573-9

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