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Adolf Bauer

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Inhaltsverzeichnis

Siehe auch

NDR

Nach 86 Jahren: Ein Lynchmord wird aufgeklärt


Quelle: NDR


Tatort: eine Weide bei Marne (Kreis Dithmarschen). Ein Mann wird in der Nacht auf den 10. Juli 1932 brutal ermordet. Es ist der KPD-Funktionär Adolf Bauer. Doch die Hintergründe der Tat sind unklar. Wie wurde er ermordet? Wer waren die Täter? Nachforschungen wurden damals durch die Nationalsozialisten verhindert. Der Fall nie aufgearbeitet. Erst 86 Jahre später findet der Fall endlich Aufklärung und sorgt für Erstaunen und Betroffenheit unter der Marner Bevölkerung.

  • NDR-Video "Adolf Bauer - ein Mord findet Aufklärung".

Schleswig-Holstein Magazin - 01.12.2018 19:30 Uhr

In der Nacht zum 10. Juli 1932 wird der KPD-Funktionär Adolf Bauer in Marne ermordet. Doch seine Täter werden nie zur Rechenschaft gezogen. Eine Arbeitsgruppe klärt den Mord jetzt auf.


Zwei Jahre Forschung

"Die Decke des Schweigens sollte dem Mut zu reden weichen", sagt Dietrich Stein an diesem Abend in der Reimer-Bull-Schule in Marne und stellt seine Forschungsergebnisse zu dem Lynchmord vor. Gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe hat er zwei Jahre lang zum Mord geforscht. 150 Menschen interessiert der Fall in Marne. Es ist die Geschichte ihrer Stadt und ihrer Vorfahren. Er entdeckte in Archiven alte Prozessakten, Zeitungsartikel und Bilder.


Motiv: Neid und der Reichstagwahlkampf

"Adolf Bauer war ein lockerer Typ, der auch gut auf die Menschen zugehen konnte. Er hatte Erfolg bei den Frauen - das hat ihm den Neid bei den SS-Leuten eingebracht", erzählt Stein.

Eine Vermutung, die schließlich zur Mordnacht geführt haben kann. Und Stein hat noch mehr herausgefunden. Er weiß, wie der Mord passiert ist: Adolf Bauer war auf dem Heimweg, als ihn eine Gruppe von Nazis abfing. Er konnte flüchten, rannte quer über die Weide bis zu einem Graben. Zu viert drückten sie ihn dann in den Matsch - bis er erstickte. "Der Hintergrund ist der Hass der NSDAP auf die KPD - besonders auf Adolf Bauer. Er war ein guter Funktionär, mit guten Kontakten. Sie wollten ihn zur Zeit des Reichstagwahlkampf aus dem Verkehr ziehen", sagt Stein.


Aufarbeitung für alle Generationen

Die Ermittlungen zu dem Mordfall wurden damals behindert. Das Urteil fiel viel zu milde aus - Täter wurden nie zur Rechenschaft gezogen. 86 Jahre später sind die Namen der Täter bekannt und sorgen für Betroffenheit. "Einer von ihnen hieß von der Vecht. Da musste ich inne halten. Denn von der Vecht hieß mein Urgroßvater", erzählt Christian Kühl in der Marner Schule. Es stellte sich heraus, dass von der Vecht am Mord beteiligt war. "Auf einmal hatte es dann etwas mit mir zu tun", so Kühl betroffen. Die Nachfahren von Adolf Bauer sind dankbar für die Aufklärung. "Es ist niederdrückend und nicht schön zu hören, wie er ums Leben kam", sagt Hans Ramm, Neffe von Adolf Bauer. "Wir sind froh, dass wir es wissen. Und wir werden es in der Familie verbreiten."

Die Aufarbeitung sei für alle Generationen wichtig. Nur dadurch könne sich Marne endlich von der Schuld befreien, hofft Dietrich Stein.


Hans Wigger

Zwischen dem ersten Bürgermeister Marnes, Christian Plambeck und Wilhelm Stöven hängt das Bild des NS-Bürgermeisters Hans Wigger im Sitzungssaal des Rathauses. Weiterlesen:

Marne - In die Diskussion über die Nazi-Vergangenheit von Hans Wigger kommt Bewegung. Ein jüngst erschienener Aufsatz rückt die Ehrenerklärung des früheren Marner Bürgermeisters und SS-Sturmbannführers ins Blickfeld. Weiterlesen:

AKENS

Arbeitskreis zur Erforschung des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein Der AKENS ist ein Zusammenschluss von HistorikerInnen, LaienforscherInnen und zeitgeschichtlich interessierten Personen. Ihm gehören über 190 Mitglieder in Schleswig-Holstein, Hamburg, dem übrigen Bundesgebiet und dem Ausland an (Stand Winter 2016).

Der AKENS wurde 1983 von Detlef Korte und anderen in Kiel gegründet (Heft 1, 12 Jahre AKENS, 20 Jahre AKENS) und 1994 ins Vereinsregister eingetragen. Er entstand aus dem Bedürfnis, die Erforschung der nationalsozialistischen Herrschaft in Schleswig-Holstein zu intensivieren und lokale Projekte miteinander bekannt zu machen. Der AKENS bietet allen an der historischen Auseinandersetzung mit der NS-Zeit Interessierten ein gleichberechtigtes Forum, um Arbeitsergebnisse zu präsentieren und Forschungsfragen zu diskutieren.

Der AKENS tritt für die nachhaltige Erforschung des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein ein. Dazu gehören auch dessen Vorgeschichte und seine Konsequenzen für die Zeit nach 1945. Der Forschungsstand zu diesem Gebiet war lange Zeit außerordentlich schlecht, weil die politische und historische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus systematisch vernachlässigt, behindert oder gar unmöglich gemacht wurde.

Dafür gibt der AKENS die „Informationen zur Schleswig-Holsteinischen Zeitgeschichte“ (ISHZ) heraus, die jährlich in einem Umfang von 160 bis 300 Seiten erscheinen und kostenlos an alle Mitglieder sowie diverse Bibliotheken, Archive und Gedenkstätten verschickt werden. Ergänzend veröffentlicht er in der Reihe "ISHZ-Beihefte" umfangreichere Aufsätze zur Zeitgeschichte Schleswig-Holsteins.

In den Jahren 2003/2004 hat der AKENS auf dem ehemaligen Gelände des „Arbeitserziehungslager Nordmark“ am Kieler Russee aus Mitteln der Europäischen Union und der Stadt Kiel einen Gedenkort eingerichtet. Durch die Herausgabe einer Dokumentation, der Präsens im Internet und Rundgänge um das ehemalige Lagergelände unterstützen wir eine Kultur der Erinnerung an das historische Geschehen, dem mindestens 600 Menschen zum Opfer fielen.

Der AKENS ist Mitglied in der Landesarbeitsgemeinschaft Schleswig-Holsteinischer Gedenkstätten und unterstützt die Erinnerungsarbeit von Initiativen vor Ort (u.a. Initiative Stolpersteine in Lübeck, Spurensuche Pinneberg, AK zum Todesmarsch aus dem Konzentrationslager Hamburg-Fuhlsbüttel ins „Arbeitserziehungslager Nordmark“).

Der AKENS betrachtet seine Arbeit zugleich als Beitrag gegen Neonazismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.


Regionale Literatur zum Nationalsozialismus

Die Geschichte Schleswig-Holsteins in der Weimarer Republik, dem Nationalsozialismus und der frühen Nachkriegszeit ist unterschiedlich intensiv erforscht worden. Die Unterschiede zwischen der ersten Bestandsaufnahme bei Margot Knäuper / Detlef Korte: Bibliographie zum Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein (Berichtszeitraum 1945-1985). Kiel 1987 und der laufenden Bibliografie durch die Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek (www.shlb.de) sind offensichtlich. (Vergleiche dazu auch den Rezensionsteil in der Zeitschrift für Schleswig-Holsteinische Geschichte (ZSHG), www.geschichte-s-h.de).

Fügt man außerdem noch die Bibliografie des Nationalsozialismus von Michael Ruck hinzu, wird deutlich, wie umfangreich und unübersichtlich die Literaturlage selbst für Forschende geworden ist. Die im folgenden genannten Veröffentlichungen sollen keine vollständige Bibliografie des Nationalsozialismus für Schleswig-Holstein darstellen, doch verfolgen wir das Interesse, wenigstens die zentralen Neuerscheinungen aufzuzählen.

Außerdem haben wir in der ISHZ 50 (Winter 2008) eine Auswahlbibliografie nach Themen und nach Regionen erstellt. Die "Regionale Literatur zum Nationalsozialismus" und die Auswahlbibliografie sind beide als Hilfsmittel sowohl historisch interessierte Laien wie auch den historisch Forschenden gedacht. Dementsprechend willkommen sind Anmerkungen, Korrekturhinweise und Ergänzungen (an omland@freenet.de).

Landgewinnung und Propaganda

Von Lars Amenda

Ende August 1935 stand Dithmarschen im Mittelpunkt des reichsweiten Interesses. Adolf Hitler fuhr mit seiner Entourage von Kiel aus an die Westküste, um dort einen neuen Koog auf seinen Namen einzuweihen. Heute vor 70 Jahren, am 29. August 1935, wurde Adolf-Hitler-Koog offiziell seiner Bestimmung und den Siedlern übergeben. 1333 Hektar Land waren dem Meer „abgerungen“ worden. Nach dem Krieg bekam das symbolträchtige Neuland den Namen Dieksanderkoog.

Nach einer regerechten Umbenennungswelle im März und April 1933 führten die Nationalsozialisten die Maxime ein, dass neu geschaffene Straßen und Ortschaften nur noch nach prominenten Nationalsozialisten benannt werden sollten. Ein neuer Koog war deshalb ein ideales Projekt und hatte zudem eine hohe symbolische Bedeutung. Die Idee für die Namensgebung stammte aus einer lokalen Initiative der NSDAP-Ortsgruppe Friedrichskoog, die mit diesem Vorschlag bereits im April 1933 an staatliche Stellen herantrat.

Stolpersteine in Schleswig-Holstein

Der Akens unterstützt seit 2005/2006 Aktivitäten zur Verlegung von Stolpersteinen zur Erinnerung an die Opfer der Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Dafür haben wir bis 2010 auf unserer Website Informationen über die bereits in Schleswig-Holstein existierenden Steine und die so gewürdigten Menschen zentral zusammengefasst und durch Materialien und Fotos der Initiativen vor Ort ergänzt.

Die Idee war es, mittelfristig alle verlegten Stolpersteine im Land zu nennen und wenn möglich auf regionale Websites zu verweisen. Da aber - im Gegensatz zum Bundesland Hamburg - niemand von hauptamtlicher Seite diese Initiative unterstützen wollte, musste die Sammlung der Daten aller Verlegungen in Schleswig-Holstein aus Zeitgründen aufgegeben werden. Die Anzahl der regionalen Initiativen hat seit 2005 stark zugenommen und es ist in ehrenamtlicher Freizeit nicht mehr möglich, alle neu verlegten Stolpersteine zu registrieren und diese so auf einer zentralen Website zugänglich zu machen.

Der Vorstand hat sich deshalb entschlossen - unabhängig von der Unterstützung der aktiven AKENS-Mitglieder für die Initiative Stolpersteine Lübeck - die bis 2010 gesammelten Informationen nicht mehr im Internet zu veröffentlichen.

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