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Adelsgüter in Dithmarschen

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Adelsgüter in Süderdithmarschen


Inhaltsverzeichnis

Adliger Großgrundbesitz

Anders als in Norderdithmarschen, wo es dem Adel spätestens seit 1585 durch herzoglichen Erlaß untersagt war, Ländereien zu erwerben, hat es ein solches Ankaufsverbot im südlchen Dithmarschen (s. Süderdithmarschen (Gebietskörperschaft) ] nicht gegeben. Im 16. Jahrhundert wurden hier zahlreiche Höfe und Grundstücke von Adligen aufgekauft. Diese Besitzungen waren keine „Adlige Güter“ genannten weitgehend autonomen Grundherrschaften mit eigener Verwaltung und ausgeprägter Gerichtsbarkeit wie sie insbesondere in den Güterbezirken Ostholsteins häufig waren, sondern besaßen lediglich eingeschränkten rechtlichen Sonderstatus. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts fielen die Adelsbesitzungen an die Landschaft Süderdithmarschen zurück.

Heinrich Rantzau als Gutsbesitzer

Es hat drei Adelsgüter auf dithmarscher Boden gegeben. Neben dem Gut Frestedt, das sich im Eigenbesitz des dänischen Königs befand und eine Zeitlang als Wohnsitz der Steinburger Amtmänner diente, waren die Güter Lütgenharstede (Kleinhastedt) und Friedrichshof adlig. Das Dorf Kleinhastedt südlich von Süderhastedt war 1568 an Klaus Rantzau verpfändet und 1568 vom königlichen Statthalter Heinrich Rantzau (1526-1598) zu einem imposanten Gutshof als Zentrum seines beträchtlichen Besitzes, der sich bis Burg, Krumstedt und Bargenstedt ausdehnte, gemacht worden. Für Kleinhastedt besass Rantzau die Steuerfreiheit und beanspruchte für seinen Besitz die Grundherrschaft und einfache Gerichtbarkeit. Nach Heinrich Rantzaus Tod wurde das Gut an den König verkauft.

Ende von Gut Kleinhastedt

Bis Anfang des 17. Jahrhunderts wurde Gut Kleinhastedt an die Amtmänner von Steinburg, die in der Regel auch Gouverneure von Süderdithmarschen waren, verpachtet. Unter den Nachbesitzern kam insbesondere der königliche Offizier Wulf von Buchwaldt und dessen Sohn Hans mit den dithmarscher Bauern in Konflikt. Die Buchwaldts strebten vollkommene Unabhängigkeit von der Verwaltung und Steuerkompetenz der Landschaft sowie Gerichtsherrnrechte an. Nach etlichen Übergriffen und einem langen Rechtsstreit trat 1692 Buchwaldt das Gut gegen die Zahlung einer Abfindung an die Landschaft ab, die nach Abkauf des königlichen Wiedereinlösungsrecht endgültig 1742 Eigentümerin des Gutes wurde. Das fast 200 Jahre in Süderdithmarschen als störender Fremdkörper empfundene Gut Kleinhastedt wurde aufgelöst und das Land an verschiedene Bauern versteigert.


Friedrichshof

Auch im Fall des Gutes Friedrichshof bei Dingen gelang der Landschaft schließlich der Kauf. Seit 1567 hatte der Steinburger Amtmann Josias von Qualen einen enormen Grundbesitz in den Kirchspielen Eddelak, Marne und Süderhastedt erworben. Er hate sich auf Friedrichshof eingerichtet. 1576 kaufte der dänische König das Gut und verpachtete es. Friedrichshof wurde der Steuerhoheit der Landschaft entzogen. 1687 konnte die Landschaft das Gut erwerben und verkaufte es 1747 weiter.

Literatur:

Reimer Witt, Die Verwaltung Süderdithmarschens.Entwicklung und Besonderheiten 1559-1900, in: Nis R. Nissen (Hrsg.), Süderdithmarschen 1581-1970, Heide 1970, S.9-28


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