Dithmarschen-Wiki

Druckversion | Impressum | Datenschutz

725 Jahre Brunsbüttel

Aus Dithmarschen-Wiki

725 Jahre Brunsbüttel

Inhaltsverzeichnis

725 Jahre Brunsbüttel

Das Kirchspiel zu Brunsbüttel gelobte dem Giselbrecht, Erzbischofe von Bremen, dem Lande Dithmarschen und dem Rate Hamburg, die Bürger von Hamburg und den gemeinen Kaufmann nicht mehr zu berauben. Ein Versprechen, das 1286 gar schriftlich festgehalten wurde, Brunsbüttel wurde damit erstmals urkundlich erwähnt.

Mittlerweile sind 725 Jahre vergangen und wir haben tatsächlich Wort gehalten! Unser stattliches Jubiläum wollen wir gebührend feiern.


Zur Vorbereitung der einzelnen Aktionen hat sich eine rund 20-köpfige Arbeitsgruppe – bestehend aus verschiedenen Mitarbeitern der Stadt, Mitgliedern der Feuerwehr Brunsbüttel, des Vereins für Brunsbütteler Geschichte, des Bürgervereins Brunsbütteler-Ort, des Malkreises Brunsbüttel, der evangelischen Kirchengemeinde Brunsbüttel, der Volkshochschule, des Vereins für Bewegungsspiele, der Theatergruppe Chamäleon sowie Gewerbetreibenden des Stadtteils Brunsbüttel-Ort und Mittelalterfreunden – gebildet und feilt seit Mitte vergangenen Jahres an einem abwechslungsreichen Jubiläumsprogramm.

Welche Veranstaltungshöhepunkte die Organisatoren für Sie auf die Beine gestellt haben bzw. zurzeit noch planen, erfahren Sie hier:


DAS FEST

Am 26.03.2011 war es endlich soweit: Die Auftaktveranstaltung zur 725-Jahr-Feier im Elbeforum fand statt. Während die offiziellen Gäste bereits ab 17 Uhr im Elbeforum anreisten, begann um 21.00 Uhr der öffentliche Teil. Zahlreiche Gäste erschienen zu dieser lockeren Festlichkeit und zauberten eine fabelhafte Stimmung in den Saal. Musikalisch sorgten „Top Union“, DJ Gunnar G. und DJ Theo dafür, dass die Tanzfläche gut gefüllt und für jeden Musikgeschmack etwas dabei war. Ein besonderes Highlight stellten Mister Jos Paulo und Shorty dar, die mit ihrem Können der „Close up Magic“ die Leute begeisterten. DAS FEST war insgesamt so gelungen, dass man schon auf die weiteren Festivitäten zur 725-Jahr-Feier von Brunsbüttel ganz gespannt sein darf.

Das Altstadtfest

Handbetriebenes Riesenrad

Beim Altstadtfest soll das beachtliche Alter von Brunsbüttel ausgiebig bejubelt werden. Hier eine kleine Zusammenfassung, was alles geboten wird.

Erleben sie die Vergangenheit

Der alte Ortskern bei der Jakobuskirche wird durch viele kuriose Aktionen, Stände, Ausstellungen und Künstlern in die Vergangenheit versetzt. Ab 18:00 Uhr am Freitag, dem 8. Juli beginnt der Zauber mit der Eröffnung des Spektakels, kurz darauf singt der Lotsenchor Takelure. Danach präsentieren die „Midniters“ tanzbaren Blues aus den 40er und 50er Jahren. Den krönenden Abschluss des Eröffnungstages bildet die Feuershow Rebasius Funkenflug um 22:00 Uhr. Der Samstag beginnt mit einem Mittelaltermarkt um 10:00 Uhr. Beim Heimatmuseum finden ab 14:00 Uhr diverse Aktionen für Kinder statt. Am frühen Abend begeistert die Theatergruppe Chamäleon mit dem Stück „Von Bräuten und Henkern oder aus dem Leben eines Rosenverkäufers 2.0 “, worauf um 21:00 Uhr ein Konzert der Gruppe „Drachenflug“ folgt. Abgeschlossen wird das ganze wieder von der Feuershow Rebasius Funkenflug. Der letzte Veranstaltungstag, Sonntag, wird durch einen Open Air Gottesdienst um 10:00 Uhr eingeläutet, es folgt eine plattdeutsche Lesung beim Heimatmuseum und die Präsentation der neuen Brunsbütteler Spuren. Ab 12:30 Uhr führt die Volkstanztruppe des MTV Süderhastedt ihr Können vor. Für Kaffeeliebhaber dürfte ab 15:00 Uhr das Heimatmuseum eine gute Anlaufstelle sein, dort startet die Veranstaltung „Rund um die Kaffeebohne“ und für die Kleinen findet ein tolles Ritterturnier mit Bogenschießen statt. Ein erneutes Konzert der Gruppe „Drachenflug“ bezaubert um 16:00 Uhr als letztes das Veranstaltungsgelände. Bei diesen zahlreichen Möglichkeiten zur Vergnügung wird bestimmt jeder etwas für sich entdecken.

Laternenumzug

Am 06. Oktober 2011 lädt die Brunsbütteler Feuerwehr Sie zum gemeinsamen Laternenumzug ein. Organisiert als Sternenmarsch können sich verschiedenste Vereine und Akteure dem Laterneumzug anschließen. Zum Abschluss wird es ein gemütliches Beisammensein am Freizeitbad LUV geben.

Sollten Sie Interesse haben, sich ebenfalls mit einer eigenen Gruppe zu beteiligen, wenden sie sich bitte an Bernd Meier von der Feuerwehr:

Tel. 0 48 52 / 96 8 00 oder per eMail bernd.meier@feuerwehr-brunsbuettel.de.

Sonderaktionen

Silbermünze


Die Goldversion

Münzen

Wer das Besondere liebt, sollte sich die extra angefertigten Münzen zur 725-Jahr-Feier nicht entgehen lassen. Mit einer offiziellen Sonderprägung 725 Jahre Brunsbüttel sind 2 Arten von Münzen erhältlich. Einmal die Variante aus Feinsilber für 34,50 Euro und die Version aus Feingold, wobei hier der Preis auf Anfrage zu erhalten ist. Beide sind 30 mm groß, haben ein Gewicht von 8,5 g und bestechen durch schöne Brunsbütteler Motive. Die Münzen liegen für sie in der Sparkasse Westholstein zum Kauf bereit.



Kalenderdeckblatt

Kalender

Im letzten Jahr rief die Stadt Brunsbüttel zu einem Fotowettbewerb zum Thema Brunsbüttel auf. Mehr als eintausend Fotomotive gingen bei der Stadt ein. Ein Teil dieser großartigen Impressionen wurde nun in einem immerwährenden Kalender verewigt um diese tolle Leistung zu würdigen. Erhältlich ist dieser, auch nach 2011 verwendbare, Kalender in der Tourist-Info, bei der Buchhandlung Schopf und bei art & nautics für 10 Euro. Begeistern auch sie sich an diesen tollen Brunsbütteler Bildern.


Der Teller


Teller zur 725-Jahr-Feier


Töpfermeister Michael Claußen hat anlässlich der 725-Jahrfeier Teller entworfen, die es ab sofort in der Töperei zu kaufen gibt. Sie sollten sich beeilen, denn es gibt davon nur 25 Stück!




Grußwort des Ministerpräsidenten

Würdigung durch den Ministerpräsidenten

725 Jahre Brunsbüttel: Ministerpräsident Peter Harry Carstensen würdigt Bedeutung des größten Industriestandortes im Land

BRUNSBÜTTEL. Als modernen Wirtschaftsstandort des 21. Jahrhunderts hat Ministerpräsident Peter Harry Carstensen heute (26. März) die Stadt Brunsbüttel bezeichnet. Zur 725-Jahr-Feier der Stadt würdigte er die große Bedeutung von Brunsbüttel als Versorgungszentrum und größten Industriestandort des Landes: "Sie sind im Bereich der chemischen und Mineralöl verarbeitenden Industrie bestens aufgestellt. Ihnen ist es in den vergangenen Jahren aber auch gelungen, neue Wirtschaftszweige zu erschließen", sagte Carstensen.

Durch seine unvergleichliche Lage an der Elbe und am Nord-Ostsee-Kanal habe die Stadt in seiner langen Geschichte immer wieder vom wirtschaftlichen Aufschwung profitieren können, so der Ministerpräsident weiter. 30.000 Schiffe würden jährlich den Nord-Ostsee-Kanal und damit auch die Schleusen in Brunsbüttel passieren. Aktuell spiele der Ausbau der Hafenanlagen eine große Rolle. Der Regierungschef nahm auch Bezug auf die aktuelle Diskussion um die Laufzeiten der Atomkraftwerke. Er werde sich in Gesprächen mit dem Betreiber Vattenfall dafür stark machen, dass das seit vier Jahren abgeschaltete Kernkraftwerk Brunsbüttel nicht wieder angefahren werde. "Ich weiß, dass diese Entscheidung weitreichende Folgen auch für Ihre Stadt hat. Wir lassen Sie mit den Folgen nicht allein. Mit unserer Entscheidung ist auch eine Verantwortung verbunden, der wir uns stellen werden", so Carstensen.

Allen Einwohnern wünschte der Ministerpräsident ein erfolgreiches Jubiläumsjahr: "Feiern Sie gemeinsam 725 Jahre Ortsgeschichte. Sie dürfen stolz sein auf Ihre Stadt!"


Verantwortlich für diesen Pressetext: Knut Peters, Rainer Thumann, Düsternbrooker Weg 104, 24105 Kiel | Tel. 0431 988-1704 | Fax 0431 988-1977 | E-Mail: landesregierung@schleswig-holstein.de | Medien-Informationen im Internet: www.schleswig-holstein.de | Die Staatskanzlei im Internet: www.schleswig-holstein.de/stk | Das Landeswappen ist gesetzlich geschützt.

Rede des Landtagspräsidenten

Torsten Geerdts

Präsident des Schleswig-Holsteinischen Landtages

Rede anlässlich der 725-Jahr-Feier von Brunsbüttel, 26. März 2011, Brunsbüttel

Kein Redner kommt zur 725-Jahr-Feier um die erste urkundliche Erwähnung des Fleckens Brunsbüttel herum. Das Dokument aus dem Jahre 1286 hat einen bemerkenswerten Hintergrund: Der Erzbischof von Bremen, Lehensherr der Brunsbütteler, rang in diesem Dokument den Küstenbewohnern das Versprechen ab, künftig von Überfällen auf Hamburger Kaufleute abzusehen.

Dass heute auch der neue Wirtschaftssenator der Freien und Hansestadt Hamburg zugegen ist, weist daraufhin, dass sich im Verhältnis zwischen Brunsbüttelern und Hamburgern doch seit 725 Jahren sehr Vieles zum Positiven verändert hat.

Fest steht, dass die Bewohner von Brunsbüttel immer schon am und vom Meer gelebt haben. Das Meer war ihnen vor vielen Jahrhunderten sogar noch etliche Kilometer näher als heute, denn die Küstenlinie verlief viel weiter östlich. Die Brunsbütteler waren – nach ihren Ausflügen in die Seeräuberei - gleichermaßen Bauern wie auch Fischer und Händler, die es auf die Elbe und die Nordsee hinaustrieb.

Damit legten die Brunsbütteler den Grundstein für eine gelungene Mischung aus Bodenständigkeit und Weltoffenheit, nicht ohne Grund ziert ihr Wappen bis heute ein Anker und ein Spaten. Beide Tugenden prägen bis heute die Stadt und die Menschen an der Kreuzung zwischen Elbe und Nord-Ostsee-Kanal und an der Grenze zwischen Dithmarschen und Steinburg.

Die große weite Welt zieht hier buchstäblich Tag für Tag auf der meist befahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt vorbei. Brunsbüttel ist dabei – je nach Fahrtrichtung – das Tor zu einem der beiden großen Meere, die Nordeuropa miteinander verbinden.

Bis zum Bau des Kanals vor über hundert Jahren war das Wasser nicht immer ein Freund der Brunsbütteler. Im 18. Jahrhundert führten mehrere verheerende Sturmfluten dazu, dass weite Teile des zuvor dem Meer abgetrotzten Landes verloren gingen.

Dem Kirchspiel standen damals schwere Zeiten bevor und es war der besonderen Tatkraft und Willensstärke der Dithmarscher zu verdanken, dass man auch diese Krise schließlich meisterte.

Durch die Schaffung des Brunsbütteler Kooges erkämpften sich die Menschen damals ihre Heimat vom Meer zurück. Das Wasser war aber nicht zu allen Zeiten ein Feind, es bot Brunsbüttel letztlich auch die Gelegenheit zu ungeahntem Wachstum.

Der Bau eines die Nordsee mit der Ostsee verbindenden Kanals im Jahre 1895 war der Startschuss für eine rasante Entwicklung des bis dahin eher kleinen Fleckens an der Elbe. Brunsbüttel entwickelte sich zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort und zum wichtigsten Wasserstraßenverkehrsknotenpunkt Europas.

Die riesigen Kriegsschiffe, für die der Kanal ursprünglich geplant worden war, sah man mit den Jahrzehnten glücklicherweise immer weniger, wenngleich auch Brunsbüttel von den Weltkriegen und ihren Auswirkungen nicht verschon blieb.

Heute ist es der friedliche Austausch mit der Welt, der den Kanal und sein Tor Brunsbüttel kennzeichnet. Zahlreiche Betriebe siedelten sich hier an und schufen ein lebendiges Wirtschaftszentrum im Herzen des südöstlichen Schleswig-Holsteins. Nicht irgendein Zentrum, sondern des größten Industriestandort unseres Landes!

Die petrochemischen Betriebe, die bis heute einen Teil dieser Unternehmenslandschaft ausmachen verleihen Brunsbüttel buchstäblich den Charakter eines Motors für Schleswig-Holsteins Wirtschaft. Hier sind Dinge in Bewegung und werden in Bewegung gesetzt.

2004 wurde das damals größte Windrad der Welt in Betrieb genommen, als Prototyp für weitere Anlagen, die künftig nicht an Land, sondern als Offshore-Anlagen betrieben werden. Damit setzt Brunsbüttel zukunftsorientiert auf einen Mix aus verschiedenen Energieformen.

Dreh- und Angelpunkt für Brunsbüttel bleibt allerdings der Nord-Ostsee-Kanal. Er wird auch in Zukunft an Bedeutung nichts einbüßen, im Gegenteil. Jahr für Jahr fahren immer mehr Schiffe auf dieser maritimen Lebensader und die Frage eines Ausbaus steht dabei immer wieder im Raum.

Dass dieser Ausbau nachhaltig und zugleich im Sinne des Naturschutzes verträglich gestaltet werden muss, das wissen gerade die Brunsbütteler am besten. Denn auch der Tourismus ist ein wichtiges Standbein der Region und hier können Stadt und Umland mit einer einzigartigen Natur aufwarten.

Wattolümpiade

Hier hat Brunsbüttel viel Kreativität bewiesen und aus dieses Naturerbe auch noch mit einer alljährlich Wohltätigkeitsveranstaltung verbunden, die es in sich hat: die Wattolümpiade!

Ich selbst durfte im vergangenen Jahr die Schirmherrschaft über dieses Ereignis übernehmen und konnte damals mit Freude feststellen: Am Ende eines jeden Wettbewerbs sind Mensch und Watt wirklich eins geworden und kaum noch voneinander zu unterscheiden!

Die Einnahmen der Olümpiade kommen direkt der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft und norddeutschen Krebsbratungsstellen zugute. Mittlerweile kommen die „Wattlethen“ aus aller Welt und mit dem Wattstock-Festival hat sich aus der engagierten Initiative einiger Brunsbütteler ein kulturelles und sportlichen Großereignis entwickelt, das weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins bekannt ist.

NOK

Ein weiteres Pfund, mit dem Brunsbüttel wuchern kann, ist die gelungene Einbindung des Nord-Ostsee-Kanals und der berühmten Brunsbütteler Schleusen in ein schlüssiges und vor allem erfolgreiches Tourismuskonzept.

Mit der Schleusenmeile und dem vom Wasser- und Schifffahrtsamt betriebenen Museum „Atrium“ werden jährlich tausende von Besuchern angelockt. Darunter zahlreiche „Sehleute“ - und zwar die, die mit „h“ geschrieben werden -, die auf dem Kanal die Gelegenheit bekommen, „große Pötte“ zu fotografieren.

Diese positive Anteilnahme der Menschen an Verkehrswegen und ihrem Ausbau ist nicht immer selbstverständlich. Hier in Brunsbüttel können Menschen ganz hautnah und anschaulich erleben, dass der Kanal und Schleswig-Holstein zusammengehören.

Er bringt uns die weite Welt vor die Haustür und er macht uns in aller Welt bekannt. Ohne ihn und ohne Brunsbüttel als Tor und „Schleusenwärter“ wären die Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner gewiss nicht so weltoffen, wie sie es sind.

Ein Blick auf Brunsbüttel, seine Geschichte, Gegenwart und Zukunft, wäre unvollständig ohne einige Gedanken zu den besonderen Menschen, die hier lebten und leben.

Als Bewohner der freien Bauernrepublik Dithmarschen hatten die Brunsbütteler niemals Scheu vor der Obrigkeit. Gerne ließen sie den holsteinischen Adel und sogar den dänischen König spüren, dass bei Ihnen daheim der einfache Mann auch ein Wörtchen mit zu reden hatte.

Diese frühe Form von politischer Mitsprache war zwar keine Demokratie im modernen Sinne. Aber sie war doch schon ein gewaltiger Fortschritt gegenüber anderen Regionen in Schleswig-Holstein, in denen die Bauern ohne die Erlaubnis ihrer adligen Herren keinen Schritt vor den anderen setzen durften.

Von diesem Selbstbewusstsein, niemandem Untertan zu sein, ist noch heute in Brunsbüttel einiges zu spüren. Auch von Kiel lässt man sich nicht immer gern Vorschriften machen und ich muss gestehen, dass dieser Dithmarscher Freiheitsdrang eigentlich sehr gut zu meinem Verständnis von unserer demokratischen Grundordnung und der Kultur des offenen und ehrlichen Wortes passt.

Dabei sind die Menschen in Dithmarschen, wie übrigens überall in Schleswig-Holstein, sehr herzlich und offen. Das lassen sie zwar nicht immer gleich erkennen, aber man kann es spüren. Immer wieder kamen Menschen aus ganz entfernten Regionen hierher und blieben, weil sie sich genau hier, in Brunsbüttel wohlfühlten und eine neue Heimat fanden.

Mit dem Kanalbau kamen Arbeiter aus ganz Deutschland, darunter auch viele Polen, deren Heimat damals zum Kaiserreich gehörte. Nach dem Krieg waren es wiederum Menschen aus dem Osten, Vertriebene und Flüchtlinge, die nach Schleswig-Holstein kamen.

Brunsbüttel nahm Menschen auf, die alles verloren hatten, und hier bald eine neue Heimat fanden. Das ist eine oft vergessene Erfolgsgeschichte, an der Brunsbüttel und seine Menschen einen großen Anteil hatten.

Zuletzt möchte ich daran erinnern, dass Brunsbüttel sogar eine Teilung gemeistert hat. Was wenige wissen: seit dem Bau des Nord-Ostsee-Kanals 1895 war Brunsbüttel eine geteilte Stadt. Allerdings nicht in Ost und West, sondern in „Nord“ und „Süd“.


Eine Teilung, die durch Fähr- und Straßenverbindungen zwar schnell überwunden wurde, aber – wenn man den einschlägigen Nachrichten im Internet trauen kann – durchaus eine selbstbewusste „Südseiten-Bewohner“-Initiative ins Leben gerufen hat. So dramatisch, wie das klingt, ist es allerdings in Wirklichkeit nicht und die Brunsbütteler wären doch jeweils ohne die andere „Hälfte“ nicht das, was sie als Ganzes sind.

Meine Damen und Herren,

vor 725 Jahren war das Verhältnis zwischen Brunsbüttel und der Hansestadt Hamburg nicht ohne Spannungen, wie ich eingangs erzählte. Mittlerweile ist Brunsbüttel Teil der Metropolregion Hamburg und beide Tore zur Welt ergänzen einander sehr gut. Brunsbüttel ist damit ein aktiver Teil eines Prozesses, in dem die norddeutschen Länder immer stärker ihre gemeinsamen Interessen erkennen und zu engen Formen der Kooperation kommen.

Brunsbüttel kann deshalb nicht allein auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken, sondern auch optimistisch in die Zukunft schauen. Es wird auch weiterhin eine wichtige Funktion an zwei der bedeutendsten Wasserstraßen Europas und der Welt wahrnehmen und Brunsbüttel wird sich auf seine Stärken verlassen auch in Zukunft können. Zu diesen Stärken zählen Menschen, die neuen Ideen gegenüber aufgeschlossen sind, die offen auf andere Menschen zugehen und die sich einen Blick für das Wesentliche bewahrt haben.

Wer, wie Sie, liebe Brunsbütteler, das Meer bei stürmischem und bei schönem Wetter kennt, der lernt, sich auf Wichtiges zu konzentrieren, die Zeichen der Zeit zu lesen und Konsequenzen daraus zu ziehen. Das haben ihre Vorfahren zu allen Zeiten so gehalten und das ist ein gutes Erfolgsrezept.

Bereits jetzt haben Sie in Brunsbüttel eine gute Mischung aus gefunden, in der eine zukunftsorientierte Industrie- und Unternehmenslandschaft, eine international bedeutendes Verkehrsader und ein stimmiges Tourismuskonzept zueinander gefunden haben. Das lässt für die Zukunft von Brunsbüttel noch Einiges erwarten.

In den nächsten Tagen erwartet die Brunsbüttler und alle, die mit Ihnen feiern, ein großes Fest, „DAS“ Fest, wie es kurz und knapp und unmissverständlich heißt. Dazu braucht man keinen Anzug, aber Tanzschuhe, wie angekündigt wurde und das passt ja in den äußersten Süden Schleswig-Holsteins!

Mir bleibt die schöne Aufgabe Ihnen allen, liebe Brunsbüttelerinnen und Brunsbütteler im Namen aller Abgeordneten des Schleswig-Holsteinischen Landtages und auch ganz persönlich recht herzlich zu

725 Abschied von der Seeräuberei, zu 725 Jahren Weltoffenheit und vor allem zu 725 Jahren Brunsbüttel zu gratulieren!

Feiern Sie dieses Jubiläum mit Stolz und vor allem Spaß an der Sache und bleiben Sie so, wie sie sind.


Finden

Durchsuchen
Startseite
Vorwort
Gruppe bei Facebook
Alle Artikel
Aktuelle Ereignisse
Letzte Änderungen
Zufällige Seite
Erste Schritte
Support
Bearbeiten
Quelltext anzeigen
Bearbeitungshilfe
Seitenoptionen
Diese Seite diskutieren
Neuer Abschnitt
Druckversion
Kontext
Versionen
Links auf diese Seite
Änderungen an verlinkten Seiten
Meine Seiten
Anmelden / Benutzerkonto anlegen
Spezialseiten
Neue Seiten
Dateiliste
Statistik
Mehr …