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Wolff, Lilly

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Inhaltsverzeichnis

Lilly Wolff

Über Lilly Wolffs Lebenslauf bis 1936, als sie nach Berlin verzog, gibt es eine ausführliche Personalakte, die im Heider Stadtarchiv liegt.

Lilly Wolff (geb. 16.6.1896 in Niederschöneweide b.Berlin) und ihre Schwester Susanne (geb. 8.5.1893 in Berlin) hatten sich in Flensburg am Oberlyzeal-Zweig der Auguste-Victoria-Schule zu Lehrerinnen ausbilden lassen. Susanne war an Flensburger Schulen tätig bis zu ihrem frühen Tod durch Tuberkulose am 29.7.1931. Wie ihre Schwester war sie bereits 1912 zum evangelischen Glauben Lilly Wolff (1931 oder 1932) übergetreten. Nachdem Lilly Wolff 1917 die Reifeprüfung am Oberlyzeum Flensburg bestanden und 1918 die Lehramtsprüfung für Lyzeen und Mittelschulen abgelegt hatte, war sie 1918-19 an einer Privatschule in Storkow (Mark Brandenburg) als Lehrerin tätig.

Lehrerin in Heide

Von Ostern 1919 bis Mitte 1933 war sie Lehrerin in Heide und bei ihren Schülerinnen und Schülern überaus beliebt: Zuerst als Aushilfslehrerin an der privaten höheren Töchterschule, die 1923 in den Besitz der Stadt Heide überging und 1926 in Klaus-Groth-Schule umbenannt wurde. Ab 1930 unterrichtete sie an der Mädchenbürgerschule Lüttenheid und wurde im Oktober 1930 gegen den Widerstand der Stadt Heide dort fest angestellt. Lilly Wolff wurde wegen ihrer jüdischen Herkunft zum 1. September 1933 aufgrund des rassistischen "Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" ohne Ruhegeld entlassen und schlug sich fortan mit dem Geben von Nachhilfestunden durch. Im Dezember 1935 wurde ihr auch verboten, Nachhilfestunden zu geben, wodurch ihr die Existenzgrundlage entzogen wurde. Heides Bürgermeister Dr. Hermann Hadenfeldt, der 1952 zum Ehrenbürger der Stadt Heide ernannt wurde, war mitverantwortlich für ihre Entlassung und das Berufsverbot. Lilly Wolff verließ im Juni 1936 Heide und ging nach Berlin, wo sie ab 1937 an schulischen Einrichtungen für jüdische Kinder wieder als Lehrerin arbeiten konnte.

Novemberprogrom

Weiterhin in Flensburg lebten ihre Mutter, die Witwe Katharina oder Käte (geb. 11.2.1868 in Berlin), und ihr Bruder Alexander Wolff (geb. 28.3.1891 in Berlin), der 1937 die verwitwete Irma Schüler (geb. 27.4.1891 in Dramburg/Pommern) heiratete. Während des Novemberpogroms 1938 wurde ihr am Stadtrand von Flensburg gelegenes Gut nachts überfallen und alle Bewohner verhaftet. Nur Alexander gelang nur mit einem Nachthemd bekleidet die Flucht aus dem Wagen. Er rettete sich nach Dänemark und gelangte später über Schweden in die USA, wo er 1984 starb. Katharina und Irma zogen nach ihrer Freilassung aus Polizeihaft nach Berlin, wo auch sie in die NS-Vernichtungsmaschinerie gerieten: Katharina wurde am 14.8.1942 in das Zwangsghetto Theresienstadt und von dort am 26.9.1942 nach Treblinka deportiert, Irma am 29.1.1943 nach Auschwitz. Lilly wurde am 5.9.1942 von Berlin in das Ghetto nach Riga deportiert, wo sie ermordet wurde. Am 1. Januar 1943 ist Lilly Wolff für tot erklärt worden.

Bücher

Quellen: Bettina Goldberg unter Mitarbeit von Bernd Philipsen: Juden in Flensburg, Flensburg 2006 Personalakte von Lilly Wolff im Stadtarchiv Heide Christiane Orgis Martin Gietzelt / Ulrich Pfeil: Dithmarschen im "Dritten Reich" 1933-45, in: Geschichte Dithmarschens, Heide 2000, S. 333, S. 342, S. 353


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