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Welmbüttel

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Welmbüttel ist eine amtsangehörige Gemeinde in dem Amt Kirchspielslandgemeinden Eider, Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein (Deutschland). In ihr leben knapp 500 Einwohner auf 7,60 km².

Hier liegt das Zentrum der so genannten Dithmarscher Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

Basisdaten

  • Höhe: 72 m ü. NHN
  • Fläche: 7,6 km²
  • Einwohner: 416 (Stand: 30.06.2016)
  • Postleitzahl: 25782
  • Vorwahl: 04838
  • Kfz-Kennzeichen: HEI, MED
  • Bürgermeisterin: Karin Wrage (WGW)

Statistik: Zensus 2011 für die Gemeinde Welmbüttel


Geografie

Lage

Welmbüttel liegt im Nordosten von Dithmarschen zwischen Heide und Tellingstedt. Der Ort liegt inmitten einer Region, die auch als Dithmarscher Schweiz bezeichnet wird. Das bewaldete Geestgebiet (Dithmarscher Schweiz) hat am Rugebarg 72 m ü. NN die höchste Stelle in der Gemeinde.

Nachbargemeinden


Politik

Seit der Kommunalwahl 2013 hat die Wählergemeinschaft WGW alle neun Sitze in der Gemeindevertretung.


Vereine und Organisationen


Geschichte

Chronik
  • Die Anfänge einer Ortschaft sind heute nur mit archäologischen Mitteln zu bestimmen. Dennoch haben die ersten schriftlichen Erwähnungen einen besonderen Stellenwert. Die Kirche in Tellingstedt ist als Unterkirche der Meldorfer Kirche zusehen. Leider wird aus der Gründungszeit dieser Kirche Welmbüttel nicht erwähnt.
  • Wie viele andere Gemeinden Dithmarschens ist auch Welmbüttel in den Klageschriften von 1447 erwähnt (Urkundenbuch Michelsen S. 45/46). Hier kann aus der Aufstellung des Textes das Jahr 1402 genannt werden. Es lautet dort, "...als man schrieb vierzehnhundert in dem anderen Jahre, des Mittwochs nächst vor dem ehrenhaften Feste, geheißen das Fest Christi Leichnam,..." daraus folgt der 24. Mai 1402, weiter im Text wird die Höhe des Schadens genannt. "...so klagen die frommen Leute in dem Dorfe Willembüttele... ...1000 Mark". Für Schrum und Gaushorn waren dort "...Scrume ... ...4000 Mark und Goweshorn... ...800 Mark" genannt. Die Klagen sind nach Jahren (später, "...vierzehnhundert drittem Jahre...") und nach Orten gelistet, so kommen für andere Orte auch Mehrfachnennungen vor. Zur Ortsnamenendung siehe -büttel.
  • 1855 wurde im Rahmen einer Volkszählung festgestellt, dass Welmbüttel 149 Einwohner hatte und 55 Kinder die örtliche Schule besuchten.
  • Von 1905 - 1937 hatte der Ort einen Bahnanschluss mit der Kreisbahn Norderdithmarschen.
  • 1933 hatte Welmbüttel 234 Einwohner.
  • Am 01.04.1934 wurde die Kirchspielslandgemeinde Tellingstedt aufgelöst. Alle ihre Dorfschaften, Dorfgemeinden und Bauerschaften wurden zu selbständigen Gemeinden/Landgemeinden, so auch Welmbüttel
  • 1939 hatte Welmbüttel 261 Einwohner.
  • 2008 ist für Welmbüttel und die Nachbargemeinden Gaushorn und Schrum eine gemeinsame Chronik erschienen. Mehr dazu auf der Homepage Gemeinde Welmbüttel

Wirtschaft und Infrastruktur

Nachfolgendes Gewerbe hat sich in Welmbüttel angesiedelt:


Sehenswürdigkeiten

Aussichtsturm auf dem Rugebarg, ca. 1912

Kreisforst

Karte des Wanderweges im Kreisforst

Heidberg

Ein bekanntes Ausflugsziel für Wanderer ist der 47 Meter hohe Heidberg. Auch Groth, Klaus (1819 - 1899) niederdeutscher Lyriker und Schriftsteller ist hier vorbei gegangen, von der Stadt Heide zu seinem Onkel nach Tellingstedt, wie er es in seinem Gedicht "Jungsparadies" (Erzählung) beschrieben hat.

Auf Platt:
"...Un wenn man achter Gaushorn ut't Holt tree, so leeg de Brune Barg vör een, so herrlich brun in'e Heiloh, he leeg in den gröön Soom, as en Bild in en Rahm', as en Karrn int Sluv, oder wat man sick sünst darbi dach, denn denken muß man sick wat darbi, wenn man den Footstieg nagung, de sick rop slängel bet man vun baben över de ganze Gegend seeg un Tellingsted mit sien Kark un Möhlndiek vör sick harr, man en half Stunn Wegs af..."

Mit dem "Brune Barg" ist sicher nicht der heutige "Heidberg" gemeint, denn der lag von Gaushorn aus gesehen hinter dem "Rugebarg", welcher damals bestimmt auch mit Heide bewachsen war, denn der Kaiser-Wilhelm-Forst (Kreisforst) ist erst 1905 angelegt worden.

Die Gemeinde hat noch 13 Denkmalgeschützte Grabhügel auf ihrem Gebiet. Diese Zahl ist früher um ein vielfaches höher gewesen. In den 1930er Jahren sind noch Denkmäler festgestellt worden, die heute nicht mehr dem Denkmalschutz unterliegen, aber dennoch schützenswerte historische Bauten unserer Vorfahren sind. An der Quelle der „Tielenau“ gibt es unter anderem eine etwa 8000 Jahre alte nachgewiesene Fundstelle von Steinzeitbewohnern in der Gegend.

Welmbütteler Moor

"Rugenmoor" bzw. "Welmbütteler Moor" Das Welmbütteler Moor ist von der Ausdehnung ein fast kreisförmiges Landschaftsgebiet, welches den Schluß zulässt, dass es sich um einen ehemaligen See bzw. eine abflusslose Senke aus der Vorzeit handelt. Über die Jahrtausende ist dieser See verlandet und an einigen Stellen zu einem Hochmoor gewachsen. Die Moortiefe soll hier an einigen Stellen um die 10 m betragen.

Das Moor wurde früher auch "Rugenmoor" genannt, bis 1938 die östlichen ca. 61 ha unter Landschaftsschutz gestellt und das Moor die Bezeichnung "Welmbütteler Moor" erhielt.

In den Jahren des Krieges und danach wurde vereinzelt Torf abgebaut. Der See im westlichen Teil des Moores wurde nach dem maschinellen Torfabbau, durch die Firma Herbst aus Heide hinterlassen. Dort sind schon einige kapitale Hechte (26 Pfund) gefangen worden.

Im Jahre 1984 begann man den westlich des Mitteldammes liegenden Moorteil aufzustauen um eine Wiedervernässung zu erreichen und somit ein Austrocknen der Moorvegetation zu verhindern. Dies gelang zum Teil mit gutem Erfolg im Mittelteil. Der westliche Randbereich liegt gut 2 - 3 m höher als die kultivierten Wiesen. Hier ist ein mäßiger Erfolg bei der Wiedervernässung erreicht worden, zumal das hier entstandene Hochmoor schon mit Birken "überwuchert" ist. Der gehobene Wasserstand kann sich hier nur schwer halten und ist abhängig vom Oberflächenwasser, dem natürlichen Niederschlag.


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Landschaft

Das bewaldete Geestgebiet hat am Rugebarg 72 m ü. NN die höchste Stelle in der Gemeinde. Der bekannte "Heidberg" ist mit seinen 46 m ü. NN deutlich niedriger dafür bei den Wanderern als beliebtes Ziel im Kreisforst(ca. 165 ha) angesehen. Die Geest um Welmbüttel ist eine Wasserscheide. Im südwestlichen Teil des Kreisforstes entspringt die Tielenau, die über Tellingstedt in die Eider fließt. Das Oberflächenwasser der westlichen Geestseite sammelt sich in kleinen Bächen bis es in die Miele fließt. Die Broklandsau im Norden hat mehrere Quellen im Ort. Im Kreisforst bei den alten Teichen entspringt die Osterau, die Wierbek hat mehrere Quellen, eine entspringt am Bahnhofsberg und speist die Teiche an der B 203, bevor sie im Norderwohld weitere Quellbäche in sich vereint. Der auf der Grenze zur Gemeinde Schrum laufende Bach ist bei Neocorus schon um 1600 mit Kellihorn-Scheide-Beek benannt und stellte gleichzeitig zwischen Welmbüttel und Schrum die Grenze der beiden Dithmarschen dar (Neocorus Bd. II Seite 267). Dieser Bach heißt später Schrum-Brooks-Beke und wird weiter südlich zur Westerau und schließlich zur Gieselau, welche in die Eider mündet.

An der Quelle der Tielenau gibt es unter anderem eine etwa 8000 Jahre alte nachgewiesene Fundstelle von Steinzeitbewohnern in der Gegend. Hierzu findet sich mehr im Steinzeitpark und Steinzeitdorf im Archäologisch-Ökologischen Zentrum Albersdorf AÖZA.

Die beiden großen Waldgebiete Norderwohld (ca. 100 ha) und Kreisforst (ca. 165 ha) sind heute ein Anziehungspunkt für Wanderer und Erholungssuchende. Durch menschliche Eingriffe entstand im Kreisforstgebiet bis zum 19. Jahrhundert eine große Heidefläche, die erst später (um 1905) wieder durch Bewaldung, vor allem mit Kiefern, geschlossen werden konnte. Der Norderwohld ist seit seiner ersten bekannten Aufzeichnung (1725) nahezu unverändert, er ist ein typischer Bauernwald und heute FFH-Gebiet.

"Rugenmoor" bzw. "Welmbütteler Moor"

Das Welmbütteler Moor ist von der Ausdehnung ein fast kreisförmiges Landschaftsgebiet, welches den Schluß zuläßt, dass es sich um einen ehemaligen See bzw. eine abflusslose Senke aus der Vorzeit handelt. Über die Jahrtausende ist dieser See verlandet und an einigen Stellen zu einem Hochmoor gewachsen. Mehr über die Entstehung der Moore ist auf der Internetseite vom Museum Albersdorf zu erfahren. Die Moortiefe soll an einigen Stellen um die 10 m betragen. Das Moor wurde früher auch "Rugenmoor" genannt, bis 1938 die östlichen ca. 61 ha unter Landschaftsschutz gestellt und das Moor die Bezeichnung "Welmbütteler Moor" erhielt. In den Jahren des Krieges und danach wurde vereinzelt Torf abgebaut. Der See im westlichen Teil des Moores wurde nach dem maschinellen Torfabbau, durch die Firma Herbst aus Heide hinterlassen. Dort sind schon einige kapitale Hechte (26 Pfund) gefangen worden. Im Jahre 1984 begann man den westlich des Mitteldammes liegenden Moorteil aufzustauen um eine Wiedervernässung zu erreichen und somit ein austrocknen der Moorvegetation zu verhindern. Dies gelang zum Teil mit gutem Erfolg im Mittelteil. Der westliche Randbereich liegt gut 2 - 3 m höher als die kultivierten Wiesen. Hier ist ein mäßiger Erfolg bei der Wiedervernässung erreicht worden, zumal das hier entstandene Hochmoor schon mit Birken "überwuchert" ist. Der gehobene Wasserstand kann sich hier nur schwer halten.

Bauwerke

Sender Welmbüttel

WELMB.jpg

In Welmbüttel befindet sich seit dem 20. Dezember 1952 der Sender Heide (damals 2. Hörfunkprogramm des NWDR), dieser wurde am 20. Dezember 1959 zu einem Grundnetzsender des Norddeutschen Rundfunks ausgebaut. Der "alte" Gittermast hatte eine Höhe von 93 Meter und stand auf einer Sockelhöhe von 60 m ü. NN, dieser Gittermast von 1952 wurde 1988 abgebaut. Bereits im Jahre 1987 wurde der neue 152 Meter hohe abgespannte Stahlfachwerkmast mit quadratischem Querschnitt, ca. 30 Meter versetzt in der Nähe errichtet. Er ist mit einer Höhe von über 200 m ü. NN das höchste Bauwerk im Kreis Dithmarschen. Seit 1987 werden sämtliche NDR-Hörfunkprogramme sowie R.SH und Delta Radio mit jeweils 15 kW ERP (Ausnahme: N-JOY 0,5 kW) ausgestrahlt. Im Sommer 2006 erhielt der Gittermast eine verstärkte Abspannung um am 17. August 2006 eine neue Antennenspitze aufnehmen zu können. Mit dieser neuen Antenne sind DVB-T-Ausstrahlungen für Dithmarschen und große Teile der angrenzenden Kreise (bis Helgoland) möglich. Bis zur Umstellung auf DVB-T strahlte der Sender auch das analoge ARD-Fernsehprogramm auf VHF aus. Weitere Informationen zum Sender "Heide" in Welmbüttel.


Sonstiges

Eine Besonderheit in Dithmarschen ist die Zugehörigkeit des Feuerlöschbezirks der Gemeinde, denn der Brandschutz wird von der Freiwilligen Feuerwehr Welmbüttel (Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr sind Gaushorn, Schrum und Welmbüttel) ausgeübt, welche zum Amt Kirchspielslandgemeinden Eider (Amt KLG Eider) gehört. Somit ist für den Brandschutz in Schrum das Amt KLG Eider zuständig und das Amt Mitteldithmarschen für alle anderen Verwaltungsaufgaben.


Weblinks


Karten


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