Welmbüttel
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Welmbüttel ist eine amtsangehörige Gemeinde in dem Amt Kirchspielslandgemeinden Eider, Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein (Deutschland). In ihr leben knapp 500 Einwohner auf 7,60 km².
Hier liegt das Zentrum der so genannten Dithmarscher Schweiz.
Inhaltsverzeichnis |
Gemeindeverwaltung
Bürgermeisterin: Karin Wrage (WGW)
Geschichte
Die Anfänge einer Ortschaft sind heute nur mit archäologischen Mitteln zu bestimmen. Dennoch haben die ersten schriftlichen Erwähnungen einen besonderen Stellenwert. Die Kirche in Tellingstedt ist als Unterkirche der Meldorfer Kirche zusehen. Leider wird aus der Gründungszeit dieser Kirche Welmbüttel nicht erwähnt. Wie viele andere Gemeinden Dithmarschens ist auch Welmbüttel in den Klageschriften von 1447 erwähnt (Urkundenbuch Michelsen S. 45/46). Hier kann aus der Aufstellung des Textes das Jahr 1402 genannt werden. Es lautet dort, "...als man schrieb vierzehnhundert in dem anderen Jahre, des Mittwochs nächst vor dem ehrenhaften Feste, geheißen das Fest Christi Leichnam,..." daraus folgt der 24. Mai 1402, weiter im Text wird die Höhe des Schadens genannt. "...so klagen die frommen Leute in dem Dorfe Willembüttele... ...1000 Mark". Für Schrum und Gaushorn waren dort "...Scrume ... ...4000 Mark und Goweshorn... ...800 Mark" genannt. Die Klagen sind nach Jahren (später, "...vierzehnhundert drittem Jahre...") und nach Orten gelistet, so kommen für andere Orte auch Mehrfachnennungen vor. Zur Ortsnamenendung siehe -büttel. 2008 ist für Welmbüttel und die Nachbargemeinden Gaushorn und Schrum eine gemeinsame Chronik erschienen. Mehr dazu auf der Homepage Gemeinde Welmbüttel
Landschaft
Das bewaldete Geestgebiet hat am Rugebarg 72 m ü. NN die höchste Stelle in der Gemeinde. Der bekannte "Heidberg" ist mit seinen 46 m ü. NN deutlich niedriger dafür bei den Wanderern als beliebtes Ziel im Kreisforst(ca. 165 ha) angesehen. Die Geest um Welmbüttel ist eine Wasserscheide. Im südwestlichen Teil des Kreisforstes entspringt die Tielenau, die über Tellingstedt in die Eider fließt. Das Oberflächenwasser der westlichen Geestseite sammelt sich in kleinen Bächen bis es in die Miele fließt. Die Broklandsau im Norden hat mehrere Quellen im Ort. Im Kreisforst bei den alten Teichen entspringt die Osterau, die Wierbek hat mehrere Quellen, eine entspringt am Bahnhofsberg und speist die Teiche an der B 203, bevor sie im Norderwohld weitere Quellbäche in sich vereint. Der auf der Grenze zur Gemeinde Schrum laufende Bach ist bei Neocorus schon um 1600 mit Kellihorn-Scheide-Beek benannt und stellte gleichzeitig zwischen Welmbüttel und Schrum die Grenze der beiden Dithmarschen dar (Neocorus Bd. II Seite 267). Dieser Bach heißt später Schrum-Brooks-Beke und wird weiter südlich zur Westerau und schließlich zur Gieselau, welche in die Eider mündet.
An der Quelle der Tielenau gibt es unter anderem eine etwa 8000 Jahre alte nachgewiesene Fundstelle von Steinzeitbewohnern in der Gegend. Hierzu findet sich mehr im Steinzeitpark und Steinzeitdorf im Archäologisch-Ökologischen Zentrum Albersdorf AÖZA.
Die beiden großen Waldgebiete Norderwohld (ca. 100 ha) und Kreisforst (ca. 165 ha) sind heute ein Anziehungspunkt für Wanderer und Erholungssuchende. Durch menschliche Eingriffe entstand im Kreisforstgebiet bis zum 19. Jahrhundert eine große Heidefläche, die erst später (um 1905) wieder durch Bewaldung, vor allem mit Kiefern, geschlossen werden konnte. Der Norderwohld ist seit seiner ersten bekannten Aufzeichnung (1725) nahezu unverändert, er ist ein typischer Bauernwald und heute FFH-Gebiet.
"Rugenmoor" bzw. "Welmbütteler Moor"
Das Welmbütteler Moor ist von der Ausdehnung ein fast kreisförmiges Landschaftsgebiet, welches den Schluß zuläßt, dass es sich um einen ehemaligen See bzw. eine abflusslose Senke aus der Vorzeit handelt. Über die Jahrtausende ist dieser See verlandet und an einigen Stellen zu einem Hochmoor gewachsen. Mehr über die Entstehung der Moore ist auf der Internetseite vom Museum Albersdorf zu erfahren. Die Moortiefe soll an einigen Stellen um die 10 m betragen. Das Moor wurde früher auch "Rugenmoor" genannt, bis 1938 die östlichen ca. 61 ha unter Landschaftsschutz gestellt und das Moor die Bezeichnung "Welmbütteler Moor" erhielt. In den Jahren des Krieges und danach wurde vereinzelt Torf abgebaut. Der See im westlichen Teil des Moores wurde nach dem maschinellen Torfabbau, durch die Firma Herbst aus Heide hinterlassen. Dort sind schon einige kapitale Hechte (26 Pfund) gefangen worden. Im Jahre 1984 begann man den westlich des Mitteldammes liegenden Moorteil aufzustauen um eine Wiedervernässung zu erreichen und somit ein austrocknen der Moorvegetation zu verhindern. Dies gelang zum Teil mit gutem Erfolg im Mittelteil. Der westliche Randbereich liegt gut 2 - 3 m höher als die kultivierten Wiesen. Hier ist ein mäßiger Erfolg bei der Wiedervernässung erreicht worden, zumal das hier entstandene Hochmoor schon mit Birken "überwuchert" ist. Der gehobene Wasserstand kann sich hier nur schwer halten.
Bauwerke
Sender Welmbüttel
In Welmbüttel befindet sich seit dem 20. Dezember 1952 der Sender Heide (damals 2. Hörfunkprogramm des NWDR), dieser wurde am 20. Dezember 1959 zu einem Grundnetzsender des Norddeutschen Rundfunks ausgebaut. Der "alte" Gittermast hatte eine Höhe von 93 Meter und stand auf einer Sockelhöhe von 60 m ü. NN, dieser Gittermast von 1952 wurde 1988 abgebaut. Bereits im Jahre 1987 wurde der neue 152 Meter hohe abgespannte Stahlfachwerkmast mit quadratischem Querschnitt, ca. 30 Meter versetzt in der Nähe errichtet. Er ist mit einer Höhe von über 200 m ü. NN das höchste Bauwerk im Kreis Dithmarschen. Seit 1987 werden sämtliche NDR-Hörfunkprogramme sowie R.SH und Delta Radio mit jeweils 15 kW ERP (Ausnahme: N-JOY 0,5 kW) ausgestrahlt. Im Sommer 2006 erhielt der Gittermast eine verstärkte Abspannung um am 17. August 2006 eine neue Antennenspitze aufnehmen zu können. Mit dieser neuen Antenne sind DVB-T-Ausstrahlungen für Dithmarschen und große Teile der angrenzenden Kreise (bis Helgoland) möglich. Bis zur Umstellung auf DVB-T strahlte der Sender auch das analoge ARD-Fernsehprogramm auf VHF aus. Weitere Informationen zum Sender "Heide" in Welmbüttel.















