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Vossius, Martinus

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M. Martinus Vossius

Meldorpio-Ditmarsus. Hier ist er 1643 den 2. Nov. geboren. Sein Vater war Johann Voß, Bürger und Frey-Schneider in Meldorf, die Mutter aber Maria Elisabeth, Tochter von Herr Martini von Alemann, Bürgermeisters und Schultheis der Stadt Magdeburg. Seine Eltern haben ihn von zartester Kindheit an fleißig zur Schulen gehalten, so daß er durch alle Klassen in der Meldorfischen Schule gegangen, und unter Anführung Herrn Samuel Lubecks, Rectoris, soweit gekommen, daß er etliche mal in Lateinischer Sprache publice peroriret, und graece valediciret. Darauf ist er 1664 auf die Universität Wittenberg gereiset, woselbst er in philosophicis publice de Luna, und in Theologicis 1666 den 30. Sept. unter Herrn D. Deutschmans praesidio de aeterna praedestinatione & electione disputiret, auch privatim andere in Philosophicis informiret. Und da seine Absicht war, seine Beförderung auf Universitäten zu erwarten, so resolvirte er 1666 in Magistrum Philosophiae zu promoviren. Musste aber nach dem Tode seines Vaters fast wider seinen Willen auf seiner lieben Mutter Begehren 1667 wie der in sein Vaterland kehren. Hierauf bekam er 1669 den 12 October die Vocation zum Meldorfischen Rectorat. Anno 1671 den 4. Febr. war der durch eine ordentliche und rechtmäßige Wahl (deren er sich vornemlich in seinen Trübsahlen zu trösten gepfleget) Pastor in Meldorf, und hielte nach erhaltenem guten Attestato von dem Herrn General-Superintendenten Hudemann Dom: Sept. seine Antrits-Predigt. Er heiratete zum erstenmal Anna Woltrichs geborne Tiessen 1671 den 22. Jun:, die ihm 3 Söhne und 1 Tochter gebohren. Zwei davon starben frühzeitig. Sein ältester Sohn Johann Martin ist Königl. Kirchspiel-Voigt zu Meldorf geworden. Die Tochter Catharina Margaretha ist an Herrn Nic. Dührsen, Königl. Kirchspiel-Voigt der Süder-Vogtei Meldorf verheiratet worden. Seine Ehe-Frau ist ihm 1676 durch den Tod von der Seite gerissen. Als er 4 Jahre im Witwenstande zugebracht, schritte er 1680 den 27. April mit Herrn Henr. Biesters Paftoris in Meldorf ältesten Jfr. Tochter Anna Margaretha zur andern Ehe, die ihm 7 Söhne und 1 Tochter geboren, davon nur eine Tochter, nämlich Herr Lic. Nic. Hennings Frau Witwe Beata, und Sohn nämlich Christophorus p. t. Pastor zu Meldorf im Leben ist. In seinem Amt hat der Herr Pastor viele Arbeit gehabt, sonderlich weil zu seiner Zeit alle Todten mit einer Leichen-Rede begraben wurden. Da die unglückliche Schlacht bei Ketelsbüttel 1700 geschah, hat er allein in drei Tagen 28 Leichen-Predigten halten müssen. In dem letzten Jahr seines Lebens wurden ihm seine Augen so dunkel, daß er keinen Buchstaben lesen konnte, dennoch verrichtete er durch die Gnade Gottes alle Functionen seines Amtes selber bis an sein Ende. Da ihn alberseits der Tod in den Gliedern saß, hielt er noch eine Christliche Leichen-Rede, musste aber wegen grosser Mattigkeit sich von der Cantzel helfen lassen. Sogar auf seinem Sterb-Bette absolvierte er noch einige seiner Beicht Kinder, und reichte ihnen auch das Hl. Abendmahl. Anno 1716 den 17. Jun. musste er sich nach Gottes Willen ins Todten-Bett legen, und nach ausgestandener hitzigen Kranckheit erfolgte sein seeliges Ende den 23 dito Morgens zwischen 2 und 3 Uhr, nachdem er bei 46 Jahre der Kirchen Gottes im Predig Amt gedienet, und sein rühmliches Alter auf 72 Jahre, 7 Monate und 16 Tage gebracht hatte.


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