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Verein für Dithmarscher Landeskunde

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Der Verein für Dithmarscher Landeskunde (VDL) wurde 1914 gegründet und befasst sich seither mit der Förderung der heimatlichen Landeskunde und der Landschaftspflege. Die Arbeit des Vereins geschieht insbesondere durch Seminare und Symposien, geschichtliche Exkursionen, landeskundliche Wanderungen, Vorträge, Veröffentlichungen und die Betreuung von Schutzgebieten.

Die Mitglieder des Vereins beziehen die jährlich vier Ausgaben der "Zeitschrift Dithmarschen" kostenlos.

"Natürlich kümmern wir uns um die Erforschung der dithmarscher Geschichte. Wir sind aber kein bloßer Geschichtsverein. Auch aktuelle kulturelle, ökologische und wirtschaftliche Themen gehören zum Arbeitsspektrum. Und diese Aufgaben nehmen wir engagiert wahr: Die vielfältige Arbeit des Vereins kann sich wirklich sehen lassen." (Dr. D. Stein)

Homepage Verein für Dithmarscher Landeskunde

Inhaltsverzeichnis

Vereins-Zeitschrift


Siehe auch: Zeitschrift Dithmarschen

Vorstand

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Der neue VDL-Vorstand. Von links: Dr. Wolfgang Plüghan (Beisitzer), Oliver Kumbartzky (Beisitzer), Dr. Dietrich Stein (Ehrenvorsitzender), Uwe Graage (Schriftführer), Anneliese Peters (Stellvertr. Vorsitzende), Dr. Henning Ibs (Vorsizender), Walter Denker (Stellv. Schriftführer), Jürgen Christiansen (Stellvertr. Schatzmeister), Ulrich Mehlert (Schatzmeister). Es fehlen Hans Harald Böttger (Beisitzer) und Dr. Dirk Meier (Beisitzer).
Dr. Henning Ibs Vorsitzender des VDL

Ehrenvorsitzender

Vorsitzender

Stellvertr. Vorsitzende Öffentlichkeitsarbeit

  • Anneliese Peters, Meldorf

Schriftführer

  • Uwe Graage, Marne

Stellvertr. Schriftführer Natur und Umwelt

  • Walter Denker, Nordhastedt

Schatzmeister

  • Ulrich Mehlert, Meldorf

Stellvertr. Schatzmeister Archäologische Denkmäler

  • Jürgen Christiansen, Meldorf

Beisitzer

  • Hans Harald Böttger, Süderdorf

Beisitzer Redaktion Zeitschrift Dithmarschen

  • Dr. Dirk Meier, Wesselburen

Beisitzer

  • Oliver Kumbartzky, Brunsbüttel

Beisitzer

  • Dr. Wolfgang Plüghan, Brunsbüttel

Der neue Vorstand des VDL Am 16. Februar 2008 fanden im Rahmen der Jahresmitgliederversammlung des VDL Vorstandswahlen statt. Für Dr. Dietrich Stein, der nach 15 Jahren das Amt des Vorsitzenden niederlegte, wählten die rund 120 anwesenden Mitglieder einstimmig Dr. Henning Ibs aus Meldorf. Ibs war während der vergangenen drei Jahre schon als Beisitzer im VDL-Vorstand tätig.

Auch alle anderen Wahlen gingen einstimmig über die Bühne: Für Dr. Telse Lubitz aus Heide, die nicht wieder kandidierte, kam Uwe Graage aus Marne als Schriftführer in den Vorstand. Neue Beisitzer wurden Dr. Wolfgang Plüghan (für Frank Trende, der nicht wieder antrat) und Oliver Kumbartzky (für Dr. Henning Ibs), beide aus Brunsbüttel. Turnusmäßig standen außerdem die Wahlen für die 2. Vorsitzende und einen weiteren Beisitzer auf der Tagesordnung. Anneliese Peters und Jürgen Christiansen, beide aus Meldorf, wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Neuer Kassenprüfer wurde Horst-Dieter Schmidt aus Meldorf.

Nach einer sehr persönlichen Laudatio, die sein Weggefährte Jürgen Christiansen auf den scheidenden Vorsitzenden hielt, wurde Dr. Dietrich Stein unter großem, stehendem Beifall zum Ehrenvorsitzenden des VDL ernannt. Als Abschiedsgeschenk erhielten er und Frank Trende, der ebenfalls 15 Jahre im Vorstand tätig war, zwölf Jahre davon als Redaktionsleiter der Zeitschrift "Dithmarschen", einen eigens von der Meldorfer Domgoldschmiede kreierten Löffel mit dem Reiter-Logo des VDL.

Portrait

Tradition und Weltoffenheit: Dietrich Stein analysiert Dithmarscher Strukturen

Von Gerhard Wagner

BARLT - In Dithmarschen gibt es keine Kirchtürme. Das stimmt zwar nicht ganz, aber fast. Und weil das so ist, hat es Kirchtumpolitik in Dithmarschen schwer. Das überrascht. Gilt doch örtliche Engstirnigkeit mithin als das ausgeprägteste Hindernis, die Westküste voranzubringen. Dr. Dietrich Stein jedenfalls sieht das ganz anders.

Über Dietrich Stein gibt es eine Menge zu erzählen. Beschreiben braucht man ihn nicht. Der Barlter Pastor mit der wehenden Mähne trägt seine Haare auch als Zeichen der Unabhängigkeit des freien Dithmarschers.

„Und wegen meiner Vorliebe für das 17. und 19. Jahrhundert, als man lange Haare trug.“ Dietrich Stein ist Vorsitzender des Vereins für Dithmarscher Landeskunde (VDL). Und damit sozusagen von Amts wegen zuständig für alles, was mit Dithmarschen zu tun hat.

Ein Verein für Landeskunde? Das klingt nach meterdicken Staubschichten, nach romantisierendem Bezug zur Scholle. Nach Lokalpatriotismus und Verbohrtheit.

„Nein“, sagt Stein, „für Dithmarschen ist Kirchturmdenken nicht typisch.“ Auch wenn ein prägendes Element der Region, das Kirchspiel, einen anderen Schluss zuläßt. „Jedes Kirchspiel ist ein kleiner Kosmos für sich und hat eine lebendige Struktur. Jedes Kirchspiel nimmt seine Belange selbständig wahr.“

Die Tradition der Kirchspiele, die sich heute in den Ämtern und Kirchengemeinden fortsetzt, ist nach Steins Ansicht der Grund, warum es in Dithmarschen nie den zentralen Ort schlechthin gegeben hat. „Zentren widersprechen der Struktur der Selbstorganisation in den Gemeinden. Dort gibt es Leute mit Weitblick. Das bedeutet aber auch, dass man manche Dinge nicht zustande bekommt. Zum Beispiel die Organisation eines kulturellen Zentrums.“

Zurück zum Verein für Dithmarscher Landeskunde und den Staubschichten. In Fortführung der Linie seines Vorgängers Dr. Nis R. Nissen hat Stein zusammen mit dem sehr aktiven Vorstand den Verein von einer Reihe von Schlacken befreit und eine überzeugende Form der Einheit geschaffen.

„Wenn ich das Neue nicht zulasse, stirbt das Alte“, sagt er. „Traditionalisten sind die Totengräber der Tradition.“

Steins Menschbild ist geprägt von der Überzeugung der Existenz einer Menschheit. „Alle Menschen sind Gottes Kinder. Es gibt nur eine Menschheit, die von ihrer Bestimmung her eine große Familie ist, die zusammengehört und eine Menge bewirken kann.“ Heimat spielt darin die Rolle der Verwurzelung, die es erst ermöglicht, nach Außen zu schauen: „Verortung ist wichtig, sonst folgt Verunsicherung.“

Und so ist der Pastor nicht von ungefähr Ökumene-Beauftragter des Kirchenkreises Sü-derdithmarschen. Ökumene (von griechisch, oikes Tel. wohnen) als weltumspannendes Netz von Kirchengemeinden. Aber nicht nur das. „In Dithmarschen gibt es viele Partnerschaften der Kommunen, Vereine oder Verwaltungen. Das ermöglicht den Blick über den Tellerrand hinaus. Nur durch die Herstellung des weltweiten Bezugs können wir verhindern, überrollt zu werden.“ Was dabei zweifellos hilft, ist die Dithmarscher Tradition und ein gewisses familiäres Ambiente.

„Hier kennen sich alle ganz gut untereinander, sind häufig miteinander verwandt. Dieser historisch gewachsene Kreis ist überschaubar. Das ist ein großer Vorteil gegenüber anderen Landschaften.“ So ist denn die Dithmarscher Identität leicht zu beschreiben.

„Dazu“, so Stein weiter, „gehört eine Offenheit gegenüber Menschen von draußen. Ich höre immer wieder: ,Die sind freundlich.' Wenn jemand hierbleibt, verlangt man von ihm, dass er etwas beiträgt. In Dithmarschen zählt der Mensch und das, was er kann.“

Die sozialen Gegebenheiten in den Gemeinden und Kirchspielen funktionieren. „Es wird Hilfe geleistet, ohne dass es an die große Glocke gehängt wird.“

Stein hofft, dass das auch so bleibt. Denn Machtfragen sind immer und überall mit im Spiel. „Wenn Engagement blockiert wird, weil es um Macht geht, dann geht die Offenheit verloren.“

Wege durch Großmoorland

Dr. Dietrich Stein, Jahrgang 1948, stammt aus Flensburg-Mürwik. Aufgewachsen ist er in Kiel. Dort hat er die Gelehrtenschule durchlaufen, von der er sagt: „Sie hat mich geprägt, was den Weitblick angeht.“

Stein suchte einen Beruf, in dem man mit Menschen umgehen kann. Er studierte Theologie in Kiel, Heidelberg, Wien, München und Thessaloniki mit Promotion in Kirchengeschichte, Spezialgebiet Byzantinistik. Nebenbei erfolgte ein Studium in Kunstgeschichte.

Nach der praktischen Ausbildung kam Stein 1980 als Pastor nach Marne. 1988 wurde er Seelsorger der beiden kleinsten Kirchengemeinden Süderdithmarschens, Barlt und Windbergen-Gudendorf. „Es macht Spaß, hier in Strukturen zu leben, die basisdemokratisch sind, und dies zu fördern. Der Beruf des Geistlichen ist ein freier Beruf, es geht nicht um Hierarchien. Ich habe Freude an meiner Arbeit als Seelsorger, als Wegbegleiter für die Deutung des Lebens und als Pastor des Evangeliums.“

Stein ist verheiratet und hat drei Kinder. Im Verein für Dithmarscher Landeskunde ist Stein seit den 80er Jahren tätig; seit 1993 als Vorsitzender. Seine Hobbies sind das Interesse am Schreiben und der Autor Gustav Frenssen. Stein gehört in Dithmarschen verschiedenen weiteren Vereinen an sowie der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Byzantinisten.

Der Verein für Dithmarscher Landeskunde (VDL) wurde 1914 gegründet. Seine Aufgabe besteht darin, heimatliche Landeskunde und Landschaftspflege zu fördern, also das, was Dithmarschen prägt und bestimmt. Dazu gehört auch, dies bekannt zu machen, zum Beispiel über öffentliche Vorträge und die Zeitschrift „Dithmarschen“.

Damit verbunden ist eine rege Projekttätigkeit. Der Verein betreut unter anderem die Grabhügel von Brickeln aus der römischen Kaiserzeit. Es gibt im VDL mehrere Arbeitsgemeinschaften, darunter die AG „Alte Obstsorten“. Der Verein pflegt das Naturschutzgebiet Weißes Moor bei Rehm-Flehde-Bargen. Vor zwei Jahren wurde durch den VDL die große Geschichte Dithmarschens herausgegeben. In nur drei Jahren gelang es einem engagierten Team des Vereins und seinem Umfeld, dieses epochale Werk zu realisieren.

Auch künftig sollen in Dithmarschen (der Name bedeutet Großmoorland) die prägenden Landschaften erhalten bleiben. Dafür setzt sich der Verein ein, unter anderem in Zusammenarbeit mit der AG der Naturschutzverbände in Dithmarschen.


Links

Zeitschrift des Vereins

  • [1] Museum für Archäologie und Ökologie Online-Ausstellungen zur Landeskunde Dihmarschens
  • [2] Informationen über Museen in Dithmarschen
  • [3] AÖZA (Archäologisch-Ökologisches Zentrum Albersdorf)
  • [4] Heimatmuseum des Kirchspiels Lunden
  • [5] Forschungs- und Technologiezentrum Westküste
  • [6] Archäologie und Landschaftsgeschichte der Nordseeküste
  • [7] Kreis Dithmarschen (Touristisches Leitsystem)
  • [8] EU Culture 2000 Projekt "Cultural Pathways"

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