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Venus

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Der 1944 gebaute Kriegsfischkutter Venus wurde als Vorpostenboot im 2. Weltkrieg in Dienst gestellt. Nach dem Krieg wurde das Schiff zum Fischkutter umgebaut. Nach einer Odyssee nahm sich eine dreiköpfige Eignergemeinschaft im Jahr 2005 des KFK Venus an, um ihn vor dem Abwracken zu retten. Dies letztendlich, um auch ein Stück Geschichte zu bewahren.

Die Venus brannte und sank Ende August 2011 vor Helgoland.

Venus auf See.jpg
KFK-Venus.jpg
KFK-Luftaufnahme-g.jpg
KFK-in-Gefechtsfahrt-g.jpg


Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1944 in Swinemünde als sog. Kriegsfischkutter - daher die Bezeichnung KFK - mit der Baunummer 526 erbaut. Bestückt mit einer getarnten Kanone, und einer Aussetzvorrichtung für Treibminen, wurde das Schiff in die Wirren des letzten Kriegsjahres geschickt.

1945 von der Englischen Kriegsmarine, in der Irischen See aufgebracht, wurde das Schiff beschlagnahmt und musste einige Jahre für „Her Majesty“ unentgeltlich und unter Aufsicht zum Fischfang ausfahren.

1947 gelang es dem deutschen Kapitän H. Dagot in einem schweren Sturm der Englischen Marine zu entkommen.

1950 bis 1988 wurde das Schiff unter Aufsicht der Fischereigenossenschaft und der Seeberufsgenossenschaft in der großen Hochseefischerei eingesetzt und dabei ständig werftgepflegt.

1988 musste die große Hochseefischerei aus EG rechtlichen Gründen (Fangquoten) aufgegeben werden.

1989 wurde eine Werft damit beauftragt einen Kostenvoranschlag zwecks Umbau zu einem Segelschiff mit gehobener Ausstattung zu machen. Diese Pläne realisierten sich jedoch nicht, da sich keine Interessenten fanden dieses Vorhaben finanziell zu unterstützen. Die von der Werft geforderte Summe entsprach dem Preis eines mehrstöckigen Mietshauses. Aus diesem Grunde entschloss man sich im Dezember 1989 das Schiff in gute Hände abzugeben.

Von 1989 bis 2005 war das Schiff in den Händen verschiedener Eigner

Oktober 2005 ging der KFK-Venus in einem restaurierungsbedürftigen Zustand in den Besitz der jetzigen Eigner über und wurde in diesem Jahr (2009)nach England umgeflaggt und ist jetzt als Expeditions-, Forschungs- und Tauchschiff unterwegs.

Umbau

Restaurierter "Kriegsfischkutter"

Beim Kauf befand sich der Kutter in einem recht desolaten Zustand. Im Rumpfbereich bis zum Leibholz wurden insgesamt 150 Meter Eichenplanke ( 8 cm stark) ausgetauscht. Das Leibholz wurde komplett mit 50 Meter Lärche Douglasie erneuert, das Deck wurde in den schadhaften stellen ausgetauscht und mit 500 lfd. Metern Lerche Decksplanken neu aufgedoppelt. Der obere Teil des Stevens wurde aus schichtverleimter Douglasie Lerche rekonstruiert. Alle Schanzträger wurden nachgeschweißt, sandgestrahlt und feuerverzinkt. Das Schanzkleid wurde komplett aus 3 cm starker Lerche neu aufgeplankt. Der neue Scharndeckel wurde aus 50 x 300 mm starkem Lercheholz gefertigt. Über dem Salon und auf dem Achterdeck wurde ebenfalls Lerchedeck verlegt. Beim Grossteil der Restaurierungsarbeiten wurde auf alte Bootsbautradition zurückgegriffen. Im Schiff war wirklich fast alles vergammelt, es blieb nur die Möglichkeit der Entkernung. Die Vorpiek, der Eisraum und der Fischraum wurden total Entkernt und entrostet. Der Maschinenraum war auch in einem optisch erbärmlichen Zustand. Die Brücke sah eigentlich nicht schlecht aus, was mit ein „bisschen Farbe“ aufgefrischt werden sollte, was sich aber im Verlauf als Irrtum herausstellte. Salon und Küchenzeile waren dunkel und alt.







Kriegsfischkutter im Modell

Gebaut von Henrik Guslanka

Die KFK wurden während des Zweiten Weltkrieges für die deutsche Kriegsmarine in 612 Einheiten gebaut. Es ist somit bis Heute, das meistgebaute Kriegsschiff der Welt. Eingesetzt als Vorpostenboot, zur Geleitschutzsicherung, U-Boot-Jagd und für den Hafenschutz, waren diese ca. 10 Knoten schnellen Kutter im Ärmelkanal, in der Ägäis, der Ostsee und an der norwegischen Küste im Einsatz.

Ausgerüstet mit verschiedensten Luftabwehrwaffen überlebte der Großteil der Einheiten. Ca. 230 Boote gingen im Krieg verloren. Einige wurde nach 1945 bei GMSA, BGS und Bundesmarine eingesetzt. Andere wurden ihrer Nachkriegsbestimmung entsprechend, als Fischkutter umgebaut oder dienten privaten Zwecken

Mein KFK entstand aus einem gebraucht erworbenen, beschädigten "Elke"-Modell der Fa. Graupner. Das Boot ist 67 cm lang und meistert auch starken Seegang. Das Deck wurde mit 100 x 3mm Leisten beplankt. Die FlaK-Plattformen entstanden im Eigenbau. Figuren und Zubehör sind dem Militärmodellbau entnommen.

Angetrieben von einem 6V Marx-Motor und TOP-25 Fahrtregler von Conrad. Ein Miniservo als Rudermaschine und 6V-7,2Ah Bleiakku als Energiequelle. Funktionierende nautische Beleuchtung als Einschaltkontrolle. Der Maßstab beträgt ca. 1:35.


Kriegsfischkutter

Die Kriegsmarine gab im Jahre 1942 1072 dieser Kutter in Auftrag und startete damit die größte Schiffbauserie der deutschen Seefahrtgeschichte. Entworfen und konstruiert wurden die KFK von der Firma Maierform GmbH. Die Kutter wurden als KFK 1 bis KFK 1072 bezeichnet. Fertiggestellt und in Dienst gestellt wurden letztlich aber nur 612 Stück - 554 kamen zum Fronteinsatz, wovon mindestens 135 sanken. Den Bau übernahmen viele verschiedene Werften in ganz Europa (Die Boote KFK 93 bis KFK 137 sogar im neutralen Schweden). Während die Nummern 1-157 noch als Spitzgatter gebaut wurden, liefen alle folgenden Baunummern (ab KFK 158) als Spiegelheck - also mit einem breiteren platt abgeschlossenen Heck - vom Stapel.

Der Rumpf, Kiel und Steven wurden in der Regel aus Eichenholz, die Spanten dagegen aus Schiffsbaustahl gebaut. Die Materiallage ließ dies nicht immer zu, so dass auch oft auf Nadelholz zurückgegriffen werden musste. Die Antriebsanlagen bildeten Dieselmotoren verschiedenster Bauart, da man auf die Motoren zurückgriff, die beim Bau zur Verfügung standen bzw. einfach zu beschaffen waren.

Nach dem Krieg räumten ungefähr 300 Kutter Minen an den deutschen Küsten. Im Anschluss daran bildeten diese robusten Boote den Grundbestand des Bundesgrenzschutz See und stellten die Küstenwachgeschwader der Bundesmarine. Ein Großteil ging jedoch als Reparationsleistung an die alliierten Siegermächte (Sowjetunion (140), Niederlande (5), Frankreich (26), Norwegen (9), Griechenland (4) Schweden (1)).

Einige KFK überdauerten die Jahre sogar bis in die heutige Zeit und sind unter anderem noch als Hochsee-Angelkutter, Ausflugsschiff, Privatyacht oder auch Ausbildungsschiff (Segelschulboot Nordwind) in Gebrauch. Quelle: Wikipedia

Kuriosum

Ohne es zu wissen, fertigten Werften im neutralen Schweden Kriegsfischkutter für die deutsche Kriegsmarine. Diese Aufträge waren als Aufträge für "normale" Fischkutter getarnt und wurden vom damaligen Reichsernährungsministerium vergeben. Die vollständig mit Fanggeschirr ausgelieferten Kutter mit den Nummern KFK 93 bis KFK 137 wurden auf deutschen Werften im Ostseeraum zu Kriegsfischkuttern umgerüstet. Quelle: Wikipedia

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