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Tiessen, Claus Hermann

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Tiessen, Claus Hermann

Claus Hermann Tiessen war eine vielschichtige und vielseitig begabte Persönlichkeit. Er war Hofbesitzer Landmann und Unternehmer Poet Literat Politiker und als Banker auch Vermögensverwalter.

Bekannt war er unter dem Namen Hermann Tiessen.

Inhaltsverzeichnis

Persönliche Angaben

Claus Hermann Tiessen *19.7.1870 in Bargenstedt, getauft am 21.7., oo20.5.1898 in Kronprinzenkoog, +12.4.1937 in Meldorf; verheiratet mit Emma Elisabeth geb. Claussen *10.9.1871 in Kronprinzenkoog, +1.7.1960 in Meldorf. Seine Eltern waren: Hans Tiessen *19.4.1845 in Bargenstedt, +15.11.1870 bei Belfort (Frankreich) und Wiebke geb. Lucht *15.5.1847 in Bargenstedt, +9.8.1921 in Meldorf. Seine Kinder waren: Jakob Hans Tiessen *9.3.1899 in Meldorf, oo1929 in Kiel, +24.5.1966 Meldorf; Gerhard Tiessen *13.4.1901 in Meldorf, oo1938 in Berlin Charlottenburg und Emma Elisabeth Tiessen *Mai 1909 in Meldorf verheiratet mit dem Regierungsrat Rieck in Stade.

Familiengeschichte

Hermanns Großvater väterlicherseits Claus Friedrich Tiessen *25.12.1818 in Bargenstedt, +5.1.1883 in Meldorf war 1845-1852 und 1860-1863 Bauerschaftsbevollmächtigter in Bargenstedt. Er hatte die größe Hofstelle und 68 ha Land.
Hermanns Großvater mütterlicherseits Claus Lucht hatte die 3. größte Hofstelle.
Hermanns Vater Hans Tiessen erhielt einen Tag vor der Geburt seines Sohnes die Einberufung für den Deutsch-Französischen-Krieg. Er war Kanonier der 2. leichten Reservebatterie des 1. Battaillons des 9. schleswig-holsteinischen Feldartillerie Regiments Rendsburg in der 9. Artillerie-Brigade Schleswig der 18. Division Flensburg. Später war er in der 1. Reserve-Divisionim IX. Armeekorps Altona zur Einschließung und Belagerung von Belfort im Elsaß. Gefallen ist er bei Bessoncourt durch einen Kopfschuss am 15.11.1870.
Hermanns Mutter Wiebke Tiessen geb. Lucht führte den Hof während der Abwesenheit ihres Mannes mit Knechten zunächst weiter, verkaufte dann aber den Hof in Bargenstedt und erwarb 1871 Hof und Haus in Meldorf, Österstraße 2, dieses Haus steht noch heute und stand bereits 1849. Nach dem Krieg reiste sie einmal nach Bessoncourt.

Hermann Tiessen

1870-1908

Hermann Tiessen wurde am 19. Juli 1870 in Bargenstedt, einen Tag nach der Einberufung seines Vaters in den Deutsch-Französischen-Krieg, geboren. Nachdem sein Vater am 15.11.1870 in Bessoncourt bei Belfort gefallen ist zog er mit seiner Mutter 1871 nach Meldorf in die Österstraße 2 (früher Rosenviertel 2 genannt), dieses Haus steht noch heute und stand auch schon 1849.
Von 1876 bis 1880 besuchte er die Grundschule in Bargenstedt und von Ostern 1880 bis Ostern 1888 die Meldorfer Gelehrtenschule. Er lernte Latein und konnte fließend übersetzen. Von Ostern 1882 bis Ostern 1884 besuchte Hermann Tiessen die Quarta und wurde 1884 in die Tertia versetzt.
Am 20.5.1898 heiratet er in Kronprinzenkoog Emma Elisabeth Claussen. Sie bekommen zusammen 3 Kinder. Hermann Tiessen wohnt seit mindestens 1899 in der Österstraße 4 (Rosenviertel 1).
1908 wird in Glückstadt sein Buch „Allerlei“ unter dem Pseudonym Holsatius gedruckt, dieses richtet sich vor allem gegen das 1905 erschienene Buch „Hilligenlei“ von Gustav Frenssen (1863-1945) der ebenfalls die Meldorfer Gelehrtenschule besucht hat.

1. Weltkrieg

Im 1. Weltkrieg war Hermann Tiessen zuerst als Rittmeister mit seiner Kompanie zur Bewachung des Kanals eingeteilt, er war 44 Jahre alt. 1916 war Hermann Rittmeister in Litauen. Am 4.8.1916 wurde ihm das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Hermann Tiessen stirbt als vermögender Mann am 12.4.1937.

Ehrenämter

Hermann Tiessen hatte viele Ehrenämter. Er war stellvertretender Landrat, fast 20 Jahre Vorsitzender des Aufsichtsrates der Westholsteinischen Bank in Heide, Vizeoldermann des Dithmarscher Geschlechterbundes und Vorstandsmitglied im Verein für Dithmarscher Landeskunde.

Politik

Politisch ist Hermann Tiessen dem linksliberalen Spektrum zuzuordnen. Er tritt in mehreren Wahlen für die DDP an, für die Deutsche Demokratische Partei.

Wahlen

5./6.7.1919 In Flensburg findet der Demokratische Parteitag für Schleswig-Holstein statt. Hofbesitzer Tiessen aus Meldorf wird zum 2. Vorsitzenden gewählt.

21.9.1919 Ratmannswahl in der Glismannschen Gastwirtschaft. Tiessen erhält 526 Stimmen und Grüneklee erhält 259 Stimmen. Gewählt wurden Hofbesitzer Hermann Tiessen und Bauunternehmer Wilhelm von Drathen.

5.3.1920 Tiessen wird zum 1. Stellvertretenden Bürgermeister erklärt. 2 Stellvertretender Bürgermeister ist v. Drathen.

22.1.1921 Provinziallandtagswahl in der „Holländerei
Kandidatenliste „Wiederaufbau“
1. Hofbesitzer Peter Johannßen Hermannshof bei Brunsbüttel
2. Hofbesitzer Hermann Tiessen Meldorf
3. Landmann Peter Rathjens Wennbüttel
4. Hofbesitzer Paul Albers Harmswöhrden
5. Maurermeister Julius Böhme Meldorf

10.4.1921 Der Schleswig-Holsteinische Bauernverein Kreisgruppe Süderdithmarschen hielt unter Vorsitz des Hofbesitzers Beeck im „ Hotel Holländerei“ eine Generalversammlung ab. Hofbesitzer Beeck legt sein Amt nieder. Als Vorditzender gewählt wurde Hermann Tiessen aus Meldorf.

Religion

Zu diesem Thema hat Hermann Tiessen das Buch „Allerlei“ unter dem Pseudonym Holsatius veröffentlicht.

Auf die Frage nach dem menschlichen Woher, Wohin, Wozu antworteten früher die Priester: „Der Mensch ist schlecht und böse, er verdient nicht das Gute, das Glück.“ Hermann Tiessen hingegen beendet sein Werk mit: „Alle Fragen der menschlichen Gesellschaft werden anders aussehen, wenn er mit Jesus sich eins fühlt in der Gewißheit, daß Gott nicht der Gott der Kirche und der Priester ist, den sie uns in schwachen Kinderjahren so tief in die Seele gebrannt haben, daß er in unsist und wir in ihm.Nicht ein dumpfes 'Du sollst' wird ihm mehr aus kalten Kirchenhallen antgegenschallen. Aus eigener, befreiter Brust wird er erlöst jauchzen das 'ich will', das alle Widersprüche löst und versöhnt.“

Tiessenpark

Hermann Tiessen wohnte bis 1929 und mindestens seit 1899 im Tiessenpark.

Quellen

Dithmarschen
Landeskunde Kultur Natur
Heft 1 März 2016
Seite 2ff
Dieter Launert
Hans und Hermann Tiessen
Teil 1: Der Krieg 1870 in einer Erzählung und in Feldpostbriefen

Dithmarschen
Landeskunde Kultur Natur
Heft 2 Juni 2016
Seite 16ff
Dieter Launert
Hans und Hermann Tiessen
Teil 2: Der Krieg 1870 in einer Erzählung und in Feldpostbriefen

Dithmarschen
Landeskunde Kultur Natur
Heft 3 September 2016
Seite 20ff
Dieter Launert
Hans und Hermann Tiessen
Teil 3: Die Erzählung über die Kindheit – Unterwegs, eine Reise nach Sylt

Diverse Kirchenbucheinträge
zu finden im Stadtarchiv der Stadt Meldorf verwaltet vom Dithmarscher Landesmuseum

Dithmarscher Landeszeitung 1919-1921
ebenfalls zu finden im Stadtarchiv der Stadt Meldorf verwaltet vom Dithmarscher Landesmuseum

http://www.worldcat.org/title/allerlei/oclc/257040371&referer=brief_results


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