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Steinkauz

Aus Dithmarschen-Wiki

Steinkauz-Sarzbüttel.JPG

|Steinkauz-Männchen in Sarzbüttel, Juni 2010 Foto: Jörg Radzuweit


Inhaltsverzeichnis

Steinkauz

Der Steinkauz ist kleiner als eine Taube und plumper als eine Amsel und wiegt mit rund 200g auch deutlich mehr als eine Drossel. Aufgrund seiner geringen Größe, seines wellenförmigen Fluges und seines charakteristischen "Guhk"-Rufes ist er gut von anderen Eulenarten zu unterscheiden.Er ist oft auch tagsüber zu sehen, sitzt gern in der Sonne und jagt teils schon in den Nachmittagsstunden.

Sein Lebensraum sind offene mit Baumreihen und Feldgehölzen durchsetzte Kulturlandschaften, die mit einem ausreichenden Angebot an Bruthöhlen und Tageseinständen ausgestattet sind. Als Jagdgebiet benötigt er nicht zu intensiv bewirtschaftete Flächen mit ganzjährig kurzer Vegetation. Hierzu gehören insbesondere Dauergrünlandgebiete, die auch in Dithmarschen seltener werden, aber zumindest (noch) vorhanden sind.

Hauptnahrung sind Bodentiere der offenen Landschaft, von der Zwergmaus bis zum Maulwurf vorwiegend jedoch die Feldmaus. Aber auch Insekten und Regenwürmer werden erbeutet, die während der warmen Jahreszeit ca. 75% der Beutetiere ausmachen und besonders zur Aufzucht der Jungen notwendig sind. Die Beutetiere werden sowohl vom Ansitz als auch im niedrigen Suchflug oder zu Fuß erbeutet.


Steinkauz in Dithmarschen

Dithmarschen hat eine ganz besondere Verantwortung für den kleinen Kauz!!

Vom Landesverband Eulen-Schutz in Schleswig-Holstein wurden auf geeigneten Höfen Nisthilfen für Steinkäuze angebracht (analog zur Schleiereule).

Der Landkreis Dithmarschen wurde diesbzgl. in 5 Bearbeitungsgebiete unterteilt. Je eine Person (bzw. ein Zweierteam) kümmert sich ehrenamtlich um die Kontrolle und Neuanbringung der Nisthilfen in dem jeweiligen Gebiet. Die Namen und Erreichbarkeiten der Gebietsbetreuer finden sich am Ende dieses Artikels.

Im Jahr 2013 gab es einen herben Bestandsrückgang bei den Steinkäuzen in Dithmarschen. Nur 72 Brutpaare brüteten im Kreisgebiet. Im Vorjahr waren es noch stolze 96 Brutpaare. Als Hauptgrund vermuteten die Gebietsbetreuer den späten Wintereinbruch im März. Diese späte Kälte dürfte den eigentlich brutbereiten Weibchen einiges abverlangt haben. So wundert es nicht, dass im Juni 2013 nur 143 Jungvögel gezählt werden konnten. Sehr viele Brutpaare brachen ihre Brutvorhaben gänzlich ab.

Hier ein Beispiel für eine 7-er Brut in Farnewinkel (kurz vor der Beringung), ein seltener Anblick:

7-er-Brut.jpg

Auch im Brutjahr 2014 erholte sich der Bestand noch nicht. Es konnten 76 Brutpaare festgestellt werden, die jedoch stolze 221 Jungvögel aufzogen. Im Sommer 2015 lief es dann endlich mal wieder richtig gut: Es konnten 101 Brutpaare mit 232 Jungvögeln gezählt werden. Dieses Ergebnis entspricht fast exakt dem Brutergebnis aus dem Jahr 2009. Entgegen des positiven Trends mussten in der südlichen Dithmarscher Geest 10 Brutabbrüche festgestellt werden.

Große Änderungen gab es im Brutjahr 2016 insgesamt gesehen nicht. 97 Brutpaare zogen in diesem Jahr 215 Jungvögel auf. In diesem Jahr war eher die nördliche Dithmarscher Geest von Brutabbrüchen bzw. kleinen Jungvogelzahlen betroffen. Eine Erklärung, warum die Reproduktionsrate in dem einem Jahr in Süder- und im folgenden Jahr in Norderdithmarschen einbrach, ist nicht ersichtlich.

Die alten "Steinkauzhochburgen", gemeint sind hier die Geestbereiche um Tellingstedt, Hennstedt, Albersdorf und Meldorf sind nach wie vor gut besetzt. Es konnte jedoch auch eine Ausweitung in die Marschgebiete festgestellt werden. Heidi und Andreas Jung konnten in diesem Jahr 7 Brutpaare in der südlichen Marsch feststellen.

Steinkauz bis 2016.jpg

Trotz der erheblichen Bemühungen, dem Steinkauz Nistmöglichkeiten zu bieten, steigt der Bestand in den letzten Jahren in Dithmarschen nicht mehr an. Weiterhin gelingt es einfach nicht, die Steinkauzpopulation auf verwaiste Nachbargebiete auszuweiten. In der Wilstermarsch, im Bereich Wacken, in der Eider-Treene-Sorge-Niederung und auf Eiderstedt kann sich der kleine Kauz nach wie vor nicht etablieren.

Jungvögel in Wolmersdorf, Foto: Torsten Nummsen

Lediglich im benachbarten Kreis Rendsburg-Eckernförde sind zaghafte Erfolge zu erkennen. Der Steinkauz ist z.B. in den Bereichen Bendorf, Haale und Hamdorf beheimatet. Die klare Aussage der Eulenschützer lautet: Um den Steinkauz in Dithmarschen halten zu können, helfen nicht nur Nistkästen. Ein weiterer Grünlandumbruch in der Geest und die weitere Aufgabe der Weideviehhaltung müssen unbedingt verhindert werden.

Montage der Nistkästen

Die Montage der neuartigen,mardersicheren Hauskästen (innen oder außen an Blechwänden) hat sich durchaus bewährt. Der Vorteil liegt klar auf der Hand. Der Marder kann keine Blechwände erklettern und kommt somit nicht in den Kasten. Es gibt zwei Möglichkeiten der Installation: Montage an die Blech-Außenwand:

Wandkasten.jpg

oder Montage an die Innenwand auf einen Querbalken:

Steinkauz2.jpg

In diesem Fall ist es notwendig, ein 8x10cm großes Loch ins Blech zu schneiden. Dankenswerterweise sind die meisten Hofbesitzer damit einverstanden. So ein Innenkasten ist nicht nur mardersicher sondern auch vor der Witterung geschützt.


Verhältnis Hausbruten/Baumbruten in der südlichen Dithmarscher Geest:

Hausbruten.jpg

Eulenschutz praktisch

Mit ein paar leichten Veränderungen kann ein Hof eulenfreundlicher gestaltet werden. Es folgt ein kleine Auflistung der Möglichkeiten:


Öffnung der Dachböden:

Ein Loch mit einer Größe von 12 x 15 cm ermöglicht Schleiereule und Steinkauz den Einflug in ein Gebäude. Tauben gelingt der Einflug in ein derartiges Loch, zumindest in Blechwänden, nicht, denn sie benötigen ein Anflugbrett. Bei einer geschlossenen Schneedecke können Schleiereule und Steinkauz kaum Mäuse auf den Feldern erbeuten. In den Gebäuden ist dies aber weiterhin möglich! Entsprechende Einflugmöglichkeiten sind also notwendig für die Eulen und reduzieren zugleich den Mäusebestand in Scheunen oder auf Dachböden.


Schornsteingitter

Eulen und auch andere Vögel verenden häufig in Schornsteinschächten. Ein einfaches Gitter verhindert dies. In Frestedt stürzte im Winter 2011 / 2012 ein Steinkauz in den Kamin eines Einfamilienhauses. Der Hausbesitzer hörte ein Rascheln in seinem Kamin und rettete den verängstigten Kauz:

Steinkauz-Frestedt.JPG


Viehtränken

Man glaubt es kaum: Glattwandige Viehtränken sind eine sehr häufige Todesursache bei Eulen, speziell bei Jungvögeln.

SK-Wanne.jpg

Ein schwimmendes Holzbrett oder eine ins Wasser hinein ragende Latte reicht aus, damit die Vögel sich selbst heraus ziehen können. Ihr Gebietsbetreuer (s.u) hilft Ihnen gerne bei der Beseitigung der Gefahren.


Fallrohre

Steinkäuze sind immer auf der Suche nach geeigneten Tageseinständen und potentiellen Brutplätzen. Immer wieder kommt es vor, dass die suchenden Käuze durch Regenfallrohre stürzen und (unten angekommen) jämmerlich umkommen. Auch hier helfen Gitter. Pferdebesitzer nutzen gerne Kunststoffrohre als Zaunpfähle für ihre Weiden. Dies stellt eine erhebliche Gefahr für Steinkäuze und andere Höhlenbrüter dar. Dabei ist es ziemlich einfach, Holz oder Draht in die Zaunpfähle zu stecken und so die Gefahr zu eliminieren:

Eeeeee.JPG


Katzen

Katzen sind erhebliche Nahrungskonkurrenten für Eulen und vergreifen sich zudem in den Monaten Juni und Juli an den noch nicht flugfähigen Jungvögeln. Füttern sie Ihre Hauskatzen und verhindern sie übermäßig große Bestände verwilderter Katzen auf ihrem Hof.


Hofnahes Grünland / Hof-ferner Acker

Ohne beweidetes Grünland würde der Steinkauz auch in Dithmarschen verschwinden! Im östlichen Hügelland und einigen anderen Landesteilen reagierte man nicht rechtzeitig auf die Warnsignale, mit dem Ergebnis, dass der Steinkauz dort bereits ausgestorben ist. Insbesondere der Steinkauz jagt fast immer in der unmittelbaren Nähe seines Brutplatzes. Beweidetes Grünland auf dem hoffernen Feld kann er kaum nutzen, da er dort erfahrungsgemäß fast nie brütet. Wird die Beweidung allerdings auf die „Hofwiese“ verlegt, sichert dies dem Kauz eine ausreichende Nahrungsverfügbarkeit in den so wichtigen Monaten Mai/Juni/Juli.


Obstbäume /Kopfweiden

Die regelmäßige Kopfweidenpflege (ca. alle 8 Jahre) und das Stehenlassen von alten Obstbäumen und anderen Höhlenbäumen macht einen Hof für unsere Eulen, aber auch für unsere Singvögel interessanter.


Rattengift/Mäusegift (Rodentizide)

Rodentizide, zumindest die blutgerinnungshemmenden Mittel, sollten grundsätzlich nicht angewendet werden!! Es gibt zwar Rattengifte, die als nur geringfügig vogeltoxisch eingestuft werden, aber trotzdem besteht immer eine Gefahr für „Ihre“ Eulen. Rattengifte mit den Wirkstoffen Difenacom, Bromadioion, Sulfachinoxalin und Brodifacoum sind aber auch jeden Fall zu vermeiden!!!!


Strukturen schaffen

Der Steinkauz ist ein Ansitz- und Bodenjäger. Lassen Sie alte Weidepfähle, Baumstümpfe und Steinhaufen einfach stehen. Der Steinkauz benötigt derartige Sitzwarten.

Steinkauzvorkommen melden

Wissen Sie von weiteren Steinkauzvorkommen in der Nachbarschaft oder im Nachbardorf? Dann teilen Sie es dem Landesverband Eulen-Schutz bitte mit.



Links

Steinkauz-Video

Galerie

Bitte Copyright beachten.

Steinkauz-Fotos sind nicht allzu häufig. Diese Fotos erhielten wir netterweise von hervorragenden Fotografen zur Verfügung gestellt, die wir u.A. in der fotocommunity und im Nikon-Forum trafen. In jedem Fall gilt natürlich deren Urheberanspruch und obwohl alle Fotografen uns sehr nett und bereitwillig ihr Material für den Aufbau einer informativen Themenseite zur Verfügung stellen, sollten sie bei einem Verwendungswunsch unbedingt gefragt werden. Weitere Fotos stammen von Eulenschützern aus der Region.

Eulenschutz

Kontakte:


Für die Dithmarscher Eulen fühlen sich folgende Gebietsbetreuer des Landesverbandes Eulen-Schutz in Schleswig-Holstein verantwortlich:

  • Tielenhemme/Pahlen: Herr Marx
  • Nördliche Geest: Hans-Georg Kaatz, Tel.: 0481/7890694
  • Südliche Geest: Rainer Berlin + Torsten Nummsen: 04123/929690 (Gerne AB nutzen)
  • Nördliche Marsch: Dirk Berking: 04833-1354
  • Südliche Marsch: Andreas und Heidi Jung, Tel.: 04852/4217

Für allgemeine Fragen zum Eulenschutz wird auf die Homepage des Landesverbandes Eulen-Schutz in Schleswig-Holstein: [1] hingewiesen.

  • Für allgemeine Fragen zu den Steinkäuzen und zu diesem Artikel:
Torsten Nummsen, Tel.: 04123/929690

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