Dithmarschen-Wiki

Druckversion | Impressum | Datenschutz

Silberreiher

Aus Dithmarschen-Wiki

Inhaltsverzeichnis

Der Silberreiher

Quelle: Wikipedia

Der Silberreiher (Casmerodius albus) gehört zur Familie der Reiher aus der Ordnung der Schreitvögel (Ciconiiformes). Es werden vier Unterarten unterschieden.

Die Art hat ein sehr großes Verbreitungsgebiet, das weite Teile Ost- und Südeuropas, Nord-, Mittel- und Südamerika, Asien und Afrikas umfasst. In Mitteleuropa ist der Silberreiher ein lokal verbreiteter und häufiger Brut- und Jahresvogel. Die Art zeigt eine ausgeprägte Neigung zu Wanderungen und wird in zunehmender Zahl auch in den Regionen Mitteleuropas beobachtet, in der sie kein Brutvogel ist.

Die IUCN stuft den Silberreiher als nicht gefährdet (least concern) ein. Der Bestand wird auf 590.000 bis 2.200.000 Individuen geschätzt.


Aussehen

Der Silberreiher ist ein großer, weißer Reiher mit gelbem Schnabel und dunklen Beinen und Füßen. Seine Länge beträgt 85 bis 100 Zentimeter, die Flügelspannweite beträgt 145 bis 170 Zentimeter und das Gewicht 1 bis 1,5 Kilogramm.

Anders als die Reiherarten der Gattungen Ardea und Egretta weist der Silberreiher keine Schmuckfedern am Hinterkopf aus. Er bildet statt dessen zur Brutzeit lange lockere Schulterfedern aus, die lange Seitenäste haben. Während der Balz werden diese radförmig gespreizt. Die Nominatform Casmerodius albus albus hat dunkel grünlichgraue oder schwarze Beine, die Iris ist gelb und der Schnabel zur Brutzeit schwarz mit einer gelben Basis. Außerhalb der Brutzeit ist der Schnabel gelb bis orange-gelb. Viele Individuen haben eine dunklere Schnabelspitze. Der nackte Zügel und der Orbitalring ist außerhalb der Brutzeit grünlich-gelb und während der Brutzeit hell smaragdgrün.

Verbreitung

Der Silberreiher ist weltweit verbreitet und damit der am weitesten verbreitete Reiher. Neben dem amerikanischen Kontinent, wo er bis Südkanada vorkommt, lebt er in Süd- und Mitteleuropa, in Afrika, im Nahen Osten sowie Australien und Neuseeland. In Mitteleuropa brütet er regelmäßig am Neusiedler See und seit 1992 auch in den Niederlanden. Im Jahre 2002 gelang der Nachweis von Bruten an einem oberbayerischen Voralpensee.

Silberreiher sind Teilzieher. Ab Juli kommt es zu einer ungerichteten Zerstreuungswanderung der Jungvögel. Adulte Vögel ziehen im Zeitraum September bis November aus den Brutarealen ab. Allerdings bleiben sie in milden Wintern in der Nähe der Brutgebiete oder zeigen später Winterfluchtbewegungen. Überwinternde Silberreiher können beispielsweise am Bodensee beobachtet werden. Ende Februar bis Anfang April kehren die Silberreiher in ihre Brutkolonien zurück.

Lebensraum

Der Silberreiher lebt in Schilfgürteln an Seen, Flüssen und Altarmen sowie in Sümpfen, die mit Bäumen und Büschen bestanden sind. Außerhalb der Brutzeit hält er sich auch gerne in großflächigen Grünlandgebieten auf. In Australien nutzt er in dieser Zeit auch weiträumige Flussmündungen.[4]

Nahrung

Insekten, Amphibien, Fische und Mäuse bilden im Wesentlichen die Nahrung des Silberreihers. Am Niederrhein sucht er vor allem auf den großflächigen Grünlandflächen nach Nahrung. Dabei sucht er regelmäßig die Nähe zu den dort überwinternden arktischen Wildgänsen. Diese fressen das Gras kurz, so dass Silber- und Graureiher dann dort besonders gut nach Mäusen jagen können. Gewöhnlich findet der Silberreiher seine Nahrung durch ein langsames Waten im Seichtwasser. Dabei wird der Körper mehr oder weniger horizontal gehalten. Alternativ wartet der Silberreiher in starrer Haltung darauf, dass Nahrungstiere in seine Reichweite gelangen.

Im weißen Gewand

Quelle: NABU

Immer mehr Silberreiher besuchen Deutschland

von Britta Hennigs

Immer mehr Silberreiher besuchen Deutschland. Der erste Brutnachweis dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein.

Selbst in der dunklen Jahreszeit kann man sie aufgrund ihres auffällig weißen Gefieders auf nebelverhangenen Gewässern entdecken. Als leuchtende Tupfer schreiten sie langsam durchs flache Wasser oder verharren mit fast waagerecht gehaltenem Körper und steif vorgestrecktem Hals, ehe sie blitzschnell nach ihrer Beute stoßen – die Silberreiher.

Die eleganten Vögel wirken mitunter so exotisch als seien sie aus einem Zoo ausgebüxt. Etwa so groß wie Graureiher, sind sie jedoch schlanker, haben einen besonders langen Hals und erscheinen dadurch noch graziler als ihre grauen Kollegen. Auch im Flug ist der weiße Vogel durch seine langsamen Flügelschläge und den zusammengelegten Hals unverkennbar, wobei die Tiere den Kopf zwischen die Schultern legen.


Große Rastgemeinschaften

Noch vor wenigen Jahren war ein hierzulande gesichteter Silberreiher eine Sensation. Als wahres Silberreiher-Eldorado galt der Neusiedler See im österreichischen Burgenland. Vogelbeobachter und Fotografen aus ganz Mitteleuropa zog es an den flachen Steppensee nahe der ungarischen Grenze, um Silberreihern und vielen anderen östlichen Vogelarten nahe zu sein.


Heute aber lassen sich Silberreiher auch in Deutschland an zahlreichen Orten beobachten, immer häufiger kommt es zu großen Rastgemeinschaften von annähernd hundert Tieren. Am Steinhuder Meer in Niedersachsen etwa staksen im Winter bis zu 300 weiße Reiher auf den umliegenden überschwemmten Wiesen umher.

Warum die Silberreiher zunehmend Gefallen an deutschen Feuchtgebieten finden und diesen „Reisetipp“ offenbar auch fleißig verbreiten, wissen auch Experten nicht sicher. Dass allein der Klimawandel dazu geführt haben könnte, ist unwahrscheinlich. Silberreiher sind nicht kälteempfindlich und auch bei frostigen Temperaturen an eisfreien Fließgewässern zu beobachten.

Erweiterter Speisezettel

Wahrscheinlicher, so Thomas Brandt, Ornithologe in der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer, sind zwei andere Gründe. Zum einen hat der Fische und Amphibien fressende Silberreiher seine Speisekarte um Leckerbissen wie Mäuse und wirbellose Kleintiere erweitert, die er auch auf trockeneren Flächen wie beispielsweise Klee- und Luzernefeldern findet. So konnte er neue Nahrungsquellen und damit Lebensräume erschließen und muss nicht mehr zwangsweise in wärmere Gefilde ziehen, wenn die Gewässer zugefroren sind. In den 70er und 80er Jahren führte dies zu einer generellen Bestandszunahme des Silberreihers.

Die hauptsächliche Ursache für das vermehrte Auftauchen des Silberreihers hierzulande dürfte jedoch in der Zunahme von Brutpaaren in den weiter nördlichen und kontinentalen Gebieten Osteuropas wie Russland oder der Ukraine liegen. Dort ist es zwar im Sommer warm, im Winter jedoch so kalt, dass die „Flüchtlinge“ lieber im vergleichsweise warmen Deutschland mit wenig Schnee überwintern. Finden sie in besonders harten Wintern auch bei uns keine Nahrung mehr, wandern sie wiederum weiter gen Süden.

Nester im Schilfröhricht

Silberreiher sind beinahe Kosmopoliten und kommen in Nord- und Südamerika ebenso wie in Asien und Teilen Afrikas vor. Eigentlich Brutvögel wärmerer Länder, konzentrierte sich ihr Brutgebiet in Europa ursprünglich auf relativ wenige Plätze, vor allem im Südosten. Hier liegen die Brutkolonien meist im Schilfröhricht, wo Männchen und Weibchen gemeinsam das Nest aus Schilfhalmen dicht über der Wasseroberfläche bauen. Auch die Brutarbeit teilen sich beide Elterntiere. Sind die Jungtiere flügge, bleibt die Familie noch einige Zeit zusammen, bis im Juli die für Reiher übliche Zerstreuungswanderung beginnt, bei der sich die Tiere getrennt voneinander in alle Richtungen verteilen.

Aufgrund seiner ständigen Ortswechsel und des ganzjährigen Auftretens in Mitteleuropa ist über das genaue Zugverhalten des Silberreihers bisher nur wenig bekannt. Mitunter ist er noch im Spätherbst und Winter zu beobachten und unterscheidet sich daher von typischen Zugvögeln wie Weißstorch oder Kranich.


Warten auf den Brutnachweis

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte der Mensch den Silberreiher beinahe ausgerottet. Die verlängerten und fein aufgefiederten Schmuckfedern auf dem Rücken des Silberreihers waren besonders in der Damenwelt als Hutschmuck gefragt. Buchstäblich in letzter Minute wurde die Notbremse gezogen, die Jagd auf Silberreiher untersagt, die letzten Brutkolonien wurden unter Schutz gestellt und streng bewacht. So konnte sich der Bestand der Silberreiher in den vergangenen Jahrzehnten gut erholen.


Mittlerweile haben Silberreiher ihr Brutareal in Europa erheblich ausgedehnt und sind von Südosteuropa bis in die Niederlande und nach Nordpolen vorgedrungen. Deutschland haben sie bei ihrer Auswahl der ihnen geeignet scheinenden Brutplätze wohl übersehen – was erstaunlich ist, da uns jährlich mehrere hundert Tiere einen Besuch abstatten. Laut Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) gelang in Deutschland bisher noch kein offizieller Brutnachweis für den Silberreiher. Der weiße Schreitvogel macht es also spannend. Die Vogelkundler halten den Atem an und legen sich Jahr für Jahr auf die Lauer, denn irgendwann kommt sie bestimmt: Die erfolgreiche Brut des Silberreihers in Deutschland ist nur noch eine Frage der Zeit.

Links

  • NABU Seite mit dem Originaltext von Britta Hennigs.

Finden

Durchsuchen
Startseite
Vorwort
Gruppe bei Facebook
Alle Artikel
Aktuelle Ereignisse
Letzte Änderungen
Zufällige Seite
Erste Schritte
Support
Bearbeiten
Quelltext anzeigen
Bearbeitungshilfe
Seitenoptionen
Diese Seite diskutieren
Neuer Abschnitt
Druckversion
Kontext
Versionen
Links auf diese Seite
Änderungen an verlinkten Seiten
Meine Seiten
Anmelden / Benutzerkonto anlegen
Spezialseiten
Neue Seiten
Dateiliste
Statistik
Mehr …