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Rohwedder, Detlev

Aus Dithmarschen-Wiki

--Ditschie (Diskussion) 07:39, 7. Jun. 2017 (CEST)

Detlev Karsten Rohwedder war ein deutscher Manager und Politiker, der als Präsident der Treuhandanstalt in seinem Haus von einem Scharfschützen ermordet wurde. Die linksterroristische Rote Armee Fraktion bekannte sich zur Tat; die Ausführenden sind bis heute unbekannt.

Inhaltsverzeichnis

Persönliche Angaben

  • Geburtsdatum: 16.10.1932 in Gotha;
  • Sterbedatum: 01.04.1991 in Düsseldorf;
  • 1960: Heirat mit Hergard Toussaint; aus der Ehe gehen zwei Kinder, Philipp und Cäcilie, hervor.

Werdegang

  • 1953: Abitur an der Meldorfer Gelehrtenschule in Meldorf, anschließend Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften in Mainz und Hamburg;
  • 1959/60: Ford und Fulbright Foundation Fellow an der University of California Berkeley School of Law;
  • 1961: Zweites juristisches Staatsexamen und Promotion zum Dr. jur. in Mainz;
  • 1962: Assessorexamen;
  • 1963 - 69: Leiter der Rechts- und Steuerabteilung und Mitinhaber der Kontinentalen Treuhandgesellschaft/Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Düsseldorf;
  • 1969 - 78: Beamteter Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft in den Regierungen von Willy Brandt und Helmut Schmidt, verantwortlich unter anderem für den innerdeutschen Handel;
  • 1979 - 90: Vorstandsvorsitzender der Hoesch AG;
  • 15.07.1990 - 28.08.1990 Vorsitzender des Verwaltungsrates der Treuhandanstalt;
  • 29.08.1990: Präsident der Treuhandanstalt; seine Aufgabe war die Sicherung, Neuordnung und Privatisierung des Vermögens der Volkseigenen Betriebe der DDR.

Ermordung

Rohwedders Düsseldorfer Wohnhaus im Stadtteil Düsseldorf-Niederkassel war nur im Erdgeschoss mit Fenstern aus Panzerglas ausgestattet.

Vier Tage vor dem Anschlag wandte sich Rohwedders Frau Hergard aufgrund von Morddrohungen an die Polizei mit der Bitte um verstärkten Polizeischutz, der die Behörden nicht nachkamen.

Am Ostermontag, dem 01.04.1991, gegen 23:30 Uhr, wurde Rohwedder durch das Fenster im ersten Stock seines Wohnhauses mit dem ersten von drei Gewehrschüssen getötet. Der zweite Schuss verletzte seine Frau am Arm, der dritte traf ein Bücherregal. Die Schüsse wurden aus 63 Metern Entfernung abgegeben, aus einem Sturmgewehr vom Typ FN FAL im NATO-Standard-Kaliber 7,62 × 51 mm. Die Waffe war auch schon bei einem Anschlag der RAF auf die US-Botschaft im Schloss Deichmannsaue in Bonn am 13. Februar 1991 verwendet worden. Wenige Tage vor dem Attentat waren bei inhaftierten RAF-Terroristen Strategiepapiere gefunden worden, die neue Aktivitäten ankündigten. Am Tatort fanden sich drei Patronenhülsen, ein Plastikstuhl, ein Handtuch und ein Bekennerschreiben mit der Unterschrift Rote Armee Fraktion Kommando Ulrich Wessel. Der oder die Täter konnten nicht ermittelt werden. 1992 bekannte sich die RAF noch einmal zu dem Mord.

Haarspuren auf dem Handtuch am Tatort konnten durch eine im Jahr 2001 durchgeführte DNA-Analyse laut Bundeskriminalamt „zweifelsfrei“ dem verstorbenen RAF-Mitglied Wolfgang Grams zugeordnet werden. Die Bundesanwaltschaft benannte Grams jedoch nicht als Tatverdächtigen, da sie dieses Indiz als nicht ausreichend bewertete. Auf eine Anfrage der PDS-Bundestagsfraktion hatte die Bundesanwaltschaft erklärt, dass eine Überprüfung von Haaren zu einem früheren Zeitpunkt ohne eine DNA-Analyse möglich gewesen wäre, diese aber nicht durchgeführt worden war, weil nach Grams’ Tod zwar eine Blut-, aber keine Haarprobe entnommen worden sei.


Mitgliedschaften

  • Mitglied der Leipziger Universitäts-Sängerschaft zu St. Pauli in Mainz (eine fakultativ schlagende, farbentragende und Musische Studentenverbindung an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz)

Ehrungen

  • 1983: Wahl zum „Manager des Jahres“;
  • 1985: verlieh der Presseverein Ruhr Rohwedder die Auszeichnung „Eiserner Reinoldus“ (benannt nach dem Schutzpatron der Stadt Dortmund);
  • 1990: Verleihung des Bundesverdienstkreuzes und des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen;
  • 11/1990: erneute Wahl zum „Manager des Jahres“;
  • Am 10.04.1991 wurde Rohwedder mit einem Trauerstaatsakt in Berlin geehrt, bei dem der Bundespräsident Richard von Weizsäcker, der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Johannes Rau und der Vorsitzende des Verwaltungsrates der Treuhandanstalt, Jens Odewald, sprachen. Rohwedders Nachfolgerin an der Spitze der Treuhandanstalt wurde Birgit Breuel;
  • 1992 wurde das ehemalige Gebäude des Reichsluftfahrtministeriums in Berlin, in dem sich in den 1990er Jahren der Sitz der Zentrale der Treuhandanstalt (Ecke Wilhelmstraße 97/Leipziger Straße 5–7) befand, ihm zu Ehren in Detlev-Rohwedder-Haus umbenannt. Seit 1999 ist es Sitz des Bundesministeriums der Finanzen;
  • 1999 wurde der Detlev-Rohwedder-Preis ihm zu Ehren gestiftet.
  • Im Businesspark Niederrhein in Duisburg-Rheinhausen findet man eine Dr.-Detlev-Karsten-Rohwedder-Straße.

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