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Peter Wiben

Aus Dithmarschen-Wiki

--Ditschie (Diskussion) 07:51, 14. Jun. 2017 (CEST)

Peter Wiben, auch Peter Wiebe, Peter Wibe, Peter Wybe oder Hans Pommerink, war ein deutscher Landsknecht in der Bauernrepublik Dithmarschen, ein Pirat und Räuber. Er ist eine sagenumwobene Gestalt aus der Geschichte Schleswig-Holsteins.

Inhaltsverzeichnis

Persönliche Angaben

  • Geburtsdatum: vor 1531;
  • Sterbedatum: 17.05.1545 auf Helgoland

Leben

Über Herkunft und Familie Wibens ist nichts überliefert. Er lebte in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Meldorf.

  • 1531 führte er auf Anordnung der Achtundvierziger bei Brunsbüttel gemeinsam mit Claus Marx Hargen eine 500 Mann starke Miliz. Die Truppe hatte den Auftrag, einen Einfall des abgesetzten dänischen Königs Christian III. nach Dithmarschen abzuwehren.
  • Nach einem juristisch verloren Erbschaftsstreit musste Wiben um 1539/40 sein Haus verlassen. Verbittert wurde er zum erklärten Staatsfeind der Bauernrepublik und versuchte sich zunächst den dänischen Truppen Christian III. anzuschließen. Als er hier keine Aufnahme fand, sammelte er Gefolgsleute um sich und wurde zum Straßenräuber, der Dithmarschen terrorisierte. Auch Wibens Bruder schloss sich ihm an.
  • In den Folgemonaten unternahm er von Holstein aus Raubzüge nach Dithmarschen und brandschatzte ganze Orte. Unter anderem legte er Schafstedt in Schutt und Asche.
  • Im Herbst 1541 wurde er auf holsteinischem Territorium gefangen genommen und 1542 in Rendsburg vor ein Volksgericht (ein Volksgericht, in dem die eingesessenen Bauern des Amtes in Gegenwart oder unter Vorsitz des königlichen Amtmannes das Urteil zu finden hatten) gestellt. Das Gericht sprach Wiben frei und verurteilte die Dithmarscher, deren Vertreter nicht zum Gerichtstermin erscheinen waren, Schadensersatz zu leisten und die Kosten des Prozesses zu tragen. Eine höhere Instanz, das Goding (als Goding wurde im Hochmittelalter eine Gerichtsverhandlung bezeichnet), bestätigte sechs Wochen später das Urteil. Peter Wiben wurde zugestanden, eine rechtmäßige Fehde gegen Dithmarschen zu führen, da ihm sein Erbanspruch verweigert wurde. Die Dithmarscher erkannten das Urteil jedoch weiterhin nicht an. So wandte sich Wiben an Kaiser Karl V., der 1544 sogar den Fall an den Erzbischof von Bremen Christoph von Braunschweig-Lüneburg überstellte. Auch dessen Zuständigkeit lehnten die Dithmarscher ab. Stattdessen riefen sie das kaiserliche Kammergericht an. Auch hier konnte kein abschließendes Urteil gegen Peter Wiben gefunden werden. 1559 holte die politische Realität die Kläger ein. Die Bauernrepublik Dithmarschen war in der Letzten Fehde untergegangen, die Klage somit hinfällig.

Tod und Hinrichtung

  • Peter Wiben erlebte diese juristische Auseinandersetzung, die die Dithmarscher vornehmlich gegen Holstein führte, nicht mehr. Nach seinem Freispruch von 1542 ließ er sich unter dem Decknamen Hans Pommerink auf Helgoland nieder und unternahm zusammen mit seinem Bruder und einer 10köpfigen Bande aus Gefolgsleuten von der Insel aus Raubzüge gegen Orte an der dithmarsischen Küste.
  • Am 17. Mai 1545 sandte die Bauernrepublik eine 100 Mann starke Truppe mit zwei voll ausgerüsteten Schiffen unter dem Kommando von Claus Suel nach Helgoland. Peter Wiben, der zu seinem Unglück alle seine Leute, bis auf seinen Bruder Hans und zwei Andere ausgeschickt hatte, wähnte sich auf der Felseninsel der Feinde erwehren zu können und wollte, wie es heißt, von einem Ergeben auf dithmarsisches Recht nichts wissen. Die Dithmarscher aber, denen die Kugeln seiner Geschütze über die Köpfe weggingen, stürmten schnell die Kirchhofsmauer, hinter der Peter Wiben Schutz gesucht hatte, drangen ihm in die Kirche nach und erschossen ihn und seinen Bruder, als diese sich auf den Kirchenboden flüchteten, von unten durch die hölzerne Decke. Ihre Leichen wurden nach Heide in Dithmarschen gebracht, wo sie unter dem Jubel des Volks enthauptet und gerädert wurden.

Auswirkungen

Dieser Vorstoß einer Dithmarscher Miliz auf schleswig-holsteinisches Territorium gab Adolf I. den willkommenen Anlass, der Bauernrepublik Dithmarschen das Ende zu bereiten. Nach der Einnahme durch die Holsteiner wurden die Dithmarscher dazu verurteilt, den Erben Wibens eine Entschädigung von 6000 Mark zu erstatten, zahlbar innerhalb von sechs Jahren.


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