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Pauly, Max

Aus Dithmarschen-Wiki

--Ditschie (Diskussion) 15:57, 15. Okt. 2016 (CEST)

Max Johann Friedrich Pauly war ein deutscher SS-Führer im Range eines SS-Standartenführers, KZ-Kommandant und Kriegsverbrecher.

Inhaltsverzeichnis

Persönliche Angaben

  • Geburtsdatum: 01.06.1907 in Wesselburen;
  • Todesdatum: 08.10.1946 in Hameln
  • Max Pauly war der Sohn eines Haushaltswarenladenbesitzers:
  • er heiratete 1930 Käte Scharf, die Tochter eines Viehhändlers aus Wesselburen, und wurde Vater von fünf Kindern. Seine Frau starb im August 1944.

Ausbildung / Beruf

Max Pauly absolvierte nach dem Abschluss der Volksschule in der Eisenwarenhandlung in Wesselburen eine Ausbildung zum Verkäufer. Nachdem sein Vater 1928 verstorben war, übernahm er dessen Haushaltswarenladen. Den Laden übergab er 1936 an seinen Bruder.


Werdegang in der SA / SS

  • Ende 1928 wurde Max Pauly, politisiert durch die Landvolkbewegung, Mitglied der SA und NSDAP (Mitgliedsnr. 106.204);
  • Mai 1930 Wechsel von der SA zur SS (SS-Nr. 5.448);
  • 27.01.1932: Ernennung zum SS-Sturmführer und Leiter des Sturmbanns I/53 in Rendsburg (ein Sturmbann ist vergleichbar mit einem Bataillon, d. h. 400 - 600 Mann stark);
  • 1932: wegen schweren Landfriedensburch musste Max Pauly eine siebenmonatige Haftstrafe absitzen (Zerstörung eines SPD-Wahlkampfwagens);
  • 12.06.1933: Beförderung zum SS-Hauptsturmführer;
  • 20.06.1934: Beförderung zum SS-Sturmbannführer.
  • ab Frühjahr 1936 wird Max Pauly bei der SS als hauptamtlicher SS-Führer geführt und absolvierte bei der Polizei und an der SS-Unterführer-Schule Dachau einen Lehrgang;
  • Versetzung zum Sturmbann II./53 in Rendsburg als Führer;
  • 01.02.1937 Führer der 71. SS-Standarte im Landkreis Danzig-Praust; das Kommando behielt er bis zum Kriegsende;
  • 09.11.1937 Ernennung zum SS-Obersturmbannführer.

Zweiter Weltkrieg

  • Nach Absolvierung des 14. Lehrgangs an der SS-Führerschule in Dachau wurde Pauly im Sommer zum neu gegründeten SS-Wachsturmbann Eimann (= eine besondere bewaffnete SS-Einheit, die in den Totenkopfverbänden aufging) abkommandiert, wo er als Chef des Stabes diente.
  • Mit Kriegsbeginn erhielt er den Aufrag, in Danzig Haftstätten einzurichten. Unte seiner Leitung wurde "Stutthoff" zentrales Polizeihaftlager für Pommer, Ost- und Westpreußen.
  • Später übernahm er die organisatorische Kontrolle über alle im polnischen Korridor entstandenen „Internierungslager“. Er war mitverantwortlich für die Ermordung von 1.400 psychisch Kranken.
  • Er übernahm im Oktober 1939 die kommissarische Leitung über das „SS-Sonderlager Stutthof“ und weitere Haftstätten.
  • 20.02.1942: Max Pauly übernahm auch offiziell das Kommando über das KZ Stutthof und wurde damit den berüchtigten SS-Totenkopfverbänden zugeteilt. Mit dieser Zuteilung wurde er als SS-Sturmbannführer der Reserve mit Wirkung vom 30.01.1942 auch in die Waffen-SS übernommen.
  • Im August 1942 wechselte er als Kommandant in das KZ Neuengamme, das er bis Anfang Mai 1945 leitete, seine Frau und die Kinder blieben in Adlershorst bei Gotenhafen. In diese Zeit fallen zahlreiche Kriegsverbrechen, wie die Ermordung der Kinder vom Bullenhuser Damm (siehe auch Frahm, Johann) und die Exekution von 58 Männern und 13 Frauen aus dem KZ Fuhlsbüttel. Zu Beginn seiner Tätigkeit befanden sich ca. 6.000 Häftlinge im KZ Neuengamame, im Januar 1945 waren im Hauptlager und den 87 Außenlagern ca. 49.000 Genfangene inhaftiert. Die Todesrate stieg ständig an, zum Einen durch gezielte Tötungsaktionen, zum Anderen aber auch durch die schlechten Lebens- und Arbeitsbedigungen.
  • Seine Beförderung zum SS-Standartenführer in der Allgemeinen SS erhielt Max Pauly am 01.03.1945; dabei dürfte es sich um eine der seltenen Direktbeförderungen gehandelt haben, da sonst nur an „historischen Gedenktagen der NS-Bewegung“ (30. Januar, 20. April und 9. November) befördert wurde.
  • Anfang 1945 ließ Max Pauly seine Schwägerin, die sich nach dem Tod seiner Frau um die Kinder kümmerte, und seine Kinder aus Danzig nach Neuengamme nachkommen. Dort bezog er mit ihnen das neu errichtete Kommandantenhaus auf dem Lagergelände.

Nach Kriegsende

  • Am 30.04.1945 setzte sich Pauly nach Flensburg ab und wurde im darauffolgenden Herbst in Wesselburen verhaftet, wo er mit seiner Schwägerin und seinen Kindern lebte; die militärische Militärpolizei war Hinweisen von ehemaligen KZ-Häftlingen gefolgt.
  • Zusammen mit dreizehn weiteren Verantwortlichen für das Konzentrationslager Neuengamme wurde der im KZ Neuengamme für seine Grausamkeit bekannte Max Pauly im Neuengamme-Hauptprozess in Hamburg vor ein britisches Militärgericht gestellt. In der Gerichtsverhandlung leugnete Max Pauly die schlechten Lebensbedingungen, sondern gab an, die Gefangenen hätten regelmäßig heiße Bäder nehmen können. Pauly war sehr stolz auf seine Arbeit und gab an, "... Neuengamme war meiner Meinung nach eines der best organisierten undgeführten Konzentrationslager und in den Beurteilungen und Bewertungen wurde es in erster Reihe genannt. Neuengamme war die Nummer 1".
  • Pauly wurde u.a. der schlechten Versorgungslage von Häftlingen und Mordaktionen beschuldigt. Mit zehn weiteren Angeklagten wurde Max Pauly am 03.05.1946 zum Tode verurteilt und am 08.10.1946 im Zuchthaus Hameln gehängt.
Der schwedische Graf Folke Bernadotte, der die Verhandlungen mit Max Pauly über die Evakuierung skandinavischer Häftlinge durch das Schwedische Rote Kreuz führte:
* "Er hatte in der Tat den Ruf, einer der allerschlimmsten Vertreter seines "Berufes" zu sein.
Aus: Folke Bernadotte: Das Ende. Meine Verhandlungen in Deutschland im Frühjahr 1945 und seine politischen Folgen. Zürich u. a. 1945, S. 62

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