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Stein, Dietrich

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Inhaltsverzeichnis

Biographie

Pastor Dietrich Stein war von 1988 bis Ende Oktober 2013 Seelsorger der Gemeinden Barlt und Windbergen-Gudendorf.

Er war mehrere Jahre Vorsitzender des Vereins für Dithmarscher Landeskunde, dessen Ehrenvorsitzender er heute ist. Weitere Lebensdaten enthält das Portrait von Gerhard Wagner (siehe unten)

Im Film über die Schlacht bei Hemmingstedt von Dr. Wilfried Hauke stellte er den Büsumer Schriftgelehrten und Pastor Neocorus dar.

Adresse des Kirchenbüros

Pastor Dr. Dietrich Stein
Kirchengemeinde Barlt
Kirchengemeinde Windbergen-Gudendorf

Dorfstr.48
25719 Barlt
Fon: 04857 - 5 86
Fax: 04857 - 12 36

Engagement

Verein für Dithmarscher Landeskunde

Projekte

Gedenkstätte Gudendorf

Veröffentlichungen

Siehe auch: Polarisierungen Dietrich Stein: Bad Oldesloe und Gustav Frenssen

Links

Portrait von Pastor Dietrich Stein in der DLZ

Von Gerhard Wagner

Man kennt sich

Tradition und Weltoffenheit: Dietrich Stein analysiert Dithmarscher Strukturen


BARLT - In Dithmarschen gibt es keine Kirchtürme. Das stimmt zwar nicht ganz, aber fast. Und weil das so ist, hat es Kirchtumpolitik in Dithmarschen schwer. Das überrascht. Gilt doch örtliche Engstirnigkeit mithin als das ausgeprägteste Hindernis, die Westküste voranzubringen. Dr. Dietrich Stein jedenfalls sieht das ganz anders.

Über Dietrich Stein gibt es eine Menge zu erzählen. Beschreiben braucht man ihn nicht. Der Barlter Pastor mit der wehenden Mähne trägt seine Haare auch als Zeichen der Unabhängigkeit des freien Dithmarschers.

„Und wegen meiner Vorliebe für das 17. und 19. Jahrhundert, als man lange Haare trug.“ Dietrich Stein ist Vorsitzender des Vereins für Dithmarscher Landeskunde (VDL). Und damit sozusagen von Amts wegen zuständig für alles, was mit Dithmarschen zu tun hat.

Ein Verein für Landeskunde? Das klingt nach meterdicken Staubschichten, nach romantisierendem Bezug zur Scholle. Nach Lokalpatriotismus und Verbohrtheit.

„Nein“, sagt Stein, „für Dithmarschen ist Kirchturmdenken nicht typisch.“ Auch wenn ein prägendes Element der Region, das Kirchspiel, einen anderen Schluss zuläßt. „Jedes Kirchspiel ist ein kleiner Kosmos für sich und hat eine lebendige Struktur. Jedes Kirchspiel nimmt seine Belange selbständig wahr.“

Die Tradition der Kirchspiele, die sich heute in den Ämtern und Kirchengemeinden fortsetzt, ist nach Steins Ansicht der Grund, warum es in Dithmarschen nie den zentralen Ort schlechthin gegeben hat. „Zentren widersprechen der Struktur der Selbstorganisation in den Gemeinden. Dort gibt es Leute mit Weitblick. Das bedeutet aber auch, dass man manche Dinge nicht zustande bekommt. Zum Beispiel die Organisation eines kulturellen Zentrums.“

Zurück zum Verein für Dithmarscher Landeskunde und den Staubschichten. In Fortführung der Linie seines Vorgängers Dr. Nis R. Nissen hat Stein zusammen mit dem sehr aktiven Vorstand den Verein von einer Reihe von Schlacken befreit und eine überzeugende Form der Einheit geschaffen.

„Wenn ich das Neue nicht zulasse, stirbt das Alte“, sagt er. „Traditionalisten sind die Totengräber der Tradition.“

Steins Menschbild ist geprägt von der Überzeugung der Existenz einer Menschheit. „Alle Menschen sind Gottes Kinder. Es gibt nur eine Menschheit, die von ihrer Bestimmung her eine große Familie ist, die zusammengehört und eine Menge bewirken kann.“ Heimat spielt darin die Rolle der Verwurzelung, die es erst ermöglicht, nach Außen zu schauen: „Verortung ist wichtig, sonst folgt Verunsicherung.“

Und so ist der Pastor nicht von ungefähr Ökumene-Beauftragter des Kirchenkreises Sü-derdithmarschen. Ökumene (von griechisch, oikes Tel. wohnen) als weltumspannendes Netz von Kirchengemeinden. Aber nicht nur das. „In Dithmarschen gibt es viele Partnerschaften der Kommunen, Vereine oder Verwaltungen. Das ermöglicht den Blick über den Tellerrand hinaus. Nur durch die Herstellung des weltweiten Bezugs können wir verhindern, überrollt zu werden.“ Was dabei zweifellos hilft, ist die Dithmarscher Tradition und ein gewisses familiäres Ambiente.

„Hier kennen sich alle ganz gut untereinander, sind häufig miteinander verwandt. Dieser historisch gewachsene Kreis ist überschaubar. Das ist ein großer Vorteil gegenüber anderen Landschaften.“ So ist denn die Dithmarscher Identität leicht zu beschreiben.

„Dazu“, so Stein weiter, „gehört eine Offenheit gegenüber Menschen von draußen. Ich höre immer wieder: ,Die sind freundlich.' Wenn jemand hierbleibt, verlangt man von ihm, dass er etwas beiträgt. In Dithmarschen zählt der Mensch und das, was er kann.“

Die sozialen Gegebenheiten in den Gemeinden und Kirchspielen funktionieren. „Es wird Hilfe geleistet, ohne dass es an die große Glocke gehängt wird.“

Stein hofft, dass das auch so bleibt. Denn Machtfragen sind immer und überall mit im Spiel. „Wenn Engagement blockiert wird, weil es um Macht geht, dann geht die Offenheit verloren.“ Wege durch Großmoorland

Dr. Dietrich Stein, Jahrgang 1948, stammt aus Flensburg-Mürwik. Aufgewachsen ist er in Kiel. Dort hat er die Gelehrtenschule durchlaufen, von der er sagt: „Sie hat mich geprägt, was den Weitblick angeht.“

Stein suchte einen Beruf, in dem man mit Menschen umgehen kann. Er studierte Theologie in Kiel, Heidelberg, Wien, München und Thessaloniki mit Promotion in Kirchengeschichte, Spezialgebiet Byzantinistik. Nebenbei erfolgte ein Studium in Kunstgeschichte.

Nach der praktischen Ausbildung kam Stein 1980 als Pastor nach Marne. 1988 wurde er Seelsorger der beiden kleinsten Kirchengemeinden Süderdithmarschens, Barlt und Windbergen-Gudendorf. „Es macht Spaß, hier in Strukturen zu leben, die basisdemokratisch sind, und dies zu fördern. Der Beruf des Geistlichen ist ein freier Beruf, es geht nicht um Hierarchien. Ich habe Freude an meiner Arbeit als Seelsorger, als Wegbegleiter für die Deutung des Lebens und als Pastor des Evangeliums.“

Stein ist verheiratet und hat drei Kinder. Im Verein für Dithmarscher Landeskunde ist Stein seit den 80er Jahren tätig; seit 1993 als Vorsitzender. Seine Hobbies sind das Interesse am Schreiben und der Autor Gustav Frenssen. Stein gehört in Dithmarschen verschiedenen weiteren Vereinen an sowie der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Byzantinisten.

Der Verein für Dithmarscher Landeskunde (VDL) wurde 1914 gegründet. Seine Aufgabe besteht darin, heimatliche Landeskunde und Landschaftspflege zu fördern, also das, was Dithmarschen prägt und bestimmt. Dazu gehört auch, dies bekannt zu machen, zum Beispiel über öffentliche Vorträge und die Zeitschrift „Dithmarschen“.

Damit verbunden ist eine rege Projekttätigkeit. Der Verein betreut unter anderem die Grabhügel von Brickeln aus der römischen Kaiserzeit. Es gibt im VDL mehrere Arbeitsgemeinschaften, darunter die AG „Alte Obstsorten“. Der Verein pflegt das Naturschutzgebiet Weißes Moor bei Rehm-Flehde-Bargen. Vor zwei Jahren wurde durch den VDL die große Geschichte Dithmarschens herausgegeben. In nur drei Jahren gelang es einem engagierten Team des Vereins und seinem Umfeld, dieses epochale Werk zu realisieren.

Auch künftig sollen in Dithmarschen (der Name bedeutet Großmoorland) die prägenden Landschaften erhalten bleiben. Dafür setzt sich der Verein ein, unter anderem in Zusammenarbeit mit der AG der Naturschutzverbände in Dithmarschen.


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