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Neuenkirchen

Aus Dithmarschen-Wiki

--Ditschie (Diskussion) 10:33, 2. Sep. 2016 (CEST)

Neuenkirchen ist eine Gemeinde im Kreis Dithmarschen.

Inhaltsverzeichnis

Basisdaten

  • Höhe: 0 m ü. NHN
  • Fläche: 25,14 km²
  • Einwohner: 986 (Stand: 30.06.2015)
  • Postleitzahlen: 25792, 25764 (Wulfenhusen)
  • Vorwahl: 04837
  • Kfz-Kennzeichen: HEI, MED
  • Bürgermeister: Thies Wellnitz (SPD)

Statistik: Zensus 2011 für die Gemeinde Neuenkirchen


Geografie

Lage

Neuenkirchen liegt im Nordwesten von Dithmarschen. Die Gemeinde liegt zwischen Wesselburen und Heide.

Siedlungsbereiche

  • Blankenmoor,
  • Böddinghusen,
  • Dellweg,
  • Heuwisch,
  • Neuenkirchen,
  • Sommerhusen,
  • Tiebensee,
  • Tödienwisch und
  • Weissenmoor.

Nachbargemeinden


Politik

Von den elf Sitzen in der Gemeindevertretung hat nach der Kommunalwahl 2013 die SPD 5 Sitze, die Wählergemeinschaft BWV 3 Sitze und die WBN ebenfalls 3 Sitze.


Vereine und Organisationen


Geschichte

  • Ausgrabungen in Haferwisch bei Neuenkirchen haben ergeben, das es bereits Wurten aus dem 2. bis 4. Jahrhundert nach Chr. gab, auf dem sich Familien ansiedelten.
  • Im 12. Jahrhundert begann der Ausbau in das vermoorte Sietland, nachdem die Dithmarscher Nordermarsch bedeicht wurde. Langgezogene Hofwurtketten begründeten damals die verschiedenen Geschlechtersiedlungen.
  • 1323 wurde die Kirche in Neuenkirchen erstmals urkundlich erwähnt. Sie wurde von den Dithmarscher Siedlungsgeschlechtern der Hödienmannen und der Tödienmannen dem heiligen Jakobus dem Älteren zu Ehren gegründet. Es war eine Ausgründung aus dem älteren Kirchspiel Wesselburen und wurde Anfang des 14. Jahrhunderts selbständiges Kirchspiel.
  • 1547 wurde die Jungferngilde gegründet, diese war für alle Kirchenangelegenheiten zuständig und wählte den Prediger aus. Aus der Zahl der Gildebrüder wurden die Kirchspielsvögte, die Landesgevollmächtigten, Kirchspielsvorsteher und weitere Beamte ausgewählt.
  • 1643 erreicht das "Weiße Moor" mit 245 Hektar seine größte Ausdehnng.
  • 1704 brannte die Dorfkirche nieder.
  • 27.10.1729 brannte innerhalb von 2 Stunden die neu errichtete Dorfkirche erneut nieder, weiterhin wurde das Schulhaus, 22 Häuser und 7 Scheunen ein Raub der Flammen.
  • 1845 ergab eine Volkszählung, dass es in Neuenkirchen 300 Einwohner gab, die Schule bestand aus der Rektorklasse (80 Kinder) und der Elementarklasse (70 Kinder). Seit 1830 gab es auch eine Industrieschule in Neuenkirchen, dort sollten vor allem Kinder aus der Unterschicht zur Arbeit erzogen und ausgebildet werden, damit sie später für das Erwerbsleben in der sich entfaltenden Industriegesellschaft gerüstet waren:
* Buben lernten Spinnen, Gartenbau oder Baumpflege,
* Mädchen Stricken, Nähen, Häkeln oder Flicken und Kochen.

Die Industrieschulen setzten sich nicht durch, weil die Anstalten als Einrichtungen zur Förderung der Kinderarbeit und sozialer Ausbeutung in Verruf gerieten. Später ging dieses Schulsystem in anderen Schulsystemen auf. Es gab zu dem damaligen Zeitpunkt nachfolgendes Gewerbe in Neuenkirchen:

* 6 Krüger,
* 1 Schmied,
* 4 Tischler,
* 1 Schlachter und mehrere andere Handwerker.

Nachfolgende Orts- und Bauernschaften waren 1845 in die Kirchengemeinde eingepfarrt:

* Bauerweg,
* Blankenmoor,
* Böddinghusen,
* Dellweg (zum Theil),
* Gelberhof,
* Groß- und
* Klein-Heuwisch,
* Kiebitz,
* Neuenkirchen,
* Seeweg,
* Sommerhusen,
* Strübbel (zum Theil),
* Tiebensee,
* Tödienwisch,
* am Weißenmoor,
* Wulferhusen.
  • 1845 ergab die Volkszählung, dass es in Blankenmoor 255 Einwohner gab, die Kinder gingen in Neuenkirchen zur Schule. Dieses Dorf hat seinen Namen von dem östlich gelegenen hohen Moor, weißes Moor genannt, östlich von Neuenkirchen, welches angeblich von einer andern Gegend hierher getrieben sein soll. In diesem Moore sind englische Münzen gefunden und unter dem oft 15 bis 16 Fuß hohen Torfmooe ist man auf dem alten Marschboden

auf eine gepflasterte Straße gestoßen, an der ein Stück Geweih vom Elch gefunden wurde. Im Ort gab es einige Gewerbetreibende und Handwerker sowie eine Kornwindmühle.

  • 1845 ergab die Volkszählung, dass es in Böddinghusen 69 Einwohner gab, die Kinder gingen in Neuenkirchen zur Schule. In der Gemeinde gab es eine Mühle.
  • 1845 ergab die Volkszählung, dass es in Dellweg 36 Einwohner gab, die Kinder gingen in Tiebensee zur Schule. Ein kleiner Teil der Gemeinde gehörte zum Kirchspiel Heide, der größere Teil jedoch zum Kirchspiel Neuenkirchen.
  • 1845 ergab die Volkszählung, dass es in Groß- und Klein-Heuwisch 167 Einwohner gab; in Groß-Heuwisch gingen 32 Kinder in die Schule. Die Kinder aus Klein-Heuwisch gingen in Neuenkirchen zur Schule. Im Ort gab es eine Mühle.
  • 1845 ergab die Volkszählung, dass es in Kiebitz 9 Einwohner gab; die Kinder gingen in Tiebensee zur Schule.
  • 1845 ergab die Volkszählung, dass es in Sommerhusen 41 Einwohner gab; die Kinder gingen in Groß-Heuwisch zur Schule. Gemeinsam mit Groß- und Klein-Heuwisch bildete Sommerhusen eine Bauerschaft.
  • 1845 ergab die Volkszählung, dass es in Tiebensee 388 Einwohner gab; die Schule wurde von 70 Kindern besucht. Im Ort gab es noch
* 1 Windmühle,
* 2 Wirthshäuser,
* 1 Schmied,
* 1 Radmacher und einige andere Handwerker.
  • 1845 ergab die Volkszählung, dass es in Wulfhusen 7 Einwohner gab, es handelte sich nur um einen großen Hof; die Kinder gingen in Groß-Heuwisch zur Schule.
  • Am 01.04.1934 wurde die Kirchspielslandgemeinde Neuenkirchen aufgelöst. Ihr Gebiet wurde in die Gemeinde Neuenkirchen überführt.
  • 1946 gründete sich der Neuenkirchener Sportclub.

Persönlichkeiten

  • Wittmaack, Hermann (* 23. Januar 1833 in Neuenkirchen; † 13. Dezember 1928 in Leipzig) war Richter am Reichsgericht.
  • Dohrn, Peter (1880–1967), deutscher Politiker (CDU), MdL (Schleswig-Holstein), Landrat von Norderdithmarschen
  • Arps, Theodor (1884–1947), deutscher Marineoffizier, Vizeadmiral im Zweiten Weltkrieg, Richter am Reichskriegsgericht
  • Gosau, Claudius (1892–1944), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
  • Heuck, Christian (1892–1934), deutscher Politiker (KPD), Reichstagsabgeordneter von 1930 bis 1933
  • Sick, Willi-Peter (* 10. November 1919 in Tiebensee bei Neuenkirchen; † 18. August 2006 in Heide) war ein deutscher Unternehmer und Politiker (DP, CDU).
  • Trampert, Rainer (* 1946), Publizist, Bundesvorstandssprecher der Grünen von 1982 bis 1987

Wirtschaft und Infrastruktur

In Neuenkirchen hat sich nachfolgendes Gewerbe angesiedelt:

In Neuenkirchen gibt es eine Grundschule, zum weiteren Schulbesuch fahren die Kinder nach Wesselburen, Büsum oder Heide. In Heide befindet sich dann auch das Gymnasium.


Sehenswürdigkeiten

St.-Jacobi-Kirche

  • Neuenkirchen gehörte zunächst zum Kirchspiel Wesselburen.
  • Um 1300 wurde in Neuenkirchen eine Kirche als gotischer Backsteinbau errichtet.
  • 1323 wurde Neuenkirchen erstmals urkundlich als eigenständiges Kirchspiel erwähnt. Die Kirche wurde dem Pilger-Apostel Jakobus dem Älteren geweiht und trägt den Namen "St.-Jacobi-Kirche".
  • 1703 zerstörte ein großes Feuer die Kirche.
  • 1710 entstand die achtseitige Taufe im Akanthusbarockstil.
  • 1729 zerstörte erneut ein Feuer die Kirche.
  • 1730 wurde unter Verwendung der alten Mauern die jetzigen Kirche an gleicher Stelle durch den schwäbischen Baumeister Johann Georg Schott errichtet.
  • 1730 schuf der Wesselburener Schnitzer Albert Hinrich Burmester den Altar, in dessen Zentrum der Gekreuzigte zu sehen ist, ihm zur Seite sind Maria, die Mutter Gottes und Johannes der Lieblingsjünger. An den Außenseiten sind die vier Evangelisten zu sehen und in der Sockelzone wird das Heilige Abendmahl gezeigt.
  • 1738 wurde die Orgel vom Orgelbauer Johann Hinrich Klapmeyer geschaffen.
Die an der Kirche wachsende Mauerraute ist ein in dieser Gegend sehr seltener Farn.

Weißes Moor

Das Weiße Moor ist ein etwa 55 Hektar großes Naturschutzgebiet bei Neuenkirchen. Es handelt sich um das einzige noch erhaltene Hochmoor in der Schleswig-Holsteiner Marsch. Es stellt die südliche Verbreitungsgrenze der Moltebeere dar.

Das Moor entstand erst etwa im 5. Jahrhundert, als das Klima in der Nacheiszeit warm und regenreich war; es breitete sich 1643 bis zu 245 Hektar aus. Es wurde aber in den folgenden Jahrhunderten durch Torfabbau dezimiert. Im Hochmoorkern befindet sich eine drei Meter dicke Weißtorfschicht über einer etwa 50 Zentimeter breiten Niedertorfschicht, die direkt auf dem Marschboden aufliegt. Es steht seit 1979 unter Naturschutz.

Ein Hochmoor ist durch seine uhrglasförmige Aufwölbung über das umliegende Niveau der Landschaft, die baumfreie Oberfläche und die natürlichen mit Wasser gefüllten Abflüsse gekennzeichnet. Mit Hilfe der Tormoose wächst das Moor jährlich um etwa 1 mm an. Das Moor ist ständig mit Wasser gesättigt und gibt lediglich überschüssiges Wasser ab. Bereits bei schwacher Entwässerung stellt das Moor seinen Wachstum ein und die Torfmoose gehen stark zurück.

Im Hochmoor kommen neben verschiedenen Torfgräsern Arten wie Glockenheide, Rosmarinheide, Moosbeere, Wollgras, Moorlilie und Sonnentau als typische Pflanzen vor. Dort leben Wiesenpieper, Feldlerche und Rohrammer. In den abgetorften Niedermoorgebieten befinden sich Schilf, Rohrkolben, Flatterbinsen und Seggen, an Vögeln leben dort Schilfrohrsänger und Sumpfrohrsänger.

Im Gegensatz zur sonstigen Marsch wird das Moor zur Pflege nicht ent- sondern bewässert. Schilf und Seggen werden gemäht, regelmäßig werden Birken, die sich in das Moor ausgebreitet haben von 1-Euro-Kräften (Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung) geschlagen.

Faltblatt des Landesamtes für Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holstein

Weblinks


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