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Marxen, Andreas

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Andreas Marxen

Barelda-Ditmarsus. Seine Geburt geschah 1689 den 27 October. Sein Vater war Hr. Hans Marx, Landes und Kirchspiel-Gevollmächtiger auch Einnehmer, und die Mutter war Frau Margaretha Catharina, geborene Linsen. Diese sandten ihn anfangs in die dortige Kirchspiels-Schule, hier nach wurde er gelehrten Studiosis zur Information untergeben, auch von den Herren Predigern des Ortes informiert, worauf er in die Lateinische Schule nach Meldorff kam, wo er gute Profectus in prima Klasse, sonderlich in latinitate machte, bis er endlich nach Schwerin in Mecklenburg zog, und 2 Jahre daselbst hindurch fleißig frequentirte. Von dannen begab er sich nach Rostock, blieb auch 2 Jahre daselbst, da aber sein Vater mit Tode abging, musste er nach Hause reisen, und 1 Jahr bei seiner Mutter bleiben. Darauf ging er nach Wittenberg und als er sich daselbst 2 Jahre studirenshalber aufgehalten, ging er wieder zurück in sein Vaterland. Zog dann auf die Academie zu Kiel, hörte ein Jahr die Professoren fleißig döciren, bis er bei dem Wohlgeborenen Hrn. Major von Ahlfeld, Erbherrn auf Olpenitz in Condition trat, und gantzes Jahr hindurch dessen einigen Sohn informirte. Nach seel. Hrn. Brandani Meyers Ableben wurde er per majora Vota zum Prediger in seinem Patria erwählt, und nach gehaltener Confirmation 1719 Dn. Cantate von dem Hrn. Probsten Sandern introduciret. Hier sah er sich nach einer Gehülffin um, und gewann eine eheliche Affection gegen Hrn. Caspari Mullers, Pastoris Primarii in Süderstapel, jüngsten Jfr. Tochter, Maria Elisabeth, mit welcher er sich dann 1721 den 5. Febr. in der Kirchen zu Süderstapel copulieren ließ. Ihre vergnügte Ehe hat Gott mit 4 Kindern, als 2 Söhnen und 2 Töchtern geseegnet, wovon nicht mehr als die älteste Tochter, Catharina Margaretha, die 1722 den 10. Januarii geboren, im Leben ist. Anno 1727 den 9. October gefiel es dem lieben Gott, diesen bei seiner Gemeinde sehr wohl gelittenen Mann durch den Tod hinweg zu nehmen. Vor seine hinterlassene Witwe hat Gott wohl gesorgt, indem sie 1732 den 8. Julii wiederum mit Sr. Wohl-Ehrwürden Hrn. Laurentio Atzen, wohl-meritirten Pastor zum Delve in Norder-Dithmarschen glücklich verheiratet worden. Als der seel. Mann den 22. October in der Kirche beerdigt wurde, hielt ihm der Hr. Pastor Voss aus Meldorff die Leichen-Predigt über die Worte Matth. 2. v. 21. bis 23. Nachdem er in Proloquio aus 2. Sam. 1. 26. den Wohlseeligen beklaget hatte, ging er im Exordio die Worte Pauli aus I. Cor. 4. v. 1. 2. durch, und stellte aus dem Text vor: Die herrlich belohnte Priester-Treue, und zwar daß er wieß 1) dieser Treue Beschaffenheit. 2) Des Gnaden-Lohnes hohe Vortrefflichkeit. Sein Hr. Collega, der Pastor Eisenhuth, tat die Parentation aus den Worten 1. Sam. 4. 21. Transmigravit gloria Israelis, die Herrlichkeit ist dahin von Israel, und beschloß seine Rede carminice mit diesen artigen Expressionen:

Ach du mein Jonathan, mein Herz und mein Verlangen!
Ach du mein ander Jch, wie bistu mir entgangen!
Da jetzt dein munter Geist im Predig-Ammt erwacht,
Da sagstu mir Adjeu ? mein Bruder gute Nacht!
O traurens - voller Fall ! daß leyder du erfahren
In deiner schönsten Blüth und Lentzen deiner Jahren
Des Todes Eyfersucht und den vergifften Pfeil,
Den er auf dich gedruckt in unverhoffter Eil!
Mus unser Freundschaffts-Band ach! Morta schon zergliedern
Was wird doch in der Welt den harten Ris erwiedern?
Wirstu auch aus der Grufft mir tröstlich sprechen zu?
Ach nein! den blossen Mund verschleust die Todten Ruh!
Wie hat sich doch das Blat mit Uns so bald gewendet,
Daß unsre Freude wird durch Trauren jetzt geendet,
Du warest ja geziert mit reiffer Wissenschafft,
Doch hat der Menschen- Fras dich plötzlich weggerafft!
Nun teuer werter Mann! mustu gleichzeitig scheiden,
So weistu doch wie wir nicht mehr von Angst und Leiden,
Du hast das Kleinod schon, wir suchen noch das Ziel
Auf glatter Strauchel-Bahn, du hast gewonnen Spiel!
Wohl dir, du edle Seel! geneus indes der Freuden,
Die Christus dir verdient mit seinem bittern Leiden,
Leb aller Sorgen frey im güldnen Canaan,
Adjeu mein ander Jch, adjeu mein Jonathan!


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