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Mölling, Karin

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--Ditschie (Diskussion) 07:29, 31. Mai 2017 (CEST)

Karin Mölling, häufig als Moelling zitiert, ist eine deutsche Virologin, die sich insbesondere mit HIV befasst. Sie war Professorin und Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie an der Universität Zürich.

Inhaltsverzeichnis

Persönliche Angaben

  • Geburtsdatum: 07.04.1943 in Meldorf
  • sie ist die Tochter eines Hals-Nasen-Ohren-Arztes
  • sie segelt und spielt Orgel (C-Prüfung als Organistin).

Werdegang

  • Besuch des Gymnasiums in Eutin
  • Physik- und Mathematik-Studium an der Universität Kiel und der Universität Göttingen
  • 1968: Physik-Diplom in Kiel am Institut für Kernphysik.
  • 1968/69: Studium in Biochemie und Molekularbiologie als Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes an der University of California, Berkeley an.
  • 1972 Promovierung Max-Planck-Institut für Virusforschung (bzw. Universität Tübingen) in Tübingen (Untersuchungen über den Replikationsmechanismus von RNS-Tumorviren)
  • 1972 - 1975: Robert-Koch-Institut in Berlin und am Institut für Virologie der Universität Gießen
  • 1976 - 1993: Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik in Berlin
  • 1977: Habilitation in Biophysik in Gießen (über Replikation von Retroviren).
  • 1983: Ernennung zur Professorin
  • 1992 - 1994: Direktorin für Zell- und Molekularbiologie bei der US-Biotech-Firma Apollon Inc. (ein Spin-off (Ableger) von Centocor in Pennsylvania).
  • 1993: Professorin für Virologie und Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie der Universität Zürich. Außerdem war sie Leiterin der Virusdiagnostik am Universitätsspital in Zürich.
  • 2008: Emeretierung
  • 2008 - 2010: Gruppenleiterin an der Universität Zürich und am MPI für Molekulare Genetik in Berlin.

Werk

Karin Mölling forscht seit den 1980er Jahren an Aids. Sie führte klinische Studien für Impfung mit HIV-DNA-Plasmiden durch (mit den Firmen Apollon und Centocor in Zürich) und entwickelte eine neuartige Aidstherapie, bei der an der Ribonuklease H des Virus angesetzt wird. Diese dient den Retroviren dazu, überflüssige RNA zu zerschneiden. Mölling entwickelte in ihrer Gruppe künstliche, ösenförmige DNA Stücke (hairpin looped DNA), die an die virale RNA ankoppeln, noch bevor diese sich in die Zell-DNA transkribiert. Die gekoppelten DNA-RNA Komplexe werden dann von der Ribonuklease zerschnitten. Erste Erfolge hatte sie damit 2007 im Mausmodell, wenn die künstlichen DNA Stücke gleich nach Infektion gespritzt wurden.

Sie entdeckte die Ribonuklease (RNase) H als Bestandteil der Reversen Transkriptase in einem Retrovirus von Vögeln (Dissertation 1972).

Sie leistete auch bedeutende Forschung zu Onkogenen

Onkogene (wörtlich Krebs-Gene) sind Teile des Erbgutes einer Zelle, die den Übergang vom normalen Wachstumsverhalten der Zelle zu ungebremstem Tumorwachstum fördern. Das „gen“ in Onkogen wird hier nicht, wie in den Worten karzinogen oder mutagen, im Sinne von „erzeugend“ oder „fördernd“ benutzt, sondern leitet sich direkt von dem Wort Gen als Teil des Erbgutes ab.

und isolierte das Krebsgen Myc und charakterisierte es als Transkriptionsfaktor. Außerdem fand sie mit Kollegen das einem um 1983 entdeckten Proto-Onkogen entsprechende Raf-Kinase, ein Botenstoff in Zellen. Sie fand, dass Raf nicht nur bei Zellwachstum sondern auch zum Beispiel bei Differentiation von Zellen eine Rolle spielt, wobei für die unterschiedliche Wirkung die Wechselwirkung mit Protein Kinase B (Akt) eine Rolle spielt.

Als Professorin an der Universität Zürich hat sie die AIDS -Forschung massgeblich vorangetrieben, indem sie die molekulare Schere zweckentfremdete. Dahinter steckt ein raffinierter Trick, Viren sich selber umbringen zu lassen, bevor sie eine Zelle zerstören. Anstatt die Vermehrung von HIV zu hemmen, machte sie das Gegenteil: Sie veranlasste das Virus, einen Schritt zu tun, den es bei der Vermehrung ohnehin tut, aber – und das ist der springende Punkt – zu früh. So inaktiviert sich das Virus selbst, noch bevor es in die gesunde Zelle eindringen kann. Aussergewöhnlich an Moellings Ansatz ist zudem, dass das Virus bereits in der Blutbahn zerstört werden kann. «Vielleicht lässt sich das Virus so auch zum Selbstschutz von Frauen als Vaginalzäpfchen einsetzen», hofft Karin Moelling heute.

Ehrungen

  • 2007 erhielt sie den SwissAward. Sie ist Mitglied der EMBO (European Molecular Biology Organization). 2009/10 war sie Fellow des Wissenschaftskolleg zu Berlin.
  • 1981 erhielt sie den Vincenz-Czerny-Preis für Onkologie,
  • 1982 bekam sie den Richtzenhain-Preis,
  • 1986 einen Core Grant Award der Mildred-Scheel-Stiftung,
  • 1986 den Meyenburg-Preis,
  • 1987 den Aronson-Preis
  • 1992 den Heinz-Ansmann-Preis.
  • seit 2005 ist sie Honorarprofessorin an der Charité.

Mitgliedschaften

Sie war Mitglied der Heisenberg-Kommission der Deutschen Forschungs-Gemeinschaft. 1981 bis 1983 war sie selbst Heisenberg-Stipendiatin.


Berater-Tätigkeiten

Sie war Beraterin bei Novartis in Fragen von HIV.


Sonstiges

Karin Mölling war Mitherausgeberin der Zeitschrift Archives of Virology und ist Mitherausgeberin des Intervirology Journal.


Veröffentlichungen

Bücher

Audio-CD

  • Karin Mölling erzählt: Das Leben der Viren. Konzeption/Regie: Klaus Sander. Supposé, Berlin 2009, ISBN 978-3-932513-90-9.

Weblinks

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